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Mineralischer Dünger: Vorteile, Nachteile & Beispiele

Mineralische Dünger werden in synthetischen Verfahren oder aus fossilen Mineralien gewonnen. Wir schauen uns diese „Kunstdünger“ genauer an.

Drei verschiedene Dünger

Lange Zeit galten mineralische Dünger als Wundermittel, heute geraten sie immer wieder in die Kritik [Foto: motorolka/ Shutterstock.com]

Schon im Jahr 1865 hatte Justus von Liebig nach intensiver Forschung erkannt: „Ein Boden ist fruchtbar für eine gegebene Pflanzengattung, wenn er die für diese Pflanze notwendigen mineralischen Nahrungsstoffe in gehöriger Menge, in dem richtigen Verhältnis und in der zur Aufnahme geeigneten Beschaffenheit enthält.“ Er stieß damit eine Entwicklung an, die sehr bald zur Herstellung der ersten Mineraldünger führte. Mehr als ein Jahrhundert später hat der mineralische Dünger den Zenit seiner Popularität allerdings bereits überschritten und ist nicht nur im Bio-Anbau in die Kritik geraten. In diesem Artikel haben wir für Sie die Eigenschaften, Vor- und Nachteile, Beispiele sowie die Gefahren von mineralischen Düngern zusammengetragen.

Mineralischer Dünger: Eigenschaften

Lange Zeit verwendete man mineralische Dünger wie ein potentes Wundermittel. Hier können Sie nachlesen, was mineralische Dünger ausmacht.

Was ist mineralischer Dünger?

Mineralischer Dünger ist ein Düngemittel, in dem die Nährstoffe – besser gesagt, die Nährstoffionen – in einer festen „Ionenverbindung“ vorliegen. Geläufiger ist Ihnen vielleicht der Begriff „Salz“. Kochsalz beispielsweise stellt die Ionenverbindung aus Natrium (Na+) und Chlor (Cl) dar. Durch die Anziehungskraft der positiven und der negativen Ladung gehen die beiden geladenen Teilchen – die Ionen – eine feste Verbindung ein. Und in genau solch einer Verbindung liegen mineralische Düngemittel vor. Nicht umsonst spricht man oft auch von „Düngesalzen“.

Herstellung von mineralischen Düngern

Wie werden diese mineralischen Dünger aber hergestellt? Viele Nährelemente können aus fossilen Lagerstätten abgebaut werden. Allerdings liegen sie im Gestein als stabile, kaum lösliche Verbindung vor. Pflanzen nehmen Nährstoffe jedoch nur in Form von in Wasser gelösten Ionen auf. Aus diesem Grund müssen etwa Rohphosphate „aufgeschlossen“ werden. Dies geschieht mit Säuren und führt zu besser löslichen Phosphatverbindungen, den Superphosphaten. Auch Kalisalze werden vor der Verwendung als Dünger aufbereitet und werden dann 40er, 50er oder 60er Kali genannt, wobei die Zahl den Prozentsatz des enthaltenen wasserlöslichen Kaliumoxides angibt. Oder sie werden mit Schwefelsäure zu schwefelsaurem Kali umgesetzt.

weißer Dünger mit blauen Handschuhen

Bei der Herstellung von mineralischen Düngern kommen diverse chemische Verfahren zum Einsatz [Foto: Criniger kolio/ Shutterstock.com]

Mineralischer Stickstoff wird im „Haber-Bosch-Verfahren“ erzeugt. Dabei entsteht unter großem Energieaufwand aus dem Luftstickstoff (N2) das flüchtige Ammoniak (NH3). Dieses kann zu den gängigen Düngemitteln Ammoniumnitrat, Ammoniumsulfat (genannt: schwefelsaures Ammoniak) oder Kaliumnitrat umgewandelt werden.

Da bei der Herstellung mineralischer Dünger also diverse aufwändige chemische Verfahren zum Einsatz kommen, werden sie auch als „Kunstdünger“ bezeichnet. Nun liegt der Dünger also in seiner Salz-Form vor. Enthalten sind darin Salze, die aus den essentiellen Nährelementen der Pflanzen gebildet werden. Welche Wirkung entfalten sie aber, wenn sie in den Boden gestreut werden?

Wirkung von mineralischen Düngern

Sofern der Boden feucht ist, lösen sich die Salze in ihre ionischen Bestandteile. Chemisch betrachtet spielt das Wasser hier die entscheidende Rolle: Es lagert sich sowohl an positiv geladene Teilchen als auch an negativ geladene Teilchen an, es werden regelrechte Wasserhüllen um sie gebildet. So trennt das Wasser die Bestandteile des Düngesalzes voneinander. Man spricht von „Hydratation“. Einige Salze – verschiedene Phosphorverbindungen und viele Spurennährstoffe – können nur durch Säuren gelöst werden, doch auch diese kommen natürlicherweise in der Bodenlösung vor. Nach diesem Schritt sind die Nährstoffe für die Pflanze verfügbar und können aufgenommen sowie genutzt werden.

Hinweis: Pflanzen nehmen Nährstoffe nur als Ionen auf? Eigentlich stimmt das nicht ganz. Das Spurennährelement Bor wird in der neutralen Form B(OH)3 (Borsäure) aufgenommen. Damit stellt es jedoch einen Sonderfall dar. Bor ist an der Ausbildung von Zellwänden beteiligt und fördert die Blüten- und Fruchtbildung.

Zusammenfassung: Was ist mineralischer Dünger?

  • Mineralischer Dünger liegt als Salz vor. Salze bestehen aus positiv und negativ geladenen Teilchen – den Ionen. Diese sind durch die Ionenbindung verbunden
  • Die Rohstoffe für mineralische Dünger werden aus fossilen Lagerstätten abgebaut oder – im Falle von Stickstoff – im Haber-Bosch-Verfahren erzeugt. All diese müssen noch weiter chemisch umgesetzt werden. Insgesamt ist der Energieaufwand hierfür sehr hoch
  • Die chemisch veränderten Rohstoffe sind besser in Wasser oder in bodeneigenen Säuren löslich und liegen nach der Lösung im Boden in ihrer ionischen Form vor. So können sie von Pflanzen aufgenommen werden
Fabrik aus der Ferne

Der Energieaufwand zur Herstellung der mineralischen Dünger ist sehr hoch [Foto: saoirse2013/ Shutterstock.com]

Wie schnell wirkt mineralischer Dünger?

Generell gilt, dass ein normaler mineralischer Dünger in Salzform sehr schnell wirken kann, meist innerhalb einiger Stunden. Dies gilt natürlich nicht für Langzeitdünger, deren langsame Freisetzung ein absichtlich herbeigeführter Effekt ist. Einige Faktoren beeinflussen dabei, ob ein mineralischer Dünger seiner Wirkweise entsprechend schnell oder nur langsam wirkt. Wir haben diese Faktoren unten für sie aufgelistet. Durch deren Beachtung können Sie eine schnellstmögliche Wirksamkeit ihrer Düngung erreichen.

Tipp: Eine Wirkung im Sinne eines sichtbaren Düngeeffekts an den gedüngten Pflanzen braucht immer einige Zeit, auch bei schnell wirksamen Flüssigdüngern muss man hier einige Tage auf einen sichtbaren Effekt warten.

Wenn im folgenden Absatz von der Wirkgeschwindigkeit gesprochen wird, ist damit die Geschwindigkeit gemeint, in der nach der Ausbringung des Düngers die pflanzenverfügbaren Nährstoffe in der Bodenlösung vorliegen.

  1. Wasser ist für die Lösung der Salze unabdingbar. Daher muss der Boden ausreichend feucht sein. Auf einem trockenen Boden hat ein mineralischer (und auch ein organischer) Dünger keinen Effekt.
  2. Wechselwirkungen, die zwischen Düngesalzen auftreten, können ihre Wirkung beeinflussen:
  • Ammoniumhaltige Dünger und Kalk oder kalkhaltige Dünger bilden zusammen Ammoniak, das gasförmig den Boden verlässt und somit nicht mehr für Pflanzen nutzbar ist
  • Superphosphat und Kalk oder kalkhaltige Dünger bilden zusammen Calciumphosphate, die schwer löslich und nur sehr langsam (oder gar nicht) für Pflanzen verfügbar sind
  • Nitrat oder nitrathaltige Dünger und Superphosphat bilden zusammen Stickoxide (NOx), die gasförmig dem Boden entweichen und so auch nicht mehr für Pflanzen nutzbar sind. Außerdem sind sie sind äußerst gesundheits- und klimaschädlich
Weißer Dünger mit Schaufel im Garten

Die „Kunstdünger“ haben eine schnelle Wirkgeschwindigkeit, jedoch kann es im Boden auch schnell zu einem chemischen Ungleichgewicht kommen [Foto: IRINA ORLOVA/ Shutterstock.com]

Tipp: Alle im Handel erhältlichen gemischten Mehrnährstoffdünger enthalten niemals die oben genannten Kombinationen und sind sicher in der Anwendung, sodass weder die Gefahr der Ausgasung noch der Festsetzung besteht. Sollten Sie jedoch verschiedene Dünger selbst mischen wollen, beachten Sie bitte die oben genannten Problemfälle.

  1. Der pH-Wert des Bodens hat ebenfalls einen Einfluss auf die Wirkgeschwindigkeit mineralischer Dünger. Insbesondere Spurennährelemente sind in einem leicht sauren Boden besser verfügbar, in einem neutralen oder leicht alkalischen Boden wirkt eine Düngung mit ihnen deutlich schlechter. Noch extremer verhält es sich mit dem Phospor: Es ist bei einem pH-Wert unter 6 oder über 6,5 nicht gut verfügbar. Den eigenen Gartenboden in diesem Bereich zu halten, kann die Düngewirkung daher sehr positiv beeinflussen.
  2. Die Temperatur spielt eine gewisse Rolle: Bei höheren Temperaturen sind die Düngesalze in der Bodenlösung besser löslich. Außerdem beziehen Pflanzen bei höheren Temperaturen mehr Wasser aus dem Boden und „saugen“ damit viele Nährstoffe geradezu an ihre Wurzeln heran.

Einen Sonderfall stellen die Langzeitdünger dar: Diese Dünger wirken besonders langsam und über lange Zeiträume – je nach Produkt zwischen zwei Monaten und einem Jahr. Dieser Effekt wird dadurch erreicht, dass der enthaltene Stickstoff in einer speziellen Form vorliegt, die Harnstoff oder Carbamid genannt wird. Außerdem sind die Nährstoffe von einer Kapsel umhüllt, die sie vor der sofortigen Freisetzung in die Bodenlösung schützt. Durch die Beimischung sofort löslicher Düngesalze wird zusätzlich oft ein Soforteffekt erreicht.

Zusammenfassung: Wie schnell wirkt mineralischer Dünger?

  • Mineralische Dünger wirken bei entsprechenden Bedingungen innerhalb weniger Stunden nach der Ausbringung, wobei sichtbare Auswirkungen je nach Pflanze und Ernährungszustand natürlich deutlich später eintreten
  • Die Verfügbarkeit von Wasser, die Kombination ausgebrachter Düngemittel, der pH-Wert des Bodens und die Temperatur können die Wirkgeschwindigkeit positiv oder negativ beeinflussen
  • Langzeit- oder Depotdünger wirken über einen langen Zeitraum und unter Umständen etwas langsamer. Viele Langzeitdünger besitzen jedoch auch eine Sofortwirkung. Die Wirkdauer kann bis zu 12 Monate betragen und ist auf der Verpackung angegeben

Mineralisch-organischer Dünger

Was ist ein mineralisch-organischer Dünger und wie unterscheidet sich dieser Düngertyp von rein mineralischen Düngern? Mineralisch-organische Dünger beinhalten sowohl organische als auch mineralische Bestandteile.

Erde mit Wurm

Im Gegensatz zum mineralischen Dünger fördert eine organische Düngung das Bodenleben und den Erhalt einer guten Bodenstruktur [Foto:/ Shutterstock.com]

Die Kombination der beiden Düngetypen erscheint nur logisch, denn ihre Vor- und Nachteile gleichen sich häufig aus:

  • Rein mineralische Düngung vernachlässigt das Bodenleben und den Erhalt einer guten Bodenstruktur. Organische Düngung hilft, beides zu erhalten und zu fördern
  • Organischer Dünger ist langsam verfügbar, mineralischer Dünger hingegen schnell verfügbar
  • Mineralischer Dünger enthält stets nur die genannten Nährstoffe, organischer Dünger beinhaltet daneben immer eine kleine Menge von Spurennährstoffen, die in dem organischen Material enthalten sind
  • Mineralische Dünger besitzen keine ausgeprägte Langzeitwirkung, sofern es keine speziellen Langzeitdünger sind. Organische Dünger besitzen eine natürliche Langzeitwirkung, sodass die beiden Typen leicht zu einem schnell wirksamen Langzeitdünger kombinierbar sind
  • Rein mineralische Dünger laufen Gefahr, ausgewaschen zu werden, wenn bei der Düngung kein organisches Material eingearbeitet wird. Der organische Anteil im mineralisch-organischen Dünger kann Auswaschungen zumindest zu einem gewissen Grad verhindern

Zusammenfassung: Mineralisch-organischer Dünger

  • Mineralisch-organischer Dünger enthält sowohl mineralische als auch organische Bestandteile
  • Diese Bestandteile können sich in ihren Eigenschaften bezüglich Bodenverbesserung, Wirkgeschwindigkeit, Inhaltsstoffen, Wirkdauer und Auswaschungsgefahr ergänzen
  • Das Resultat kann ein Dünger mit wenigen Nachteilen und vielen guten Wirkeigenschaften sein

Mineralischer Dünger: Vor- und Nachteile

Manch einer sieht nur das Gute, ein anderer nur das Schlechte in der mineralischen Düngung. Wir haben hier versucht, die Vor- und Nachteile objektiv zusammenzutragen.

Vorteile mineralischer Dünger:

  • Schnelle Wirkgeschwindigkeit
  • Oft geringer Preis (außer Langzeitdünger)
  • Hohe Nährstoffgehalte
  • Als Langzeitdünger sehr sicher in der Anwendung und über einen recht genau definierten Zeitraum wirksam
  • Die Nährstofffreisetzung ist weitgehend unabhängig von der Witterung, sodass mineralische Dünger gezielter und kurzfristiger angewendet werden können
Himbeere wird gedüngt

Die rasche Freisetzung der Nährstoffe in mineralischen Düngern kann leicht zu einer Überdüngung führen [Foto: Vitalii Marchenko/ Shutterstock.com]

Nachteile mineralischer Dünger:

  • Mineralische Dünger umgehen den natürlichen Kreislauf des Nährstoff-Recyclings; es kann so im Boden zu einem chemischen Ungleichgewicht kommen, das sich in einem veränderten pH-Wert niederschlägt
  • Mineralische Phosphatdünger enthalten häufiger das Schwermetall Cadmium, das bereits in geringsten Mengen aufgenommen nicht nur sehr giftig, sondern auch krebsauslösend wirkt
  • Die schnelle und witterungsunabhängige Freisetzung und der hohe Nährstoffgehalt führen leichter zu Pflanzenschäden durch Überdüngung und zu einem Verlust von Nährstoffen durch Auswaschung
  • Alleinige mineralische Düngung lässt den Boden mit der Zeit an Humus verarmen, was eine deutliche Verschlechterung vieler Bodeneigenschaften zur Folge hat. Wenn Sie sich für Humus und Humusbildung genauer interessieren, finden Sie hier die Artikel zum Thema Humus und Humuswirtschaft
  • Das bedarfsgerechte Düngen mit mineralischen Düngern setzt zur korrekten Anwendung im Grunde Vorwissen im Bereich der Pflanzenernährung und Bodenchemie voraus

Tipp: Wussten Sie beispielsweise, dass auf fast allen Gartenböden eine Phosphordüngung gar nicht nötig ist, da Phosphor in ausreichenden Mengen vorliegt? Oft ist es durch unsachgemäße Düngung in Kombination mit Kalk schlecht löslich geworden oder infolge eines zu hohen oder zu niedrigen pH-Werts nicht verfügbar.

Mineralischer Dünger vs. organischer Dünger

Insbesondere weil mit mineralischem Dünger sehr viel häufiger Anwendungsfehler auftreten, empfehlen wir Ihnen die Anwendung von organischen oder organisch-mineralischen Düngern wie unseren Plantura Düngern. In der nachfolgenden Tabelle sind die Aspekte organischer und mineralischer Düngung nochmals gegenübergestellt.

AspekteMineralische DüngungOrganische Düngung
WirkgeschwindigkeitSchnellLangsam
NährstofffreisetzungKonzentriertLangsam fließend
NährstoffgehaltMittel bis hochNiedrig bis mittel
Förderung des BodenlebensNeinJa
Erhalt/Verbesserung der BodenstrukturNeinJa
AnwendungssicherheitGeringHoch
AuswaschungsfahrHochGering bis gar nicht
Beeinflussung des pH-WertsJe nach verwendetem DüngerNein
Freisetzung witterungsabhängigNeinJa

Mineralischer Dünger: Beispiele

Welche mineralischen Dünger gibt es? In diesem Abschnitt finden Sie Beispiele und Erklärungen zu verschiedenen Typen von Mineraldüngern.

Mineralischer Stickstoffdünger

Mineralische Stickstoffdünger sind in verschiedenen chemischen Verbindungen erhältlich. Ihrem Namen entsprechend enthalten sie nur Stickstoff und ein weiteres Element, mit dem sie ein Salz bilden – sie sind also kein ausgewogener Voll- oder NPK-Dünger. Je nachdem, mit welchem Element das Salz gebildet wird, haben sie zudem unterschiedliche Eigenschaften.

Handschuhe mit weißem Dünger

Mineralische Stickstoffdünger können Hautreizungen verursachen und sollten möglichst nur mit Handschuhen ausgebracht werden [Foto: Vitalii Petrushenko/ Shutterstock.com]

Schwefelsaures Ammoniak: Es enthält Ammonium-Stickstoff und Schwefel, ist gut wasserlöslich und wirkt mäßig schnell, da Ammonium an Bodenteilchen gebunden wird. Die Auswaschungsgefahr ist aus diesem Grund geringer. Schwefelsaures Ammoniak ist sauer und senkt damit auch den pH-Wert des Bodens. Die Wirkungsdauer beträgt drei bis vier Wochen.

Kalksalpeter: Er enthält Nitrat-Stickstoff und Calcium, ist gut wasserlöslich und hat eine schnelle Wirkgeschwindigkeit. Kalksalpeter ist alkalisch und erhöht damit den pH-Wert des Bodens. Seine Wirkungsdauer beträgt drei bis vier Wochen.

Kalkammonsalpeter: Er enthält Ammonium-Stickstoff und Nitratstickstoff, außerdem Calcium und manchmal Magnesium. Er ist zudem gut wasserlöslich und wirkt durch die beiden enthaltenen Stickstoff-Verbindungen sowohl schnell als auch anhaltend. Durch die Kombination wird auch der pH-Wert nicht beeinflusst. Die Wirkungsdauer beträgt drei bis vier Wochen.

Ammonsulfatsalpeter: Er enthält Ammonium-Stickstoff und Nitrat-Stickstoff in Kombination mit Schwefel, ist gut wasserlöslich, wirkt schnell und anhaltend. Ammonsulfatsalpeter ist sauer und senkt den pH-Wert des Bodens.

Harnstoff: Düngeharnstoff oder auch Carbamid-Stickstoff besitzt keine weiteren Nebenbestandteile. Er wird zwar künstlich hergestellt, muss aber im Boden mikrobiell in pflanzenverfügbares Ammonium umgesetzt werden. Die Umsetzung erfolgt bei ungünstigen Bedingungen innerhalb von vier Tagen, bei günstigen Bedingungen innerhalb von einem bis zwei Tagen. Die Wirkungsdauer beträgt drei bis fünf Wochen. Harnstoff kann auch sehr gut zur Blattdüngung verwendet werden.

Mineralischer NPK-Dünger

NPK-Dünger sind Dünger, in denen die drei Hauptnährelemente Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) enthalten sind. Erhältlich sind diverse mineralische NPK-Dünger für verschiedene Einsatzgebiete. Je nach Anwendung sind die Dünger unterschiedlich zusammengesetzt und enthalten manchmal zudem noch weitere Nährstoffe. In diesem Fall werden sie in der Regel als Volldünger bezeichnet. Mineralische NPK-Dünger sind auch als Flüssigdünger oder Düngestäbchen erhältlich.

Blaukorn

Bei Blaukorn handelt es sich um den wohl bekanntesten mineralischen NPK-Dünger. Dieser ist in verschiedenen Zusammensetzungen erhältlich. Grundsätzlich gilt für Blaukorn, was für alle rein mineralischen Dünger gilt und bereits im Abschnitt „Mineralischer Dünger: Vor- und Nachteile“ genannt wurde.

Schaufel mit Blaukorn

Blaukorn sollte im heimischen Garten vermieden werden [Foto: Singkham/ Shutterstock.com]

Wegen des häufig geringen Preises der blauen Kügelchen ist es sehr wahrscheinlich, dass günstiges, mit Schwermetallen belastetes Phosphat enthalten ist. Grundsätzlich unterscheidet sich Blaukorn jedoch nur durch die Farbe von anderen mineralischen NPK-Düngern, insbesondere von solchen im unteren Preissegment. Die langfristig positive Wirkung auf den Boden von organischen und organisch-mineralischen Düngern wie unseren Plantura Bio-Düngern ist in der Fachwelt bereits angekommen und belegt. Auch in der Landwirtschaft ist diese positive Wirkung eigentlich unumstritten. Trotzdem werden dort mineralische Dünger wie Blaukorn noch häufig verwendet. Dies ist leider auch in vielen Privatgärten noch der Fall. Durch eine falsch dosierte Anwendung kommt es hier leider besonders häufig zu Belastungen von Pflanzen, Tieren, Menschen und der Umwelt. Wir raten deshalb von der Verwendung von Blaukorn ab.

Mineralischer Dünger: Giftig und gefährlich?

Bei fachlich richtiger Anwendung sind mineralische Dünger zwar einerseits nicht besonders gut für die Bodenstruktur und das Bodenleben, doch giftig und gefährlich sind sie anderseits nicht. Das Problem stellt also vielmehr die Art der Anwendung dar. Hierdurch kommt es in Privatgärten leider besonders häufig zu negativen Wirkungen auf die Umwelt. Nachfolgend finden Sie die häufigsten Anwendungsfehler bei mineralischen Düngern sowie deren Folgen.

Überdüngung – Düngung in zu großen MengenPflanzenschäden vom „Geilwuchs“ über verstärkten Pilzbefall bis hin zum Absterben
Auswaschung von überschüssigem Stickstoff in tiefere Bodenschichten und das Grundwasser
Anreicherung von schwer löslichem Phosphat und Schwermetallen im Boden
Starkes Blattwachstum und verminderter Fruchtansatz
Düngung zum falschen ZeitpunktFrostschäden an Pflanzen, die vor dem Winter zu stickstoffbetont gedüngt wurden
Auswaschung von im Winter ungenutztem Stickstoff
Verwendung minderwertiger/ungeeigneter DüngemittelEinbringen von Schwermetallen in den eigenen Garten, Anreicherung in angebautem Obst und Gemüse
Düngung bei falscher Witterung oder falsches Ausbringen (z.B. fehlende Einarbeitung)Chemische Umwandlung von Düngesalzen in Gase somit Verlust für den Anwender und Belastung der Umwelt
Kombination unverträglicher DüngemittelChemische Umwandlung von Düngesalzen in Gase oder Festlegung der Düngesalze als unlösliche Verbindungen
Alleinige mineralische DüngungVerschlechterung der Bodenstruktur durch Verminderung des Bodenlebens und Abbau von Humus, somit Verminderung der Nährstoff- und Wasserverfügbarkeit sowie der Durchwurzelbarkeit

Tipp: Falls Sie sich für die Schwermetallbelastung von Düngemitteln näher interessieren, gibt Ihnen dieser Artikel detaillierte Auskunft.

Wenn Sie sich für nachhaltiges Düngen interessieren, schauen Sie doch hier vorbei.

Wir empfehlen unsere organischen Dünger:
  • Plantura Bio Rasendünger: BIO-Rasendünger mit Langzeitwirkung (3 Monate) für einen dichten und tiefgrünen Rasen ohne Unkraut und Moos.

  • Plantura Bio Blumendünger: Bio-zertifizierter und organischer Langzeitdünger. Mit extra Kalium-Anteil für eine Verringerung der Frostempfindlichkeit von Blumen im Beet. Versorgt blühende Zierpflanzen optimal mit Nährstoffen und ist frei von tierischen Produkten.

  • Plantura Bio Tomatendünger: Ein hoher Kalium-Anteil sorgt für aromatisch duftende und schmackhafte Tomaten. Als organischer Dünger ist er für die langfristige Nährstoffversorgung von Tomaten und vielen anderen Gemüsearten hervorragend geeignet.

Kati

Ich bin Gärtnerin im Fachbereich Garten- und Landschaftsbau und studiere an der Universität Hannover Gartenbauwissenschaften. Für mich ist der gesamte grüne Bereich wahnsinnig spannend, besonders liegen mir aber der Boden und ein nachhaltiger Umgang mit diesem am Herzen.
Lieblingsobst: Heidelbeere, Apfel
Lieblingsgemüse: Schmorgurke, Grünkohl, grüne Paprika

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