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Kapern pflanzen: Alles zum Anbau im eigenen Garten

Mit einem Kapernstrauch holen Sie sich mediterranes Urlaubsflair in den eigenen Garten. Wir verraten, was Sie beim Pflanzen von Kapern beachten müssen.

Kapernpflanzen an Felsen wachsend
Kapern sind ein mediterranes Gewächs, können aber bei uns im Topf angebaut werden [Foto: Renato Murolo 68/ Shutterstock.com]

Ein Kapernstrauch (Capparis spinosa) ist auf jeden Fall eine optische Bereicherung für den Garten, den Balkon oder die Terrasse. Und obendrein liefert er auch noch leckere Kapern, die Sie sich gut im Salat oder auf der Pizza schmecken lassen können. Obwohl es Kapern sonnig und warm mögen, ist es nicht unmöglich, sie auch bei uns anzubauen. Deshalb verraten wir Ihnen alles, was Sie wissen müssen, damit der Kapernstrauch auch bei Ihnen wachsen und gedeihen kann. In diesem Artikel klären wir über den idealen Standort und das richtige Vorgehen beim Pflanzen von Kapern auf.

Wer sich entschließt, Kapern vom eigenen Strauch zu ernten, braucht einen langen Atem. Denn es dauert zunächst sehr lange, bis aus dem Samen ein Kapernstrauch heranwächst. Außerdem sind die Wurzeln des Kapernstrauches äußerst empfindlich und verzeihen selbst kleinste Beschädigungen nicht so leicht. Wer jedoch geduldig und behutsam ist, wird belohnt: Der Strauch entwickelt feine Blütenknospen, die als Kapern geerntet und eingelegt werden können. Verbleiben die Knospen am Strauch, entwickeln sich daraus wunderschöne, exotische Blüten. Damit das Pflanzen des mediterranen Gewächses auch gelingt, ist Expertenwissen vonnöten, denn die Kaper ist in unseren Breiten nur eher selten anzutreffen. Das aber können Sie jetzt ändern, indem Sie sich Ihren eigenen Kapernstrauch zulegen.

Wann sollte man Kapern pflanzen?

Die Frage, wann der beste Zeitpunkt zum Pflanzen von Kapern ist, lässt sich leider nicht so leicht beantworten. Denn Kapernsamen können nicht ohne Weiteres in die Erde gesteckt werden. Dies benötigt einige Vorbereitungen. Zunächst müssen die Samen für zwei Monate kühl und feucht gelagert werden, um überhaupt keimfähig zu werden. Damit können Sie ab Januar bis Ende Februar anfangen. Der beste Zeitpunkt zum Einpflanzen des keimfähigen Saatgutes ist dann von Anfang März bis Ende April. Ab dann heißt es abwarten, denn Kapern benötigen zwei bis drei Monate, bis sie zu keimen beginnen. Haben Sie einen schon vorgezogenen Kapernstrauch gekauft, können Sie diesen am besten zwischen April und Mai einpflanzen.

Kapern in Glasschüssel
Erntet man die Knospen der Kapernblüten, können diese eingelegt und als Kapern genossen werden [Foto: tabak lejla/ Shutterstock.com]

Zusammenfassung: Wann Kapern pflanzen?

  • Vorbereitung: Januar bis Februar
  • Aussaat: März bis April
  • Keimdauer: 2 – 3 Monate
  • Pflanzen: April bis Mai

Wie sieht der perfekte Standort für Kapern aus?

Kapern sind sehr kälteempfindlich und können daher den Winter bei uns nicht im Freien überstehen. Das bedeutet, dass Sie Ihren Kapernstrauch nur im Topf anpflanzen können. So kann der Strauch im Winter in ein wärmeres Quartier umziehen. Im Sommer steht die Kaper dann aber gerne draußen auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten. Dort sollte der Strauch geschützt und möglichst warm gehalten werden. Ein guter Platz ist daher an einer Hauswand oder einer Mauer. Hinsichtlich der Lichtverhältnisse gilt: Sonne, Sonne und noch mehr Sonne. Umso heller und wärmer, desto wohler fühlt sich Ihr Kapernstrauch.
Was den Standort betrifft, so unterscheidet sich dieser auch nicht von seinen mediterranen Mitgewächsen, die überwiegend einen trockenen und kalkhaltigen Boden bevorzugen. Staunässe ist zwingend zu vermeiden. Der Boden sollte also möglichst durchlässig sein.

Überblick: Wo Kapern pflanzen?

  • Kapern sind nicht winterhart, daher im Topf kultivieren
  • Sonniger bis vollsonniger Standort
  • Geschützt und möglichst warm
  • Trockener und kalkhaltiger Boden
  • Staunässe vermeiden
Kapernpflanze mit Blüten an Mauer wachsend
Kapern lieben es möglichst warm und sonnig., ideal ist daher ein Platz an einer Hauswand oder vor einer Mauer [Foto: tilezia/ Shutterstock.com]

Tipp: Die langen Zweige des Kapernstrauches neigen sich schnell nach unten. Deshalb kann er auch gut als Hängepflanze Trockenmauern oder Ampeln schmücken.

Wie geht man beim Pflanzen von Kapern vor?

Um Kapern einpflanzen zu können, müssen die Samen erst einmal vorbereitet werden. Legen Sie die Samen zunächst für zwölf Stunden in lauwarmes Wasser ein. Im nächsten Schritt müssen die Samen stratifiziert, das heißt durch einen Kältereiz über einen bestimmten Zeitraum keimfähig gemacht werden. Dafür legen Sie die Samen feucht – beispielsweise in einer Plastiktüte oder in einem Tuch – in das Gemüsefach des Kühlschrankes. Dort ruhen die Samen für ganze zwei Monate. Sind die acht Wochen vergangen, nehmen Sie das Saatgut aus dem Kühlschrank und legen es erneut für einen Tag in lauwarmes Wasser ein.

Kapern auf das Pflanzen vorbereiten:

  • Kapernsamen für einen Tag in lauwarmem Wasser quellen lassen
  • Samen für 2 Monate feucht (z.B. in Plastiktüte oder im Tuch) im Kühlschrank lagern
  • Danach erneut für einen Tag in lauwarmes Wasser einlegen

Wurde das Saatgut wie oben beschrieben vorbereitet, können Sie mit dem Einpflanzen fortfahren. Bereiten Sie dafür zunächst das Pflanzgefäß und das Substrat vor. Kapern mögen kein zu schweres und auch kein nährstoffreiches Substrat. Daher empfehlen wir, normale Blumenerde im Verhältnis 1:3 mit Sand zu mischen oder spezielle Kakteenerde für die Kaper zu verwenden. Als Nächstes wird nun eine Drainageschicht angelegt. Dafür eignen sich beispielsweise Blähton oder Tonscherben. Befüllen Sie dann das Pflanzgefäß mit dem passenden Substrat. In einem Zentimeter Tiefe wird das Kapernsaatgut abgelegt, leicht mit Substrat bedeckt und angegossen. In einem selbstgebastelten Mini-Gewächshaus oder an einem sonnigen, warmen Platz auf der Fensterbank herrschen die besten Bedingungen zum Keimen. Die Temperatur sollte dabei nicht unter 20 °C liegen. Nun heißt es, wie gesagt, geduldig sein, denn es kann schon mal zwei bis drei Monate dauern, bis der Kapernsamen zu keimen beginnt. Ist es Ihnen gelungen, Ihren Kapernsamen zum Keimen zu bringen, ist die Arbeit damit noch nicht getan. Der Keimling muss nun so lange gehegt und gepflegt werden, bis er richtig angewachsen ist. Das kann wiederum mehrere Monate dauern. Bis die junge Pflanze schließlich angewachsen ist, muss sie regelmäßig gegossen werden, da sie sehr leicht vertrocknen kann.

Kapern aussäen – Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Substrat anmischen
  2. Drainageschicht anlegen
  3. Pflanzgefäß mit Substrat füllen
  4. Saattiefe: 1 cm
  5. Befeuchten
  6. Keimtemperatur: über 20 °C
  7. In Mini-Gewächshaus oder auf warme Fensterbank stellen
  8. Substrat regelmäßig feucht halten
  9. Junge Pflanze so lange gewissenhaft gießen, bis sie angewachsen ist
Blüten der Kapernpflanze
Die Kapernpflanze überzeugt auch optisch mit ihren filigranen Blüten [Foto: Renato Dragona99/ Shutterstock.com]

Haben Sie einen bereits vorgezogenen Kapernstrauch gekauft, benötigt dieser auch ein Pflanzgefäß mit Abflussloch und Untersetzer. Spezielles Substrat und eine Drainageschicht sind ebenfalls ein Muss. Befüllen Sie das Gefäß zu circa einem Drittel mit Substrat und setzen Sie die Pflanze nur so tief hinein, wie sie auch im Container stand. Dann befüllen Sie das Gefäß vollends mit Substrat und gießen die Pflanze leicht an.

Zusammenfassung: Wie Kapernstrauch einpflanzen?

  • Substrat anmischen
  • Drainageschicht anlegen
  • Gefäß zu einem Drittel mit Substrat füllen
  • Strauch mittig einsetzen
  • Pflanze nur so tief einsetzen, wie sie auch im Container stand
  • Pflanzgefäß mit Substrat auffüllen
  • Leicht angießen

Warnung: Kapern haben ein sehr empfindliches Wurzelwerk und reagieren höchst sensibel auf Beschädigungen oder Verletzungen an den Wurzeln. Daher sollten Sie beim Einpflanzen und beim Handhaben Ihres Kapernstrauches immer äußerst vorsichtig sein.

Noch mehr Informationen zum Pflegen und Ernten von Kapern können Sie hier in nachlesen.

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