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Borretsch: Alles zum Pflanzen, Pflegen & Ernten des Gurkenkrauts

Das beliebte Gurkenkraut ist oft in Bauerngärten zu finden. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige zum Kaufen, Pflanzen und Pflegen von Borretsch.

Sternförmige Borretschblüten
Borretsch bereichert jeden Garten, deshalb verraten wir Ihnen alles über das Gurkenkraut [Foto: Brandon Blinkenberg/ Shutterstock.com]

Borretsch (Borago officinalis) ist ein wahres Wunderkraut – herrlich duftend und schmeckend, mit schönen Blüten, die nicht nur Ihren Garten zieren, sondern auch viele bestäubende Insekten in Ihren Garten locken. Wenn Sie also noch keinen eigenen Borretsch in Ihrem Garten haben, wird es höchste Zeit dafür. Unser Artikel ist der erste Schritt für Sie auf dem Weg zum eigenen Gurkenkraut. Wir verraten Ihnen hier alles über die Herkunft, verschiedene Sorten, das Pflanzen, die Pflege und die Ernte des aromatischen Küchen- und Heilkrautes.

Borretsch

Borretsch ist eine Pflanze aus der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Er wird auch Gurkenkraut oder Kukumerkraut, im Volksmund ebenfalls Liebäugelein genannt. Ersteres liegt wohl daran, dass der Geruch seiner Blätter sehr an den von Gurken erinnert. Ein weiterer Name für das Kraut ist Himmelsstern, in Anspielung auf seine sternförmigen Blüten. Imker schätzen Borretsch als Bienenweide, werden doch Bienen und Hummeln magisch von den Blüten angelockt.

Sowohl in der Küche als auch in der Pflanzenheilkunde findet der Borretsch heute Verwendung. Die schönen Blüten verzieren Salate und Süßspeisen, die grünen Blätter können im Salat oder in Kräuter-Dips gegessen werden. Schon Goethe schrieb in sein berühmtes Grüne-Sauce-Rezept den Borretsch hinein und Hildegard von Bingen schwor ebenso auf das Kraut. Sie empfahl, ihn in Wein einzulegen und diesen als Mittel gegen Nervosität zu trinken. Dem Kraut wird außerdem die Wirkung von Glück und Mut nachgesagt. Legen Sie sich also für die Bienen und auch für sich selbst einen eigenen Borretsch im Garten zu. Wir verraten Ihnen, was Sie dafür tun müssen.

Herkunft und Eigenschaften von Borretsch

Ursprünglich aus Kleinasien und dem Mittelmeerraum stammend, hat Borretsch heute fast die ganze Welt erobert. Er kommt hauptsächlich in ganz Europa und Nordamerika vor, aber auch in Neuseeland, Westasien oder in Südamerika. Schon die alten Griechen und Römer kannten den Borretsch und nutzten ihn auf vielfältige Art und Weise. Nach Mitteleuropa gelangte der Borretsch erst im späten Mittelalter. Zunächst kultivierte man ihn in Frankreich und später auch in Deutschland. Heute ist er aus vielen Kräuter- und Bauerngärten nicht mehr wegzudenken.

Borretsch ist eine einjährige, krautige Pflanze, die in Horsten wächst. Sie kann bis zu einem Meter hoch wachsen. In seiner kurzen Lebenszeit bildet er stark verzweigte und lange Wurzeln aus, die außen braun und innen weiß sind. Die Blätter des Krautes sind stachelig behaart. Die dunkelgrünen Laubblätter können bis zu 10 bis 15 Zentimeter lang werden und sind lanzenartig geformt. Je nach Sorte können die Blüten weiß oder blau blühen. Sie erscheinen von Mai bis Juni und sind sternförmig. Werden die Blüten bestäubt, entwickeln sich daraus für die Raublattgewächse typische Klausenfrüchte. Jede Frucht besteht dabei aus mehreren Teilfrüchten (Klausen), die die schwarzen, kleinen Borretsch-Samen enthalten.

Borretsch-Arten und -sorten

Zur Gattung des Borretschs zählen lediglich fünf Arten. Die wichtigste ist natürlich der Gemeine Borretsch. Aber auch der Kriechende und der Ausdauernde Borretsch sind für Hobbygärtner und Hobbygärtnerinnen interessant. Im Folgenden geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über die wichtigsten Arten und Sorten des Borretschs.

Gemeiner Borretsch (Borago officinalis)

Der Gemeine Borretsch ist sicherlich die bekannteste der verschiedenen Borretsch-Arten. Dieser Borretsch zeigt intensiv blaue Blüten mit kontrastierenden schwarzen Staubblättern. Zwei Sorten des Gemeinen Borretschs verdienen besondere Aufmerksamkeit.

  • ˈVariegataˈ: Diese interessante bunte Sorte zeigt zarte blaue Blüten und grüne, weiß gefleckte Blätter.
  • ˈAlbaˈ: Alba ist auch als weißer Borretsch bekannt und eine gute Wahl, wenn Sie eine Pflanze mit intensiv weißen Blüten suchen. Weiße Borretsch-Stängel sind in der Regel etwas robuster als Borretsch und die Pflanze blüht normalerweise später in der Saison als ihr blauer Cousin.
Borretsch-Sorte 'Alba' mit weißen Blüten
Die Borretsch-Sorte ˈAlbaˈ trägt weiße Blüten statt blaue [Foto: Sarah2/ Shutterstock.com]

Kriechender Borretsch (Borago pygmaea)

Kriechender Borretsch ist eine weitläufige Pflanze mit duftenden, hellblauen Blüten, die vom späten Frühling bis zum frühen Herbst erscheinen. Die meisten Borretsch-Sorten sind schnell wachsende einjährige, Kriechender Borretsch hingegen ist eine mehrjährige Staude.

Ausdauernder Borretsch (Borago laxiflora)

Diese Art eignet sich aufgrund ihres zierlichen Wuchses hervorragend als Topfpflanze. Ursprünglich stammt sie aus Sardinien und Korsika und ist im Geschmack und der Verwendung ähnlich dem Gemeinen Borretsch. Lediglich die Blätter sind noch etwas rauer und stacheliger.

Borretsch kaufen

Sowohl Jungpflanzen als auch Saatgut für Borretsch können Sie im Handel kaufen. Mit viel Glück finden Sie auch mal eine Borretsch-Pflanze im Supermarkt bei den Küchenkräutern oder im Baumarkt. Auf Wochenmärkten oder speziellen Pflanzenmärkten könnten Sie ebenfalls fündig werden. Auch im Internet bieten verschiedene Online-Händler Borretsch-Pflanzen zum Kauf an.

Worauf sollten Sie beim Kauf von Borretsch achten?

  • Frei von Blattläusen
  • Kräftige Sprossachsen
  • Saftige, grüne Blätter
  • Keine Flecken auf den Blättern
  • Blätter sollten nach leichtem Reiben intensiv nach Gurke riechen

Achten Sie beim Kauf von Jungpflanzen zudem auf die genaue Bezeichnung der Art, denn oft wird statt Borago officinalis auch Borago laxiflora angeboten. Diese beiden Arten sehen sich zwar sehr ähnlich, letztere hat aber ein viel geringeres Aroma als der Gemeine Borretsch. Borretsch-Samen bekommen Sie in Gartencentern, Gärtnereien und im Internet. Die Samen sind kostengünstiger als Jungpflanzen, Sie müssen aber natürlich mehr Arbeit für die Anzucht aufwenden.

Borretsch pflanzen

Der beste Zeitpunkt zum Pflanzen des Borretschs ist im Frühjahr, am besten eignet sich eine Direktsaat ins Freiland von Mitte April bis Anfang Mai. Gekaufte Jungpflanzen können Sie ab Mitte Mai hinaus ins Gartenbeet setzen. Borretsch bevorzugt einen sonnigen und windgeschützten Standort. An den Boden stellt er wenige Ansprüche, am liebsten ist ihm aber ein lockerer, durchlässiger Boden mit einem pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5.

Borretschsetzling wird eingepflanzt
Borretsch kann direkt ins Beet ausgesät werden [Foto: Ian Grainger/ Shutterstock.com]

Wie wird Borretsch richtig gepflanzt?

  • Wurfsaat: 90 Samen/m³
  • Reihensaat: Abstand von 35 bis 45 cm
  • Pflanzabstand: 15 – 25 cm
  • Samen 1 – 3 cm tief in den Boden drücken
  • Gut angießen
  • Keimdauer: 2 Wochen
  • Nach 4 Wochen auf 15 – 25 cm vereinzeln

Tipp: Borretsch hat gern Nachbarn im Beet. Besonders gut verträgt er sich zum Beispiel mit Gurken (Cucumis sativus), Zucchini (Cucurbita pepo subsp. Pepo convar. giromontiina) und Erdbeeren (Fragaria).

Eine ausführliche Anleitung zum Pflanzen von Borretsch finden Sie hier in unserem Spezial-Artikel zum Thema.

Borretsch pflegen

Ist Ihr Borretsch erst einmal gepflanzt, benötigt er nur noch wenig Pflege. Regelmäßiges Gießen, Düngen und Unkrautjäten gehört aber natürlich trotzdem dazu. Als Schwachzehrer benötigt der Borretsch glücklicherweise nicht viele Nährstoffe. Es genügt, ihn im Frühjahr einmalig mit einem Dünger mit organischer Langzeitwirkung – wie unserem Plantura Bio-Universaldünger – zu versorgen. Der Dünger gibt die Nährstoffe langsam und schonend an die Pflanze ab und versorgt sie so langfristig mit allen wichtigen Stoffen.

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Wasser benötigt der Borretsch regelmäßig und regiert empfindlich auf längere Trockenphasen. An besonders heißen Tagen kann es sogar sein, dass Sie Ihren Borretsch mehrfach gießen müssen. Auch in Topfkultur ist das Kraut auf eine regelmäßige Wasserversorgung angewiesen.

Wie wird Borretsch richtig gepflegt?

  • Beet regelmäßig von Unkraut befreien
  • Im Frühjahr einen Dünger mit organischer Langzeitwirkung ausbringen
  • Regelmäßig gießen

Borretsch vermehren

Borretsch kann sich gut selbst aussäen. Das kann mitunter sogar zu einer rechten Plage werden, wenn Ihr Borretsch sich im Garten wild ausbreitet. Unerwünschte Pflanzen können Sie jedoch einfach ausreißen oder umhacken. Entweder überlassen Sie Ihrem Borretsch die Aussaat selbst oder Sie sammeln die Samen und heben Sie bis zum nächsten Jahr auf. Warten Sie mit der Saatgutbergung, bis die Blüten absterben, und pflücken Sie die Klausenfrüchte, bevor sie zu Boden fallen. Der ideale Zeitpunkt, um die Früchte mit den im Verbund enthaltenen Samen zu pflücken, ist kurz, nachdem sie anfangen, braun zu werden. Bewahren Sie die Samen über den Winter an einem trockenen, kühlen Platz auf. Dann können sie im nächsten Frühjahr für die erneute Aussaat verwendet werden.

Borretsch ernten, lagern und haltbar machen

Sowohl die Borretsch-Blätter als auch die Blüten können Sie ernten und verwenden. Wir stellen Ihnen nun Möglichkeiten zur Ernte, Lagerung und Konservierung der beiden Pflanzenteile vor.

Borretsch-Blätter ernten, lagern und haltbar machen

Borretsch-Blätter schmecken in Salaten oder Sie können sie wie Grünkohl oder Spinat zubereiten. Pflücken Sie nur die jungen, zarten Blätter, da die älteren haarig werden. Ernten Sie die Blätter am Morgen, wenn der Tau abgetrocknet, aber die Sonne noch nicht zu heiß geworden ist. So bleibt der unverwechselbare Geschmack der Öle erhalten. Im Kühlschrank sind die frischen Blätter für einige Tage haltbar. Trocknen Sie die Blätter im Ofen bei 40 °C oder an der Luft, indem Sie die Pflanzen in einem warmen, luftigen Raum aufhängen. Die Blätter bewahren Sie am besten in Stoff- oder Papiersäckchen auf. So sind sie für ein bis zwei Jahre haltbar.

Achtung: Getrocknete Borretsch-Blätter enthalten viel mehr giftige Stoffe als frische. Nehmen Sie daher immer nur sehr geringe Mengen des getrockneten Borretschs zu sich.

Eine weitere Möglichkeit, die Borretsch-Blätter zu konservieren, ist, sie in Essig und Öl einzulegen.

Borretsch-Blüten ernten, lagern und haltbar machen

Pflücken Sie die Blumen am Morgen, bevor sie zu viel in der Sonne welken. Frische Blüten bleiben im Kühlschrank nur wenige Tage lang frisch. In Zucker kandiert, bleiben die schönen Blütensterne hingegen lange haltbar. Mit Wasser in Eiswürfelschalen eingefroren, können Sie die Blüten auch noch lange verwenden – und sie sind eine wahre Augenweide in Cocktails oder Kaltgetränken. Auch die Blüten können in Essig und Öl konserviert werden, leider verlieren die Blüten aber so ihre Farbe.

Ist Borretsch giftig?

Borretsch enthält sogenannte sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, in diesem Fall Alkaloide, die für den Menschen giftig sind. Trotzdem müssen Sie in Zukunft keinen großen Bogen um den Borretsch machen. In geringen Mengen ist das Kraut nämlich ungefährlich. Wenn Sie ein paar einfache Regeln beachten, können Sie weiterhin Borretsch in der Küche verwenden.

Unbedenklichkeit des Borretschs für Biene und Haustiere
Für Bienen ist der Borretsch nicht giftig, für Haustiere zum Glück auch nicht [Foto: FilippoPH/ Shutterstock.com]

Wie giftig ist Borretsch wirklich?

  • Borretsch enthält giftige Alkaloide
  • Diese sind in größeren Mengen leberschädigend
  • Für erwachsene Menschen sind kleinere Mengen unbedenklich
  • Verzehrmenge pro Erwachsenem liegt bei maximal 3 Gramm pro Tag
  • Schwangere, Stillende und Kleinkinder sollten keinen Borretsch essen 
  • Für Tiere ungefährlich

Mehr über den Mythos des giftigen Borretschs und über seine Heilwirkung erfahren Sie hier in unserem Spezial-Artikel zum Thema.

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