Fliegende Ameisen bekämpfen: Wie wird man sie im Haus & Garten los?
Fliegende Ameisen sind im Sommer in großen Schwärmen unterwegs und verirren sich ab und zu in unsere Innenräume. Wir erklären, was es damit auf sich hat.

Bei Ameisen mit Flügeln handelt es sich bei uns in den allermeisten Fällen um heimische Ameisenarten aus der Insektengruppe der Hautflügler (Hymenoptera), wie die Schwarze Wegameise (Lasius niger) oder die Gelbe Wiesenameise (Lasius flavus). Woher fliegende Ameisen kommen, ob sie gefährlich für Menschen sind und wie man verhindern kann, dass sich ein Nest im Haus und Garten bildet, erklären wir dir hier.
Fliegende Ameisen: Steckbrief und Lebensweise
Fliegende Ameisen oder auch Flugameisen sind herkömmliche Ameisen, welche bei ihrer Geburt Flügel tragen und ein wenig größer sind. Dabei handelt es sich nicht um die sterilen Arbeiterinnen, Wächterinnen oder Soldatinnen, sondern um geschlechtsreife Männchen und Weibchen. Diese wurden bei der Geburt ausgewählt und tragen Flügel, um sich zu verbreiten. Ab Mai, je nach Ameisenart und Wetterbedingungen, begeben sich die beflügelten Ameisen auf einen sogenannten Hochzeitsflug oder Schwarmflug. Dieser findet synchron in mehreren Kolonien statt und dauert in der Regel wenige Stunden, kann sich aber auch über zwei bis drei Tage erstrecken. Hierfür warten die Ameisen auf ideale Wetterbedingungen: trocken, warm und windstill. Die Weibchen paaren sich dann mit den Männchen. Nach der Befruchtung sterben die männlichen Ameisen, während die weiblichen Ameisen ihre Flügel ablegen, um entweder Königinnen in neuen Kolonien zu werden oder zurück in ihre Herkunftskolonie zu kehren. In ihren Kolonien legen die neuen Königinnen Eier, um die Population des Volkes aufrechtzuerhalten. In den kalten Wintermonaten gibt es keine fliegenden Ameisen, zu dieser Jahreszeit ziehen sich die Insekten in ihr Nest zurück.

Sind fliegende Ameisen gefährlich?
Flugameisen sind in der Regel nicht gefährlich. Bei uns handelt es sich in den meisten Fällen um herkömmliche heimische Ameisenarten, die nicht aggressiv sind. Fliegende Ameisen stechen nicht und beißen auch nicht.
Welche Arten von Flugameisen gibt es?
Flugameisen gehören also zu den herkömmlichen Ameisenarten, die zur Vermehrung mit Flügeln ausgestattet sind. Die drei wichtigsten Ameisenarten findest du hier.
Schwarze Wegameise (Lasius niger): Diese Ameisenart ist bei uns heimisch und sehr häufig anzutreffen. Die geflügelten Weibchen sind 8 bis 9 mm lang, während die Männchen nur 3,5 bis 4,5 mm lang sind. Die Farbe der Schwarzen Wegameise variiert zwischen Braun und Schwarz. Außerdem besitzen sie feine, silbrig schimmernde Haare am Hinterleib.

Gelbe Wiesenameise (Lasius flavus): Die Gelbe Wiesenameise gehört zu den meistverbreiteten Ameisenarten Mitteleuropas. Die weiblichen Königinnen sind mit ihren 7 bis 9 mm besonders groß, wohingegen die Männchen nur 3 bis 4 mm lang sind. Ihre Farbe schwankt von einem zarten Gelb bis zu Braungelb, wobei die geflügelten Ameisen etwas dunkler gefärbt sind.

Glänzendschwarze Holzameise (Lasius fuliginosus): Die Glänzendschwarze Holzameise fällt durch ihren starken Glanz mit einer tiefschwarzen Färbung gut auf. Sie ist bei uns heimisch und weit verbreitet. Die Königinnen dieser Ameisenart sind etwa 6 bis 6,5 mm lang, während die Männchen mit einer Länge von 4,5 bis 5 mm kleiner ausfallen.

Sollte man fliegende Ameisen bekämpfen?
Da es sich bei den meisten nicht um Schädlinge handelt, ist es nicht notwendig, die fliegenden Ameisen zu bekämpfen. Jedoch kann es passieren, dass die Flugameisen während des Schwarmfluges sich in Innenräume verirren. Hierfür gibt es keine festen Gründe. Teilweise kann es sein, dass ein Haus dem Schwarm im Weg steht und dieser sich so aus Versehen dort hinein begibt. Manchmal können die fliegenden Ameisen aber auch durch Licht angezogen werden. Deshalb sollte man zu Zeiten des Hochzeitsfluges im Mai bei offenem Fenster, wenn möglich, Lichter abschalten. Außerdem kann man, um dieser Situation vorzubeugen, Fenster und Türen mit Fliegengittern schützen.

Fliegende Ameisen im Haus: Was kann man tun?
Sollten Flugameisen einen Weg in das Haus hineingefunden haben, sollte man verhindern, dass die fliegenden Ameisen im Haus nisten. Hierfür kann man erst einmal die Flugameisen ganz einfach nach draußen befördern. Mögliche Nistplätze sollten beseitigt werden. Oft dienen morsches Holz oder undichte, leicht feuchte Stellen im Haus als geeignete Nistplätze für Ameisen. Findet man ein Nest, lässt sich das Problem durch das Absperren aller Fluchtwege bis auf einen sowie dem Einsatz von Klebefallen am letzten übrigen Fluchtweg beheben. Ebenfalls reagieren die Ameisen sensibel auf Gerüche, sodass sich Essigessenz als Hausmittel gegen Ameisen nutzen lässt. Alternativ lässt sich auch mithilfe eines Staubsaugers das Nest von fliegenden Ameisen im Haus beseitigen. Wichtig ist hierbei, die Königinnen, welche die Eier legen, mit zu entfernen. Haben diese Methoden nicht den erwünschten Effekt erzielt, lassen sich noch Ameisenmittel wie unsere Plantura SF-Nematoden gegen Ameisen anwenden. Dieses extrem wirksame Mittel ist zugleich biologisch und unbedenklich für Mensch und Haustier. In unserem Spezialartikel geben wir weitere Tipps, wie man mit Ameisen im Haus umgehen kann.
Flugameisen im Rasen loswerden
Wer die Flugameise im Garten loswerden will, kann hierfür ein Sortiment an Kräutern anbauen. Beispielsweise Majoran (Origanum majorana), Basilikum (Ocimum basilicum), Lavendel (Lavandula), Thymian (Thymus vulgaris), Salbei (Salvia) oder Pfefferminze (Mentha × piperita) lassen sich hier nutzen, um den Geruchssinn der Ameisen zu irritieren. Man kann auch Zimtöl oder Zimt gegen Ameisen einsetzen, hierzu sollte man diese auf die Ameisenstraßen auftragen.
Als weitere Alternative bietet sich auch im Rasen der Einsatz unserer Plantura SF-Nematoden gegen Ameisen an. Nematoden (Nematoda) sind sehr kleine Fadenwürmer, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Diese Nützlinge sind nur auf bestimmte Schädlinge spezialisiert, sie befallen ausschließlich deren Larven und töten diese ab. Dafür werden die Nematoden in Wasser aufgelöst und verdünnt, bevor man sie mit einer Gießkanne an den betroffenen Stellen verteilt. Sie wirken zuverlässig und schonend für den Boden und bieten sich damit gut an, um eine fliegende Ameisenplage zu bekämpfen.
Falls du weitere Tipps und Hilfe zur Bekämpfung von Ameisen benötigst, hilft dir unser Spezialartikel zum Thema Ameisen bekämpfen weiter.
















