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Thripse: Schadbild erkennen und biologisch bekämpfen

Thripse, Fransenflügler oder auch Gewittertierchen an Orchideen oder Palmen? So erkennen Sie das Schadbild und bekämpfen Thrips mit natürlichen Hausmitteln.

gelben silbrig-grauen Sprenkelungen an Blatt thrips symptom

Dieses Blatt ist extrem von Thrips befallen [Foto: Scot NelsonCC BY 2.0]

Symptome – Achtung: Thripse können schnell mit der Spinnmilbe verwechselt werden

Die kleinen Pflanzensauger haben es vor allem auf Zimmerpflanzen wie Orchideen, Gummibäume oder den Bogenhanf abgesehen. Die Schädlinge treten besonders häufig in der Wohnung auf, da sie eine niedrige Luftfeuchtigkeit lieben. Durch die geringe Größe von ca. 1 mm sind die kleinen Schädlinge auf den ersten Blick nahezu unsichtbar. Damit trotzdem eine Identifizierung möglich ist, sollten Sie besonders auf die Schäden achten. Wir von Plantura sagen Ihnen, worauf Sie dabei achten müssen: Das typische Schadbild besteht aus gelben silbrig-grauen Sprenkelungen auf Blättern und manchmal auch auf Blüten. Im weiteren Krankheitsverlauf können diese Nadelstiche auch weiter absterben und dadurch braun werden. Bei jungen Blättern kann starker Befall auch zu sehr unschönen Deformationen führen. Gerade die silbrig-grauen Einstiche können einen fälschlicherweise an einen Befall durch Spinnmilben erinnern. Damit eine falsche Identifikation ausgeschlossen werden kann, sollten Sie auf zwei Dinge achten: Erstens produzieren Spinnmilben oft Fäden, die an Spinnfäden von einem Spinnennetz erinnern. Zudem sind Spinnmilben rundlich, während Thripse einen länglichen Körperbau haben. Diesen Unterschied kann man bereits mit einer Lupe recht gut erkennen. Der Unterschied ist aber wichtig, da Spinnmilben teilweise anders bekämpft werden müssen.

Thrips Symptom Banane gelben silbrig-grauen Sprenkelungen

Auch Bananen können von Thrips befallen sein [Foto: Scot NelsonCC BY 2.0]

Gewittertierchen sind wahre Verbreitungskünstler

In Deutschland gibt es unzählige Bezeichnungen für den Thrips (Thysanoptera), bekannte Namen sind Fransenflügler, Blasenfüßer oder eben Gewittertierchen. Durch ihre Größe werden die kleinen Insekten vom Wind unzählige kilometerweit verbreitet und gehören deswegen zum sogenannten Luftplankton. Die für den Menschen komplett harmlosen Tiere landen aus diesem Grund auch des Öfteren auf unserem Gesicht oder Körper. In der Regel sind die Schädlinge für den Hobbygärtner im Garten kein großes Problem. In Wohnräumen finden sie aber perfekte Lebensbedingungen und dort können die kleinen Tiere durch die hohe Vermehrungsrate schnell Überhand gewinnen. Neben den erwachsenen Tieren saugen auch die Larven eine Pflanzenzelle nach der anderen leer. Die betroffenen Pflanzen sterben in der Regel nicht durch die kleinen Thripse, allerdings können Zierpflanzen nach einer Thripsinvasion sehr unansehnlich aussehen und in manchen Fällen werden auch Viren auf die Pflanzen übertragen. Zwar sind ca. 95 % der Thripsarten Pflanzenschädlinge, aber einige Arten sind auch sehr nützlich. So freut sich in Deutschland die Besenheide über den Besuch von dem Heidethrips, da dieser die Blüten der Heide bestäubt.

Blautafeln sind der schnellste Weg um Thripse zu erkennen

Vorweg sei gesagt, dass eine Vorsorge gegen einen Thripsbefall nahezu unmöglich ist. Das liegt zunächst daran, dass der Wind die Tiere in wirklich jede Ecke verschleppen kann. Kleinere Strecken legen die Insekten auch gerne mit ihren Fransenflügeln zurück. Zudem leben die Tiere sehr versteckt und selbst ein sehr engmaschiges Fliegennetz stellt kein Hindernis da. Gelegentlich krabbeln die Thripse sogar hinter einen TFT-Display und verdecken so kleine Teile vom Bildschirm, was wirklich unschön aussieht. Möchte man einen möglichen Thripsbefall effektiv überwachen, dann eignen sich Blautafeln sehr gut dafür. Darauf sind die Thripse gut zu erkennen und die blaue Farbe zieht die Tierchen fast magisch an. Generell mögen Thripse trockene Luft, wenn sie also die Möglichkeit haben, dann steigern sie die Luftfeuchtigkeit oder stellen Ihre Pflanzen für einige Zeit ins Bad. Bei hoher Luftfeuchtigkeit ist die Entwicklung der Blasenfüßer stark eingeschränkt.

Bekämpfung der Thripse auf der Fensterbank leicht gemacht

Glücklicherweise gehören Thripse zu den Schädlingen, die sehr einfach mit biologischen Mitteln bekämpft werden können. Manchmal reicht schon der Einsatz von Seifenlauge. Sprühen Sie Ihre Pflanzen dafür einfach mit dem Hausmittel ein und die Thripse verlieren schnell den Halt an der Pflanze. Ein anderer sehr einfacher Trick ist das Rausstellen befallener Pflanzen. Thripsarten, welche Zimmerpflanzen befallen, kommen mit den Wetterbedingungen draußen meistens überhaupt nicht zurecht und das Problem löst sich von selbst. Helfen diese recht einfachen Mittel nicht weiter, dann sollten Sie zu Nützlingen greifen. Der Nützlingseinsatz ist in geschlossenen Räumen besonders effektiv, da die Nützlinge so nicht abwandern können. Zu den sehr effektiven Nützlingsarten gehört die Raubmilbe (Amblyseius cucumeris) und die Florfliege (Chrysoperla carnea). Eine Raubmilbe saugt gut und gerne 6 Larven der Thripse pro Tag aus. Mittlerweile werden Thripse sogar im kommerziellen Unterglas-Anbau (gemeint sind Gewächshäuser) fast ausschließlich mit Nützlingen bekämpft, da der Einsatz von Insektiziden gerade bei Thripsen schnell zu Resistenzbildung führen kann. Als Faustregel bei dem Nützlingseinsatz gilt folgendes: Der Einsatz von Nützlingen ist nur effektiv, wenn sie optimale Lebensbedingungen vorfinden. Beachten Sie also unbedingt die Temperatur oder auch Feuchtigkeit, damit sich die Nützlinge richtig wohlfühlen.

Folgende, natürliche Produkte haben sich bei unseren Zimmerpflanzen bewährt:

Ein besonderer Dank an die Photographin: Katja Schulz

Dominic

Ich studiere Gartenbauwissenschaften und gehöre natürlich den passionierten Hobbygärtnern an. Meine ersten Wassermelonen habe ich bereits im Alter von 7 Jahren geerntet. Momentan finde ich Themen in Bezug auf die Interaktion von Pflanzen mit anderen Lebewesen und der Umwelt besonders interessant.
Mein Lieblingsobst: Ganz klar Avocados
Mein Lieblingsgemüse: Eigentlich alles, außer Rosenkohl

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