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Johannisbeersorten: Die 45 besten roten, weißen & schwarzen Sorten (Übersicht)

Unsicher, welche Johannisbeere Platz in Ihrem Garten finden sollte? Keine Sorge, denn wir haben die 45 besten Johannisbeersorten für Sie zusammengetragen.

weiße, schwarze, rote Johannisbeeren auf einem Teller

Johannisbeeren werden nach der Farbe ihrer Früchte unterschieden [Foto: marcin jucha/ Shutterstock.com]

Johannisbeeren (Ribes) bereichern jeden Garten. Sie sind ein vitaminreicher, erfrischender Snack und auch als Kuchen, Saft oder Marmelade verarbeitet schmecken sie hervorragend. Vor der Pflanzung im eigenen Garten stellt sich bei Johannisbeeren jedoch nicht allein die Frage nach der passenden Sorte, sondern auch die nach der Farbe – schließlich gibt es rote, weiße und schwarze Johannisbeeren oder Ribisel, wie sie in Österreich genannt werden. Wir erklären Ihnen die Unterschiede zwischen den drei Typen und stellen Ihnen die beliebtesten, neue sowie besonders widerstandsfähige Sorten der roten, weißen und schwarzen Johannisbeeren vor.

Johannisbeersorten: Die Unterschiede zwischen roten, weißen und schwarzen Johannisbeeren

Johannisbeeren werden nach der Farbe ihrer Früchte unterschieden. Aufgrund der näheren Verwandtschaft ähneln sich rote (Ribes rubrum) und weiße (Ribes sativa) Johannisbeeren weitgehend, was ihre Pflege und Ansprüche betrifft. Bei den schwarzen Johannisbeeren gibt es hingegen teilweise Unterschiede, beispielsweise beim Schnitt. Den Geschmack und die Inhaltsstoffe betreffend variieren alle drei Typen. Rote Johannisbeeren sind in der Regel durch einen säuerlichen Geschmack geprägt, weiße sind süßer und schwarze zeichnen sich durch ihren typischen, starken Geruch aus, der jedoch nicht unangenehm ist. Sogar die Knospen der schwarzen Johannisbeeren tragen bereits diesen Duft. Schwarze Johannisbeeren enthalten mit etwa 170 mg pro 100 g Früchte mehr als fünfmal so viel Vitamin C wie rote oder weiße Artgenossen (30 bis 50 mg pro 100 g Früchte). Roh sind schwarze Johannisbeeren also durchaus gesünder als rote oder weiße – und selbst als Zitronen. Gekocht bleibt jedoch in den roten Johannisbeeren durch ihren hohen Gehalt an Fruchtsäuren ein höherer Anteil an Nährstoffen gut erhalten.

Einen wichtigen weiteren Unterschied gibt es zwischen den roten und weißen einerseits sowie den schwarzen Johannisbeeren andererseits. Rote und weiße Johannisbeeren sind weitgehend selbstfruchtbar, was bedeutet, dass Sie theoretisch nur einen Strauch einer Sorte im Garten pflanzen können und die Blüten ausreichend befruchtet werden, sodass daraus Früchte entstehen.

rote und weiße Johannisbeeren auf Holztisch

Rote und weiße Johannisbeeren sind weitgehend selbstfruchtbar [Foto: oxyzay/ Shutterstock.com]

Bei den schwarzen Johannisbeeren sind einige Sorten mehr oder weniger selbstfruchtbar, andere sogar selbstunfruchtbar (bzw. ausschließliche Fremdbefruchter). Selbstunfruchtbare Sorten benötigen unbedingt eine andere Sorte in ihrer Umgebung, damit sie Früchte ausbilden können. Aber auch bei selbstfruchtbaren Sorten – egal ob rot, weiß oder schwarz – empfiehlt es sich, mindestens zwei verschiedene Sorten zu pflanzen. Das fördert nämlich den Ertrag und die Größe der Beeren.

Ein Hinweis vorweg: Bei manchen Sorten ist von einer Verrieselung beziehungsweise einer Neigung zu Verrieselung die Rede. Dies ist eine physiologische Störung, bei der aus einigen Blüten aufgrund verschiedener Ursachen keine Beeren entstehen. Optisch ist das dann mitunter nicht mehr so schön, weil an einer Traube sich nicht eine Beere neben der anderen befindet, sondern Lücken entstehen. Auf die Fruchtqualität hat die Verrieselung allerdings keinerlei Auswirkungen.

Johannisbeersorten: Früh-, mittelfrüh- und spätreifende Sorten

Der Reifezeitpunkt der Johannisbeeren hängt genauso wie der aller anderen Früchte und Gemüsearten stark von den vorherrschenden Witterungsbedingungen ab und verschiebt sich deshalb von Jahr zu Jahr immer ein wenig. Trotzdem gibt es gewisse Richtwerte, wann Johannisbeeren normalerweise reife Früchte tragen:

  • Frühreifende Sorten: ab Mitte Juni
  • Mittelfrühreifende Sorten: ab Ende Juni / Anfang Juli
  • Spätreifende Sorten: ab Mitte/Ende Juli

Rote Johannisbeersorten

Die Sortenaufzählungen sind im Folgenden nach ihrem Reifezeitpunkt sortiert, beginnen also immer mit den frühreifen Sorten und enden mit den spätreifen.

‚Jonkheer van Tets‘: Frühreife Sorte (ab Mitte Juni) mit starkem Wuchs und üppigem, regelmäßigem Ertrag; lange Trauben; saftige, aromatische, große Beeren; möglicherweise die Früchte mit dem besten Geschmack unter den roten Johannisbeeren; hohe Ansprüche an den Standort (nicht zu regnerisch etc.), ansonsten krankheitsanfällig; gut zur Heckenerziehung geeignet; frostgefährdet

‚Junifer‘: Sehr ertragreiche Sorte mit großen, gut schmeckenden Früchten; sehr starkwüchsig

Jonkheer van Tets Johannisbeeren

‚Jonkheer van Tets‘ ist eine altbewährte Johannisbeer-Sorte [Foto: sdesa89/ Shutterstock.com]

‚Detvan‘: Anspruchslose Sorte mit sehr hohem Ertrag; mittel bis sehr stark wüchsig; mittelgroße Früchte mit gutem, erfrischend säuerlichem Geschmack

‚Rosa Sport‘: Alte, ertragreiche Sorte mit hellrosafarbenen Früchten; früh- bis mittelfrühreifend; angenehm säuerlicher, milder Geschmack mit gutem Aroma; mittelstark wüchsig

‚Red Lake‘: Mittelfrühe Sorte mit sehr großen, mild-aromatischen, säuerlichen Früchten; mittelstarker Wuchs; hoher bis sehr hoher Ertrag

‚Heros‘: Alte, mittelstark wüchsige Sorte mit saftigen, säuerlichen, großen Beeren; anfällig für Blasenlaus

‚Rote Vierländer‘: Mittelfrühe Sorte mit säuerlichen, wenig aromatischen Früchten; starkes Wachstum; robuste Pflanze

‚Rolan‘: Robuste, gesunde Sorte mit großen, hellroten, festen Beeren; säuerlich-aromatischer Geschmack; mittelstark wüchsig mit Neigung zu schwachem Wuchs, wenn nicht genug geschnitten wird; gut geeignet für niederschlagsreichere Standorte; neigt zur Verrieselung

‚Stanza‘: Mittelfrühe Sorte mit sauren, leicht aromatischen, kleinen Früchten; sehr hoher Ertrag; mittelstark bis stark wüchsig – daher muss oft ausgelichtet werden

‚Rotet‘: Mittelspäte Sorte; hohe Erträge; sehr stark wachsend; durch frühe Blüte etwas frostgefährdet, sonst robust und nicht verrieselungsgefährdet; regenfeste Beeren mit säuerlichem, sehr aromatischem Geschmack; resistent gegen Blattfallkrankheit

‚Rovada‘: Sehr ertragreiche Sorte; sehr stark wüchsig; sehr lange Trauben mit großen Beeren; guter, säuerlicher Geschmack

‚Rose Hollander‘: Robuste Johannisbeere mit rosafarbenen, säuerlichen Beeren; ertragreich; mittelstark wüchsig; dicht sitzend, daher manchmal schwer pflückbar; Früchte dunkler als ‚Rosa Sport‘

‚Rondom‘: Ältere, späte Sorte mit großen, sauren Beeren mit mittelmäßigem Geschmack; stark wüchsig; robust und ertragreich

Johannisbeersorte Rovada im Garten

Früchte der Sorte ‚Rovada‘ haben einen guten, säuerlichen Geschmack [Foto: Del Boy/ Shutterstock.com]

‚Rosetta‘: Sehr ertragreiche Sorte mit säuerlichen, wenig aromatischen Beeren – daher zur Verarbeitung geeignet, weniger gut für den Frischverzehr; mittelgroße, hellrote Früchte; schwach bis mittelstark wüchsig

‚Tatran‘: Gut schmeckende, sehr große, hellrote Beeren; starker Wuchs mit stark aufrecht wachsenden, wenig verzweigten Trieben – daher gut für Heckenerziehung geeignet; hohe Erträge

‚Rodneus‘: Sehr ertragreiche Spätsorte mit dunkelroten, sehr dicht sitzenden, mittelgroßen Beeren mit vielen Kernen; starker aufrechter Wuchs; relativ robust

‚Augustus‘: Sehr späte Sorte, die erst im August reift; mittelmäßig ertragreich mit kleinen, dunkelroten, mäßig geschmackvollen Beeren; mittelstark wüchsig

‚Heinemanns Spätlese‘: Teilweise auch nur ‚Heinemanns‘ genannt; alte, sehr robuste Sorte mit sauren, kleinen, hellen Beeren; viele Samen in den Beeren; starkwüchsig; sehr ertragreich

Plantura-Tipp: Oft entsteht bei den spätreifen Sorten mehr Schaden durch Vogelfraß als bei den anderen Sorten. Möglicherweise stehen den Vögeln Ende Juli bis Mitte August weniger andere Futterquellen zur Verfügung. Schützen Sie Ihre spätreifen Sorten also am besten mit Netzen.

Weiße Johannisbeersorten

‚Weiße Versailler‘: Frühsorte mit goldgelben, süß-säuerlichen, aromatischen Beeren; mittelstarker Wuchs; relativ anspruchslos

‚Zitavia‘: Frühreife Sorte mit hellen, durchscheinenden Beeren; starkwüchsig; etwas frostgefährdet, sonst sehr robust und anspruchslos; leichte Neigung zum Verrieseln; wenig süßlicher Geschmack; viele Samen in den Früchten

‚Bar-le-Duc‘: Alte Liebhabersorte aus Frankreich; säuerliche Beeren mit viel Aroma; weißlich-gelbe, mittelgroße Früchte; mittel bis stark wüchsig

‚Witte von Huismann‘: Frühe bis mittelfrühe, ertragreiche Sorte mit leicht säuerlichen, aromatischen Beeren – daher die süßeste der weißen Johannisbeeren; mittelstark wüchsig; leicht anfällig für Mehltau und Blattfallkrankheit

‚Witte Parel‘: Alte, reich tragende Sorte mit mittelgroßen, weißen Beeren; guter, leicht säuerlicher, aromatischer Geschmack; mittelmäßig bis stark wüchsig

weiße Johannisbeere Blanka im Garten

‚Blanka‘ ist die bekannteste weiße Johannisbeere mit später Reife [Foto: Heiti Paves/ Shutterstock.com]

‚Heweista‘: Alte Liebhabersorte mit milden, aromatischen Johannisbeeren; mittelgroße, weißlich-gelbe Beeren; mittelstark wüchsig; mittelmäßig ertragreich; leicht anfällig für Blasenlaus

‚Werdavia‘: Mittelfrühe Sorte mit vielen Samen in den Beeren; mittelstarker Wuchs; weiße, durchscheinende Früchte mit gutem Geschmack

‚Vit Jätte‘: Neue, ertragsreiche Sorte mit großen, gelben Beeren; mild-süßer, hervorragender Geschmack; mittelstark wüchsig; etwas anfällig für Mehltau

‚Primus‘: Schwachwüchsige und dennoch reich tragende Sorte mit kleinen, weiß-gelblichen Beeren; mittelspät- bis spätreifend; viele Samen in den Früchten; süßer, sehr aromatischer Geschmack

‚Weiße Langtraubige‘: Alte Liebhabersorte mit gutem, aromatischem, säuerlichem Geschmack; stark wüchsig; mittelmäßiger Ertrag; neigt zum Verrieseln

‚Blanka‘: Bekannteste weiße Johannisbeere mit später Reife; große gelblich-rosafarbene Früchte mit gutem Geschmack; stark wüchsig; hoher Ertrag

Schwarze Johannisbeersorten

‚Chereshneva‘ / ‚Neva‘: Neue, reich tragende, frühreifende Sorte; große Beeren mit mildem, säuerlichem Geschmack und gutem Aroma; mittelstarker, buschiger Wuchs; relativ widerstandfähig gegen Mehltau, Rost und Gallmilbe

‚Rosenthals‘ / ‚Langtraubige Schwarze‘: Frühsorte mit starkem, breitem Wuchs; sehr große, tiefschwarze Beeren; säuerlich, wenig süß, jedoch sehr aromatisch; frostempfindlich; nicht sehr selbstfruchtbar – daher noch eine weitere schwarze Johannisbeersorte pflanzen

schwarze Johannisbeere fern im Garten

Schwarze Johannisbeeren zeichnen sich durch ihren typischen, starken Geruch aus [Foto: Catarina Belova/ Shutterstock.com]

‚Ben Lomond‘: Sehr reich tragende Sorte mit großen, geschmackvollen Früchten; schwach wüchsig; frostempfindlich

‚Silvergieters‘: Frühreife Sorte mit süßen, aromatischen, milden Früchten; starkes, aufrechtes Wachstum; mittelmäßig ertragreich; relativ niedrige Ansprüche an Boden und Klima; leicht anfällig für Mehltau und Rost

‚Bona‘: Mittelmäßig ertragreiche Sorte mit großen Früchten; hervorragender Geschmack; sehr kurze Traube; mittelstark wüchsig; mehltautolerant

‚Ceres‘: Frühsorte mit mittelgroßen Beeren mit mittelmäßigem Geschmack – daher eher für Verarbeitung geeignet; mittelstarkes Wachstum; sehr widerstandfähig und tolerant gegen Mehltau und Gallmilben

‚Titania‘: Große, tiefschwarze, säuerliche, leicht aromatische Beeren; stark wüchsig; relativ widerstandfähig gegen Rost und Blattfallkrankheit; sehr gut selbstfruchtbar – daher sehr gut geeignet, wenn nur Platz für einen einzigen Strauch ist

‚Roodknop‘: Mittelspät reifende Johannisbeere mit kurzen Trauben; mittelstark wüchsig; saure, herbe Früchte; anfällig für Rost

‚Ometa‘: Mittelspäte bis späte Sorte mit aromatischen, hervorragend schmeckenden, großen Früchten; starker, aufrechter Wuchs; reich tragend; unter schlechten Bedingungen gering anfällig für Säulenrost, Mehltau und Gallmilbe; sonst aber sehr robust

schwarze Johannisbeere nah im Garten

Schwarze Johannisbeeren enthalten sehr viel Vitamin C [Foto: Stanslavs/ Shutterstock.com]

‚ECM‘: Neue, mittelspäte, ertragreiche Sorte mit sehr starkem Wuchs; sehr große, gut schmeckende Beeren; generell sehr robust und auch recht widerstandsfähig gegen Mehltau

‚Wusil‘: Liebhabersorte mit süßlichen, aromatischen, großen Beeren; stark wüchsig, mittelmäßig ertragreich; anfällig für Mehltau und Säulenrost

‚Hedda‘: Mittelspäte bis späte Sorte mit großen Beeren mit süßem, aromatischem Geschmack; sehr leicht anfällig für Mehltau und Rost, aber normalerweise sehr robust

‚Tsema‘: Sehr für Mehltau anfällige Sorte, die nicht für Hausgärten zu empfehlen ist

‚Daniels September: Spätsorte mit säuerlichen, leicht aromatischen Beeren; stark wüchsig

‚Tenah‘: Reich tragende Sorte mit großen, gut schmeckenden Früchten; stark wüchsig

‚Baldwin Hilltop‘: Mittelstark wüchsige Sorte mit relativ wenig aromatischen Früchten

‚Westra‘: Spät bis sehr spät reifend; süßliche, aromatische, große Beeren; mittelstarker Wuchs; mittelmäßiger Ertrag; etwas anfällig für Mehltau und sehr anfällig für Rost

Theresa

Ich studiere Nutzpflanzenwissenschaften und habe schon immer gern gegärtnert, auch wenn mir die ersten Versuche als kleines Kind eher missglückten. Mit der Expertise aus meinem Studium gelingt mir jetzt fast alles – besonders spannend finde ich Themen wie Mischkultur, Hochbeete und Kompostierung.
Lieblingsobst: Kirschen, Zwetschgen und Birnen
Lieblingsgemüse: Brokkoli, Mangold und Erbsen

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