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Pfirsichbaum: Alles vom Pflanzen bis zum Schnitt

Pfirsiche aus dem eigenen Garten können den Sommer versüßen. Wir zeigen Ihnen, was beim Pflanzen, Schneiden und dem Kauf von Pfirsichbäumen zu beachten ist.

Pfirsichbäume auf einer Wiese

Der Pfirsichbaum mit seinen süßen Früchten ist in den deutschen Gärten äußerst beliebt [Foto: RomanKorytov/ Shutterstock.com]

Ursprünglich aus dem asiatischen Raum stammend, war der Pfirsich (prunus persica) bereits im Mittelalter ein bekanntes Obstgehölz im Mittelmeerraum und fand schließlich auch im 19. Jahrhundert den vermehrten Einzug in die deutschen Gärten. Diese wärmeliebende Obstbaumart besticht nicht nur mit zahlreichen Variationen und Sorten, sondern kann mit der richtigen Pflege auch im heimischen Garten gedeihen.

Pfirsichbaum

Kaum eine andere Frucht gehört so sehr zum Sommer wie der Pfirsich. Mit seinem süßen Geschmack und dem saftigen Fruchtfleisch ist er wie geschaffen für die heiße Jahreszeit. Dabei muss man Pfirsiche nicht aus dem Süden einfliegen, sondern kann sie auch einfach selbst im Garten anbauen. In diesem Artikel erfahren Sie alles – vom Pflanzen bis zum Schneiden eines Pfirsichbaumes.

Pfirsichbaum: Ein Steckbrief

Der Pfirsich stammt ursprünglich aus China, fand jedoch schon im Mittelalter seinen Weg an die Adelshöfe im Mittelmeerraum und schließlich auch in die deutschen Gärten. Hier wird er vor allem für seine süßen Früchte, aber auch für seine Artenvielfalt geschätzt. Je nach Sorte kann der Pfirsich dabei zwischen einem Meter (Zwergpfirsich) und stattlichen acht Metern hoch werden.

Pfirsichbaum von unten nach oben fotografiert mit orangenen und roten Pfirsichen

Schon nach ein bis zwei Jahren trägt der Pfirsichbaum leckere Früchte [Foto: Larry Korb/ Shutterstock.com]

In Deutschland wird er im Durchschnitt jedoch nur drei bis vier Meter hoch, mit der richtigen Pflege jedoch bis zu 25 bis 40 Jahre alt. Sein rosafarbenes Blütenkleid legt der Pfirsich – je nach Sorte – im März oder April an. Zwischen Juli und September sind seine Früchte dann zur Ernte bereit. Diese trägt der Pfirsichbaum schon nach ein bis zwei Jahren. Am liebsten mag der Pfirsich vollsonnige, warme Standorte, an denen er geschützt steht. Der Boden sollte hier vorzugsweise locker und humusreich sein, am besten lehmig bis sandig.

Pfirsichsorten: Beliebte und leckere Sorten

Bereits 2.000 vor Christus begannen die Chinesen mit der Kultur und der Züchtung des Pfirsichs. Nicht verwunderlich ist also, dass der Pfirsich heute eine schier unendlich scheinende Anzahl an Variationen und Sorten liefert. Um nicht den Überblick zu verlieren, teilt man die Sorten dabei nach der Farbe ihres Fruchtfleisches in gelb- und weißfleischige Sorten ein. Aber auch besondere Sorten, wie der blutrote Weinbergpfirsich oder der Plattpfirsich gehören zur Vielfalt des Pfirsichs. Sogar die Nektarine (Prunus persica var. nukipersica), auch wenn sie oft für eine eigene Obstart gehalten wird, ist in Wirklichkeit eine Mutation des Pfirsichs, die mittlerweile selber in zahlreiche Sorten unterteilt wurde.

aufgeschnittene Pfirsiche auf einem Tisch

Pfirsiche werden nach der Farbe ihres Fruchtfleisches in verschiedene Sorten aufgeteilt [Foto: bondvit/ Shutterstock.com]

Weißfleischige Pfirsichsorten

Weißfleischige Pfirsichsorten werden vor allem für den frischen Verzehr angebaut, da sie sich durch ihr weicheres Fruchtfleisch schlechter zum Einmachen eignen. Ihr Geschmack wird im Allgemeinen als etwas säuerlicher beschrieben und sie gelten im Allgemeinen als robuster und weniger krankheitsanfällig als die gelbfleischigen Sorten beschrieben. Zu den weißfleischigen Sorten zählen:

  • Bendedicte‘: Schnellwachsende Sorte aus Frankreich; unempfindlich gegenüber der gefürchteten Kräuselkrankheit
  • Amsden‘: Altbewährte robuste Sorte; frühblühend und benannt nach seinem amerikanischen Entdecker
  • Revita‘: Neuzüchtung mit besonderer Widerstandskraft gegen die Kräuselkrankheit und andere Pathogene; ausgeprägte Frosttoleranz

Gelbfleischige Pfirsichsorten

Gelbfleischige Pfirsichsorten sind im Regelfall süßer und fester als weißfleischige, weshalb sie sich besonders gut zum Einmachen und für die Weiterverarbeitung eignen. Jedoch zeigen sie eine größere Anfälligkeit gegen die Kräuselkrankheit und gelten als weniger robust. Allerdings gibt es bereits Neuzüchtungen, die den süßen Geschmack der gelbfleischigen Sorten ebenso wie eine gewisse Robustheit und Krankheitsresistenz aufweisen. Zu den gelbfleischigen Sorten gehören:

  • Red Haven‘: Anfällig für die Kräuselkrankheit; bei richtiger Pflege aber eine ertragreiche gelbfleischige Sorte
  • Avalon Pride‘: Früh tragende Sorte mit Resistenz gegenüber der Kräuselkrankheit
  • Starcrest‘: Stark wachsende, besonders früh tragende Sorte
  • Dixired‘: Ausgeprägt rot gefärbte Fruchthaut; ertragreich und früh tragend
gelbe Pfirische hängen an einem Baum

Gelbfleischige Pfirsichsorten sind in der Regel anfälliger gegen die Kräuselkrankheit [Foto: Roxana Bashyrova/ Shutterstock.com]

Besondere Pfirsichsorten

Der Weinbergpfirsich (umgangssprachlich auch Blutpfirsich genannt) nimmt durch sein rotes Fruchtfleisch eine Sonderstellung in der Zuordnung der Pfirsiche ein. Es gibt verschiedene Unterarten des Weinbergpfirsichs, die sich in der Farbe des Fruchtfleisches und der Schale (jeweils von Dunkelrot bis Weiß) unterscheiden, sich aber ansonsten in allen anderen Eigenschaften gleichen. Da sein Geschmack eher herb und vollaromatisch ist, wird der Weinbergpfirsich selten für den frischen Verzehr genutzt, eignet sich jedoch hervorragend für die Verarbeitung zu Pfirsichmarmelade oder Pfirsichlikör. Der Weinbergpfirsich gilt als sehr robust und hat ein eher mäßiges Wachstum, weshalb nur selten Schnittmaßnahmen erfolgen müssen und sich der Weinbergpfirsich gut als Pflanze für den Hausgarten eignet.

Eine weitere Varietät unter den Pfirsichen ist der Platt- oder Tellerpfirsich (Prunus persica var. platycarpa). Wie der Name bereits andeutet, hat die Frucht des Plattpfirsichs eine flache, beinahe platte Form im Gegensatz zum normalen Rundpfirsich. Weiterhin gelten die Plattpfirsiche allgemein als süßer und aromatischer. Der Begriff „Wildpfirsich“, mit dem sie oft im Lebensmittelhandel bezeichnet werden, ist dagegen irreführend. So lassen sich auch Plattpfirsichsorten gut kultivieren und stellen ähnliche Ansprüche an Pflege und Standort wie andere Pfirsichsorten auch.

Plattpfirische in einem Korb auf einem Tisch

Plattpfirsiche sind im Geschmack süßer und aromatischer als ganz normale Rundpfirsiche [Foto: pilipphoto/ Shutterstock.com]

Ebenfalls durch sein Äußeres fällt der grüne Pfirsich als besondere Sorte auf. Seine Früchte bleiben auch im reifen Zustand grün bis gelb, vereinzelt mit roten Backen. Im Geschmack sind sie eher herb bis süß und lassen sich sowohl roh verzehren, als auch verarbeiten. Sie stellen ebenfalls die gleichen Bedingungen an ihre Umwelt wie andere handelsübliche Pfirsichsorten.

Pfirsichbaum kaufen: Das ist zu beachten

Damit ein Pfirsichbaum im Garten gut gedeiht und nicht eingeht, sollte man bereits bei Kauf und Auswahl der Bäume auf einige Besonderheiten achten. Zuerst ist die Auswahl der richtigen Sorte elementar für eine gute Ernte. In Deutschland sollte eine winterharte Sorte des sonst wärmeliebenden Pfirsichs gewählt werden, wie zum Beispiel ‚Pilot‘ oder ‚Amsden‘. Spätreife Sorten, wie der Weinbergpfirsich, sollten dagegen nur in typischen Weinbaugebieten im Süden Deutschlands angebaut werden, da sonst die Gefahr von Ernteausfällen durch Frühfrost besteht. Auch sollte bei der Auswahl auf die Krankheitsresistenz der Bäume geachtet werden, hier gibt es mittlerweile eine große Anzahl an Sorten, die größtenteils immun gegen Krankheiten wie die Kräuselkrankheit sind.

Junge Obstbäume in Plastikkörben

In Deutschland sollte eine winterharte Sorte des sonst wärmeliebenden Pfirsichs gewählt werden [Foto: photowind/ Shutterstock.com]

Auch die Bodenverhältnisse sind von Bedeutung für einen guten Ertrag, so gibt es sowohl Sorten, die auf trockenen, als auch Sorten die auf feuchten Böden, gut wachsen können. Lassen Sie sich deswegen vor dem Kauf von einem geeigneten Fachmann beraten.

Pfirsichbaum pflanzen

Nach dem Erwerb eines Pfirsichs, können Sie ihn in einer geeigneten Stelle Ihres Gartens pflanzen. Der ideale Zeitpunkt für das Einpflanzen des Baumes liegt im Herbst. So können sich die Bäume vor dem ersten Austrieb am neuen Standort akklimatisieren. Alternativ kann auch noch im Frühjahr gepflanzt werden, sobald ein frostfreier Boden dies zulässt. Dabei ist es wichtig darauf zu achten, dass die Gefahr für Spätfrost möglichst gering ist, da dieser bei jungen Bäumen zu schweren Schäden führen kann. Wichtig Beim Pflanzen ist vor allem der richtige Standort für Ihren Baum.

Pfirsichbaum: Geeigneter Standort

Der Pfirsich ist eine wärmeliebende Pflanze, die an vollsonnigen Standorten besonders gut gedeiht. Stellen, die den kalten Nord- oder Ostwinden ausgeliefert sind, sind nicht geeignet, genauso wenig wie Regionen, in denen es regelmäßig zu Spätfrösten im Frühjahr kommt. Geeignete Böden für den Pfirsich sind nährstoff- und humusreich, aber kalkarm. Insbesondere leicht lehmige Böden sind für den Pfirsichanbau gut geeignet, aber auch sandige Böden können durch Zugabe von Humus ein guter Standort für den Baum werden. Schwere Böden dagegen sollten vor dem Pflanzen großzügig aufgelockert werden.

Neben der Bodenqualität sollte auch auf die Wasserbilanz geachtet werden. Der Pfirsich verträgt keine Staunässe, wird es jedoch zu trocken, trägt er oft nur kleine Früchte und verliert diese früh. Da der Pfirsich kein konkurrenzfähiges Wurzelwerk hat, sollte man darauf aufpassen, den Baum mit genügend Abstand zu anderen Bäumen und Sträuchern zu pflanzen. Als Faustregel sollte der Abstand von einer halben Wuchsbreite zum nächsten Baum gesehen werden.

Pfirsichbäume nebeneinander auf einer Wiese

Der Pfirsich hat am liebsten nährstoff- und humusreiche, aber kalkarme Böden [Foto: Virunja/ Shutterstock.com]

Pfirsichbaum pflanzen: Das Vorgehen

Zuerst sollte der Boden tiefgründig aufgelockert werden. Dabei ist es wichtig, auf einen guten Wasserablauf zu achten, da es sonst zu Staunässe kommt. Das Loch für den Pfirsichbaum sollte etwa doppelt so tief und breit wie der Ballen des Baumes sein. Jedoch darf die Pflanze nicht zu tief eingegraben werden – die Veredelungsstellen sollten einige Zentimeter über dem Boden sichtbar sein. Vor dem Einsetzen sollten die Wurzeln ausgiebig gewässert, bei wurzelnackten Bäumen die Hauptwurzel frisch angeschnitten werden. Mit einem Pflanzpfahl kann der Pfirsichbaum vor starken Winden gesichert werden, damit er optimal anwächst.

Eine Anleitung im Detail zum Pflanzen eines Pfirsichbaumes finden Sie hier.

Pfirsichbaum umpflanzen

Der Pfirsichbaum sollte in seinen ersten Standjahren ein- bis zweimal umgepflanzt werden. Diese Maßnahme fördert das Wachstum der Wurzeln und tote beziehungsweise erkrankte Wurzeln können entfernt werden. Da Pfirsiche weder Flach- noch Tiefwurzler sind, lässt sich als Faustregel annehmen, dass die Wurzeln etwa so breit wie die Krone und bis zu einem Meter tief in der Erde liegen.

Ältere Bäume sollten hingegen nicht mehr umgepflanzt werden. Durch die starke Wurzelverzweigung ist bei einem späten Umsetzen die Gefahr von zahlreichen Wurzelverletzungen oder sogar -kappungen hoch, was zum Eingehen des Baumes führen kann.

Pfirsichbaum richtig pflegen

Der Pfirsich gehört zu den anspruchsvolleren Obstbäumen, deshalb ist die richtige Pflege für eine erfolgreiche Ernte das A und O. Doch mit den richtigen Tricks blüht der Pfirsich auch in Hobbygärten prachtvoll.

blühende Pfirischbäume auf einer grünen Wiese

Damit die anspruchsvollen Bäume so schön blühen, ist die richtige Pflege des Pfirsichs gefragt [Foto: igorwheeler/ Shutterstock.com]

Pfirsichbaum gießen und düngen

Eine ausgewogene Wasserbilanz ist für das Wachstum Ihres Pfirsichbaumes essentiell. Besonders im ersten Jahr sollte darauf geachtet werden, den Baum regelmäßig zu gießen, damit er seine Früchte nicht verliert. Hierbei sollte Regenwasser genutzt werden, da der Pfirsich empfindlich auf den im Leitungswasser enthaltenen Kalk reagiert. Besteht keine Möglichkeit, Regenwasser zu sammeln, kann man auch Leitungswasser eine Woche lang stehen lassen. So setzt sich der Kalk am Boden ab und das Wasser kann anschließend (ohne den kalkhaltigen Bodensatz) zum Wässern genutzt werden. Ältere Bäume können sich dagegen in der Regel selber mit Wasser versorgen und müssen nicht zusätzlich gegossen werden.

Gedüngt werden sollte der Pfirsich in regelmäßigen Abständen durch die ganze Wachstumsperiode, also vom Frühling bis in den Frühherbst. Dabei ist es wichtig, auf eine ausgewogene Stickstoffbilanz zu achten. Geeignet sind vor allem Langzeitdünger, die nur im Frühling ausgebracht und eventuell im Sommer noch einmal nachgedüngt werden müssen. Hierfür bietet sich beispielsweise unser Plantura Bio-Universaldünger mit organischer Langzeitwirkung an. Aber auch biologische Alternativen wie Kompost, Mist und Hornspäne können bei regelmäßiger Gabe eine gute Alternative darstellen. Im ersten Jahr sollte der Pfirsichbaum in der Regel nicht gedüngt werden, da er sehr empfindlich auf einen Nährstoffüberschuss reagieren kann.

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Letztes Update am Februar 25, 2019 6:06 pm

Pfirsichbaum: Weitere Pflegemaßnahmen

Da der Pfirsichbaum kein besonders konkurrenzstarkes Wurzelwerk hat, sollte in den ersten Standjahren darauf geachtet werden, die Baumscheibe von jeglichem Bewuchs frei zu halten. Bei besonders frostanfälligen Sorten sowie in besonders langen und kalten Wintern kann die Krone mit einer Schutzhaube oder Fließ abgedeckt werden, um Frostschäden zu vermeiden. Auch das Belassen von Laub am Boden rund um den Stamm kann in strengen Wintern zum Schutz des Pfirsichbaumes beitragen. Bei ausgewachsenen Bäumen und robusteren Sorten ist aber meist kein Winterschutz erforderlich.

Pfirsichbaum richtig schneiden

Der Schnitt des Pfirsichbaums gehört zu einer der wichtigsten Pflegemaßnahmen. Da Pfirsiche nur an einjährigem Holz fruchten und ohne Schnitt schnell verkahlen, sollte stets ein regelmäßiger Schnitt durchgeführt werden, um eine gute Ernte und einen schönen Baum zu erhalten. Auch zu Hause ist der richtige Schnitt eines Pfirsichbaumes mit ein paar Griffen schnell gemacht.

Pfirsichbaum wann schneiden?

Beim Pfirsichbaum wird, wie bei anderen Obstbaumarten, zwischen Winter- (Januar bis April) und Sommerschnitt (Ende Juni bis Anfang August) unterschieden. Der Winterschnitt zielt dabei auf eine Wachstumsförderung ab und begünstigt das Austreiben neuer Triebe. Richtig angewendet, sorgt er so für eine gute Ernte, da der Pfirsich besonders an seinen einjährigen Trieben Blüten und damit Früchte trägt. Dagegen bremst der Sommerschnitt das Wachstum und hält den Baum in Form. Daher sollte immer eine Kombination beider Schnitte genutzt werden, um ein ausgewogenes Verhältnis im Triebzuwachs zu erzielen.

Schneiden eins Pfirsichbaums mit einer Gartenschere in der Sonne

Durch eine Kombination aus Sommer- und Winterschnitt gibt es ein ausgewogenes Verhältnis im Triebzuwachs [Foto: encierro/ Shutterstock.com]

Pfirsichbaum wie schneiden?

Der erste Schnitt sollte bereits beim Zeitpunkt der Pflanzung erfolgen. Dieser sogenannte Pflanzschnitt besteht daraus, alle Seitentriebe bis auf höchstens fünf Augen zurückzuschneiden. Genauso verfährt man mit dem Haupttrieb, der nach dem Schnitt deutlich die Seitentriebe überragen sollte. In den nächsten Jahren folgt der Erziehungsschnitt, bei dem die optimale Form und Verzweigung des Baumes gefördert werden soll. Hierbei kürzt man gesunde Leistungsäste an der Triebspitze ein, während Seitentriebe teils ganz herausgenommen, teils gar nicht geschnitten werden. Dabei ist es ratsam, auch Seitentriebe zu kürzen, um die Bildung von einjährigem Holz zu fördern.

Ob ein Seitentrieb herausgenommen oder ungeschnitten stehen bleiben soll, entscheidet sich durch eine Besonderheit des Pfirsichs. Der Pfirsichbaum bildet nämlich sowohl echte als auch unechte Fruchttriebe aus. Falsche Fruchttriebe erkennt man an den nur einzeln gebildeten Blütenknospen an den Knoten und an nur einer Blattknospe an der Triebspitze. Sie können zwar Früchte ausbilden, verlieren sie aber bereits früh, weil sie die Frucht nicht ausreichend versorgen können. Echte Fruchttriebe hingegen bilden an jedem Knoten die sogenannten Drillingsknospen, bestehend aus zwei nebeneinandersitzenden Blütenknospen, welche von einer Blattknospe eingerahmt werden. Da falsche Fruchttriebe weder den Baum versorgen, noch Früchte tragen, sollten sie beim Schnitt ganz aus dem Baum entfernt werden.

Hand an Pfirsichbaumzweig, der Pfirische trägt

Der Pfirsichbaum bildet sowohl echte als auch unechte Fruchttriebe aus [Foto: Vitaliy Kyrychuk/ Shutterstock.com]

Auch bei älteren Bäumen sollten regelmäßig Schnittmaßnahmen durchgeführt werden. Genau wie bei jungen Bäumen ist es ratsam, falsche Fruchttriebe zu entfernen. Des Weiteren sollte die Hierarchie zwischen Haupttrieb, Leittrieb und Seitentrieben unterstützt werden. Dazu können dominante Triebe, die dem Rest des Baumes zu viel Licht nehmen, gekürzt oder sogar ganz entfernt werden. Auch alte Triebe, die keine Früchte mehr tragen, können zurückgeschnitten werden, um für junge Triebe Platz zu schaffen. Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass das Gleichgewicht zwischen alten und neuen Trieben erhalten bleibt. Wie nach jeder Pflegemaßnahme sollte auch nach dem Schneiden der Baum beobachtet werden, um gegebenenfalls Rückschlüsse für den nächsten Schnitt zu sammeln.

Eine detaillierte Zusammenfassung zu den richtige Schnittmaßnahmen an Ihrem Pfirsichbaum können Sie hier nachlesen.

Pfirsichbaum: Häufige Schädlinge

Der sowohl bekannteste sowie auch häufigste Schädling bei Pfirsichbäumen ist die Blattlaus. Diese schädigen die Pflanze nicht nur durch den Entzug des Phloemsaftes, sondern können auch Überträger der gefürchteten Kräuselkrankheit sein. Die Blattlaus ist oft schon mit dem bloßen Auge erkennbar und hat je nach Art eine grüne, gelbliche oder sogar gräuliche Farbe. Auch trete verkrüppelte oder zusammengerollte Blätter und spärliches Wachstum von Knospen, Blüten und Früchten auf. Weiterhin ist das Auftreten des Honigtaues – einer klebrigen Flüssigkeit, die von Blattläusen ausgeschieden wird – ein klares Indiz für die Schädlinge. Bei einem geringen Blattlausbefall können Hausmittel wie ein Sud aus Brennnesseln oft schon ausreichen. Bei starkem Befall sollte dagegen ein chemisches Insektenmittel (Insektizid) genutzt werden, um weitere Schäden einzudämmen.

Blattläuse

Blattläuse schädigen den Pfirsichbaum und sollten unbedingt schnell bekämpft werden [Foto: schankz/ Shutterstock.com]

Pfirsichbaum: Häufige Krankheiten

Die am häufigsten auftretende Krankheit des Pfirsichbaumes ist die Kräuselkrankheit. Diese von Pilzen ausgelöste Krankheit zeigt sich vornehmlich an den Blättern. Diese zeigen blasenartige Erhebungen und bekommen eine weißgrüne bis rote Farbe. Weiterhin ist ein Kräuseln beziehungsweise Einrollen der Blätter oder sogar das Abwerfen dieser möglich. Eine wirksame Bekämpfung ist nur mit chemischen Pflanzenschutzmitteln (Fungiziden) möglich und kann auch erst im nächsten Frühjahr vor dem Anschwellen der ersten Knospen erfolgen. Biologische Maßnahmen mit gesicherter Wirkung gibt es bisher nicht, jedoch sind gut versorgte und insgesamt gesunde Bäume deutlich weniger anfällig als Bäume, die bereits vorgeschädigt sind. Vorbeugend kann man aber eine robuste beziehungsweise teilweise resistente Sorte wählen, auch wenn dies ebenfalls keine absolute Sicherheit gewährleistet.

Wenn nicht die Blätter sondern die Früchte Anzeichen einer Krankheit zeigen, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Monilia-Fruchtfäule. Der Monilia-Pilz verursacht dabei rasch größer werdende Faulstellen an den Früchten. Diese sind ringförmig vom sogenannten Polsterschimmel, dem weißen Fruchtkörper des Pilzes, umgeben. Bei befallen Früchten folgt erst die Totalfäule, dann entweder das Abfallen oder das Überwinterung am Baum als Fruchtmumie. In diesen Fruchtmumien überwintert der Pilz häufig und breitet sich dann im Frühling erneut aus. Daher sollten alle befallenen Früchte abgesammelt und auch befallene Zweige bis auf das gesunde Holz zurückgeschnitten werden. Um einen erneuten Ausbruch zu verhindern, sollten die Abfälle nicht auf dem Kompost landen, sondern verbrannt oder vergraben werden.

Pfirsiche mit Monilia-Pilz befallen

Der Monilia-Pilz verursacht ringförmige Faulstellen an den Früchten [Foto: ROMAN KALISHCHUK/ Shutterstock.com]

Als letzte wichtige Krankheit ist der Gummifluss (Gummosis) zu nennen, auch wenn dieser weniger eine Krankheit, sondern viel eher ein Symptom ist. Der Gummifluss kann sowohl als Zeichen einer Krankheit auftreten, aber auch durch ungünstige Wachstumsbedingungen oder durch Verletzungen der Rinde entstehen. Dabei „blutet“ der Baum eine bernsteinfarbene, klebrige Masse aus, die oftmals fälschlicherweise für Harz gehalten wird. Als Vorsorge sollten robuste Sorten gewählt werden, aber auch die richtige Pflege und ein Weißanstrich zur Verhinderung von Frostrissen können helfen. Bei einem Befall sollten betroffene Äste mit einer desinfizierten Schere großzügig abgeschnitten werden, um ein Ausbreiten der Krankheit zu verhindern.

Frederike

Ich bin Studentin der Agrarwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Zuhause habe ich einen kleinen Gemüsegarten, den ich hege und pflege, und verbringe die Zeit am liebsten draußen. Wenn ich nicht gerade im Freien bin, schreibe ich leidenschaftlich gerne. Meine Liebe gilt aber nicht nur Pflanzen und dem Schreiben, sondern auch ganz besonders der Tierwelt.

Lieblingsobst: Johannis- und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzwurzeln, Wirsing und Kartoffeln.

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