skip to Main Content

Blumenkohl: Die bekömmliche Kohlart

Blumenkohl ist lecker und gesund. Der Anbau im eigenen Garten ist eher für die geübten Hobbygärtner geeignet. Wir geben Tipps für eine erfolgreiche Ernte.

Blumenkohl Anbau im eignen Garten bunt

Blumenkohl muss nicht immer nur weiß sein [Foto: dee_dee_creamerCC BY-ND 2.0]

Blumenkohl (Brassica oleracea var. botrytis) ist eng verwandt mit dem Brokkoli und dem Minarett-Kohl, der auch als Romanesco bekannt ist. Wie beim Brokkoli werden die fleischigen Blüten des Blumenkohls verzehrt. Blumenkohl gilt als sehr bekömmlich und trägt viele Namen von Karfiol, Blütenkohl, Italienischer Kohl bis hin zur Bezeichnung Käsekohl. Neben den klassischen Anbauländern wie Italien und Spanien wird Blumenkohl auch in großen Mengen in Indien angebaut. Dort ist er ein traditioneller Bestandteil vieler vegetarischen Gerichte.

Ähnlich dem Brokkoli wird die Herkunft des Blumenkohls in Kleinasien vermutet. Über Italien breitete er sich im 16. Jahrhundert nach Frankreich, Großbritannien sowie in weiteren Ländern aus. Viele Gemüseliebhaber bezeichnen den Blumenkohl als den König der Kohlarten. Seine Blütenstände sind locker gepackt somit besonders zart und zudem mild-aromatisch.

So gelingt der Blumenkohl-Anbau in unseren Breiten

Blumenkohl ist recht anspruchsvoll. Man sollte definitiv einen grünen Daumen mitbringen, und dem Kohl einen humosen und nährstoffreichen Boden und einen sonnigen Platz bieten können. Blumenkohl gehört zu den Starkzehrern, deshalb ist es ratsam die Krume im eigenen Garten mit frischem Kompost, Mist und Hornspänen zu vermischen.

Pflanzt man verschiedene Sorten oder sät man den Blumenkohl in mehreren Chargen zeitlich versetzt aus, kann von Juli bis in den Herbst hinein das leckere Gemüse geerntet werden. Saatgut kann im Gartencenter oder bei einem spezialisierten Onlinehändler erworben werden. Besonders bei Letzteren findet man sie noch: die guten, alten und bewährten Sorten.

Die Aussaat erfolgt auf der Fensterbank oder im Frühbeet ab Ende Februar. Eine Direktsaat kann ab Anfang April erfolgen. Man bedeckt die Samen des Blumenkohls lediglich mit 5mm lockerer Erde. Bei Temperaturen von über 12°C erfolgt die Keimung nach etwa einer Woche. Entscheidet man sich gegen eine Direktsaat, sollte man die kleinen Keimlinge nach drei Wochen pikieren und in P9-Töpfe setzen. Ab April können die Pflanzen ins Freie gepflanzt werden. Man lässt dem Blumenkohl am besten pro Pflanze 50x50cm Freiraum. So kann er sich gut entwickeln. Da Blumenkohl etwas empfindlich ist, sollten die Jungpflanzen bei Frost mit Fleece abgedeckt werden.

Während der Wachstumsphase kann im Abstand von zwei Wochen mit etwas Stickstoff gedüngt werden. Vor der Ernte sollte auf eine Düngung verzichtet werden, denn nur dann bildet der Blumenkopf besonders aromatische Köpfe aus. Wie andere Kohlarten benötigt auch Blumenkohl stets ausreichend Feuchtigkeit. In trockenen Sommermonaten sollte deshalb gegossen werden. Zudem kann die Erde um die Pflanze herum durch ein leichtes Hacken aufgelockert werden. Für solch eine Vorzugsbehandlung bedankt sich die Pflanze bei der Ernte mit großen und schmackhaften Köpfen.

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Anbau finden Sie hier: Blumenkohl anbauen: Aussaat, Pflege und Erntezeit.

Wir von Plantura empfehlen folgende Produkte:
  • Floragard Aktiv-Tomaten- und Gemüseerde: Hochwertige Spezial-Erde für ein naturgesundes, sicheres Wachstum von nährstoffbedürftigem Fruchtgemüse.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden.
  • Plantura Bio-Tomatendünger: Ein hoher Kalium-Anteil sorgt für aromatisch duftende und schmackhafte Tomaten. Als organischer Dünger ist er für die langfristige Nährstoffversorgung von Tomaten und vielen anderen Gemüsearten hervorragend geeignet.

Unterschiede zwischen Blumenkohl, Romanesco und Brokkoli

Der Romanesco (Brassica oleracea convar. botrytis var. botrytis) auch als Türmchen- oder Minarettkohl bezeichnet, ist eine Variante des Blumenkohls und enthält mehr Vitamin C als sein optisch sehr ähnlicher Verwandter. Der Ursprung des Romanescos wird in der Gegend um Rom vermutet.

Brokkoli (Brassica oleracea var. italica) ist zwar eng mit dem Blumenkohl verwandt, jedoch genetisch deutlich weiter entfernt als der Romanesco. Im Vergleich zu weißen Blumenkohlsorten enthält Brokkoli mehr Vitamine.

Blumenkohl-Sorten

Farbige Sorten gibt es in grün, violett und orange. Diese sind auf Grund einer höheren Konzentration an Vitaminen und anderen Inhaltsstoffen ernährungsphysiologisch wertvoller. Jedoch tun sich Anbauer mit dem Absatz farbiger Sorten in Deutschland immer noch schwer. Während der Verbraucher in Süditalien gerne und bereitwillig zum farbigen Blumenkohl greift, verschmähen deutsche Kunden dieses Gemüse.  Bei den farbigen Sorten werden die Köpfe häufig nicht vollständig von den äußeren Blättern umschlossen. Die Sonneneinstrahlung sorgt dann für die Bildung der Farbpigmente. Üblicherweise haben farbige Sorten einen intensiveren Geschmack als der klassische weiße Blumenkohl.

Blumenkohl selber anbauen farbig orange violett

Dieser Blumenkohl ist nicht angemalt! Er bildet tatsächlich Köpfe in diesen satten Farben aus [Foto: Simon LawCC BY-SA 2.0]

  • Alpha: frühreife und geschmackvolle Sorte mit weißen Köpfen.
  • Cheddar (F1): neuere Züchtung mit orangenen Blüten, die besonders reich an Betakarotin sein sollen.
  • Di Sicilia Violetto: italienische Sorte mit violetten Köpfen; in Italien besonders wegen ihres intensiven und aromatischen Geschmacks sehr beliebt.
  • Erfurter Zwerg: besonders robuste Sorte, die bereits früh im Jahr angebaut werden kann; die Köpfe sind zwar etwas kleiner als bei modernen Sorten, jedoch stellt der Erfurter Zwerg bei der Kultur weniger Ansprüche.
  • Grafitti: violette Sorte, die sich sowohl für den Sommer, als auch den Winteranbau eignet; sehr aromatisch; verfärbt sich während des Kochens grün. Wer die wertvollen Inhaltsstoffe der violetten Blumenkohlköpfe vollständig genießen will, kann die Blumen von Grafitti auch zerkleinern und als Rohkost Salaten beigeben.
  • Igloory: bewährte Sorte für den Früh-, Sommer- und Herbstanbau mit großen und reinweißen Blumen; übersteht die ersten Nachtfröste meistens problemlos.
  • Multi Head (F1): frühe Sorte, die neben der Hauptblume auch an den Seitentrieben Blumen ausbildet; wird die Hauptblume früh geerntet, fördert dies das Wachstum der Seitenblumen. Multi Head ist auf Grund ihres Wuchses eine außergewöhnliche Sorte, die ähnlich zu Brokkoli mehrfach beerntet werden kann.
  • Rosalind: mittel- bis spätreife Sorten mit schöner Färbung und mittelgroßen Blumen. Bei Reife sind die Köpfe von Rosalind rötlich (teilweise rot-violett) gefärbt; sehr reich an Vitamin C und A.
  • Walcheren Winter: winterharte Sorte die erst im Juli gesät und im Folgejahr geerntet wird. Ein Schutzfleece im Winter ist dennoch ratsam, da die Sorte meistens Temperaturen unter -12°C nicht verkraftet. Wird im April des Folgejahres geerntet.

Wenn Sie Hilfe bei der Sortenauswahl brauchen, schauen Sie doch mal hier vorbei: Blumenkohl Sorten: die richtige Sorte zum Anbauen wählen.

Tipp: Sorten des Winterblumenkohls sollten an einen Standort gepflanzt werden, der erst ab der Mittagszeit von der Sonne beschienen wird. Somit haben die Köpfe Zeit sich den höheren Tagestemperaturen anzupassen. Dies vermeidet Schäden an den Blumen.

Blumenkohl-Ernte einholen und richtig lagern

Auch wenn das Saatgut auf einmal ausgesät wurde, reifen die Köpfe nicht im exakt selben Zeitfenster aus. Man kann über zwei bis drei Wochen immer wieder ernten. Alternativ kann eine Sorte zeitlich versetzt gesät werden oder man pflanzt gleich verschiedene Blumenkohlsorten an. Der erste Blumenkohl von Frühsaaten kann ab Juli geerntet werden. Falls direkt gesät wird, kann in den meisten Regionen Deutschlands ab August geerntet werden.

Blumenkohl ernte reif im eignen Garten

Großgewachsener erntereifer Blumenkohl [Foto: AmyCC BY 2.0]

Nähert sich die Reifezeit müssen die geschlossenen Blütenstände mindestens alle zwei Tage kontrolliert werden. Bevor sich die Köpfe des Blumenkohls lockern muss geerntet werden. Die meisten Sorten des Blumenkohls werden geerntet bevor die äußeren Hüllblätter den weißen und kostbaren Blütenstand offenlegen. Werden die Blütenstände nicht oder zu spät geerntet, kommt es zum Schießen. So bezeichnen Fachleute das in die Höhe schnellen des Triebs. Die gelben Blüten öffnen sich und schließlich bildet sich der Samen aus.

An einem kühlen Ort kann man Blumenkohl bis zu zwei Wochen lagern. Im Kühlschrank sollte man ihn nicht länger als eine Woche aufbewahren. Blumenkohl kann wie Brokkoli gut eingefroren werden.

Krankheiten und Schädlinge beim Blumenkohl:

Jungpflanzen sollten beim Auspflanzen vor Nacktschnecken geschützt werden. Hier bietet sich Schneckenkorn an. Besonders ökologische Gärtner greifen auf einen Schneckenzaun, auf Hühner oder indische Laufenten zurück.
Auch die üblichen Kohlkrankheiten können dem Blumenkohl zu schaffen machen: Hierzu zählen Erdflöhe, Kohlfliegen, Kohlweißlinge und die Pilzkrankheit namens Kohlhernie.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

Inhaltsstoffe und Verwendung in der Küche

Blumenkohl ist reich an Vitamin C und Mineralstoffen. Bunte Sorten enthalten zudem einen hohen Anteil an Betakarotin. Blumenkohl eignet sich sowohl als Rohkost wie auch als leckere Beilage zu allerlei Gerichten. Um die Inhaltsstoffe nicht herauszuwaschen, sollte man die Blumenkohlrosen entweder anbraten oder dampfgaren. Um den Geschmack positiv zu fördern wird er häufig mit etwas zerlassener Butter und Salz serviert. In anderen Ländern wird Blumenkohl paniert und anschließend frittiert oder in den letzten zehn Minuten des Kochprozesses von Currygerichten beigegeben.

Simon

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Neben Kräutern- und Naschobst auf einem Balkon baue ich in meiner kleinen Parzelle am Ortsrand Gemüse an. Ich genieße die Zeit draußen in meinem Gemüsegarten, in dem ich ausschließlich biologische Dünge- und Pflanzenschutzmittel einsetze. Neben meiner Liebe zur Natur schreibe ich leidenschaftlich gerne und beschäftige mich auch mit Grundlagen der Psychologie und Ethik.

Lieblingsobst: Holunder und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzkohl, Artischocken und Spargel.

Back To Top
[i]
[i]