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Gewürzfenchel: Anbau, Pflege & Überwinterung von Foeniculum vulgare

Gewürzfenchel wurde schon in der Antike als Heil- und Küchenkraut verwendet. Die großen gelben Blütendolden der starkwüchsigen Staude sind ein wahrer Blickfang.

Blüte des Gewürzfenchels
Gewürzfenchel besitzt große gelbe Doppeldolden [Foto: shihina/ Shutterstock.com]

Die filigranen Blätter des Gewürzfenchels (Foeniculum vulgare var. dulce) verleihen vielen Gerichten einen aromatischen Geschmack. Auch die Samen werden schon lange für ihre Heilkräfte geschätzt. In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie zu Anbau, Pflege und Verwendung des Heilkrauts wissen müssen.

Gewürzfenchel: Herkunft und Eigenschaften

Der Gewürzfenchel oder Süßfenchel gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Zentraleuropa über Nordafrika bis Westasien, aber heutzutage ist die Pflanze an vielen Orten der Welt anzutreffen. Es handelt sich um eine zweijährige Pflanze, die im zweiten Jahr ab Juli große Doppeldolden mit vielen gelben Einzelblüten bildet. Zwischen Oktober und November reifen die Samen aus, die länglich und halbmondförmig sind. Die Blätter sind ebenfalls länglich, dünn und mehrfach gefiedert. Da die einzelnen Gewürzfenchel-Blätter nicht sonderlich groß sind, bilden die Pflanzen viele davon. Je nach Nährstoff-, Wasser- und Platzangebot werden Gewürzfenchel Pflanzen zwischen 50 und 150 cm groß. Im Gegensatz zum Knollenfenchel, bildet der Gewürzfenchel keine verdickte Knolle am Boden aus.
Als Heilmittel wird Gewürzfenchel schon seit über 4000 Jahren von Ägyptern, Römern und Griechen eingesetzt. Dazu wurden die Samen als Tee aufgekocht. Die filigranen Blätter können als Gewürz in der Küche verwendet werden und erinnern im Geschmack an Anis.

Gewürzfenchel-Blätter
Fenchel-Blätter sind filigran und klein, aber zahlreich [Foto: Gert-Jan van Vliet/ Shutterstock.com]

Der echte Fenchel (Foeniculum vulgare) wird in drei Varietäten eingeteilt, die sich vor allem im Aussehen und der Verwendung der Pflanze unterscheiden:

  • Gewürzfenchel (Foeniculum vulgare var. dulce): Die Samen des Gewürzfenchels dienen als Gewürz oder werden als Tee zubereitet. Die Blätter können als Küchenkräuter verwendet werden. Eine besondere Gewürzfenchel-Sorte ist Foeniculum vulgare var. dulce ‘Rubrum’, die auch Bronzefenchel genannt wird. Die gefiederten Blätter sind bronzefarben und ein Hingucker in jedem Garten.
  • Knollenfenchel (Foeniculum vulgare var. azoricum): Diese Varietät ist auch als Gemüse- oder Zwiebelfenchel bekannt. Hier wird die verdickte Knolle gegessen.
  • Wilder Fenchel (Foeniculum vulgare var. vulgare): Wilder Fenchel wird auch Bitterfenchel genannt. Hierbei handelt es sich um die Wildform, die schon in der Antike von den Römern als Heilpflanze genutzt wurde.
Bronzefenchel
Die Blätter des Bronzefenchels sind auffällig gefärbt [Foto: Nikolay Kurzenko/ Shutterstock.com]

Gewürzfenchel anbauen: Standort und Vorgehen

Gewürzfenchel ist eine sonnenliebende Staude, die einen nährstoffreichen und humosen Boden bevorzugt. Wenn Sie die Samen ernten wollen, müssen Sie bis zum Spätherbst des zweiten Jahres warten. Der Boden sollte kalkreich sein und einen neutralen bis leicht basischen pH-Wert besitzen. Da die jungen Pflanzen noch empfindlich sind und gerne von Schnecken verzehrt werden, empfiehlt sich das Vorziehen auf der Fensterbank ab April. Ab Mitte Mai können die Samen aber auch direkt im Freiland gesät werden.

Tipp: Um gesunde Pflanzen zu erhalten, achten Sie auf eine wechselnde Fruchtfolge im Garten und pflanzen Sie Gewürzfenchel nicht nach Doldenblütlern. Dazu zählen zum Beispiel Dill, Karotte, Kümmel, Pastinake oder Giersch.

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Aussaat und Anzucht von Gewürzfenchel:

  • Ab April in Töpfe aussäen; dafür Pflanztöpfe mit einer Anzucht-Erde füllen; unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde eignet sich mit ihrem pH-Wert von 6,1 bis 6,9 ideal für die Anzucht der Jungpflanzen; Erde fest in die Töpfe drücken.
  • 1 – 2 Samen pro Topf in 5 mm Tiefe legen und mit Erde bedecken.
  • Samen gut angießen; anschließend bei etwa 20 – 25 °C an einem hellen Platz aufstellen; Keimung nach etwa einer Woche.
  • Nach der Keimung: Umstellen an einen Platz mit 15 – 18 °C zur gesunden Pflanzenentwicklung; zur Abhärtung an warmen Tagen zunächst stundenweise, dann länger im Freien in den Schatten stellen.
  • Ab Mitte Mai: Auspflanzen ins Freiland in einem Abstand von 50 cm.
  • Gut angießen und auch in den nächsten Tagen ausreichend mit Wasser versorgen, sobald Welke auftritt.
Gewürzfenchel im Topf
Gewürzfenchel kann auch im Topf angebaut werden [Foto: Nicoletta Fornaro/ Shutterstock.com]

Tipp: Gewürzfenchel eignet sich auch für den Anbau im Kübel. Verwenden Sie dafür eine lockere Erde, die eine hohe Wasserspeicherfähigkeit besitzt. Unsere Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde ist beispielsweise nährstoffreich, torffrei und kann durch das enthaltene Kokosmark gut Wasser bereithalten. Stellen Sie den Topf an einen sonnigen Standort. Besonders an heißen Tagen müssen die Pflanzen regelmäßig gewässert werden.

Gewürzfenchel in Mischkultur: Fenchel verträgt sich im Beet gut mit Erbsen, Gurken, Sellerie, Lauch oder Feldsalat. Vermeiden Sie Tomaten als direkte Nachbarn.

Pflege von Süßfenchel

Die Pflanzen benötigen relativ wenig Pflege. Während längerer Trockenheit sollte Gewürzfenchel ausreichend gewässert werden. Bei Jungpflanzen sollten regelmäßig Beikräuter entfernt werden, damit die Fenchelpflanzen nicht in scharfer Konkurrenz um Wasser, Licht und Nährstoffe stehen. Im Frühling des zweiten Jahres können eingetrocknete Triebe entfernt werden. Bei nährstoffarmen Böden ist eine Düngung bei der Pflanzung und eine im Frühsommer sinnvoll. Dafür eignet sich ein Langzeitdünger wie unser Plantura Bio-Tomatendünger, der neben Fenchel auch für viele weitere Gemüsekulturen eingesetzt werden kann. Die Nährstoffe des Bio-Düngers werden über einen Zeitraum von über drei Monaten freigesetzt und sorgen für gutes Wachstum.

Ist Gewürzfenchel winterhart? Junge Fenchelpflanzen und Fenchel in Kübeln sollten vor Frost geschützt werden. Kräftige Pflanzen im Freiland müssen dagegen nicht besonders geschützt werden. Über den Winter sterben die meisten Triebe ab, das ist jedoch normal. Die Pflanze treibt anschließend im folgenden Jahr wieder aus.

Gewürzfenchel im Winter
Im Winter sterben die Triebe ab, um im Frühjahr wieder auszutreiben [Foto: Danny Hummel/ Shutterstock.com]

Ernte und Verwendung von Gewürzfenchel

Während des Sommers können die zarten Blätter als Gewürz in der Küche verwendet werden. Der Geschmack der Blätter erinnert an Anis und sie eignen sich für die Verwendung in Dips, Saucen und Salaten. Die Samen werden in der Naturheilkunde bei Verdauungsbeschwerden, Atemwegserkrankungen und in der Schwangerschaft als Tee eingesetzt. Darüber hinaus werden die Samen auch in der Küche als Gewürz oder in Broten verwendet. Die Samen reifen im zweiten Jahr zwischen Oktober und November voll aus. Schneiden Sie zum Ernten der Fenchelsamen die ganzen Blütendolden ab, wenn die ersten Samen von alleine herunterfallen. Sie können die Dolden zu einem Strauß binden und über ein Gefäß stellen. So fangen Sie alle Samen in dem Behältnis auf.

Samenstände des Gewürzfenchels
Die Samen fallen nach dem Trocknen von den Blütenständen [Foto: Tukaram.Karve/ Shutterstock.com]

Tipp: Wenn Sie nur die Blätter verarbeiten wollen, können Sie die Blütendolden vor dem Aufblühen regelmäßig entfernen. Dadurch halten sich Gewürzfenchelpflanzen auch vier bis fünf Jahre an der gleichen Stelle.

Der mit dem Gewürzfenchel eng verwandte Knollenfenchel eignet sich vor allem für die Verwendung in der Küche. Eine Sortenauswahl und Tipps zum Anbau, Pflege und Ernte von Knollenfenchel finden Sie in diesem Artikel. 

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