Kompostbeet anlegen & bepflanzen: So klappt‘s

Verena
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Aufgewachsen bin ich auf einem kleinen, biologischen Nebenerwerbshof und nach meinem FSJ auf einer Ranch in Amerika habe ich angefangen, in Hohenheim Agrarwissenschaften zu studieren. Am meisten interessieren mich hier die Bereiche Boden, ökologische Landwirtschaft und Pflanzenwissenschaften. Zuhause verbringe ich viel Zeit in unserem Garten und wenn ich dort nicht zu finden bin, trifft man mich oft in der Küche, wo ich unser Obst und Gemüse zum Kochen und Backen verwerte.

Lieblingsobst: Auch wenn sie langweilig sind – Äpfel
Lieblingsgemüse: Paprika, Rote Bete, Zucchini, Weißkraut

Kompostbeete nutzen die überragenden Eigenschaften von Kompost ganz gezielt. Je nach Aufbau und verwendetem Kompost können Sie sogar von der Wärmeentwicklung von frischem Kompost profitieren, wodurch sich die Ernte verfrüht.

Beet mit Kompost
Mit Kompost lassen sich schnell und einfach Beete anlegen, ohne dass man umgraben muss [Foto: Fedor Eremin/ Shutterstock.com]

Kompost im Garten ist sehr wertvoll. Wie man Kompost direkt bei der Neuanlage von Beeten integrieren kann, erklären wir in diesem Artikel.

Tipp: Bei Kompost gibt es Unterschiede. Die Ausgangsstoffe und die Phase der Kompostierung bestimmen, wie nährstoffreich oder bodenverbessernd ein Kompost ist. Je nachdem werden Komposte unterschiedlich verwendet. In unserem Spezialartikel erklären wir, ob und wie der jeweilige Kompost als Dünger verwendet werden kann und was die Begriffe Frisch-, Fertig- und Reifekompost sowie Grüngutkompost und Biokompost bedeuten.

Kompostbeet: Erklärung und Vorteile

Kompost kann im Garten auf vielfältige Art und Weise eingesetzt werden, zum Beispiel bei der Neuanlage von Beeten. Dabei unterscheidet man grundsätzlich 2 verschiedene Verwendungsarten: Kompost als humoses Pflanzsubstrat und Kompost als integrierte Heizung und späterer Nährstofflieferant.

Kompost im No-dig-Beet

In No-dig-Beeten wird ausschließlich reifer Kompost verwendet und die Pflanzen werden direkt in den Kompost gesetzt.

Reifer Kompost ist ideal als Pflanzsubstrat geeignet, da er Wasser und Nährstoffe hervorragend speichert. Außerdem liefert er Nahrung für Bodenorganismen und mineralisiert auf diese Weise auch noch Nährstoffreserven. Schlussendlich enthält Kompost, der eine heiße Rotte durchlaufen hat, kaum Unkrautsamen oder Krankheitserreger, sodass er zu einem geringeren Beikraut-Aufkommen im Beet beitragen kann.

Allerdings hat die Verwendung von Kompost im Beet manchmal auch Nachteile. Hat etwas beim Kompostieren nicht geklappt, kann der Kompost Krankheitserreger und Unkraut im ganzen Garten verteilen. Aus diesem Grund darf man zum Beispiel Material von kranken Pflanzen nicht auf den Kompost werfen. Zugekaufter Kompost kann außerdem mit Schadstoffen belastet sein. Zudem kann es schwierig sein, seinen Nährstoffgehalt einzuschätzen. Denn Kompost ist ein Naturprodukt mit wechselnden Eigenschaften und Hersteller machen meist keine genauen Angaben.

Kompostbeet mit Gemüse
Bei No-dig-Beeten mit Kompost werden Pflanzen direkt in reifen Kompost gesetzt [Foto: Anelovski/ Shutterstock.com]

Kompost im Hoch- und Hügelbeet

Beim Befüllen von Hochbeeten oder der Anlage von Hügelbeeten kann frisches, nicht oder nur wenig verrottetes Kompostmaterial eine Schicht unterhalb des Pflanzsubstrats bilden. Dieses Material kompostiert dann direkt im Beet. Da beim Verrotten Wärme entsteht, werden auch die darüberliegende Erde und darin wachsende Pflanzen erwärmt. Warmer Boden wiederum sorgt für besseres Pflanzenwachstum und damit für höhere und frühere Erträge. Außerdem werden große Mengen von Nährstoffen freigesetzt – Starkzehrer fühlen sich in frisch aufgesetzten Kompost-Hochbeeten besonders wohl.

Doch nicht immer läuft beim Kompostieren alles glatt. Ein zu hoher Feuchtegehalt oder zu wenig Luft, beispielsweise aufgrund von Verdichtungen, können den Prozess behindern oder ganz zum Erliegen bringen. Das kommt auch beim Kompostieren im Beet vor. Hier kann man den Kompost aber weder lockern noch umsetzen. Beim Verrotten sackt Kompost zudem zusammen. Aus diesem Grund muss man Hügel- und Hochbeete mit Kompost spätestens alle 2 bis 3 Jahre neu aufbauen – will man den Wärmeeffekt nutzen, sogar jedes Jahr.

Kompost für Beet
Beim Hügel- und Hochbeet mit Frischkompost nutzt man die bei der Kompostierung entstehende Wärme [Foto: Beekeepx/ Shutterstock.com]

Kompostbeet anlegen: Anleitung

Das Vorgehen beim Anlegen eines Kompostbeets ist abhängig von der Art des Kompostbeets.

No-dig-Beet anlegen mit Kompost

Der ideale Zeitpunkt zum Anlegen eines Kompostbeets nach der No-dig-Methode ist im Herbst, es ist aber auch noch im frühen Frühjahr möglich. Genauer erklären wir das Vorgehen in unserem Spezialartikel dazu – die einfachste Art, ein No-dig-Beet mit Kompost anzulegen, besteht jedoch nur aus wenigen Schritten:

  1. Mähen Sie den Rasen an der Stelle, an der das Beet entstehen soll.
  2. Bedecken Sie den Boden flächig, dick, überlappend und gegebenenfalls mehrlagig mit Pappe. Dies bewirkt langfristig das Absterben der Pflanzen darunter und verhindert ihr Durchwachsen in das neue Beet. Da Pappe mit der Zeit verrottet, müssen Sie sich keine Gedanken machen, wie Sie sie später wieder entfernen.

Tipp: Verwenden Sie nur schwarz oder unbedruckte Pappe und entfernen Sie alle Klebestreifen oder Klammern. Beschichtetes Material und Plastik verrotten nicht oder nur sehr langsam und sind daher nicht geeignet.

Anlegen eines Kompostbeetes
Unter Pappe sterben die meisten Gräser und Beikräuter ab [Foto: NayaDadara/ Shutterstock.com]
  1. Eine Beetkante kann das Einwachsen von Beikräutern oder Gras verhindern und erleichtert gleichzeitig das Befüllen.
  2. Jetzt wird auf der Pappe ungefähr 15 cm hoch reifer Kompost verteilt. Wer solche Mengen im eigenen Garten nicht erreicht, kann zum Beispiel unsere Plantura Bio-Komposterde verwenden. Mit ihr sind ein ausgewogenes Nährstoffverhältnis und die Freiheit von Unkrautsamen und Krankheitserregern garantiert. Zusätzlich wird sie nachhaltig in Deutschland hergestellt. Alternativ kann man sich beim örtlichen Abfallwirtschaftsamt erkundigen. Dort bekommt man häufig guten, geprüften Kompost für wenig Geld – man sollte aber speziell nachfragen, wie lange er gerottet ist.
  3. Jetzt kann das Beet theoretisch direkt bepflanzt werden. Besser ist jedoch, man lässt es den Winter über noch etwas ruhen. Im Frühjahr ist die Pappe dann schon leicht verrottet, der ursprüngliche Bewuchs teilweise abgestorben und der Kompost hat sich etwas gesetzt.
  4. Je nachdem, wie stark der Kompost zusammengesackt ist, kann man im Frühjahr vor dem Bepflanzen nochmal eine dünne Lage Kompost oder Komposterde ausbringen.
Kompostbeet mit Blumen
Holzstämme können als Umrandung für Kompostbeete verwendet werden [Foto: NeroV/ Shutterstock.com]

Damit No-dig-Beete über viele Jahre fruchtbar bleiben, müssen sie gut gepflegt werden. Wichtig ist vor allem das jährliche Ausbringen einer neuen Kompostschicht.

Hügel- und Hochbeete mit Kompostschicht anlegen

Wenn man Kompostbeete bauen will, in denen man die Wärme des Komposts ausnutzt, sollte man erst im späten Winter oder frühen Frühjahr beginnen. Es dauert meist nur wenige Tage, bis Kompostierungsprozesse und Wärmeentwicklung beginnen.

Um die Sonneneinstrahlung optimal auszunutzen, wird ein Hoch- oder Hügelbeet mit Kompost idealerweise längs von Norden nach Süden ausgerichtet. Nachdem man die Fläche vorbereitet hat, kann es auch schon ans Schichten gehen. Diese unterscheiden sich leicht zwischen Hügelbeet und Hochbeet.

Schichten im Hochbeet:

  1. 25 – 40 cm dicke Äste, Holzscheit oder Steine
  2. 15 – 20 cm lockeres, zerkleinertes Füllmaterial von Pflanzenresten, Blättern und Ähnlichem
  3. 30 – 40 cm Frischkompost
  4. 15 – 20 cm Pflanzerde oder reifer Kompost

Schichten im Hügelbeet:

  1. 40 cm gehäckselte Äste und Zweige
  2. 15 cm Rasensoden
  3. 15 cm feuchtes Laub oder Stroh
  4. 20 cm Stallmist oder frischer Kompost
  5. 20 cm Gartenerde und reifer Kompost

Unabhängig von der Art des Beetes sollte man auf die richtige Zusammensetzung des Kompostmaterials in der Kompostschicht achten. Um eine gute, warme Rotte zu erreichen, ist kaum verrotteter Frischkompost zu verwenden.

Bauen eines Kompostbeetes
Holz wird zum Beispiel nur sehr langsam zersetzt und eignet sich daher nicht so gut für die Kompostschicht [Foto: larisa Stefanjuk/ Shutterstock.com]

Da man Kompostbeete vor allem im Spätwinter anlegt, ist die Auswahl an Materialien aus dem Garten gering. Viele der im Winter vorhandenen Materialien wie Laub und Holz verrotten nur sehr langsam. Verwendet werden können zum Beispiel Küchenabfälle oder die letzten grünen Ernterückstände aus dem Herbst, denn diese sind in den meisten Fällen noch wenig bis gar nicht verrottet. Größere Blätter oder Stängel sollten auf jeden Fall zerkleinert werden, bevor sie in die Kompostschicht gegeben werden.

Mist, zum Beispiel von Pferden, fällt auch im Winter an und ist oft ideal geeignet für die Kompostierungsschicht. Pferdemist ist meist relativ leicht zu beschaffen, fragen Sie einfach mal bei Pferdehaltern in Ihrer Nähe nach. Alles weitere dazu haben wir in einem extra Artikel zu Mistbeeten zusammengefasst.

Tipp: Das Laub verschiedener Bäume unterscheidet sich stark in seiner Abbaubarkeit und damit in seiner Eignung für Kompostbeete. Das Laub von Bäumen wie Erlen (Alnus), Eschen (Fraxinus), Ahorn (Acer) und Birke (Betula) verrottet leicht und kann daher in größeren Mengen in die Kompostschicht gegeben werden. Sparsam sollte man hingegen mit Laub von Buchen (Fagus) und Eichen (Quercus) oder Nadelbäumen sein. Damit die zerkleinernden Mikroorganismen mehr Angriffsfläche haben, kann man das Laub auch vor dem Schichten mit dem Rasenmäher häckseln.

Kompost für Kompostbeet
Es sollten nicht zu viele Blätter und Äste für das Kompostieren direkt im Beet verwendet werden [Foto: Marlon Boenisch/ Shutterstock.com]

Damit die Kompostierungsprozesse in Gang kommen, braucht es zunächst etwas Wärme. Liegt das Hügelbeet nicht an einem warmen, besonnten Platz, kann der Kompostierungsprozess mit reichlich warmem Wasser angeschoben werden.

Auf die Kompostierungsschicht folgt eine 10 bis 15 cm hohe Pflanzschicht. Hierfür kann zum Beispiel unsere Plantura Bio-Komposterde oder hochwertiger, reifer Kompost verwendet werden. Unsere Komposterde wird Starkzehrern gerecht und kommt immer in derselben, hohen und torffreien Qualität zu Ihnen.

Plantura Bio-Komposterde
Plantura Bio-Komposterde

Bio, torffrei & klimafreundlich:
Ideal auch für Hochbeete geeignet,
sorgt für eine reiche, aromatische Ernte

Die Wärme des Kompostierungsprozesses kann man leider nur im ersten Jahr nach dem Schichten des Hoch- oder Hügelbeets ausnutzen. Nach 2 bis 3 Jahren muss man diese Art von Beeten außerdem wieder komplett neu aufbauen, da sie durch den Abbau der organischen Masse stark zusammensacken.

Die richtige Bepflanzung

Die Bepflanzung von Kompostbeeten unterscheidet sich danach, ob es sich um ein No-dig-Beet oder ein Hügel- beziehungsweise Hochbeet handelt.

Bepflanzung von No-dig-Beeten

Kompostbeete können bepflanzt werden wie jedes andere Beet auch. Bei der Bepflanzung von No-dig-Beeten mit Kompost kann jedoch im ersten Jahr noch kein Wurzelgemüse angebaut werden, da das Beet zu flachgründig ist und feste Pappe im Untergrund aufweist. Behalten Sie dabei im Hinterkopf, dass Kompost oft sehr nährstoffreich ist. So können Starkzehrer wie Kohl (Brassica) oder Tomaten (Solanum lycopersicum) ebenfalls gut darin angebaut werden.

Tipp: Damit das No-dig-Beet nicht den ganzen Winter mit offenem Boden daliegt, kann man es zum Beispiel mit Pappe oder ähnlichem abdecken. Gut geeignet sind auch abfrierende Gründüngungen.

Kompostbeet
In mehrjährigen No-dig-Kompostbeeten kann auch Wurzelgemüse wachsen [Foto: Galla3000/ Shutterstock.com]

Bepflanzung von Hügelbeeten

Hat man ein Hügel- oder Hochbeet mit einer Kompostschicht angelegt, können zunächst einige sehr frühe Gemüse, die kältere Temperaturen vertragen, angebaut werden. Durch die Kompostheizung kann man hier eine Ernteverfrühung erreichen. Bei Hügelbeeten ist es außerdem besser, Jungpflanzen statt Samen zu verwenden, denn diese können aufgrund der geneigten Beetoberfläche leicht weggespült werden. Beachten Sie die verschiedenen Zonen, die an Hochbeeten entstehen: Auf dem Damm ist es am trockensten und sonnigsten, an den Seiten unter Umständen schattiger und feuchter.

Kompostbeet-Anlegen
Ins Hügelbeet pflanzen Sie am besten vorgezogene Pflanzen [Foto: Miriam Doerr Martin Frommherz/ Shutterstock.com]

Tipp: Damit die Wärme der Kompostheizung auch beim Gemüse bleibt, bietet sich ein Frühbeetaufsatz für Hochbeete oder entsprechend das Abdecken von Hügelbeeten mit Vlies an.

Wurde das erste Gemüse geerntet, können ab Mai Starkzehrer wie Tomaten, Gurken (Cucumis sativus), Kohl oder Kürbis (Cucurbita) gepflanzt werden. Diese nutzen die aus dem Kompost freigesetzten Nährstoffe optimal. Schwachzehrer sollten, wenn überhaupt, im ersten Jahr nur als Folgekultur angebaut werden. Besser ist es jedoch, damit noch ein Jahr zu warten. Ihnen könnte das hohe Nährstoffangebot sogar eher schaden als helfen.

Eine Gartenpraxis, bei der man ähnlich wie bei No-dig-Beeten möglichst wenig in die Natur eingreift, ist das Blackbox-Gardening. Dabei spart sich der Gärtner die komplizierte Wahl des richtigen Pflanzenstandortes und gibt die Arbeit an die Pflanzen selbst ab. Diese Gartenpraxis wird allerdings weniger in Gemüsegärten, sondern eher für Zier- und Hausgärten angewendet.

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