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Rheinischer Krummstiel: Den Apfel pflanzen, pflegen & ernten

Kati
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Ich bin gelernte Gärtnerin und studierte Gartenbauwissenschaftlerin und liebe alles was wächst und grünt! Egal ob Strauch, Baum, Nutzpflanze oder vermeintliches Unkraut: Für mich ist jede Pflanze ein kleines Wunder.
Im Garten versorge ich meine 13 Hühner, baue Obst & Gemüse an und beobachte ansonsten, wie sich die Natur selbst verwaltet und gestaltet.

Lieblingsobst: Heidelbeere, Apfel
Lieblingsgemüse: Schmorgurke, Grünkohl, grüne Paprika

Wenn Sie eine unkomplizierte und natürlich gesunde Apfelsorte für Ihren Garten suchen, ist der ‘Rheinische Krummstiel’ genau das richtige für Sie. Wir stellen die alte Apfelsorte vor und geben Tipps zu Anbau, Pflege und Ernte.

Rheinischer Krummstiel-Apfel hängt am Baum
Der ‘Rheinische Krummstiel’ ist eine robuste und leicht zu pflegende Sorte [Foto: prambuwesas/ Shutterstock.com]

Der ‘Rheinische Krummstiel’ ist eine alte deutsche Sorte, die wegen ihrer allgemeine Robustheit und vielfältige Verwendbarkeit perfekt für Hausgärten geeignet ist. Wer diesen unkomplizierten und schmackhaften Apfel in seinem Garten willkommen heißen will, sollte wegen des kräftigen Wuchses jedoch viel Platz haben oder regelmäßig zur Schere greifen.

Rheinischer Krummstiel: Steckbrief

Fruchtmittelgroß bis groß; grünlich- bis zitronengelbe Grundfarbe mit trüb- bis leuchtend roter Deckfarbe
Geschmacksaftig, süßweinsäuerlich, aromatisch
Ertraghoch und regelmäßig
Erntezeitab Oktober
Genussreifeab Dezember
Lagerfähigkeitsehr gut; bis Mai lagerbar
Wuchsanfangs stark, später mittelstark
Klimabevorzugt warme Lagen und Seeklima; verträgt auch Höhenlagen
Krankheiten und Schädlingeauf ungünstigen Standorten anfällig für Mehltau

Geschichte und Herkunft

Über die Geschichte des ‘Rheinischen Krummstiels’ ist nicht viel bekannt. Verschiedene Quellen sind sich einig, dass die Sorte über 200 Jahre alt sein muss und irgendwo zwischen Köln und Bonn entstanden ist. 1828 wurde der ‘Rheinische Krummstiel’ zum ersten Mal pomologisch beschrieben und zwar von Adrian Diel (*1756, † 1838), dem Begründer der Pomologie in Deutschland. Heute wird die Sorte häufiger in der Steiermark angetroffen, was wohl daran liegt, dass sie das dort vorherrschende Klima besonders gut verträgt.

Krummstiel-Apfel: Eigenschaften, Geschmack und Aussehen

Der ‘Rheinische Krummstiel’ ist mittelgroß bis groß und kann verschiedene Formen annehmen: Mal ist er einseitig verdickt, mal eiförmig, fassförmig, kugelförmig und plattgedrückt oder aber auch walzenkegelförmig. Die Grundfarbe der feinen, mattglänzenden Schale ist im baumreifen Zustand grünlich-gelb und wird später zitronengelb. Eine unvollständige, trüb- oder leuchtend rote, gestreifte oder geflammte Deckfarbe bildet sich Sonnenseits oder auch auf der ganzen Frucht aus.

Der Name der Sorte erklärt sich mit einem Blick auf die Stielgrube. Sie ist eng und besitzt häufig eine fleischige Nase, die den dicken, knopfig-kurzen Stiel zur Seite drückt. Das Fruchtfleisch unter der dünnen Schale ist baumreif noch grünlich-gelb und sehr fest, mit fortschreitender Reife wird es fast weiß. Mit seiner eher feinen Textur, dem saftigen Mundgefühl und dem aromatischen, süßweinsäuerlichen Geschmack ist das Fruchtfleisch sehr delikat. Auch unangebissen verströmt die Frucht einen merkbaren, süßen Duft.

Anbau und Pflege der Apfelsorte ‘Rheinischer Krummstiel’

Die Apfelsorte ‘Rheinischer Krummstiel’ ist eine gute Wahl für viele Hausgärten: Sie stellt keine großen Ansprüche an den Boden. Dieser kann humos, lehmig oder auch etwas schwerer und tonreicher sein. Nur extrem leichte und sandige Böden sollten großflächig mit reichlich reifem Kompost oder einer hochwertigen Pflanzerde wie unserer torffreien Plantura Bio-Universalerde verbessert werden. Warme Lagen werden bevorzugt, doch auch Höhenlagen, etwa am süd-westlich oder süd-östlich gelegenen Hang werden gut vertragen. Die Sorte ‘Rheinischer Krummstiel’ liebt höhere Luftfeuchte und gedeiht damit im Seeklima besonders gut.

Äpfel der Sorte Rheinischer Krummstiel
Der kurze, oft krumme Stiel des ‘Rheinischen Krummstiels’ ist namensgebend für die Sorte

Der Wuchs des ‘Rheinsichen Krummstiels’ ist in der Jugend stark, später mittelstark. Unabhängig vom Alter verzweigt sich diese Sorte schlecht. Ein gelegentlicher Schnitt, um das Austreiben von Seitenknospen zu provozieren, ist daher angebracht. So wird stets junges Fruchtholz generiert. Im Alter wird die Krone ungeschnittener ‘Rheinischer Krummstiele’ breitkugelig und stark überhängend. Dies sieht besonders malerisch aus, sorgt jedoch dafür, dass die Bäume nicht zu Straßenbäumen geeignet sind. Auch beim Mähen im Garten kann die Krone störend werden. Auch dieses Wuchsverhalten spricht dafür, dass die Sorte gelegentlich geschnitten werden sollte.

Die alte Sorte kann als Hochstamm auf eigener Wurzel, oder veredelt auf Sämlings-Unterlagen extensiv bewirtschaftete Obstwiesen bereichern und dort fast sich selbst überlassen werden. Als Halb- oder Viertelstamm oder auch als Buschbaum lässt sich der ‘Rheinische Krummstiel’ aber auch gut in einen Hausgarten integrieren: Hierzu sollten dann mittelstark wachsende Unterlagen wie M7 oder M4 verwendet werden. Der Aufwand für den Schnitt fällt dann etwas stärker ins Gewicht.

Die Blüte des ‘Rheinischen Krummstiels’ erscheint mittelspät bis spät, hält lange an und ist unempfindlich gegenüber Frost. Gute Befruchter sind die Sorten ‘Berner Rosenapfel’, ‘Cox Orange‘, ‘Croncels’, ‘Danziger Kantapfel’ und die ‘Goldparmäne‘.

Sehr praktisch ist, dass die Äpfel der Sorte lange am Baum hängen bleiben und erst nach den ersten Frösten zu Boden fallen. Hat sich der Baum erst einmal an seinem Wuchsort eingerichtet, trägt er reich und regelmäßig, wenn er nicht durch einen zu radikalen Apfelbaum-Schnitt aus dem physiologischen Gleichgewicht gebracht wird.
Der robuste ‘Rheinische Krummstiel’ ist nur in geringem Maße für Apfelschorf anfällig aber kann in Lagen mit viel morgendlichem Tau leicht von Mehltau befallen werden.

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Ernte und Verwendung des Apfels

Der ‘Rheinische Krummstiel’ kann ab Oktober geerntet und eingelagert werden. Seine volle Genussreife erreicht er jedoch erst im Dezember. Bei kühler, etwas feuchter Lagerung – etwa in einem Erdkeller – hält sich diese Sorte ohne Probleme bis in den Mai. Während der Lagerung wird das Fruchtfleisch weicher aber nicht mürbe und entwickelt sein volles Aroma. Durch die feste Schale kann der Apfel auch problemlos versendet werden. Er wird als Tafelapfel, zum Kochen oder Mosten verwendet.

Eine hervorragende Kombination für den etwas geräumigeren Hausgarten sind der ‘Rheinischen Krummstiel’ und der ebenfalls eher starkwüchsige und sehr leckere ‘Cox Orange‘. Denn erstens befruchten sich die Sorten gegenseitig, und zweitens ist der ‘Cox Orange’ bereits zwischen Oktober und November genussreif.