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Gründüngung: Vorteile und die Wahl der richtigen Kultur

Die Gründüngung mit Ackerbohne, Phacelia (Bienenfreund) & Klee: Vorteile der Bodenverbesserung und welche Saatgut-Mischungen geeignet sind. 

lila blühende Lupine Gründüngung

Lupine eignen sich hervorragend zur Gründüngnung und sind optisch auch noch sehr ansprechend [Foto: momoCC BY 2.0]

Bei der Gründüngung handelt es sich um eine Form der Bodenverbesserung, wo bestimmte Pflanzen vor, zwischen oder nach den eigentlichen Nutzpflanzen angebaut werden. Der Name Gründüngung verleitet einen dazu zu glauben, dass diese einfach nur wie ein Dünger wirken. Doch weit gefehlt! In diesem Artikel möchten wir Ihnen zeigen, dass die Gründüngung eine Vielzahl von Bodeneigenschaften verbessern kann und deswegen in einem biologisch bewirtschafteten Garten nicht fehlen sollte.

Vorteile einer Gründüngung

Eine Gründüngung kann, wie in der Einleitung angeklungen, Nährstoffe im Boden auf natürliche Weise anreichern. Dafür eignen sich insbesondere Gewächse der Hülsenfrüchtler (Fabacae, früher Leguminosen). Die Pflanzen leben in Symbiose mit Knöllchenbakterien, welche Stickstoff aus der Luft aufnehmen. Der Stickstoff wird von den Bakterien so umgewandelt, dass die Pflanzen ihn anschließend als Nährstoff nutzen kann. Je länger Sie die Hülsenfrüchtler auf dem Beet stehen lassen, desto mehr Stickstoff wird gespeichert. Sie müssen bei dieser Düngungsform keine Angst haben, dass Stickstoff ausgewaschen wird und Sie das Grundwasser damit belasten. Die Nährstoffe sind in den Gründüngerpflanzen gespeichert und werden nur langsam und kontinuierlich abgebaut und damit freigegeben. Unser Tipp: Gerade nach einer stark zehrenden Kultur wie Kohl ist diese Form der Gründüngung sehr empfehlenswert.

Zudem ist sie auch geeignet, um Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten wieder an die Oberfläche zu befördern. Gerade bei Kulturen wie Radieschen, Feldsalat und Spinat gibt es das Problem der geringen Wurzeltiefe. Die Pflanzen können nur Nährstoffe aus den oberen Bodenschichten aufnehmen und diese Bodenschicht wird dadurch schnell ausgelaugt. Auch ein sandiger Boden führt dazu, dass Nährstoffe bei Regen schnell in tieferen Bodenschichten verschwinden. Dabei helfen Gründüngungen mit Pfahlwurzeln. Die tiefwurzelnden Pflanzen lockern zum einem den Boden und nehmen zusätzlich die Nährstoffe aus tiefen Bodenschichten auf. Wird die Gründüngung dann später in den Boden eingearbeitet, ist eine langsame Nährstoffabgabe in den oberen Boden gewährleistet. Damit die Gründüngung ihre volle Wirkung entfalten kann, ist eine lange Standzeit der Gründüngung wichtig. Die Pflanzen brauchen Zeit, um den tiefen Boden mit ihren Wurzeln zu erschließen.

Knöllchenbakterien an Wurzel Gründüngung

Durch die Symbiose mit Knöllchenbakterien gelangen die Pflanzen an nutzbaren Stickstoff [Foto: Harry RoseCC BY 2.0]

Neben den Aspekten der Nährstoffversorgung gibt es auch weitere gute Gründe für eine Gründüngung. Meistens liegt das Beet nach der Ernte brach. Die Oberfläche der Erde ist ungeschützt vor Regen, Wind und Sonnenstrahlung. Der Boden und das Bodenleben können durch diese Einflüsse negativ beeinträchtigt werden. Eine Gründüngung hilft ebenfalls an dieser Stelle sehr gut. Sie vitalisiert das Bodenleben und kann auch dafür sorgen, dass kranke Erntereste schneller abgebaut werden. Außerdem wird durch die Beschattung der Gründüngung das Unkrautwachstum unterdrückt.

Zusätzlich sind Beete mit einer Gründüngung Rückzugsorte für viele Nützlinge und ab der Blüte werden Ihnen auch die Bienen für den vielen Nektar der blütenreichen Pflanzen danken. Nach der Blüte sollten die Pflanzen aber umgeknickt werden, damit die Samen der Gründüngung nicht ausreifen können. Bei der nächsten Kultur von Nutzpflanzen würde die neu aufkeimende Gründüngung wie Unkraut stören.

Wahl der richtigen Gründüngerkultur

Bei der Wahl der richtigen Kultur sollte immer auf die Pflanzenfamilie geachtet werden. Nach dem Anbau von Buschbohnen (Fabaceae) ist es zum Beispiel nicht sinnvoll, eine Gründüngung mit Lupinen (Fabacae) vorzunehmen. Wird auf einem Beet immer die gleiche Pflanzenfamilie angebaut, steigt die Wahrscheinlichkeit Fruchtfolgekrankheiten zu bekommen. Aus diesem Grund ist es auch nicht ratsam, eine Senfgründüngung (Brassicaceae) nach einer Kohlkultur (Brassicaceae) durchzuführen.

Die Stärken der jeweiligen Pflanzenfamilie sind unten nochmal für Sie zusammengefasst:

Hülsenfrüchte (Fabacae): Pflanzen wie die Lupine, Wicke und Klee eignen sich besonders, um den Boden mit Stickstoff anzureichern. Dabei ist es egal ob Sie einen Mix aus den Pflanzen benutzen oder nur eine Kultur. Wenn Sie einen sehr humusarmen Boden haben, dann kann eine Kleekultur helfen Humus anzureichern. Die Humusanreicherung ist aber nur nachhaltig, wenn der Klee für mindestens eine Saison stehen bleibt.

Kreuzblütler (Brassicaceae): Senf und Ölrettich sind besonders beliebte Vertreter für die Gründüngung. Gerade Senf wächst sehr schnell und ist somit sehr konkurrenzstark gegenüber Unkräutern. Die Pfahlwurzeln eignen sich sehr gut, um Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten aufzunehmen. Zusätzlich wirken die Senföle wie ein Pflanzenschutzmittel und helfen bei einem Nematodenbefall.

Bienenfreund (Phacelia): Als Bodenverbesserer eignet sich diese üppig und violett blühende Pflanze bestens. Phacelia wird deshalb gerne zur Gründüngung verwendet. Da die Pflanze mit keiner anderen Kulturpflanze nahe verwandt ist, gibt es keine Probleme mit der Fruchtfolge. Ein zusätzlicher Nutzen ist – wie der Name Bienenfreund schon sagt – die üppige Blüte, die besonders Bienen als Nahrungsquelle dient.

Simon

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Neben Kräutern- und Naschobst auf einem Balkon baue ich in meiner kleinen Parzelle am Ortsrand Gemüse an. Ich genieße die Zeit draußen in meinem Gemüsegarten, in dem ich ausschließlich biologische Dünge- und Pflanzenschutzmittel einsetze. Neben meiner Liebe zur Natur schreibe ich leidenschaftlich gerne und beschäftige mich auch mit Grundlagen der Psychologie und Ethik.

Lieblingsobst: Holunder und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzkohl, Artischocken und Spargel.

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