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Steppenkerze: Pflanzen, Vermehren & die schönsten Eremurus-Sorten

Jelka
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Ich studiere Biologie und lebe in einem kleinen Dschungel in meiner Wohnung in Köln. In meiner Freizeit liebe ich es, mit meinem Hund lange Spaziergänge in der Natur zu machen und dabei verschiedene Pflanzen zu finden und zu bestimmen. Im Frühjahr wird dann auf dem Balkon alles angepflanzt, was essbar ist, sodass ich beim Kochen frische Zutaten verwenden kann.

Lieblingsobst: Jede Art von Beeren
Lieblingsgemüse: Gurken, Tomaten

Egal, ob man die Steppenkerze im Kübel pflanzt oder lieber im Beet bestaunt – die kerzenartige Staude sticht mit ihren wunderschönen Blütentrauben überall hervor.

Eremurus in der Wiese
Die Steppenkerzen gibt es in vielen verschiedenen Farben und Größen [Foto: Alex Manders/ Shutterstock.com]

Ihre imposante Größe und die kerzenartigen Blütentrauben machen die Steppenkerze (Eremurus) zu einem Blickfang in jedem Garten oder Balkon. Zu dieser beeindruckenden Gattung gehören viele Arten und Sorten, von denen wir die schönsten hier vorstellen. Sie erfahren hier auch, was zu beachten ist, wenn Sie die Steppenkerze pflanzen, pflegen und vermehren. Außerdem gehen wir der Frage auf den Grund, ob die Steppenkerze winterhart ist.

Steppenkerze: Herkunft und Eigenschaften

Die Gattung Eremurus gehört zur Familie der Affodillgewächse (Asphodeloideae) und ist ebenfalls bekannt als Steppenlilie, Lilienschweif oder Cleopatranadel. Sie stammt ursprünglich aus den kalten Hochebenen Zentral- und Westasiens. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich heutzutage von China bis in die Türkei.

Blüte der Steppekerze
Die Blüte der Steppenkerze ist radiärsymmetrisch [Foto: RukiMedia/ Shutterstock.com]

Als Anpassung an ihren kalten Ursprungsort bildet die mehrjährige Steppenkerze ein kurzes, kräftiges Sprossenachsensystem (Rhizom), welches die Steppenkerzen unter dem Boden miteinander verknüpft. Die Laubblätter der Steppenkerze sind in einer grundständigen Rosette angeordnet. Je Pflanzenexemplar wächst aus dieser ein bis zu 2 m hoher, unverzweigter Blütenstiel empor, der nur im oberen Teil winzig gesägte, ausgefranste oder bewimperte Blätter besitzt. Dort befinden sich auch die Blütenstände. Je nach Art und Sorte stehen die Blütenhüllblätter glockenförmig, röhrig oder becherförmig zusammen und sind weiß, gelb, orange oder rosa gefärbt.

Wann blüht die Steppenkerze?

Die Blütezeit der Steppenkerze ist bei den Arten und Sorten sehr unterschiedlich, liegt aber immer zwischen Mai und August. An den schönen Blüten erfreuen sich außer uns viele Bienen, Hummeln und andere Insekten.

Die schönsten Arten und Sorten: Riesen-Steppenkerze und Co.

Da die verschiedenen Arten und Sorten ein ähnliches Herkunftsgebiet haben, unterscheiden sie sich kaum in ihren Standortansprüchen. Alle sind der Winterhärtezone Z5 zuzuordnen, was bedeutet, dass sie bis ungefähr -29 °C winterhart sind. Abgesehen davon gibt es einige Hybride, die in Ziergärten Verwendung finden.

  • Riesen-Steppenkerze (Eremurus robustus): Ihrem Namen entsprechend ist dies die größte Steppenkerzenart. Sie erreicht eine stattliche Höhe von 100 – 300 cm. Der Blütenstand, der 35 – 110 cm der Gesamtgröße ausmacht, trägt liebliche, hellrosa gefärbte Blüten, die von Juni bis Juli blühen.
Eremurus robustus
Eremurus robustus ist die größte Steppenkerzenart [Foto: Mario Krpan/ Shutterstock.com]
  • Himalaja Steppenkerze (Eremurus himalaicus): Diese Sorte ist etwas kleiner mit einer Wuchshöhe von 100 – 250 cm. Sie ist aber dank ihren strahlend weißen Blüten eine schöne Ergänzung für das Beet. Die Blütezeit dieser Steppenkerze liegt zwischen Mai und Juni.
Blüte der Himalaya Steppenkerze
Die Eremurus himalaicus beeindruckt mit weißen Blüten [Foto: S.O.E / Shutterstock.com]
  • Schmalblättrige Steppenkerze (Eremurus stenophyllus): Ihre anfangs leuchtend gelben Blütenblätter haben in der Mitte einen charakteristischen dunklen Nerv und nehmen mit dem Alter eine orange bis braune Färbung an. Die Schmalblättrige Steppenkerze ist eine der kleinsten Sorten der Gattung Eremurus und wird zwischen 40 und 100 cm hoch. Wie die Riesen-Steppenkerze blüht diese Sorte von Juni bis Juli.
Steppenkerze in gelb
Die Eremurus stenophyllus wechselt ihr Blütenfarbe von gelb zu orange [Foto: guentermanaus/ Shutterstock.com]
  • Isabellen-Garten Steppenkerze (Eremurus x isabellinus): Diese Hybridart der Gattung Eremurus wird bis zu 160 cm hoch und bildet je nach Sorte Blüten mit weißen, rosa, gelben oder orangefarbenen Tönen. Ihre Blütezeit liegt zwischen Juni und August.
Blüte der Steppenkerze cleopatra
Diese Hybrid-Art hat eine lange Blütenezeit [Foto: steshs/ Shutterstock.com]
  • Eremurus x isabellinus ˈPinokkioˈ: Die Steppenkerze ˈCleopatraˈ beeindruckt mit orangefarbenen Blüten von Juni bis Juli und wird bis zu 130 cm hoch.
  • Eremurus x isabellinus ˈCleopatraˈ: Auch die Steppenkerze ˈCleopatraˈ hat orangefarbenen Blüten von Juni bis Juli und wird bis zu 130 cm hoch.

Steppenkerze pflanzen

Der optimale Standort für die Steppenkerze liegt sonnig, aber windgeschützt. Dazu sollte er über einen gut durchlässigen, nicht zu lehmigen Boden verfügen. Das ist wichtig, da die schöne Pflanze keine Staunässe verträgt. Um das Substrat aufzulockern und zusätzliche Nährstoffe hinzuzufügen, kann ungefähr ein Drittel gut abgelagerter Kompost unter die Erde gemischt werden. Ansonsten eignet sich unsere Plantura Bio-Blumenerde perfekt zur Pflanzung im Beet und im Topf. Diese ist durch die enthaltenen Kokos- und Holzfasern und den gebrochenen Blähton gut durchlässig und enthält alle wichtigen Nährstoffe für eine langanhaltende Blütenpracht.

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In jedem Fall sollte eine Drainageschicht angelegt werden, um Staunässe zu vermeiden. Die beste Steppenkerzen-Pflanzzeit liegt im Spätsommer oder Herbst vor dem ersten Bodenfrost, da sie als Kaltkeimer leichte Fröste braucht, um im nächsten Jahr auszutreiben. Im Beet sollte die Steppenkerze wie folgt gepflanzt werden:

  • Am passenden Standort ein 12 – 15 cm tiefes und 25 – 30 cm breites Loch ausheben
  • Drainageschicht anlegen: Mittig im Loch etwas Kies, Sand, Tonscherben oder Ähnliches verteilen
  • Dann einen kleinen Erdhügel anlegen und die Pflanzenknolle dort platzieren; dabei darauf achten, keine ihrer langen Wurzeln abzubrechen
  • Anschließend das Loch verschließen mit der Triebbasis über der Erde liegend
  • Zwischen den einzelnen Steppenkerzen einen Pflanzabstand von mindestens 30 cm einhalten
Standort der Steppenkerze
Zwei Steppenkerzen sollten mit mindestens 30 cm Abstand gepflanzt werden [Foto: Beekeepx/ Shutterstock.com]

Wenn Sie die Steppenkerze im Topf pflanzen möchten, gehen Sie genauso vor – wichtig ist nur, dass man auch hier eine Drainageschicht am Topfgrund anlegt. Hierzu können zum Beispiel Tonscherben, Kies oder Blähton verwendet werden.

Die richtige Pflege

Die Steppenkerze gedeiht bei einer mäßigen Wassergabe optimal und braucht im Frühjahr etwas Dünger. Hier eignet sich ein Langzeitdünger wie unsere Plantura Bio-Universaldünger hervorragend, der im Frühjahr in den Boden eingearbeitet werden kann. Er trägt mit seiner Nährstoffzusammensetzung zu einem guten Pflanzenwachstum und einem gesunden Bodenleben bei.

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Wenn Sie nicht nur im Frühjahr düngen, sondern alle paar Wochen Flüssigdünger geben, sollten Sie darauf achten, nach der Blüte keinen Dünger mehr zu verabreichen. Dann sollte die Wassergabe ebenso reduziert werden.

Steppenkerze im Garten
Steppenkerzen brauchen im Frühjahr Dünger [Foto: Beekeepx/ Shutterstock.com]

Wenn Sie verhindern wollen, dass sich die Pflanze durch ihre Samen vermehrt, können Sie die Blütenstände schon vor der Samenreife, also direkt nach der Blütezeit, abschneiden. Ansonsten verbreitet sich die Steppenkerze hauptsächlich durch ihre unterirdischen Rhizome – wenn man den Bestand reduzieren will, kann nach der Blüte einen Teil des Wurzelrhizoms mit einem Spaten entfernt werden.

Wundern Sie sich nicht, wenn die Steppenkerze in den ersten ein bis zwei Jahren noch nicht so prächtig blüht, wie Sie erwartet haben. Die Pflanze braucht an einem neuen Standort etwas Zeit, bis sie ihre ganze Pracht entfaltet. Das Gleiche gilt, wenn Sie die Steppenkerze zwischendurch umpflanzen. Deshalb ist es ratsam, die Eremurus in den ersten Jahren in Ruhe wachsen zu lassen.

Bienen an einer Eremurus-Blüte
Die Blüten der Steppenkerzen sind bienenfreundlich [Foto: olgalychko/ Shutterstock.com]

Tipp: Sehr hoch wachsende Steppenkerzen wie die Eremurus robustus sollten bei starkem Wind am besten angebunden werden, sonst können sie leicht brechen.

Ist die Steppenkerze winterhart?

Aufgrund ihrer Herkunft ist diese Pflanze perfekt an kalte Temperaturen angepasst. Dies liegt nicht zuletzt an ihrem zur Überwinterung ausgebildeten Rhizom: Sie kann damit bis zu -29 °C trotzen. Jedoch wird die Steppenkerze in ihrem heimischen Biotop im Winter zusätzlich durch eine Schneedecke geschützt, wohingegen sich in den hiesigen Gegenden meist Frost und Regen abwechseln. Deswegen sollte man die Steppenkerzen zur kalten Jahreszeit unbedingt mit Tannenzweigen, Rindenmulch oder Laub abdecken.

Vermehrung

Die Steppenkerze kann sich nicht nur mit den Samen aus ihren kapselförmigen Früchten vermehren, sondern auch über Ausläufer, die ihrem Rhizom entspringen.

Steppenkerzenwurzel
Steppenkerzen bilden unterirdische Rhizome aus [Foto: Sarycheva Olesia/ Shutterstock.com]

Die Vermehrung der Steppenkerze über Aussaat ist etwas kompliziert. Hierfür muss der Samen zunächst 4 bis 5 Wochen bei Temperaturen von 25 bis 30 °C feucht gehalten werden. Im Anschluss wird er bei ungefähr 2 °C ungefähr 80 Tage im Dunkeln keimen gelassen. Danach kann die Temperatur langsam erhöht und die Setzlinge ins Licht gestellt werden.

Die einfachere Methode ist es, die Ausläufer, die sich aus dem unterirdischen Rhizom bilden, im Frühherbst auszugraben und an der gewünschten Stelle wieder einzupflanzen. Achten Sie bei der Teilung des Rhizoms darauf, es nie in mehr als 2 oder 3 Teile zu zerschneiden.

Ist die Steppenkerze giftig?

Die Steppenkerze ist nicht giftig, weder für Hund, Katze, noch für Menschen. Sie sollte aber, wie alle Zierpflanzen, trotzdem nicht verzehrt werden.

Wenn Sie weitere Pflanzen aus der Familie der Affodillgewächse kennenlernen wollen, lesen Sie hier mehr über die Fackellilie (Kniphofia).