Elfensporn: Pflanzen, Pflege & Winterhärte

Niaef
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Ich habe Biologie studiert und werde im September mein Studium im Fach Hortikulturelle Wissenschaften fortsetzen. Meine Liebe gilt allen Pflanzen, die wild oder im Garten wachsen und insbesondere denen, die man verspeisen kann. In meiner Freizeit treibt es mich oft in den Wald oder auch in den Stadtpark, wo sich so manche Nutzpflanzen verstecken - man muss nur wissen, welche einen Mehrwert für die Küche haben.
Meinen Sammlertrieb kombiniere ich dann gerne auch mit meinem zweiten Hobby: Dem Kochen!

Lieblingsobst: Feige, Kaki und Felsenbirne
Lieblingsgemüse: Kürbis, Wirsing und Schalotte

Mit filigranen Blütenzipfeln und zarten Farben verwandelt der Elfensporn Garten und Balkon in eine blühende Landschaft. Doch so zerbrechlich wie die Diascia auch scheinen mag, der Sporn gilt als robust und recht pflegeleicht.

Elfensporn im Topf
Die bunte Blüte und der horstige Wuchs machen den Elfensporn zur idealen Kübelpflanze [Foto: Gardens by Design/ Shutterstock.com]

Der Elfensporn (Diascia) bringt mit seiner elegant geformten Blüte eine zauberhafte Stimmung in den Garten. In Kübeln oder Blumenampeln gepflanzt begeistert die frostempfindliche Diascia als dauerblühende Terrassen- und Balkonzierde. Alles Wissenswerte über den Elfensporn sowie über das Pflanzen, seine Pflege und Winterhärte erfahren Sie in diesem Artikel.

Elfensporn: Eigenschaften und Herkunft

Der Name Elfensporn, auch Doppelsporn oder Doppelhörnchen genannt, bezeichnet die Pflanzengattung Diascia, die der Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae) angehört. Diascia umfasst etwa 50 Arten, die im Süden Afrikas beheimatet und dort in freier Natur verbreitet sind. Mit dem richtigen Frostschutz oder gekonnter Überwinterung ist der Elfensporn aber auch in unseren Breiten zu kultivieren. Hierzulande werden vor allem Diascia-Hybride als Balkon- und Kübelpflanzen eingesetzt, wobei sie in wärmebegünstigten Gebieten sogar im Beet gedeihen können.

Hängender Elfensporn
Ob hängend oder geerdet, der Elfensporn macht sich in jeder Höhe gut [Foto: NagyG/ Shutterstock.com]

Die mehrjährige, krautige Pflanze wächst aufrecht, kriechend oder überhängend in breiter, horstiger Form. Hierbei kann die Elfensporn-Pflanze eine Höhe zwischen 15 bis 50 cm erreichen. Diascias kleine, lanzettliche oder rundliche bis herzförmige Blätter weisen eine gesägte Randstruktur auf und stehen vereinzelt am Stiel. Oft zieren von der Pflanze ausgeschiedene Wasserperlen ihre Blattoberfläche. Ab Ende April bis zu den ersten Herbstfrösten bildet der Elfensporn während seiner Blütezeit stetig neue, in Rispen stehende, rachenförmige Blüten. Charakteristisch für Diascia sind ihre beiden Nektarsporne. Je nach Sorte und Art variiert die Blütenfarbe von Rot oder Rosa bis Orange sowie Weiß. Aus bestäubten Elfensporn-Blüten können sich anschließend Samenkapseln entwickeln. Allerdings ist die Bestäubung bei uns selten erfolgreich, denn in seinem Heimatland wird der Elfensporn von einer spezialisierten Bienenart bestäubt.

Häufig wird der Elfensporn mit dem Elfenspiegel (Nemesia) verwechselt, der auch der Familie der Braunwurzgewächse angehört. Da beide Arten ungiftig sind, besteht im Falle einer Verwechslung aber keinerlei Gefahr. Ähnlich nahe Verwandte sind das Löwenmäulchen (Antirrhinum), der Augentrost (Euphrasia officinalis) und der Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa) – hat man die Ähnlichkeit der Blüten erst einmal entdeckt, ist sie kaum mehr zu übersehen.

Blüte des Elfensporns
Die namensgebenden Sporne des Elfensporns [Foto: LifeCollectionPhotography/ Shutterstock.com]

Ist Elfensporn bienenfreundlich? Ab der Blüte des Elfensporns befinden sich zwei Nektarsporne, die spezialisierten Bienenarten im Süden Afrikas reichlich Nahrung bieten. Mit ihren verlängerten Vorderbeinpaaren gelangen diese in das Innere der Sporen hinein. Ihre Vorderbeine sind wie Bürsten mit Haaren ausgestattet, sodass sie damit sowohl Nektar als auch Pollen sammeln und übertragen. Der Nektarvorrat in den Nektarien der Sporen dient der Brut der Bienen als Nahrung und zugleich als Baustoff für ihre Nester. In Europa gibt es diese spezialisierte Bienenart nicht – unsere Bienen- und Schmetterlingsarten nutzen den Elfensporn deutlich weniger effektiv, da ihnen die passenden Werkzeuge fehlen.

Arten- und Sortenvielfalt

Es gibt rund 50 Diascia-Arten, die allesamt unter dem Namen Elfensporn bekannt sind. Vermehrt werden zudem spezielle Sorten angepflanzt, die aus einigen beliebten Diascia-Arten gezüchtet worden sind. Hier stellen wir Ihnen die schönsten Elfensporn-Arten und -Sorten vor:

Die beliebtesten Elfensporn-Arten

  • Diascia barberae: Diascia barberae wächst etwa 15 – 25 cm hoch. Je nach Sorte blüht sie zwischen Juni und September in verschiedenen Farben, die von Weiß, Lachsfarben, Rosa bis Rosarot variieren. Sie gedeiht gut an halbschattigen bis sonnigen Standorten. Diese Art ist nur bedingt winterhart und sollte frostfrei überwintern.
Weißer Elfensporn
Diascia barberae blüht auch in zartem Weiß [Foto: Nahhana/ Shutterstock.com]
  • Diascia elegans: Die Pflanze wächst 20 – 30 cm hoch. Zwischen Juni und September blühen ihre rosa oder orangen Blüten. Sie ist nur bedingt winterhart und bevorzugt sonnige bis vollsonnige Standorte.
Elfensporn mit orangenen Blüten
Die Blüten von Diascia elegans können sowohl in Rosa als auch in Orange erstrahlen [Foto: Gurcharan Singh/ Shutterstock.com]
  • Diascia personata: Dieser sehr große Elfensporn erreicht eine Wuchshöhe von 50 – 100 cm. Seine lange Blütezeit reicht vom Spätfrühling bis in den Herbst hinein, in der er rosafarbene Blüten mit einem dunkelrosa Schlund ausbildet. Die Staude kann an halbschattigen, sonnigen oder vollsonnigen Plätzen gepflanzt werden. Diascia personata ist gut winterhart.
Rosa Elfensporn
Diascia personata erkennt man leicht an ihrem rosaroten Schlund [Foto: Chris Lawrence Travel/ Shutterstock.com]
  • Diascia rigescens: Erreicht eine Wuchshöhe von 20 – 30 cm. Die Art blüht rosa oder lachsrot zwischen Juni und September an sonnigen bis vollsonnigen Standorten. Die Pflanze ist nur unter milden Bedingungen winterhart.
Elfensporn in der Sonne
An einem sonnigen bis vollsonnigen Standort gedeiht Diascia rigescens besonders gut [Foto: Wut_Moppie/ Shutterstock.com]
  • Diascia vigilis: Diese Art wächst 20 – 30 cm hoch. Während ihrer kurzen Blütezeit zwischen Juni und August bildet sie rosa, orange oder rote Blüten aus. Sie gedeiht insbesondere an sonnigen Standorten. Auch diese Diascia ist nur bedingt winterhart und sollte dementsprechend geschützt werden.

Die schönsten Sorten

  • ‘Blackthorn Apricot’: Die ausdauernde Staude erreicht eine Wuchshöhe von 20 – 30 cm. Die Blüten sind lachsrot gefärbt mit einer Blütezeit von Früh- bis Spätsommer. Sie ist nur bedingt winterhart und bevorzugt vollsonnige Standorte.
  • ‘Elliots Variety’: ‘Elliots Variety‘ wächst 20 – 40 cm hoch. Sie entwickelt zwischen Früh- und Spätsommer eine hellrosa Blüte mit rosarotem Schlund und ist nur bedingt winterhart. Ihr Standort kann sonnig bis halbschattig sein.
  • ‘Pink Queen’: Diese Sorte erreicht eine Wuchshöhe zwischen 20 und 25 cm. Sie bildet von Früh- bis Spätsommer eine rosarote Blüte aus und ist mäßig winterhart. Sie wächst gut an sonnigen bis halbschattigen Standorten.
Blüten des Elfensporns
Meist liegt die Elfenspornblüte im rötlichen Farbspektrum, sie kann aber auch weiß sein [Foto: ILEGRI/ Shutterstock.com]

Elfensporn pflanzen: Standort und Vorgehen

Optimal gedeiht Diascia an einem vollsonnigen Standort, obwohl sie auch im Halbschatten gut wächst. Diascia sollte keiner extremen Witterung wie Starkregen oder Wind ausgesetzt sein, sodass es sich empfiehlt, die Pflanze an einem geschützten Ort zu platzieren.

Der Elfensporn bevorzugt ein gut wasserspeicherndes, nährstoffreiches, doch gut drainiertes Substrat. Die Drainage ist wichtig, um Wurzelfäulnis zu verhindern. Stark humose Lehmböden sind optimal geeignet. Als Erde für die Topfkultur empfiehlt sich eine hochwertige Blumenerde wie unsere Plantura Bio-Universalerde. Dieses Substrat ist der Umwelt zuliebe torffrei und den Bedürfnissen des Elfensporns entsprechend mäßig stark vorgedüngt. Durch den hohen Anteil von Holzfaser hat es eine gute Drainagefähigkeit. Um Staunässe zu verhindern, sollte der Kübelboden trotzdem mit einer Drainageschicht aus Kies oder Blähton ausgelegt sein.

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Diascia eignet sich im Topf optimal als Balkonpflanze. Sie kann mit ihrer kompakten Wuchsform aber auch als Beetzierde eingesetzt werden. Allerdings lassen sich im Freiland Störfaktoren wie Staunässe und hohe Luftfeuchtigkeit weniger gut kontrollieren. Durch diese können sich vermehrt Erreger wie Botrytris, Phytium oder Rhizoctonia verbreiten, welche zu Fäulnis an der Diascia führen. Demnach empfiehlt es sich, den Elfensporn eher im Kübel zu kultivieren, um den Feuchtegrad von Erde und Luft besser abstimmen zu können.

Elfensporn im Kübel
Vor allem am Beetrand kann sich der Elfensporn prächtig entfalten [Foto: Amehime/ Shutterstock.com]

In den Topf sowie ins Beet pflanzt man den Elfensporn am besten im Frühjahr, nach den letzten Frösten im Mai. Aufgrund seiner horstigen Wuchsform empfiehlt sich im Freiland ein Pflanzabstand von 20 bis 30 cm und ein Platz am Rande des Beets. Je nach Kübelgröße sollte ein Topf maximal 4 Pflanzen fassen.

Alternativ kann man die Jungpflanzen mit gekauften oder eigenen Elfensporn-Samen selber anziehen:

  • Im Februar Samen in einem Topf mit Anzuchterde etwa 1 cm eindrücken.
  • Substrat angießen und mit Klarsichtfolie überziehen.
  • Bei 20 °C auf der Fensterbank aufstellen und stetig lüften sowie gleichmäßig feuchthalten.
  • Bei ausreichend Licht und nicht zu warm vorkultivieren für kompakte, schöne Jungpflanzen.
  • Keimung nach 1 bis 2 Wochen.
  • Zur ersten Blattentwicklung Jungpflanzen in einen Kübel umtopfen.
  • Nach dem Umtopfen mehrere Triebspitzen entfernen, um die Bildung neuer Seitentriebe und Blütenknospen anzuregen.
  • Jungpflanzen nach den letzten Frühjahresfrösten im Mai ins Beet oder Kübel setzen.

Tipp: In wintermilden Gebieten können Samen bereits im Spätwinter direkt ins Freiland gesät werden.

Elfensporn bei Frost
Nach den ersten Frösten kann der Elfensporn ins Freie gepflanzt werden [Foto: Amehime/ Shutterstock.com]

Pflege von Diascia

Diascia ist eine recht anspruchslose Gartenpflanze, weshalb der Elfensporn nur wenig Pflege bedarf.

Auch wenn die Staude die Sonne liebt, sollte der Elfensporn regelmäßig, bei starker Hitze sogar täglich, gegossen werden. Hierbei muss die Erde stets feucht gehalten werden. Ein nur leichtes Antrocknen verträgt der Elfensporn. Gießen Sie Diascia am besten morgens und abends möglichst bodennah. Denn somit versickert das Wasser schnell und wird direkt von den Wurzeln aufgenommen, sodass die Verdunstung insbesondere an heißen Tagen minimiert wird.

Die genügsame Diascia muss nur ab und zu gedüngt werden. 4 bis 6 Wochen nach der Pflanzung kann man sie erstmals düngen. Wurde die Pflanze in unsere vorgedüngte Plantura Bio-Universalerde getopft, so muss sogar erst nach 2 Monaten zum ersten Mal ein Dünger angewendet werden. Ab diesem Zeitpunkt darf man den Elfensporn alle 2 Wochen mit Nährstoffen versorgen. Hierfür empfiehlt sich ein geeigneter Flüssigdünger wie unser Plantura Bio-Blumen- & Balkondünger. Unser organischer Dünger sorgt mit seinem hohen Stickstoffgehalt für ein gesundes Wachstum und eine gute Blütenbildung der Diascia und kann einfach dem Gießwasser beigemischt werden. Allerdings sollte zur Düngung des Elfensporn die von uns empfohlene Normalmenge halbiert werden.

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Damit die Elfensporn-Pflanze stetig neue Blüten bildet, können Sie Verblühtes oder Vertrocknetes direkt entfernen. Ansonsten steckt Diascia mehr Energie in die Ausbildung von Samen und weniger in frische Blüten. Kranke Pflanzenteile sollten auch entfernt werden. Blüht Diascia plötzlich nicht mehr, dann empfiehlt es sich, die komplette Elfensporn-Pflanze um ein Drittel zurückzuschneiden, sodass sie schon bald neue Blüten entfaltet. Ein starker Rückschnitt nach der ersten Blüteperiode im Herbst fördert die Entwicklung neuer Triebe.
Außerdem empfiehlt es sich, die Elfensporn-Pflanze vor dem Überwintern zurückzuschneiden. Hierbei werden potentiell von Erregern befallene Triebe entfernt und eine weitere Ausbreitung der im Winterquartier oder unter dem Winterschutz wird eingedämmt.

Orangene Blüte des Elfensporns
Feuchtes Laub und Blüten befördern das Auftreten von Fäule [Foto: Tom Meaker/ Shutterstock.com]

Ist Elfensporn winterhart?

Weil Diascia ursprünglich aus dem warmen Afrika kommt, ist der Elfensporn keine ausreichend winterharte Balkonpflanze. Die meisten Arten, unter anderem Diascia barberae, Diascia rigescens, Diascia vigilis oder Diascia elegans, vertragen nur Niedrigtemperaturen zwischen + 1 und + 5 °C. Einige Arten wie Diascia personata tolerieren Temperaturen von bis zu – 10 °C. In unseren Breiten kann der Elfensporn in wärmebegünstigten Lagen neben einer Hauswand oder Hecke ohne weiteren Frostschutz im Freiland überwintern. Die Beet- und Topfkultur sollte zusätzlich mit Laub oder Reisig bedeckt werden. Noch vor der Überwinterung sollte die Staude zurückgeschnitten werden, um kranke Triebe zu entfernen. In den meisten Gebieten Deutschlands sollte man den Elfensporn im Beet noch vor dem Winter ausgraben und in einen Kübel mit sandiger Erde setzen. Der Topf wird dann an einem frostfreien und hellen Ort platziert. Gießen sollte man den Elfensporn im Winter regel-, aber nicht übermäßig. Am besten wässert man die Staude, sobald die oberste Erdschicht trocken scheint. Zu hohe Luftfeuchtigkeit sollte am Überwinterungsort gemieden werden, um Fäulnis zu verhindern. Damit sich Diascia auch im neuen Jahr gut entwickelt, sollte die Pflanze im Frühjahr zurückgeschnitten und in neues Substrat umgetopft werden.

Elfensporn im Garten
Eine Hauswand kann den Elfensporn vor milderen Wintertemperaturen und Wind schützen [Foto: Dogora Sun/ Shutterstock.com]

Ist Diascia giftig?

Diascia-Arten sind nicht giftig. Nachdem keine Unverträglichkeiten oder toxische Wirkungen bekannt sind, kann der Elfensporn von Hund, Katze sowie Menschen bedenkenlos berührt werden. Da es sich bei dem Elfensporn allerdings um keine Nutzpflanze handelt, sollte der Verzehr dennoch vorsichtshalber unterlassen werden.

Will man sich nicht allzu viel um die Pflege seiner Gartenblumen kümmern, dann stehen eine große Auswahl an genügsamen Gartengewächsen zur Verfügung: Zahlreiche pflegeleichte Blumen bringen dem Heimgarten ein buntes Farbspektakel – auch ohne großen Pflegeaufwand.

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