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Osterkaktus: Standort, Pflege & Vermehrung

Der Osterkaktus ist in vielen unterschiedlichen Farben erhältlich und blüht, wie der Name vermuten lässt, oft pünktlich zur Osterzeit. Wir geben Tipps, wie Sie die Blütenbildung anregen können.

rosa Osterkaktus
Der Osterkaktus blüht bei richtiger Pflege in etwa zu Ostern [Foto: jessicahyde/ Shutterstock.com]

Wie viele Kakteen ist auch der Osterkaktus eine recht pflegeleichte Pflanze. Wird die winterliche Ruhepause eingehalten, kann man sich im Frühjahr an den bunten Blüten erfreuen. Hier zeigen wir Ihnen, was es bei Pflege und Standortwahl zu beachten gilt.

Osterkaktus: Blüte, Herkunft und Eigenschaften

Beim Osterkaktus (Hatiora x graeseri) handelt es sich um Hybriden zweier Arten der Gattung Hatiora aus der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae), nämlich Hatiora rosea und Hatiora gaertneri. Auch die Elternteile findet man im Handel als Osterkakteen. Beide Arten sind im Süden Brasiliens verbreitet und wachsen dort in den höher gelegenen Nebelwäldern aufsitzend auf Bäumen oder anderen Pflanzen. Die Triebe des Osterkaktus sind sukkulent und in flache Abschnitte gegliedert, die erst rot erscheinen und sich später grün färben. Mit zunehmendem Alter hängen die Triebe über den Topfrand hinaus. Der Osterkaktus ist daher auch in der Blumenampel ein echter Hingucker. Im Frühjahr zwischen März und April gelangt der Osterkaktus zur Blüte. Die glockenförmigen Blüten sitzen am Ende der Triebe und können die unterschiedlichsten Farben annehmen – von Rot über Orange und Gelb bis hin zu Rosa oder Weiß. Entscheidend für die Blütenpracht zu Ostern ist eine winterliche Ruhephase, in der die Blütenbildung angeregt wird.

Blätter des Osterkaktus
In den Trieben kann Wasser gespeichert werden [Foto: SOMNATH MAHATA/ Shutterstock.com]

Die schönsten Arten und Sorten

Neben den weit verbreiteten Hybriden werden teilweise auch die beiden Elternarten Hatiora rosea und Hatiora gaertneri als Osterkakteen bezeichnet.

  • Hatiora rosea: Diese Art besitzt rosafarbene Blüten, wie der Name schon erahnen lässt. In Brasilien, wo Hatiora rosea heimisch ist, gilt sie bereits als gering gefährdet. Dort wächst die Pflanze in Höhenlagen von bis zu 2000 Metern.
rosane Blüten des Osterkaktus
Hatiora rosea besitzt rosafarbene Blüten [Foto: jessicahyde/ Shutterstock.com]
  • Hatiora gaertneri: Im Gegensatz zu Hatiora rosea besitzt Hatiora gaertneri leuchtend rote Blüten. Die Triebe hängen herab, weshalb Osterkakteen auch in Ampeltöpfen eine gute Figur machen. Auch diese Art steht auf der Roten Liste und gilt als gefährdet.
Osterkaktus rote Blüten
Hatiora gaertneri entwickelt rote Blüten [Foto: Natalka De/ Shutterstock.com]
  • Hatiora x graeseri: Die Hybriden der beiden oben genannten Arten heißen Hatiora x graeseri. Bei den im Handel erhältlichen Osterkakteen handelt es sich meist um eben diese Hybriden. Neben Rot und Rosa gibt es sie auch noch in vielen anderen Farben.

Osterkaktus: Standort, Erde und Co.

Wählen Sie für den Osterkaktus einen Standort, der hell, aber nicht vollsonnig ist. Bei zu hoher Sonneneinstrahlung können sich die Triebe rot verfärben. In der Wachstumszeit zwischen März und Oktober sollte die Temperatur zwischen 16 und 24 °C liegen. Wenn es im Sommer auch nachts nicht mehr kälter als 10 °C wird, können Sie den Osterkaktus problemlos nach draußen stellen. Auch hier sollte ein Standort gewählt werden, der vor der prallen Sonne geschützt ist. Außerdem benötigt der Osterkaktus eine erhöhte Luftfeuchtigkeit, die zum Beispiel durch gelegentliches Besprühen mit Wasser erreicht werden kann.
Im Winter mag es der Osterkaktus ebenfalls hell, allerdings muss die Temperatur nun niedriger sein, damit Blüten für das kommende Frühjahr angelegt werden. Während der Wintermonate sollten Sie dem Osterkaktus eine Ruhepause gönnen, in der die Pflegemaßnahmen wie Düngen und Gießen weitestgehend eingestellt werden und die Temperatur auf rund 10 °C gesenkt wird. Nach etwa sechs Wochen Winterpause kann die Temperatur dann langsam auf 20 °C erhöht werden. Auf einen Standortwechsel reagiert der Osterkaktus in dieser Zeit sehr empfindlich und sollte am besten nicht verstellt oder gedreht werden.

Osterkaktus weiße Blüten
Osterkakteen gibt es in verschiedenen Farben [Foto: Nick Pecker/ Shutterstock.com]

Als Substrat eignet sich ein lockeres, gut durchlüftetes Substrat mit einem leicht sauren pH-Wert. Eine passende Erde lässt sich ganz leicht selbst herstellen. Dafür mischen Sie zwei Teile torffreie Blumenerde mit einem Teil Quarzsand. Für die Basis greifen Sie am besten zu einer hochwertigen Erde wie zum Beispiel unserer Plantura Bio-Blumenerde. Sie liegt mit ihrem pH-Wert von 6,1 bis 6,9 im optimalen Bereich für den Osterkaktus und enthält wichtige Nährstoffe, die der Osterkaktus in der ersten Zeit zum Wachsen benötigt. Zudem ist die Erde durch den enthaltenen Blähtonbruch besonders locker und strukturstabil und kommt ganz ohne Torf aus.

Tipp: Eine Schicht aus Tonscherben oder Steinen auf dem Topfboden ist sehr wichtig, um Staunässe zu vermeiden.

Osterkaktus-Pflege: Das ist zu beachten

Wenn man einige Aspekte beachtet, ist die Osterkaktus-Pflege nicht besonders aufwändig. Für die Blütenbildung benötigt er allerdings ein etwas spezielleres Vorgehen. Eine sechs- bis achtwöchige Ruhepause ist wichtig, damit der Osterkaktus im Frühjahr Blüten entwickeln kann. Auch nach der Blüte wird eine erneute Ruhephase von sechs Wochen verordnet, in der weniger gegossen und nicht gedüngt wird.

Osterkaktus im Topf
Der Standort für den Osterkaktus sollte hell und warm sein [Foto: M.Bailey/ Shutterstock.com]

Gießen und düngen

Der Osterkaktus braucht weder besonders viel Wasser, noch hat er einen hohen Nährstoffbedarf. Gießen Sie ihn im Frühjahr und Sommer am besten, sobald das Substrat oberflächlich antrocknet. Vermeiden Sie eine vollständige Austrocknung des Wurzelballens ebenso wie Staunässe. Überschüssiges Gießwasser sollte etwa zehn Minuten nach der Wassergabe entfernt werden. Ideal ist zimmerwarmes und kalkfreies Wasser. Besprühen Sie den Osterkaktus außerdem regelmäßig mit kalkfreiem Wasser, da er eine etwas höhere Luftfeuchtigkeit benötigt. Im Winter kann etwas seltener gegossen werden, vor allem in der Ruhephase bei niedrigen Temperaturen benötigt der Osterkaktus nicht viel Wasser. Gießen Sie daher während der Ruhephase nur so viel, dass das Substrat nicht vollständig austrocknet.

Eine Nährstoffzufuhr ist lediglich im Sommer, etwa von April bis Oktober nötig. Zu dieser Zeit sollten Sie dem Osterkaktus etwa alle drei Wochen einen Grünpflanzendünger in halber Konzentration verabreichen. Hierfür eignet sich beispielsweise unser Plantura Bio-Zimmer- & Grünpflanzendünger, den Sie einfach ins Gießwasser mischen können. Neben wichtigen Nährelementen enthält unser vornehmlich organischer Dünger auch Mikroorganismen, die das Wurzelwachstum fördern. Seine Herstellung schont Ressourcen und somit auch unsere Umwelt.

Osterkaktus draußen in der Sonne
Im Sommer darf der Osterkaktus auch nach draußen gestellt werden [Foto: panattar/ Shutterstock.com]

Osterkaktus schneiden

Es ist nicht notwendig, den Osterkaktus zu schneiden. Falls er jedoch zu groß geworden ist, können Sie einzelne Triebe an der gewünschten Stelle mit einem scharfen Messer abschneiden. Diese sind auch nützlich, um den Osterkaktus zu vermehren. Der Schnitt sollte dabei unbedingt nach der Blütezeit erfolgen, damit die Blüte nicht beeinträchtigt wird.

Osterkaktus umtopfen

Wenn es im alten Topf zu eng geworden ist, sollten Sie den Osterkaktus umtopfen. Auch das geschieht am besten nach der Blütezeit. Legen Sie eine Drainageschicht aus Tonscherben, Kies oder Blähton auf den Topfboden und pflanzen Sie den Osterkaktus in geeignetes, durchlässiges Substrat. Meist ist ein Umtopfen alle zwei bis drei Jahre nötig. In der Zwischenzeit reicht es aus, nur die obere Substratschicht zu entfernen und mit neuer Erde aufzufüllen.

Blüten des Osterkaktus in der Ruhephase
Wichtig für die Blütenbildung ist die Ruhephase im Winter [Foto: Lapina/ Shutterstock.com]

Der Osterkaktus blüht nicht: Was kann man tun?

Ihr Osterkaktus blüht nicht? Das kann folgende Gründe haben:

  • Fehlende Ruhephase: Der häufigste Grund für eine ausbleibende Blüte ist wohl eine falsche Überwinterung. Für die Anlage der Blütenknospen benötigt der Osterkaktus einen hellen, jedoch kühlen Platz mit Temperaturen von etwa 10 °C. Die Ruhephase sollte vier bis acht Wochen dauern und der Standort währenddessen nicht gewechselt werden. Wenn sich erste Knospen zeigen, können Sie die Temperatur langsam erhöhen.
  • Falsche Pflege: Auch wenn die Winterruhe für die Blütenbildung sehr wichtig ist, kann es dennoch sein, dass der Osterkaktus aufgrund fehlender Nährstoffe oder wegen zu wenig Platz keine Blüten bildet. Prüfen Sie deshalb, ob der Topf groß genug und das Substrat nicht zu nass ist. Während der Wachstumsphase benötigt der Osterkaktus außerdem regelmäßige Nährstoffgaben.
rosa Blüten des Osterkaktus
Die Blüten können mit der Hand bestäubt werden, um später Saatgut zu gewinnen [Foto: WitoldS/ Shutterstock.com]

Osterkaktus vermehren

Um den Osterkaktus zu vermehren, können Sie Stecklinge oder Saatgut nutzen.

Stecklinge: Schneiden Sie mit einem scharfen Messer einen etwa 10 cm langen Trieb von der Pflanze ab. Lassen Sie ihn drei Tage an der Luft trocknen und stecken Sie ihn mit der Schnittstelle ins Substrat. Gut geeignet ist ein Gemisch aus zwei Teilen Blumenerde und einem Teil Quarzsand. Befeuchten Sie die Erde und wählen Sie einen hellen und warmen Platz für den Steckling. Temperaturen von etwa 23 °C sind ideal. Nach circa vier Wochen werden Wurzeln gebildet.

Samen: Auch eine Vermehrung über Samen ist möglich. Dazu müssen die Osterkaktus-Blüten bestäubt werden. Die Bestäubung kann von Hand mit dem Pinsel erfolgen oder auch durch Selbstbestäubung einzelner Blüten. Nachdem Früchte gebildet wurden, können die Samen herausgelöst und auf feuchtem Substrat verteilt werden. Eine Abdeckung mit Frischhaltefolie sorgt für höhere Luftfeuchtigkeit und beschleunigt das Wachstum. Die Keimung erfolgt an einem hellen und warmen Standort nach etwa drei Wochen.

Triebe des Osterkaktus
Die Triebe können abgeschnitten und für die Vermehrung verwendet werden [Foto: COULANGES/ Shutterstock.com]

Ist der Osterkaktus giftig?

Der Osterkaktus ist nicht giftig und lässt sich daher an jeden passenden Ort in der Wohnung stellen. Auch wenn er im Sommer im Freien steht, müssen Sie sich keine Sorgen machen.

Ganz ähnlich wie der Osterkaktus sieht auch der Weihnachtskaktus aus. Seine Blüte findet allerdings, wie der Name verrät, zu einem anderen Zeitpunkt statt. Hier erfahren Sie, wie Sie die Blütenbildung des Weihnachtskaktus anregen können.

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