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Hochbeet anlegen: Anleitung & Tipps

Max
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Pflanzen und deren Vielfalt in der Natur fand ich schon immer faszinierend. Daher habe ich nach meiner Ausbildung zum Schreiner das Studium der Gartenbauwissenschaften an der Hochschule in Weihenstephan begonnen. Zuhause kultiviere ich in Garten, Wald und Haus verschiedenstes; von kleinen Zimmerpflanzen bis hin zu großen Forstbäumen, wobei mein besonderes Interesse den Obstgehölzen gilt. Auch nach der Ernte verarbeite ich gerne die Früchte weiter zu Marmeladen, Wein oder diversen anderen Produkten.

Lieblingsobst: Apfel
Lieblingsgemüse: Paprika

Ein Hochbeet anlegen ist die perfekte Lösung für jeden der ein Gemüsebeet auf dem Balkon haben möchte, oder dem die Arbeit im Gartenbeet nicht gefällt, weil man sich dauernd nach unten bücken muss.

Hochbeet im Garten
Hochbeete sind die perfekte Lösung, um rückenschonend im Garten zu arbeiten [Foto: riopatuca/ Shutterstock.com]

Das Hochbeet ist und bleibt der Trend der letzten Jahre. Kein Wunder, schließlich hat das Hochbeet einige Vorteile: Vor allem das rücken- und auch kniefreundliche Arbeiten ist eine große Erleichterung. Gleichzeitig bietet es die perfekten Voraussetzungen für den Anbau von Gemüse. Zudem kann das Hochbeet im Herbst oder Winter noch genutzt werden – dies gelingt mit Hilfe eines Frühbeetaufsatzes. Viele scheuen sich zwar davor, ein Hochbeet aufzustellen, da der Aufbau und die Vorbereitung oft langwierig sind. Doch das muss nicht sein – wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Hochbeet schnell und einfach aufbauen sowie befüllen können.

Das Zauberwort für einen problemlosen Bau lautet Fertig-Hochbeet. Mittlerweile kann man die vorgefertigten Hochbeete in jedem gut sortierten Gartenhandel finden und preisgünstig erwerben. Sogar die Auswahl an verschiedenen Modellen ist inzwischen riesig geworden. So können Sie nicht nur zwischen verschiedenen Höhen und Größen wählen, sondern auch zwischen unterschiedlichen Materialien und Formen: Rund oder eckig, Holz, Metall oder Kunststoff – hier ist für jeden Garten die passende Hochbeet-Lösung dabei. Hochbeete aus korrosionsbeständigen Metallen sind wahrscheinlich die erste Wahl, da diese quasi unkaputtbar sind. Jedoch sind Varianten aus Holz meist viel preisgünstiger zu erwerben. Wenn Sie sich noch nicht sicher sind, ob Sie ein Hochbeet selber bauen oder kaufen sollten, kann Ihnen unser Spezialartikel weiterhelfen.

Hochbeet aus Metall
Hochbeete aus Metall sind sehr langlebig [Foto: Mike Workman/ Shutterstock.com]

Hochbeet anlegen: Aufstellen und vorbereiten

Als Erstes stellt sich die Frage, ab wann man ein Hochbeet anlegen sollte. Ein guter Zeitpunkt ist der Spätsommer oder Herbst. So können die verschiedenen Schichten des Hochbeetes bis zur nächsten Wachstumsperiode etwas zusammensacken, sodass dies möglichst nicht mehr passiert, während sich schon Pflanzen im Beet befinden. Mehr über die Schichten und das Befüllen eines Hochbeetes erfahren Sie weiter unten im Artikel.

Haben Sie sich erst einmal für ein Hochbeet entschieden, dauert das Aufstellen und Vorbereiten im Garten nur noch wenige Minuten. Prinzipiell können Sie das Hochbeet überall aufstellen. Wollen Sie jedoch bestimmte Pflanzen kultivieren, ist es sinnvoll, deren Bedürfnisse mit in die Planung für den Hochbeet-Standort einfließen zu lassen. So empfiehlt sich für mediterrane Kräuter ein vollsonniger Ort, während Schattengewächse die volle Sonne nicht vertragen. Hat das Beet schließlich seinen Platz gefunden, sollten Sie mit einer Wasserwaage den geraden Stand überprüfen und eine Schräglage gegebenenfalls ausgleichen – ist das Beet erst einmal befüllt, lassen sich diese Schönheitsfehler nur noch schwer beheben.

Leeres Hochbeet
Ein gerader und sicherer Stand ist äußerst wichtig für ein Hochbeet [Foto: zlikovec/ Shutterstock.com]

Nun können Sie Ihr Hochbeet von innen mit einer Folie auskleiden. Dies macht vor allem bei einem Hochbeet aus Holz Sinn, da so verhindert wird, dass das Holz die Feuchtigkeit aus dem Beet aufnimmt und morsch wird. Am besten ist hierfür eine Noppenfolie geeignet, denn diese ist nicht nur wasserundurchlässig, sondern auch extrem robust und reißfest. Eine normale und glatte Folie wäre hier ungeeignet, da sie ganzflächig und direkt auf dem Holz aufliegt. Dringt nun Regenwasser zwischen Folie und Holz, kann das Wasser nur schlecht ablaufen. Bei einer korrekt angebrachten Noppenfolie liegen nur die Noppen am Holz auf, weshalb das Wasser in den Zwischenräumen gut nach unten ablaufen kann, wodurch die Holzfläche wiederum besser abtrocknet und nicht so schnell morsch wird. Am Boden des Hochbeetes sollte auf keinen Fall eine undurchlässige Plastikfolie angebracht werden, so würde sich nur ungewollte Staunässe bilden.

Noppenfolie im Hochbeet
Eine Noppenfolie sorgt für einen guten Ablauf, sollte Wasser zwischen Folie und Holz gelangen [Foto: Miriam Doerr Martin Frommherz/ Shutterstock.com]

Nun ist das Hochbeet von innen vor Feuchtigkeit geschützt – doch was ist mit der Außenseite? Diese sollten Sie großzügig mit einer Holzlasur behandeln. Dadurch wird das Hochbeet gegen die Witterung geschützt und hält Ihnen so länger die Treue. Damit Sie möglichst lange Freude an Ihrem Hochbeet haben, empfiehlt es sich, die Lasur einmal im Jahr – am besten im Herbst – aufzufrischen.

Tipp: Eine Alternative zum Hochbeet – und diesem ähnlich – ist ein No-Dig-Beet. Dabei handelt es sich um ein Beet, in dem kein Umgraben notwendig ist. Was es damit genau auf sich hat und wie Sie ein No-Dig-Beet anlegen, erfahren Sie in unserem Spezialartikel.

Hochbeet befüllen: Wie und womit?

Damit ein Hochbeet auch eine reiche Ernte trägt, ist die Auswahl der richtigen Erde äußerst wichtig. Wer sein Hochbeet einfach nur mit normaler Gartenerde befüllt, wird schnell bemerken, dass seine Pflanzen nicht so prächtig wachsen, wie es im Hochbeet sonst üblich ist. Tatsächlich werden beim Befüllen des Hochbeetes verschiedene Schichten angelegt.

Hochbeet-Befüllen
Das Hochbeet wird mit unterschiedlichen Schichten befüllt [Foto: Miriam Doerr Martin Frommherz/ Shutterstock.com]

Die unterste Schicht besteht aus grobem Gehölzschnitt, der als Drainage dient. Danach folgen eine Lage Kompost und eine aus Gartenerde, den Abschluss bildet das Pflanzsubstrat. Als guter Dünger bietet sich zusätzlich eine Zwischenschicht Pferdemist über der untersten Etage an. Natürlich können Gehölzschnitt, Kompostmaterial und Mist aus dem eigenen Garten stammen. Schneller und einfacher ist jedoch oft der Kauf von speziellem Hochbeet-Substrat: Dieses gibt es als Grundfüllung für eine gute Drainage, als Hochbeet-Kompost und als Hochbeet-Erde und kann aus Säcken unkompliziert in das Hochbeet gefüllt werden. Geeignet für die Kompostschicht ist beispielsweise unsere Plantura Bio-Komposterde, welche wichtige Nährstoffe und gute Durchlässigkeit bietet. Außerdem kommt sie der Umwelt zuliebe ohne Torf aus. Als Deckschicht können Sie eine hochwertige Garten- oder Gemüseerde nutzen, die den jeweiligen Pflanzen einen optimalen Start ins Leben ermöglicht.

Bio-Komposterde 62,5 L
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Hochbeet bepflanzen: Vorgehen und geeignete Pflanzen

Nun steht nur noch die Qual der Wahl an, welche Pflanzen in das neue Hochbeet einziehen dürfen. Damit man sein Beet optimal nutzt, empfiehlt es sich, vorher einen Plan zum Hochbeet bepflanzen anzulegen. Nach der Ernte im Sommer muss das Hochbeet nicht leer bleiben, denn viele Kulturen gedeihen im Hochbeet noch im Herbst. Außerdem ist eine bestimmte Fruchtfolge von Gemüsearten im Hochbeet sinnvoll: Während die Nährstoffkonzentration in den ersten Jahren sehr hoch ist, schwindet sie mit der Zeit immer mehr. Starkzehrer wie Kohl (Brassica), Tomaten (Solanum lycopersicum) oder Lauch (Allium ampeloprasum) fühlen sich deshalb im ersten Jahr besonders wohl. Im zweiten Anbaujahr finden dagegen Mittelzehrer wie Radieschen (Raphanus sativus subsp. sativus), Karotten (Daucus carota subsp. sativus) oder Zwiebeln (Allium cepa) perfekte Bedingungen vor. Im dritten Jahr begnügen sich schließlich die Schwachzehrer mit den übriggebliebenen Nährstoffen – Bohnen (Phaseolus vulgaris), Erbsen (Pisum sativum) und Kräuter sind nun im Hochbeet zu Hause.

Bepflanzen eines Hochbeets
Beim Bepflanzen des Hochbeets sollte man vor allem auf die Fruchtfolge der einzelnen Pflanzen achten [Foto: C Levers/ Shutterstock.com]

Auch wenn man sein Hochbeet nicht für Gemüse, sondern für schöne Blumen nutzen möchte, empfiehlt es sich, nach diesem Schema vorzugehen: Im ersten Jahr fühlen sich daher Starkzehrer wie Chrysanthemen (Chrysanthemum) und Geranien (Pelargonium) wohl, danach folgen Dahlien (Dahlia) und Gloxinien (Sinningia). Über den nährstoffarmen Boden im dritten Jahr freuen sich Begonien (Begonia) und Primeln (Primula).

Welche Pflanzen auf gar keinen Fall in Ihrem Hochbeet fehlen sollten, erfahren Sie in unserer Top-10-Liste an Hochbeetpflanzen.

Hochbeet anlegen und bepflanzen: Zusammenfassung

  1. Es gibt eine große Auswahl an Fertig-Hochbeeten, die schnell und einfach aufgebaut werden können.
  2. Suchen Sie den richtigen Standort für Ihr Hochbeet.
  3. Überprüfen Sie Ihr Hochbeet auf einen geraden Stand.
  4. Noppenfolie schützt das Hochbeet vor dem Verwittern und lässt sich mit einem Tacker leicht befestigen.
  5. Man sollte keine Folie am Boden des Hochbeetes anbringen.
  6. Eine Holzlasur schirmt auch die Außenseite des Hochbeetes von der Witterung ab.
  7. Wichtig für das Hochbeet sind verschiedene Erdschichten: Auf eine Drainageschicht aus grobem Pflanzenschnitt folgen Stallmist, Kompost, Gartenerde und Pflanzsubstrat.
  8. Erstellen Sie einen Bepflanzungsplan für Ihren Garten: Im ersten Jahr wachsen die Starkzehrer, dann Mittelzehrer und zuletzt Schwachzehrer.
  9. Bringen Sie von oben immer wieder neuen Kompost in das Beet ein, um den Boden mit neuen Nährstoffen zu versorgen.
Hochbeet aus Paletten
Paletten eignen sich gut dazu, um ein Hochbeet selber zu bauen [Foto: CorinnaL/ Shutterstock.com]

Wollen Sie lieber etwas Geld sparen und kein fertiges Hochbeet kaufen, so bietet es sich natürlich an, selber ein Hochbeet zu bauen.