Himbeer-Krankheiten: Erkennen & bekämpfen

Theresa
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Ich habe Nutzpflanzenwissenschaften studiert und habe schon immer gern gegärtnert, auch wenn mir die ersten Versuche als kleines Kind eher missglückten. Mit der Expertise aus meinem Studium gelingt mir jetzt fast alles – besonders spannend finde ich Themen wie Mischkultur, Hochbeete und Kompostierung.

Lieblingsobst: Kirschen, Zwetschgen und Birnen
Lieblingsgemüse: Brokkoli, Mangold und Erbsen

Wenn Himbeeren Krankheiten haben, kann das die Ernte gefährden. Wir stellen die häufigsten Himbeer-Krankheiten mit Bildern vor und zeigen Gegenmaßnahmen.

Himbeeren mit Krankheit
Himbeer-Krankheiten sind ärgerlich, lassen sich aber zum Glück vorbeugen [Foto: studiomirage/ Shutterstock.com]

Himbeeren (Rubus idaeus) lassen sich hervorragend im heimischen Garten anbauen. Leider bleibt auch die Himbeere nicht von Pflanzenkrankheiten verschont. Sicherlich haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, welche Krankheit Ihre Himbeere hat. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diese Krankheiten an Himbeeren erkennen, behandeln und einem Befall vorbeugen können.

Krümelfrüchtigkeit bei Himbeeren

Die Himbeere ist eine Sammelsteinfrucht. Das heißt, was wir als Himbeere bezeichnen, sind eigentlich viele kleine Steinfrüchtchen, die aneinanderhaften. Der Name „Krümelfrüchtigkeit“ verdeutlicht sehr gut, worum es bei dieser Krankheit geht: Die einzelnen Steinfrüchte halten nicht mehr zusammen und die Himbeere fällt beim Pflücken oder Lagern auseinander.

Krümelfrüchtigkeit bei Himbeeren erkennen

Krümelfrüchtigkeit ist vor der Ernte an kleineren Früchten, die aus wenigen Steinfrüchten bestehen, zu erkennen. Die einzelnen Steinfrüchtchen, die eine Himbeere bilden, sind hierbei oft verdickt. Bei der Ernte ist die Krümelfrüchtigkeit sehr einfach erkennbar, da die Früchte beim Pflücken leicht zerfallen.

Krümelfrüchtigkeit bei Himbeeren
Krümelfrüchte bestehen aus wenigen großen Einzelfrüchten [Foto: Julija Ogrodowski/ Shutterstock.com]

Krümelfrüchtigkeit bekämpfen

Die Ursache für die Krümelfrüchtigkeit, die vereinzelt auch als Bröselfrüchtigkeit beschrieben wird, ist leider noch nicht endgültig geklärt. Eine ungenügende Befruchtung der Blüten, Einflüsse der vegetativen Vermehrung sowie Standortfaktoren stehen im Verdacht, diese Krankheit auszulösen. Ebenso können Viren als Ursache nicht ausgeschlossen werden. Solange die Ursache der Krümelfrüchtigkeit nicht geklärt ist, gibt es leider keine Möglichkeiten zur Bekämpfung. Einige Himbeersorten sind aber weniger anfällig für Krümelfrüchtigkeit, zum Beispiel ′Preußen’, ′Polka′, ′Borgund′ oder ′Zefa 3′.

Um Krümelfrüchtigkeit vorzubeugen, empfehlen wir, dass Sie auf eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung Ihrer Himbeeren achten. Außerdem ist es denkbar, dass andere Krankheiten die Himbeere schwächen und eine Krümelfrüchtigkeit begünstigen. Daher sollten Sie darauf achten, Ihre Pflanzen insgesamt gesund zu halten. Die Standortvorbereitung, eventuell mit einer hochwertigen Pflanzerde wie unserer Plantura Bio-Universalerde, sowie eine passende Düngung sind wichtige Elemente hierbei.

Wurzelfäule bei Himbeeren

Bei der Himbeer-Wurzelfäule handelt es sich um einen Befall der Himbeerwurzeln durch den Pilz Phytophthora fragariae var. rubi. Infolge des Befalls der Wurzeln wird die Wasserversorgung der Pflanze gestört und es kommt zu starken Ertragseinbußen bis hin zum Absterben der Pflanze.

Wurzelfäule bei Himbeeren erkennen

Die ersten Symptome von Wurzelfäule bei Himbeeren sind meist ab Mai sichtbar. Bei Neutrieben kommt es zu Blattverfärbungen sowie zur Welke von Blättern und der Triebspitze. Die Basis des jungen Triebs verfärbt sich oftmals dunkel. Im Frühsommer erfolgt dann häufig ein Absterben der ersten Neutriebe. Durch einen Befall von Wurzelfäule bei zweijährigen tragenden Ruten ist der Austrieb schwächer und es werden weniger Früchte gebildet. Auch hier kommt es zu Blattverfärbungen und zum Abtrocknen von Blättern. Beim Herausziehen einer Rute aus dem Boden lassen sich dunkle Verfärbungen und das Fehlen feiner Wurzeln feststellen. Die Symptome sind meist zuerst bei Pflanzen an feuchten Standorten sichtbar.

Himbeere ohne Wurzelfäule
Gesunde Himbeerwurzeln sind weiß bis hellbraun gefärbt [Foto: Catherine Eckert/ Shutterstock.com]

Vorbeugen und Bekämpfen der Wurzelfäule

Da es kein Pflanzenschutzmittel gegen die Wurzelfäule bei Himbeeren gibt, empfehlen wir Ihnen Maßnahmen, um eine Ausbreitung zu verhindern und den Befall unter Kontrolle zu bekommen. Befallene Pflanzen sollten Sie schnellstmöglich mit den Wurzeln ausgraben und im Restmüll entsorgen. Bitte die Pflanzen nicht auf den Kompost legen, da Sporen des Pilzes beim Kompostieren möglicherweise erhalten bleiben.

Im Boden können die Pilzsporen jahrelang überdauern. Deshalb sollte auf Flächen, die bereits befallen sind, einige Jahre keine Himbeere gepflanzt werden. An einer anderen Stelle, möglichst weit vom infizierten Boden entfernt, können Sie Himbeersorten mit hoher Widerstandsfähigkeit gegenüber der Wurzelfäule pflanzen, beispielsweise die Sorte ’Rubaca‘.

Hilfreich zur Vorbeugung ist vor allem das Verhindern von Staunässe. Daher sollten Sie verdichtete oder sehr feuchte Böden als Standort meiden. Außerdem ist ein Anbau auf Erddämmen möglich, was ebenfalls die Staunässe reduziert.

Rutenkrankheit bei Himbeeren

Die Rutenkrankheit ist ein Krankheitsbild und kann durch die Pilze Didymella applanata, Leptosphaeria coniothyrium oder Fusarium avenaceum hervorgerufen werden. Auch Botrytis cinerea (Grauschimmel) und Elsinoe veneta können vergleichbare Symptome verursachen. Diese zusammengefassten Rutenkrankheiten zählen zu den wichtigsten Krankheitsbildern bei Himbeeren. Der Pilz dringt meist über Verletzungen in die Pflanze ein. Ein Befall schwächt die Himbeere, was zu einem reduzierten Ertrag im Befallsjahr führt. Außerdem wird der Austrieb im darauffolgenden Jahr stark reduziert.

Rutenkrankheit bei Himbeeren erkennen

Die Rutenkrankheit, auch Rutensterben genannt, ist ab dem Frühsommer durch violette bis schwarze Flecken an Neutrieben zu erkennen. Die Flecken entstehen oft zuerst in den Blattachseln und werden mit der Zeit immer größer und können sich zu Streifen entwickeln, die sich über den gesamten Trieb erstrecken. Im Spätsommer ist dann meist der gesamte Trieb befallen, die Rinde wirkt schwarz und glänzt silbrig im Licht. Die Blätter befallener Ruten verfärben sich rascher gelb als an gesunden Trieben. Außerdem beginnt sich die Rinde vom Holz zu lösen.

Rutenkrankheit bei Himbeeren
Typisch für die Rutenkrankheit sind schwarze Flecken am Trieb [Foto: Amelia Martin/ Shutterstock.com]

Vorbeugen und Bekämpfen der Rutenkrankheit

Zur gezielten Bekämpfung der verschiedenen Erreger der Rutenkrankheit wäre eine Identifikation des genauen Erregers nötig. Dies ist leider in der Regel nicht möglich, weshalb wir vom Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bei Rutenkrankheiten abraten. Befallene Ruten sollten Sie schnellstmöglich entfernen und im Restmüll entsorgen, um eine weitere Ausbreitung zu verlangsamen.

Vorbeugend empfehlen wir Ihnen einen zu dichten Bestand zu vermeiden. Ein guter Reihenabstand ist hierbei 2,5 Meter, zwischen den Pflanzen sollte mindestens 50 cm Platz sein. Außerdem trägt eine regelmäßige Unkrautregulierung zu einem gut durchlüfteten Bestand bei. Bei allen Pflegemaßnahmen ist es wichtig, Verletzungen der Ruten zu vermeiden. Wenn Sie die Himbeeren mit einer Rankhilfe kultivieren, sollten Sie daher darauf achten, dass keine Verletzungen an den Ruten entstehen.

Eine bedarfsgerechte Düngung hilft Ihnen dabei, die Himbeeren gesund zu halten. Hierbei empfehlen wir Ihnen, bei der Düngung auf eine gute Kalium- und Phosphorversorgung zu achten. Die Stickstoffdüngung können Sie hingegen reduziert halten. Ein vornehmlich organischer Langzeitdünger wie unser Plantura Bio-Universaldünger fördert die Fruchtbildung an Ihren Himbeeren. Krankheiten wird so außerdem vorgebeugt.

Plantura Bio-Universaldünger
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Anthraknose der Himbeere

Die Anthraknose wird bei Himbeeren durch den Pilz Elsinoe veneta verursacht. Dieser befällt Blätter, Triebe und die Früchte. Erkennbar ist ein Befall meist erst zum Erntezeitpunkt an ungleichmäßig abreißenden Früchten, deformierten Beeren und rosa Sporenlagern auf der Frucht. Der Erreger überwintert als Sporen an befallenen Pflanzenteilen und infiziert gesundes Gewebe bei feuchter und warmer Witterung.

Anthraknose bei Himbeeren
Vor allem eine ungleichmäßige Reife der Beeren ist ein Hinweis auf Anthraknose [Foto: studiomirage/ Shutterstock.com]

Pflanzenschutzmittel stehen zur Bekämpfung leider nicht zur Verfügung. Eine Ausbreitung der Krankheit an Himbeeren lässt sich durch einen Rückschnitt der befallenen Pflanzenteile reduzieren. Vorbeugend empfehlen wir Ihnen einen Reihenabstand von etwa 2,5 Metern und einen Pflanzabstand von mindestens 50 cm sowie eine gute Unkrautregulierung. Außerdem sollten Sie alle Früchte, auch ungenießbare Beeren, vor dem Winter entfernen.

Himbeerrost

Der Himbeerrost ist eine der häufigsten Krankheiten an Himbeeren und wird durch den Pilz Phragmidium rubi-idaei verursacht. Die Pflanze wird durch einen Befall geschwächt und es kann zu einem reduzierten Ertrag kommen. Der Pilz überwintert auf Falllaub, wobei das Befallsrisiko im Mai und Juni bei feuchter Witterung am größten ist.

Das beste Erkennungsmerkmal eines Himbeerrosts sind die gelborangen Flecken oder Punkte auf der Blattoberseite. Auf der Unterseite sind bei einem frischen Befall ebenfalls orange Punkte zu erkennen, die sich aber schnell schwarz färben. Sobald Sie einen Befall festgestellt haben, empfehlen wir Ihnen, Ihre Himbeeren regelmäßig zu beobachten und befallene Blätter konsequent zu entfernen. Die infizierten Blätter entsorgen Sie am besten im Restmüll, um eine Ausbreitung des Pilzes zu verhindern. Zur Behandlung von befallenen Pflanzen stehen mehrere synthetische Wirkstoffe wie Tebuconazol, Azoxystrobin oder Difenoconazol zur Verfügung. Tebuconazol gilt als nicht nützlingsschädigend, steht aber im Verdacht, kanzerogen wirksam zu sein, also Krebs auszulösen. Difenoconazol wirkt beispielsweise schädigend auf die nützlichen Erzwespen (Trichogramma cacoeciae), wohingegen der Wirkstoff Azoxystrobin als nicht nützlingsschädigend beschrieben wird und somit für den Hausgarten weniger problematisch ist. Den Einsatz solcher synthetischer Wirkstoffe können Sie durch ein konsequentes Entfernen befallener Blätter und vorbeugende Maßnahmen vermeiden.

Blatt mit Himbeerrost
Gelbe Punkte auf der Blattoberseite sind das auffälligste Befallsmerkmal [Foto: Art_Pictures/ Shutterstock.com]

Prophylaktisch empfehlen wir Ihnen, auf einen luftigen Bestand zu achten, in dem die Blätter schnell abtrocknen. Dies erreichen Sie mit einer regelmäßigen Unkrautkontrolle und einem weiten Reihenabstand. Bei befallenen Pflanzen sollte das Falllaub entsorgt werden, da der Pilz dort überwintert.

Botrytis-Fruchtfäule bei Himbeeren

Die Blüten oder reifen Früchte an Ihren Himbeeren sind mit einem grauen Schimmel überzogen? Dann handelt es sich hierbei um die Botrytis-Fruchtfäule. Diese Erkrankung wird durch den Pilz Botrytis cinerea verursacht.

Vor allem bei feuchter Witterung kommt es schnell zu einem Befall der Blüten oder Früchte durch Grauschimmel. Die Verbreitung findet durch Konidien-Sporen statt, die von anderen infizierten Pflanzen oder vom Boden auf die gesunde Pflanze gelangen. Die befallenen Pflanzenteile sollten Sie schnellstmöglich entfernen und im Restmüll entsorgen. Bitte werfen Sie die befallenen Teile aber nicht auf den Kompost, um eine erneute Infektion zu verhindern. Zur Behandlung einer befallenen Pflanze stehen synthetische Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Fenhexamid zur Verfügung. Dieser ist nicht bienengefährlich, aber wir empfehlen, den Einsatz trotzdem so gering wie möglich zu halten, um die Umwelt zu schonen.

Himbeeren mit Botrytis
Auch bei der Lagerung kann ein Befall durch Botrytis sichtbar werden [Foto: Catherine Eckert/ Shutterstock.com]

Wir raten Ihnen, einem Befall durch Botrytis vorzubeugen. Sehr wirkungsvoll ist ein offener Bestand mit einer guten Luftzirkulation und einem weiten Reihenabstand von 2,5 Metern. Der Pilz dringt an Verletzungen oder auch über unverletztes Gewebe in die Beere ein. Daher sollten Sie Verletzungen vermeiden und mit einer bedarfsgerechten, kaliumreichen Düngung die Zellen widerstandsfähig halten. Durch ein vollständiges Abernten im Herbst verhindern Sie, dass vergessene oder ungenießbare Früchte befallen werden und diese eine Infektion im Frühjahr begünstigen. Bei einem starken Befall durch Botrytis empfehlen wir, an diesem Standort im folgenden Jahr keine Beeren anzubauen.

Tipp: Eine optimal versorgte Himbeere mit perfekten Standortbedingungen ist widerstandsfähiger gegen Himbeer-Krankheiten. Mehr dazu, dass Himbeeren einen sonnigen, luftigen Standort mit humosem Boden benötigen, können Sie in unserem Artikel zum Thema Himbeeren pflanzen nachlesen. Dort wird auch beschrieben, wie enorm wichtig der Pflanzabstand ist und Sie erfahren weitere Tipps.

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