skip to Main Content

Lorbeer: Der wärmeliebende Gewürzstrauch im Portrait

Lorbeerblätter verleihen vielen Gerichten eine tolle Würze. Wir zeigen, was es im Anbau zu beachten gilt, um das würzige Laub auch zu Hause zu ernten.

Lorbeerblätter mit Pfeffer

Lorbeerblätter verleihen Ihren Gerichten eine tolle Würze [Foto: Mario SpannCC BY-SA 2.0]

Der echte Lorbeer (Laurus nobilis) stammt ursprünglich aus Vorderasien. Laurus ist die Gattung der Lorbeeren, die zur Familie der Lorbeergewächse gehört (Lauraceae). Weltweit ist Deutschland für die vermeintliche Nationalspeise, dem Sauerkraut, bekannt. Bei der Zubereitung gehören neben Nelken und Wacholderbeeren natürlich Lorbeerblätter dazu, um es auch wirklich zu dem zu machen, was deftiges Sauerkraut für uns bedeutet. In anderen Regionen wird der Edellorbeer im Volksmunde auch als Daphne bezeichnet. So verwandelte sich einer Mythe nach die Nymphe Daphne nämlich in einen Lorbeerstrauch, um dem unsterblich verliebten Apollon zu entkommen. Im alten Rom war die Lorbeerpflanze somit heilig und ein gebundener Lorbeerkranz wurde im Imperium zum Ausdruck von Macht und hohem Ansehen als Kopfschmuck getragen. Aufgrund der exzellenten Eignung der Lorbeerblätter zum Kochen, ist der Anbau im eigenen Garten erstrebenswert. Doch das ist nicht ohne weiteres möglich. Wir zeigen Ihnen, was es zu beachten gilt, wenn der echte Lorbeer einen Platz im eigenen Garten einnehmen soll.

Lorbeer: Im eigenen Garten anbauen

Standort
Der aus dem vorderen Asien stammende echte Lorbeer mag es sonnig. Doch jetzt sollten Sie nicht direkt loslegen und ein Loch im Beet buddeln. Neben Sonne legt der Immergrüne nämlich noch vielmehr Wert auf Wärme. So sind bei einem Anbau im Beet in den meisten Regionen Deutschlands die Überlebenschancen dieses Lorbeergewächses schon bei leichtem Frost äußerst gering. Sie sollten sich lieber präventiv für einen Anbau im Topf entscheiden. Hierfür sollte ein gut drainierendes Substrat mit einem gewissen Sandanteil gewählt werden. Es darf ruhig einen hohen Nährstoffanteil besitzen und sollte zudem eine gute Wasserhaltekraft aufweisen. Es bietet sich ein humoses Substrat auf Torfbasis und einem Sandanteil an.

Vermehrung
Den echten Lorbeer kann man sowohl durch Aussaat als auch über Stecklinge vermehren. Dazu werden die frischen Früchte für zwei Tage in Wasser vorbehandelt. Danach kann man sie am besten in ganz normalen Sand auslegen und in Samenstärke abdecken. Der Lorbeersamen sollte jedoch nur frisch ausgesät werden, da der Abbau seiner Keimfähigkeit sehr rasant von statten geht. Um Saatgut selbst gewinnen zu können, muss eine weibliche Pflanze vorhanden sein. Lorbeerpflanzen bilden entweder nur weibliche oder ausschließlich männliche Blüten auf einer Pflanze aus (zweihäusig). Die Vermehrung über Stecklinge wir im August oder September vorgenommen. Einfach bis 20 cm lange Triebe abschneiden, die noch jung und nicht verholzt sind und in ein durchlässiges Substrat stecken. Natürlich muss auch bei der Stecklingsvermehrung des Gewürzlorbeers für eine hohe Luftfeuchtigkeit gesorgt werden.

Eine ausführliche Schritt-für Schritt-Anleitung finden Sie hier: Echter Lorbeer: So gelingt der Anbau im eigenen Garten.

Gießen und Düngen
Der Lorbeer mag es weder zu nass noch zu trocken. Vor allem im Sommer muss jedoch häufig gegossen werden. Um den Wasserbedarf des immergrünen Strauches etwas zu reduzieren, sollte der Kübel an einem windgeschützten Ort platziert werden. Ebenso bietet es sich an, die Lorbeerpflanze eher zweimal wöchentlich, dann aber kräftig zu gießen, anstatt täglich Gießwasser zu verabreichen. Darüber freut sich auch das ständige Feuchte scheuende, sehr feine Wurzelwerk des Lorbeers. Doch die Wurzeln scheuen nicht nur Staunässe – sie sind auch sehr salzempfindlich. Deshalb sollte grundsätzlich salzarmes Regenwasser zum Gießen verwendet werden.
Zusätzlich düngen muss man den echten Lorbeer sowohl im Topf als auch im Beet nicht zwingend. Oftmals reicht es aus, ein gut aufgedüngtes Substrat auszuwählen und regelmäßig alle zwei Jahre umzutopfen. Es sollte natürlich ein größerer Kübel verwendet werden, um den Wurzelballen auch mit etwas neuer Erde umschließen zu können. Wenn sie den Wurzelballen mit einer Hake etwas aufreißen, regt dies das feine Wurzelwerk zur Verzweigung an.
Noch mehr Informationen finden Sie in unserem Artikel: Echter Lorbeer: richtig gießen und düngen.

Wir von Plantura empfehlen für Kräuter folgende Produkte:
  • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden fruchtbar.
  • Plantura Bio Universaldünger: 100% bio-zertifiziert und tierfreie Inhaltsstoffe. Für robuste Pflanzen und schmackhaftes Obst, Gemüse & Kräuter. Begünstigt ein gesundes sowie aktives Bodenleben und ist schonend für Haus- und Gartentiere.

Pflegen
Der wärmeliebende Lorbeer fühlt sich in unseren Breiten nicht wirklich heimisch. Außer in milden Regionen wie am Bodensee oder Niederrhein übersteht er die Winter bei uns nicht unbeschadet. Kultivieren Sie das würzige Lorbeergewächs deshalb lieber im Kübel und stellen ihn im Winter an einen frostfreien, aber hellen Ort. Doch Vorsicht: Das Gießen darf auch in der kalten Jahreszeit nicht vollständig eingestellt werden, sonst kehrt der Lorbeer mit vielen braunen und gelben Blättern aus dem Winterschlaf zurück.
Um den Strauch in Form zu halten, sollte regelmäßig ein Schnitt vorgenommen werden. Sie sollten sich in jedem Fall die Mühe machen und von Hand schneiden. Beim Schnitt mit einer Heckenschere werden viele Blätter häufig zerfetzt und bieten so gefährliche Eintrittsstellen für Schaderreger. Geschnitten werden sollte im März. Dabei kann sogar nach Belieben ein Formgehölz aus dem echten Lorbeer geschaffen werden und somit zum zierenden Element im Garten umfunktioniert werden. Kehrt der Lorbeer vertrocknet und radikal entblättert aus dem Winter zurück, so kann ein radikaler Rückschnitt für einen zweiten Lebensfrühling und frischen Auswuchs neuer Triebe sorgen.
Beim Lorbeer sollten Sie auf den Befall mit Schildläusen achten. Werden die Schädlinge frühgenug erkannt, können sie einfach abgesammelt werden. Werden es jedoch ohne Eingriff mit der Zeit zu viele, ist der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels bald nicht mehr zu vermeiden, um die Pflanze zu erhalten. Je nach Mittel sollten die Blätter dann natürlich zunächst nicht mehr zum Würzen verwendet werden.
Sie wollen noch mehr über die richtige Pflege erfahren? Dann schauen Sie doch hier vorbei: Echten Lorbeer pflegen: richtig schneiden, überwintern und umtopfen.

Lorbeer: Sorten und ähnliche Arten

Auf dem mitteleuropäischen Markt ist nicht wirklich eine große Sortenvielfalt für Laurus nobilis anzutreffen. Weiß man jedoch genau wonach man sucht, so kann man wenigstens im spezialisierten Onlinehandel die Raritäten ergattern. Wir stellen Ihnen die Sorten und deren Eigenarten vor:

  • Aurea: goldgelbes Laub; besonders empfindlich gegen kalten Wind.
  • Angustifolia: schmaleres Laub; frostempfindlich; langsam wachsend.
  • Saratoga: klassisches Laub und gewöhnlicher Wuchs; relativ geringer Wasserbedarf; gut für magere Böden.

Ähnliche Arten: nicht nur Laurus nobilis hat würzendes Laub
Neben dem echten Lorbeer gibt es noch einige weitere Arten, die aufgrund ihrer würzigen Belaubung beliebt im Anbau sind. Nur zum Teil gehören sie auch der Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae) an. Im Geschmacksaroma zeigen sie zumeist große Unterschiede zum echten Lorbeer.

  • Indischer Lorbeer (Cinnamomum tamala): wächst im Himalaya; Blätter verleihen eine zimtige Note.
  • Indonesischer Lorbeer (Pimenta californica): beliebt in der Südostasiatischen Küche; ähnlich wie der hier verwendete echte Lorbeer.
  • Westindischer Lorbeer (Pimenta racemosa): aus geernteten Blättern wird Öl gewonnen; Note erinnert an den Duft von Nelken; Öl soll antiseptisch wirken.

Die Trivialnamen haben immer einen Bezug zu einer bestimmten Region, da sie auch meist nur hier bekannt sind und als Kraut verwendet werden.

Lorbeer richtig ernten und lagern

Das würzige Laub kann im Frühjahr oder Herbst von dem Strauch geerntet werden. Während des sommerlichen Wachstums sollte der Strauch nicht beschnitten werden. In sorgsamer Handauslese können Triebe entnommen werden. Verwechslungsgefahr besteht mit dem ähnlich aussehenden Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus). Diesen giftigen Doppelgänger kann man jedoch mit feiner Nase aufgrund des extrem bitteren Geruchs überführen. Verantwortlich für die Bitterkeit des Kirschlorbeers ist ein hoher Gehalt der giftigen Blausäure – sowohl in den Früchten als auch in den Blättern.

Die Blätter des echten Lorbeers können sowohl frisch, als auch getrocknet in der Küche verwendet werden. Hängt man die Triebe an einen schattigen Ort zum Lufttrocknen, kann die Verwendbarkeit auf bis zu zwei Jahre verlängert werden. Dabei muss man nicht einmal fürchten, etwas an dem würzigen Aroma einzubüßen.
Wir haben noch mehr Informationen in unserem Artikel Echter Lorbeer: Ernten, lagern und verwenden.

Lorbeer: Verwendung in der Küche

Neben den Blättern können auch die dunkelfarbenen Beeren des echten Lorbeers verwendet werden. Aufgekocht und ausgepresst kann das ätherische Öle enthaltene Lorbeeröl auf die Haut gerieben werden. Es soll bei Prellungen und blauen Flecken helfen und Gelenkschmerzen lindern. Aufgrund des angenehmen Duftes ist es in der Parfümindustrie als Duftkomponente beliebt.
Doch Hauptverwendungszweck bleibt unumstritten das würzige Laub des echten Lorbeers. Lorbeerblätter zeichnen sich durch eine charakteristische Note, die herben mit würzigen Geschmack kombiniert, aus. Diverse Fleischgericht wie Sauerbraten, Kalb oder Wild können damit verfeinert werden. Auch Eintöpfen oder Suppen werden meist Lorbeerblätter hinzugegeben. Lorbeer sollte aufgrund seiner intensiven Würzstärke jedoch nur sehr dosiert verwendet werden. Nach dem Kochen werden die Blätter auch aus dem Gericht entfernt und landen nicht mit auf dem Teller. Kleiner Tipp: Knicken Sie die Lorbeerblätter, bevor sie in den Kochtopf gegeben werden. Dadurch kann das Aroma noch besser freigegeben werden und es sie können sparsamer mit ihrem selbst geernteten Vorrat an Lorbeerblättern aus dem eigenen Anbau haushalten.

Hering eingelegt mit Lorbeer

Verleihen Sie Ihren Gerichten mit Lorbeerblättern das gewisse Etwas [Foto: homo_sapiensCC BY 2.0]

Simon

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Neben Kräutern- und Naschobst auf einem Balkon baue ich in meiner kleinen Parzelle am Ortsrand Gemüse an. Ich genieße die Zeit draußen in meinem Gemüsegarten, in dem ich ausschließlich biologische Dünge- und Pflanzenschutzmittel einsetze. Neben meiner Liebe zur Natur schreibe ich leidenschaftlich gerne und beschäftige mich auch mit Grundlagen der Psychologie und Ethik.

Lieblingsobst: Holunder und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzkohl, Artischocken und Spargel.

Back To Top