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Ginkgo anpflanzen, pflegen & schneiden

Der Ginkgo gehört zu den ältesten Baumarten des Planeten und wird auch als „Lebendes Fossil“ bezeichnet. Woher der Ginkgobaum stammt und wie man ihn kultiviert erfahren Sie bei uns.

Goldene Ginkgo-Blätter
Die Blätter des urtümlichen Ginkgos verfärben sich im Herbst goldgelb [Foto: Khun Ta/ Shutterstock.com]

Der Ginkgo nimmt eine ganz besondere Position innerhalb der Pflanzen ein, denn er gehört weder zu den Nadelbäumen (Koniferen) noch zu den Laubgehölzen. Wir stellen das urzeitliche Gewächs vor und geben Tipps zur Pflanzung, Pflege und Verwendung des Ginkgobaums.

Ginkgo: Blüte, Blatt und Eigenschaften

Bereits vor 250 Millionen Jahren entwickelte sich der Ginkgo (Ginkgo biloba) in den urzeitlichen Wäldern des Perms. Es sollte noch weitere 100 Millionen Jahre dauern, bis die ersten Laubgehölze entstanden. Im Gegensatz zu vielen heute ausgestorbenen Baumarten überlebte der Ginkgo die Ära der Dinosaurier, die Entwicklung der ersten Vögel und war noch vor etwa 30 Millionen Jahren in Mitteleuropa weit verbreitet. Die Eiszeit drängte den urzeitlichen Baum schließlich in wärmere Gegenden nach China ab. Dort entdeckten Botaniker und Pflanzenfreunde den Ginkgobaum und verbreiteten ihn erneut weltweit. Er ist der einzige lebende Vertreter in der Familie der Ginkgogewächse (Ginkgoaceae). Es gibt daher keine Auswahl an Ginkgo-Arten, dafür einige Zierformen und Sorten.

Ginkgos erreichen als mittelgroße Bäume eine Wuchshöhe von 15 – 30 m und wachsen 10 – 15 m und mehr in der Breite. Pro Jahr legt er etwa 35 – 40 cm in der Höhe zu. Die Rinde zeigt sich graubraun und stark gefurcht, das Holz des Ginkgos ist hellgelb. Aufgrund der auffälligen Blätter und Samenstände wird der Ginkgo auch als Fächerblattbaum, Entenfußbaum oder Silberaprikose bezeichnet.

ausgewachsener Ginkgobaum
Die Rinde des Ginkobaums ist stark gefurcht [Foto: Noel V. Baebler/ Shutterstock.com]

Ginkgo-Blätter

Die Blätter des Ginkgos sind unverwechselbar fächerförmig und lang gestielt, in der Mitte tief eingekerbt und seitlich gelappt. Sie fühlen sich recht dick und derbe an. Im Frühjahr zeigt der sommergrüne Ginkgo hellgrünes Laub, welches sich im Herbst goldgelb verfärbt.

Ginkgo-Blüte

An einer Pflanze sitzen beim Ginkgo jeweils entweder rein männliche oder rein weibliche Blüten. Männliche Ginkgos bilden lange, unauffällige Kätzchen, die ihre Pollen mit dem Wind verbreiten. Weibliche Bäume zeigen ihre einzelnen, an langen Stielen sitzende Blüten zwischen April und Mai zur Zeit des Blattaustriebs.

Ginkgo-Frucht

Botanisch gesehen bilden Ginkgos keine Früchte, sondern harte Samen mit einer fleischigen, silbrig gelben Samenschale. Diese werden nur an den weiblichen Bäumen gebildet und schrecken viele durch ihren unangenehmen Geruch nach Buttersäure ab. Deshalb werden in Gärten nahezu ausschließlich männliche Ginkgos gepflanzt. Im September fallen die 2 – 3 cm großen Samen vom Baum, die stinkende Samenschale verfault und übrig bleibt der essbare Steinkern.

Ginkgo-Bilobabaum mit Früchten
Die mirabellenartigen Früchte des Ginkgos strömen einen abstoßenden Geruch aus [Foto: EQRoy/ Shutterstock.com]

Die schönsten Ginkgo-Sorten

Neben der Wildform gibt es zahlreiche Zierformen zur Auswahl, welche rein männlich sind und daher keine unangenehm riechenden Früchte bilden. Alle Sorten besitzen jedoch eine sonnengelbe Herbstfärbung. Wir stellen Ihnen die schönsten Ginkgo-Sorten vor.

  • ‘Fastigiata’: Wenig verzweigte, steif aufrechte Sorte mit einer Wuchshöhe von bis über 20 m und im Alter bis zu 4 – 8 m Breite. Als Jungpflanze ist diese Varietät eher schwachwüchsig.
  • ‘Fastigiata Blagon’: Diese Selektion entstand um 1980 in Frankreich. Der kompakt und aufrecht wachsende Baum erreicht eine Endhöhe von 10 – 15 m, in Ausnahmefällen bis 20 m. Die Sorte eignet sich ideal als Hochstamm und für beengte Pflanzorte, da sie nur 2 – 4 m breit wird.
  • ‘Horizontalis’: Der breite, leicht hängende Wuchs dieser Ginkgo-Sorte bildet eine ausladende, abstehende Krone im Alter mit etwa 3 – 4,5 m Höhe und Breite.
  • ‘Mariken’: Zwerg-Ginkgo mit dichter, kugeliger Krone und sehr schwachem Wuchs von nur etwa 10 cm pro Jahr. Die Endhöhe erreicht diese Sorte bereits bei 1,25 – 1,5 m und bis zu 2 m Breite.
  • ‘Pendula’: Hängender Ginkgo mit bis zu 20 m Höhe und 15 m Breite. Diese zierende, wüchsige Ginkgo-Form bildet eine breite Krone und eignet sich am besten für die Pflanzung in Einzelstellung.
  • ‘Princeton Sentry’: Mittelgroßer, bis über 20 m hoher Baum mit schmaler und kegelförmiger Krone. Die Sorte ist widerstandsfähig gegenüber Luftverschmutzung und Abgasen und daher ein idealer Stadtbaum zur Begrünung von Straßenrändern.
Ginkgo-Kugelbaum
Schwachwüchsige Sorten wie ‘Mariken’ eignen sich auch als Hochstamm-Ginkgo in Kugelbaum-Form [Foto: Flower_Garden/ Shutterstock.com]

Ginkgo anpflanzen

Ginkgos werden in Europa nicht von Krankheiten befallen, vertragen noch starke Luftverschmutzung, Wind und Trockenheit. Der robuste und tolerante Baum liebt sonnige bis absonnige Lagen. Der ideale Standort für Ginkgos liegt auf mäßig trockenen bis feuchten Böden mit einem pH-Wert zwischen 5 und 7. Tiefgründige, durchlässige und nährstoffreiche Substrate fördern das Wachstum des urzeitlichen Baumes. Die anpassungsfähigen Gewächse können als kugeliger Ginkgo-Hochstamm, Bonsai, in Schirmform oder als Spalier gezogen werden. Je nach Wuchsform und Erziehung benötigen sie einen unterschiedlichen Pflanzabstand. Stattliche Bäume in Einzelstellung sollten in alle Richtungen einen Abstand von 6 – 7 m zu anderen Pflanzen bekommen. Schmale Formen können bis auf 2 – 3 m zusammengesetzt werden. Die genauen Wuchsgrößen der einzelnen Sorten finden Sie der obigen Sortenbeschreibung. Die beste Zeit für die Pflanzung der frostempfindlichen Jungpflanzen liegt im März vor dem Austrieb der jungen Blätter.

Ginkgo im Garten pflanzen

Möchten Sie einen Ginkgo-Baum pflanzen, sollten Sie zunächst den Boden tiefgründig lockern und ausheben. Die urzeitlichen Pflanzen wurzeln tief und benötigen daher ein gut vorbereitetes Pflanzloch. Dem Erdaushub bei kann bei Bedarf etwas Kompost hinzugemischt werden, um Nährstoffe und Nahrung für Mikroorganismen zu bieten. Setzen Sie nun den Wurzelballen Ihres Ginkgos in das Pflanzloch, nicht tiefer als er zuvor stand. Dann wird das Pflanzloch mit der Erdmischung aufgefüllt, leicht um den Wurzelballen herum verdichtet und mit einem Gießrand versehen. Schlagen Sie zur Sicherung des Baumes zwei Pflöcke in und gegen die Windrichtung in den Boden und befestigen Sie Ihren Ginkgo mit einem Strick. Abschließend sollte man kräftig wässern, um Erde an die Wurzeln zu spülen.

Ginkgo als Bonsai oder im Topf pflanzen

Nur schwachwüchsige Ginkgo-Sorten, wie ‘Mariken’ eignen sich für eine langfristige Haltung im Kübel. Auch als zierliche Bonsai-Bäume können Ginkgos erzogen werden. Für die Pflanzung eines Ginkgo-Baums im Topf oder in eine Bonsaischale die Verwendung einer hochwertigen Pflanzerde, wie unserer Plantura Bio-Universalerde, empfehlenswert. Sie versorgt den Ginkgo mit wichtigen Nährstoffen in der ersten Zeit nach der Pflanzung und speichert dank des hohen Kompostgehalts ausreichend Feuchte. Um Staunässe zu vermeiden, sollte zusätzlich unten im Topf eine etwa fünf Zentimeter hohe Drainageschicht aus Kies, Sand oder Blähton eingefüllt werden. Füllen Sie nun etwas Pflanzerde ein, setzen Sie den Ginkgo-Baum hinein und geben Sie Erde hinzu. Dann wird das Substrat leicht verdichtet und anschließend ausgiebig gewässert. Etwa alle zwei bis drei Jahre sollte der Ginkgo in einen größeren Topf umziehen dürfen.

Ginkgo-Bonsai
Ginkgos können auch als Bonsai erzogen werden [Foto: Elliotte Rusty Harold/ Shutterstock.com]

Pflege des Ginkgo-Baums

Solange der Ginkgo noch nicht ausreichend tief gewurzelt hat, sollte man ihn wässern. Bei der Kübelhaltung muss besonders in trockenen und heißen Sommern immer für eine ausreichende Wasserversorgung gesorgt werden. Achten Sie beim Gießen von Ginkgos im Topf und in Bonsaischalen darauf, dass überschüssiges Wasser gut ablaufen kann und sich keine Staunässe bildet. Ginkgos sind anspruchslose Gartenbewohner, die kaum Pflege benötigen. Anders verhält es sich bei der Topfkultur. Hier ist nur eine begrenzte Menge an Erde und somit an Nährstoffen verfügbar. Ginkgos in Pflanzgefäßen sollten daher regelmäßig gedüngt werden. Organische Flüssigdüngers, wie unser Plantura Bio-Zimmer- & Grünpflanzendünger, sind dafür besonders gut geeignet. Der Dünger wird ab März regelmäßig zusammen mit dem Gießwasser ausgebracht und versorgt Ihren Ginkgo so schnell und effizient mit den beiden Hauptnährstoffen Stickstoff und Kalium.

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Im Frühjahr ist die passende Zeit, um die schnittverträglichen Ginkgos zu schneiden. Solange der Baum noch jung ist, kann die Krone ausgelichtet und nach Wunsch erzogen werden. Ein Schnitt ist jedoch nicht zwingend notwendig.
Als Bonsai gezogene Ginkgos sollten hingegen immer wieder zurückgeschnitten werden, um die kleine Form zu erhalten. Sobald sich ein frischer Langtrieb mit 5 – 6 Blättern gebildet hat, wird dieser auf zwei Blätter zurückgeschnitten. Vermeiden Sie beim Bonsaischnitt große Wundflächen, schneiden Sie besser regelmäßig noch junge und dünne Triebe.

Ginkgo-Aussaat
Die essbaren Samen müssen für eine erfolgreiche Aussaat zuerst kältebehandelt werden [Foto: lake11/ Shutterstock.com]

Ginkgo vermehren

Ginkgos werden über Samen oder Stecklinge vermehrt. Bei der Aussaat von Ginkgo-Samen muss zunächst die Samenschale entfernt und die Keimruhe durch eine längere Kälteperiode gebrochen werden – denn es handelt sich um Kaltkeimer. Später lässt man die Samen bei etwa 15 – 20 °C auf einem hellen Fensterbrett in nährstoffarmer Aussaaterde keimen. Dies kann aber bis zu zwei Jahre lang dauern. Hierbei können sowohl männliche als auch weibliche Ginkgos entstehen. Alternativ schneidet man im Sommer von den frischen, weichen Triebspitzen eines vorhandenen Baumes 10 – 15 cm lange Stecklinge. Diese werden bis auf die Spitze entblättert und in ein sandiges Anzuchtsubstrat gesteckt. Über mehrere Wochen müssen die Stecklinge des Ginkgos bei etwa 20 °C immer gut feucht gehalten werden, bis sich Wurzeln gebildet haben.

Ist der Ginkgo winterhart?

Der Ginkgo ist gut winterhart, lediglich als Jungpflanze zeigt er sich etwas frostempfindlich. Frisch gepflanzte Ginkgo-Bäumchen sollten daher in den ersten Jahren einen guten Winterschutz aus Jute oder Vlies bekommen. Bäume im Topf sollten jährlich frostfrei, hell und kühl überwintert werden.

Ginkgoblätter als Tee
Das Blatt des Ginkgos wird zu Tees und Präparaten verarbeitet [Foto: jurgal/ Shutterstock.com]

Wirkung und Verwendung

In der Pharmazie werden Präparate und Tee aus Ginkgo-Blättern zubereitet. Sie wirken durchblutungsfördernd und gefäßerweiternd. Symptome von Depressionen, bestimmten Demenzformen, Kopfschmerzen, Tinnitus oder arterieller Verschlusskrankheit können so wirksam gelindert werden. Ginkgo und Ginseng findet man zusammen in vielen Präparaten zur Steigerung der Gedächtnisleistung. Hierbei wird jedoch nur das Ginkgo-Blatt verwendet.

Nur wenige wissen, dass auch die Samen ohne die übelriechende Hülle essbar sind. Ab September können die reifen, vom Baum gefallenen Samen aufgesammelt und von der Samenschale befreit werden. Anschließend röstet man die harten Samen, knackt sie und kann sie wie Esskastanien genießen. In China und Japan gelten die Ginkgo-Samen als Delikatesse und werden wie Nüsse als Snack zwischendurch gereicht. Die Traditionelle Chinesische Medizin setzt Auszüge der Samen mitsamt Samenschale traditionell bei Asthma, Tuberkulose und Nierenerkrankungen ein.

Ist der Ginkgo giftig?

Ginkgos sind in allen Teilen ungiftig für Mensch und Tier. Die Samen sind essbar, die Blätter werden zu Tees oder pflanzlicher Medizin verarbeitet. Ein übermäßiger Verzehr frischer Blätter kann jedoch zu Verdauungsproblemen und leichten Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit und Kopfschmerz führen.
Die fleischige, stinkende Samenschale enthält hautreizende und allergene Stoffe. Möchten Sie die schmackhaften Samen ernten, sollten Sie beim Sammeln und Reinigen Handschuhe tragen.

Wenn Sie einen Ginkgo als Bonsai erziehen möchten, ist einiges an Fachwissen notwendig. Wir erklären in unserem Artikel Bonsai schneiden die verschiedenen Schnittmaßnahmen, damit die Erziehung der Mini-Bäumchen gelingt.

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