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Liebesperlenstrauch: Pflanzen, pflegen & vermehren

Liebesperlensträucher tragen auffallende Früchte und zeigen je nach Art prächtiges Herbstlaub. Wir stellen die außergewöhnliche Gehölzgattung vor.

Liebesperlenstrauch mit lila Früchten
Die typischen lila Früchte des Schönfruchtstrauchs bilden sich im Herbst [Foto: Studio Barcelona/ Shutterstock.com]

Die Gattung der Schönfrüchte (Callicarpa) gehört zu den Eisenkrautgewächsen (Verbenaceae). Die etwa 100 Arten der Gattung Callicarpa stammen aus den tropischen und subtropischen Gebieten Asiens, Australiens sowie Nord- und Mittelamerikas. Der Name „Callicarpa“ geht auf das griechische Wort „kallíkarpos“ zurück, was in etwa „reich an schönen Früchten“ bedeutet. In unseren Breiten wurde der Liebesperlenstrauch als Ziergehölz eingeführt und es sind etwa sechs Arten in den Gärtnereien in Vermehrung. Wir stellen Ihnen das ungewöhnliche Gehölz vor und geben Tipps zur Sortenwahl, Pflanzung und Pflege des Liebesperlenstrauchs.

Liebesperlenstrauch: Blüte, Beeren und Eigenschaften

Die Schönfrucht ist ein gewöhnlich 2 bis 3 m hoher Strauch, der in Ausnahmefällen sogar 4 m Höhe erreicht und bis zu 2,5 m breit wird. Die sommergrünen, gegenständigen Blätter der bei uns vertretenen Arten sind etwa 5 bis 12 cm lang und elliptisch zugespitzt. Im Herbst färbt sich das mattgrüne und sich rau anfühlende Laub der Schönfrucht hellgelb bis orange. Die zahlreichen Blüten der Schönfrucht ziehen in der Blütezeit von Juni bis August zahlreiche Hummeln, Schwebfliegen und Bienen an. Bereits an jungen Pflanzen zeigen sich die gestielten, hellvioletten Blütenstände am zweijährigen Holz in den Blattachseln der Pflanze. Die zunächst hellgrünen Früchte benötigen einige Zeit für die Entwicklung und erst im Herbst präsentiert sich der Strauch mit seinen lila beerenartigen Steinfrüchten. Mittlerweile gibt es auch weißfruchtige Schönfruchtsorten auf dem Markt. Sie besitzen eine glänzende Oberfläche, können bis zu 4 mm dick werden und treten in Trugdolden auf. Im Garten sind Schönfruchtsträucher Augenweiden, die rasch alle Blicke auf sich ziehen. Die auffällig blau, violett oder weiß gefärbten Steinfrüchte des Strauchs stehen bis etwa Dezember am kahlen Ast und bilden somit einen Farbakzent in der winterlichen Landschaft. Als Vogelnährgehölz bieten die Früchte der Schönfrucht zusätzlich Nahrung im Winter.

Blüten der Schönfrucht
Die Blüten der Schönfrucht entstehen in den Blattachseln und blühen von Juni bis August [Foto: simona pavan/ Shutterstock.com]

Die beliebtesten Schönfrucht-Arten und -Sorten

Bei den Schönfruchtsträuchern gibt es verschiedene Arten und Sorten zur Auswahl. Wir stellen Ihnen die besten Arten und Sorten der Liebesperlensträucher vor.

  • Callicarpa americana: Amerikanische Schönfrucht mit einer Wuchshöhe von 1,8 bis 2,4 m und filzig behaarten Blättern. Die Früchte sind rotviolett und treten in Trugdolden auf.
  • Callicarpa bodinieri ˈMagical Purple Giantˈ: Bis 3 m hoher Strauch mit hellvioletten Früchten und rotoranger Herbstfärbung.
  • Callicarpa bodinieri ˈProfusionˈ: Liebesperlenstrauch mit 2 bis 4 m Höhe und bis zu 2,5 m breit. Sommergrüner Strauch und hellgelbe bis orange Herbstfärbung.
  • Callicarpa dichotoma ˈIssaiˈ: Filigran und schwach wachsender Purpur-Liebesperlenstrauch mit 2 m Höhe und 1,5 m Breite. Gut winterharte Sorte mit kleinen, rotvioletten Früchten und purpurner Herbstfärbung.
  • Callicarpa giraldii: Chinesische Schönfrucht mit 2 bis 3 m Höhe und Breite. Bildet im Herbst etwa 4 mm große, glänzend violette Früchte.
  • Callicarpa japonica ˈLeucocarpaˈ:Japanische Schönfrucht mit einer Wuchshöhe und -breite von 1,5 bis 2,5 m. Dieser Liebesperlenstrauch bildet weiße Früchte, die besonders auffällig aus dem sommergrünen Laub hervorlugen.
Früchte des Liebesperlenstrauches
Die beerenförmigen Früchte des Liebesperlenstrauchs können auch weiß gefärbt sein [Foto: Honki Kumanyan/ Shutterstock.com]

Ist die Schönfrucht giftig?

Die hübschen Früchte des Liebesperlenstrauchs sind giftig für Mensch und Haustiere wie Katzen oder Hunde. Die Schönfrucht ist also nicht essbar – besonders kleine Kinder können sich jedoch von den farbenfrohen Früchten angezogen fühlen. Spielen kleine Kinder also häufiger ohne Aufsicht im Garten, sollte man auf die Pflanzung einer Schönfrucht verzichten. Die beerenförmigen Steinfrüchte des Liebesperlenstrauchs sind aber für Vögel genießbar und einige Arten bedienen sich im Winter gern daran.

Liebesperlenstrauch pflanzen: Darauf sollte man achten

Wie bei den meisten Sträuchern ist auch bei der Schönfrucht die beste Pflanzzeit im Spätherbst – von Oktober bis November – oder alternativ im zeitigen Frühjahr im März. Den Liebesperlenstrauch kann man einzeln als Großstrauch setzen. Wenn die Befruchtung und somit der Fruchtansatz besser sein sollen, kann man aber auch mehrere Pflanzen, mit einem Abstand von etwa 2 Metern zueinander, zusammen pflanzen.

Der ideale Standort für den Liebesperlenstrauch ist sonnig und geschützt auf leichten bis mittelschweren sowie gleichmäßig feuchten, sauren bis schwach sauren Böden. Auf deutlich kalkhaltigen Standorten gedeiht der Strauch kaum und geht nach wenigen kümmerlichen Jahren ein. Auch mit saurem Substrat können diese Böden nur schwer tauglich gemacht werden, da die Wurzeln vor allem in die Tiefe reichen und dort wieder schnell auf kalkhaltige Erde stoßen. Mithilfe saurer Pflanzerde, beispielsweise Rhododendron-Substrat, können zumindest neutrale oder leicht alkalische Böden tauglich für den Liebesperlenstrauch gemacht werden. Lockern Sie vor der Pflanzung zunächst die Erde großräumig auf und arbeiten Sie nach Bedarf saure Erde ein. Das saure Substrat sollte vor allem tief im zukünftigen Pflanzloch ausgebracht werden, da der Liebesperlenstrauch kaum verzweigte Wurzeln und vor allem senkrechte Wurzeln, die sich kaum zur Seite hin ausbreiten, bildet.

Setzen Sie Ihre Schönfruchtsträucher nun in das vorbereitete Pflanzloch, befüllen Sie es mit Erde, drücken sie diese gut an und wässern Sie anschließend kräftig. Auf die Art bekommen die Wurzeln des Liebesperlenstrauchs Kontakt zum Erdboden und können gut anwachsen. Denken Sie bei Neupflanzungen im Spätherbst und noch jungen Sträuchern bis zum dritten Standjahr unbedingt an einen guten Winterschutz.

herbstlich gefärbte Schönfrucht-Blätter
Die im Herbst prächtig gefärbten Sträucher, wie hier die Schönfruchtsorte ˈProfusionˈ, benötigen nur wenig Pflege [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Tipp: Eine oberflächliche Schicht aus Rindenmulch wird mit der Zeit von Bodenorganismen zersetzt und fördert daher die Versauerung des Bodens, sodass sich das Milieu für den Schönfruchtstrauch erhält und verbessert. Diese Mulchmaterialien binden bei ihrer Zersetzung allerdings den essentiellen Nährstoff Stickstoff, sodass eine Ausgleichsdüngung sinnvoll wird, um die Schönfrucht ausreichend zu versorgen und keine Mangelsymptome hervorzurufen.

Wir empfehlen hier unseren Plantura Bio-Universaldünger, der oberflächlich unter dem Rindenmulch eingearbeitet wird und dort als Langzeitdünger die enthaltenen Nährstoffe langsam und gleichmäßig freisetzt.

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Zusammenfassung Liebesperlenstrauch pflanzen:

  • Pflanzzeit: Spätherbst oder im zeitiges Frühjahr
  • Standort: Sonnig und geschützt
  • Boden: Sauer bis schwach sauer
  • Pflanzabstand: Circa 2 Meter

Liebesperlenstrauch: Pflege

Der Liebesperlenstrauch ist ein recht pflegeleichtes Gehölz und eignet sich daher auch gut für Anfänger beim Gärtnern. Wir geben Tipps zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen, zur Düngung sowie zum Schneiden der Schönfrucht.

Schönfrucht gießen und düngen

Die Schönfrucht bevorzugt eine gleichmäßige Wasserversorgung und darf auch im Hochsommer nie ganz trockenstehen. Gießen Sie vor allem junge Pflanzen in heißen Sommern morgens und bedecken Sie den Boden unter dem Strauch mit einer Mulchschicht aus Rindenmulch, Pflanzenschnitt oder Laub, um die Verdunstung zu verringern. Etablierte, ältere Sträucher kommen in der Regel ganz ohne zusätzliche Bewässerung aus. Anders verhält es sich bei Liebeperlensträuchern im Topf, denn hier muss regelmäßig gewässert und andererseits Staunässe mithilfe einer 3 bis 5 cm dicken Drainageschicht und eines guten Wasserablaufs verhindert werden. Der Liebesperlenstrauch muss im Allgemeinen nicht extra gedüngt werden. Sie können jedoch das Anwachsen frisch gepflanzter Sträucher mit einem oberflächlich eingearbeiteten Langzeitdünger, wie unserem Plantura Bio-Universaldünger, unterstützen. Das vorwiegend organische Düngegranulat wird durch Bodenorganismen langsam zersetzt und gibt somit über einen langen Zeitraum seine Nährstoffe für die Pflanzenwurzeln frei.

Liebesperlenstrauch schneiden

Der Liebesperlenstrauch ist gut schnittverträglich und kann direkt nach der Blüte leicht zurückgeschnitten werden, um ihn in Form zu halten. Werden die Sträucher zu groß und beginnen zu verkahlen oder blühen kaum mehr, sollte man hingegen einmal stark zurückschneiden. Dieser circa alle drei bis vier Jahre notwendige Rückschnitt um etwa die Hälfte der Ästlänge kann in der Ruhezeit des Liebesperlenstrauchs zwischen November und Anfang März erfolgen. Zu lange, verkahlte, nach innen wachsende oder auch durch Frost beschädigte Äste werden mit einer scharfen Gartenschere abgeschnitten. Nach dem Rückschnitt treibt die Schönfrucht frisch aus und wird erst wieder im folgenden Jahr am zweijährigen Holz Blüten und Früchte tragen.

Liebesperlenstrauch vermehren

Liebesperlensträucher können durch Aussaat und Stecklinge vermehrt werden. In den beerenförmigen Steinfrüchten befinden sich die Samen der Schönfrucht. Die Aussaat kann das ganze Jahr über im Haus stattfinden. Weichen Sie hierfür die Samen des Liebesperlenstrauchs etwa 24 Stunden lang in lauwarmem Wasser ein. Befüllen Sie vor der Aussaat eine Anzuchtschale oder Töpfe mit einer nährstoffarmen Anzuchterde wie unserer Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde. Die eingeweichten Samen sät man nun etwa 1 cm tief in die Erde, befeuchtet sie gut und lässt sie bei circa 20 °C keimen. Der Liebesperlenstrauch benötigt bei gleichmäßiger Feuchte und Wärme etwa zwei bis drei Wochen zur Keimung. Nach ein paar Wochen bilden sich die ersten echten Laubblätter und die Pflänzchen können umgetopft oder nach draußen ausgepflanzt werden.

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Junge, einjährige Triebe der Schönfrucht können im Juni und August für die Stecklingsvermehrung geschnitten werden. Schneiden Sie hierfür einjährige Triebe ohne Beeren auf etwa 10 cm Länge ab, entfernen Sie alle Blätter bis auf die obersten und stecken Sie die Triebstücke in ein mit einer Mischung aus Anzuchterde und einem Drittel Sand gefülltes Anzuchtgefäß. Es sollten nur noch die obersten Blätter und etwa 1 cm Stiel aus der Erde herausragen. Halten Sie über die nächsten Wochen die Erde gut feucht und stellen Sie die Stecklinge kühl und hell bei etwa 10 bis 15 °C auf. Den Winter über verbringen die angewurzelten Schönfruchtsträucher frostfrei und mit sparsamer Wasserversorgung im Haus. Ausgepflanzt werden die Liebesperlensträucher erst im folgenden Frühjahr.

Vogel sitzt in Liebesperlenstrauch
Die Früchte der Schönfrucht dient im Winter Vögeln, wie dem Rotkehlchen, als Nahrung [Foto: nnattalli/ Shutterstock.com]

Ist der Liebesperlenstauch winterhart?

Die Schönfrucht ist bei uns großenteils winterhart. Viele Sorten, wie beispielsweise Callicarpa dichotoma ˈIssaiˈ, vertragen auch kältere Temperaturen bis -20 °C. Kalte Winter, wie sie bei uns auch auftreten können, setzen besonders jungen Schönfruchtsträuchern jedoch hart zu. Hier kann ein Großteil des Strauches zurückfrieren. Die Pflanzen sind daher dankbar für einen Winterschutz aus Laub und Kompost am Boden und einer Vlies- oder Jute-Bedeckung des oberirdischen Teils bei jungen und frisch gepflanzten Sträuchern. Ab etwa dem dritten Standjahr sind alle Schönfruchtsträucher winterhart. Liebesperlensträucher im Kübel sollten frostfrei im Gartenhäuschen oder Schuppen überwintert werden, denn hier besteht das Risiko, dass die Erde im Topf mitsamt den empfindlichen Wurzeln durchfriert und die ganze Pflanze abstirbt.

Ein weiteres wunderschönes Gehölz mit Herbstfärbung ist die Felsenbirne, die noch dazu köstliche Früchte produziert und für Bienen wie Vögel Nahrung bietet.

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