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Beinwell: Anpflanzen & Pflegen des Heilkrautes

Beinwell ist eine uralte Heilpflanze, die nebenbei auch für Hummeln sehr interessant ist. Wir stellen das Beinwell-Kraut vor und verraten, wie der Anbau im eigenen Garten gelingt.

echter Beinwell in lila
Der Echte Beinwell ist eine bei uns heimische, mehrjährige Heilpflanze [Foto: Irina Borsuchenko/ Shutterstock.com]

Dem Beinwell (Symphytum officinale), auch Wallwurz genannt, wohnen allerhand Heilkräfte inne. Daher nutzen ihn die Menschen bereits seit Jahrtausenden. Man findet das Raublattgewächs (Boraginaceae) oft als einheimisches Wildkraut an artenreichen Wiesen und Waldrändern. Wir zeigen die vielfältige Nutzung des Beinwells auf und erklären den Anbau des wertvollen Krautes Schritt für Schritt.

Beinwell: Herkunft und Eigenschaften

Beinwell ist eine mehrjährige, bei uns heimische Wild- und Arzneipflanze. Fühlt sie sich am Standort wohl, kann die Pflanze bis zu 20 Jahre alt werden.
Unter die Gattung Beinwell (Symphytum), auf Englisch „Comfrey“, fallen etwa 40 Arten, die in Eurasien und Nordafrika beheimatet sind. Unsere heimische Art, der Gewöhnliche oder Echte Beinwell (Symphytum officinale) kommt zwischen Spanien und China häufig vor. Beinwell ist eine krautige, mehrjährige Pflanze, die im Winter oberirdisch abstirbt und im Frühjahr erneut austreibt. Die sommergrüne Staude wurzelt bis in 1,80 Metern Tiefe, wird etwa 30 bis 60 Zentimeter hoch und bildet große Laubblätter aus. Der starre Stiel und die Blätter sind rau und borstig behaart, was ein typisches Merkmal für die Mitglieder der Raublattgewächse – wie auch Vergissmeinnicht (Myosotis) , Bienenfreund (Phacelia tanacetifolia) und Natternkopf (Echium vulgare) – ist. Die Blüten hängen zu mehreren in sogenannten Doppelwickeln nach unten. Sie erinnern an kleine Glöckchen und sind purpurn, gelb oder weiß gefärbt. Die Blütezeit des Beinwells erstreckt sich – je nach Sorte und Standort – von Mai bis Oktober. Nur Bienenarten mit langem Rüssel können sich am Nektar der Beinwellblüte bedienen, weshalb sich meist Hummeln (Bombus sp.) und andere große Wildbienen zum Bankett einfinden. Die meisten Blüten sind jedoch steril und nur selten bilden sich Samen aus. Wallwurz vermehrt sich vor allem vegetativ über Ausläufer seines Rhizoms, also seines kriechenden Speichersprosses.

Hummel an Beinwell
Nur Bienenarten mit langem Saugrüssel gelangen an den Nektar des Beinwells [Foto: Jaco Visser/ Shutterstock.com]

Echter Beinwell und Co.: Beinwell-Arten und -Sorten

Beim Beinwurz unterscheidet man mehrere Arten, die entweder als Heilpflanze, Futterpflanze oder Zierpflanze genutzt werden. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Arten und Sorten von Beinwell vor:

Der Echte Beinwell ist in drei Unterarten aufgegliedert: Der Weiße Beinwell (Symphytum officinale ssp. bohemicum), der Echte Beinwell (Symphytum officinale ssp. officinale) und der Sumpf-Beinwell (Symphytum officinale ssp. uliginosum). Neben dem Echten Beinwell ist auch der Raue Beinwell (Symphytum asperum) aus dem Kaukasus öfter zu sehen. Diese Art erreicht Wuchshöhen von bis zu 180 Zentimetern und ist somit deutlich höher als der Echte Beinwell. Er wurde im 16. Jahrhundert als Futterpflanze eingeführt, da er wesentlich ärmer an schädlichen Pyrrolizidin-Alkaloiden ist. Aus dem Echten Beinwell und dem Rauen Beinwell entstand eine Hybride, der Futter-Beinwell (Symphytum x uplandicum). Dieser ist komplett frei von Alkaloiden und so wird er nicht nur verfüttert, sondern auch als Heilpflanze in Kapseln zur inneren Anwendung verabreicht. Eine zierende Art des Beinwells ist der Blaue Beinwell (Symphytum azureum), der besonders mit seiner himmelblauen Blütenfarbe begeistert. In vielen Staudengärtnereien findet man verschiedenste Sorten des Kleinen Kaukasus-Beinwells (Symphytum grandiflorum). Die Sortenvielfalt reicht von ‘Miraculum‘ mit rot-rosa-weißen Blüten über ‘Hidcote Blue‘ mit tiefroten Knospen und weiß-zartblauen Blüten bis hin zu ‘Blaue Glocken‘ mit großen, blau-violetten Blüten und weinroten Knospen.

weißer Beinwell
Die Sorte ‘Hidcote Blue‘ besitzt große, blassblaue Blüten und rote Knospen [Foto: cristo95/ Shutterstock.com]

Beinwell pflanzen & vermehren

Wollen Sie Beinwurz anpflanzen, können Sie ihn mittels Samen vorziehen, vegetativ durch Teilung vermehren oder junge Pflanzen aus Staudengärtnereien verwenden.
Beinwell-Samen werden im März auf einer warmen Fensterbank in nährstoffarme Anzuchterde wie unserer Plantura Bio-Kräuter- und Aussaaterde gesät. In warmen Gegenden kann ab April auch direkt in den Boden gesät werden. Die Saattiefe beträgt 5 Zentimeter. Beinwell keimt etwas unregelmäßig und sollte bei Voranzucht im Haus nach etwa drei Wochen in nährstoffreichere Erde, wie unsere Plantura Bio-Universalerde, umgesetzt werden. Im Mai setzt man die Jungpflanzen an ihren endgültigen Standort, wo sie den Sommer über Wurzeln schlagen und somit auch den Winter überstehen.
Wesentlich einfacher als die Aussaat ist jedoch das Teilen einer vorhandenen Beinwell-Staude. Mit einem scharfen Spaten wird im Frühjahr ein Teil der Wurzeln mitsamt Knospen abgestochen und an neuer Stelle eingepflanzt. Natürlich können auch vorgezogene Pflanzen aus der Staudengärtnerei oder dem Gartencenter gepflanzt werden. Achten Sie bei der Pflanzung darauf, die Rhizome nicht zu verletzen, und geben Sie ausreichend hochwertige Pflanzerde in das großzügig ausgelegte Pflanzloch.

Beinwell kann aus seinen eigenen Samen, den sogenannten Klausenfrüchten, wieder vermehrt werden. Sie bilden sich jedoch nur selten, da die meisten Blüten steril sind. Im Herbst sammelt man dafür die Samenstände ab und lässt sie im Haus weiter trocknen, um sie im kommenden Frühling auszusäen. Wie bereits beschrieben, ist die vegetative Vermehrung durch Wurzelstecklinge und Teilung jedoch die wesentlich einfachere Variante.

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Beinwell Standort

Wollen Sie Beinwell anpflanzen, sollten Sie einen optimalen Platz für ihn in halbschattigen bis sonnigen Bereichen, die über einen gut feuchten, humosen Boden verfügen, finden. Optimal als Standort für Beinwell eignen sich Plätze unter dem Blätterdach alter Bäume, wo die Pflanze in der Regel auch den benötigten humosen Boden vorfindet.

Pflege von Beinwell

Echter Beinwell und auch verwandte Arten benötigen kaum Pflege, als Wildpflanzen sind sie sehr anpassungsfähig und anspruchslos. Beim Anpflanzen von Beinwell gilt es bloß, beim Gießen und Düngen einige Punkte zu beachten.

Beinwell gießen

Der Echte Beinwell benötigt immer gut feuchte Böden. Besonders im ersten Jahr nach der Pflanzung sollte stets ausreichend gewässert werden, denn ausgetrocknete Böden verheißen den Tod der Heilpflanze. Auch bei älteren Pflanzen sollte man in extrem trockenen Sommern immer wieder gießen.

Tipp: Mit einer Mulchschicht aus organischen Materialien hält sich der Boden wesentlich länger feucht und Sie sparen literweise Gießwasser ein.

Beinwell düngen

Der Wallwurz steht als mehrjährige Pflanze oft viele Jahre an demselben Standort. Hin und wieder sollte der Nährstoffvorrat durch Düngen aufgefüllt werden, besonders wenn der Echte Beinwell regelmäßig beerntet wird. Im Frühjahr einen organischen Universaldüngers wie unseren Plantura Bio-Universaldünger auszustreuen, reicht völlig aus, um den Bedarf von Beinwell zu decken. Alternativ ist es auch möglich, reifen Kompost zu verwenden.

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Verwendung von Beinwell

Der Echte Beinwell blickt auf eine lange Geschichte als Heilpflanze zurück und wird auch heutzutage noch häufig als Beinwell-Salbe verwendet. Doch Beinwell lässt sich auch zur Düngung nutzen.

Beinwell als Dünger

Das Kraut des Beinwells kann zu einer nährstoffreichen Pflanzenjauche vergoren werden. Neben den Hauptnährstoffen Stickstoff, Phosphor und Kalium sind auch zahlreiche Mikronährstoffe und Kieselsäure enthalten. Die Jauche ist auch zur Düngung und zur Stärkung von Pflanzen gegenüber Krankheitserregern und Schädlingen im Verhältnis von 1:10 im Gießwasser anwendbar. Um den Beinwell selbst jedoch nicht zu stark zu schwächen, sollten nur die nicht blühenden Triebe beerntet werden – und das maximal viermal im Jahr.

Beinwell als Heilpflanze

Nur der Echte Beinwell findet Verwendung als Heilpflanze und das bereits seit der Antike. Der Name des Wallwurzes, sowohl auf Deutsch als auch im Lateinischen, weist auf eines der wichtigsten Anwendungsgebiete, die Knochenheilung mit Beinwell, hin. Symphytum und das altdeutsche Wort „wallen“ bedeuten „zusammenwachsen“ und als „Bein“ wurden früher Knochen (Gebeine) bezeichnet.

Zur Behandlung verwendete man dabei die Wurzel oder auch seltener das Beinwellkraut. Beide enthalten Schleimstoffe, Saponine, Gerbstoffe, das hautpflegende Allantoin und, typisch für Raublattgewächse, Pyrrolizidin-Alkaloide, welche bei innerer Anwendung giftig auf Organe und Gewebe wirken. Echter Beinwell oder Beinwell-Salbe sollten also nur äußerlich angewendet und nicht auf offene Wunden aufgetragen werden. Die Beinwell-Wirkung ist schmerzstillend, wundheilend und entzündungshemmend. Deswegen werden Salben, Gels und andere Beinwell-Extrakte vor allem bei Sportverletzungen wie Zerrungen und Prellungen, aber auch bei rheumatischen Schmerzen verwendet.

Dose mit Beinwell-Salbe
Aus Kraut und vor allem der Beinwell-Wurzel werden schmerzstillende und entzündungshemmende Salben hergestellt [Foto: Madeleine Steinbach/ Shutterstock.com]

Tipp: Beinwell-Salbe selber herstellen
Um aus dem Rohprodukt, der Beinwell-Wurzel, eine Beinwell-Salbe zu machen, muss zunächst ein Öl-Auszug hergestellt werden. Dazu wird kleingeschnittene Beinwellwurzel vier bis sechs Wochen lang in einem geschlossenen Gefäß in Olivenöl eingelegt. Anschließend kann mithilfe von Bienenwachs und etwas Wärme eine Salbe daraus hergestellt werden.

Schon seit Urzeiten bedient sich der Mensch der Heilkräfte von Pflanzen, um allerlei Leiden zu lindern. Wir stellen Ihnen die 10 besten Heilpflanzen aus dem eigenen Garten vor und welche Wirkungen sie versprechen.

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