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Kohlrabi: die robuste und schmackhafte Knolle

Kohlrabi: Die gesunde Knolle braucht wenig Platz und ist bei Hobbygärtner sehr beliebt. Wir zeigen wie Anbau, Ernte und Lagerung im eigenen Garten gelingt.

Kohlrabi violett anbauen im eigenen Garten

Die auffällige violette Färbung ist im Gemüsebeet ein echter Hingucker [Foto: Victoria L. Bergesen]

Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes) zählt zum Gemüsekohl, das zweijährig ist, jedoch bereits im ersten Jahr geerntet werden kann. Besonders in Österreich und der Schweiz gibt es viele Synonyme für die Kohlart: Roberrübe, Kohlrübe, Stängelrübe, Rübkohl oder Kaulirabi. Im Englischen bezeichnet man die Art ebenfalls als kohlrabi oder als stem cabbage. Der Name der Knolle wurzelt in den lateinischen Wörtern caulis und rapum, die wörtlich übersetzt Kohl und Rübe bedeuten.

Das, was man als Kohlrabi aus dem Supermarkt kennt, ist der verdickte Trieb der Pflanze. Dieser setzt meistens oberhalb des dritten Blattpaars an und ist somit stets oberirdisch. Kohlrabi gedeiht schnell und beansprucht wenig Platz.

Kohlrabi als ideales Gemüse für kleine Gärten und den Balkon

Wegen seines geringen Platzbedarfs ist Kohlrabi ein beliebtes Gemüse für den Hobbygärtner. Es wächst zudem sehr schnell und bringt schmackhafte Knollen hervor, die je nach Sorte auch über Monate eingelagert werden können.

Ende Februar bis Anfang März kann das Saatgut gesät werden. Dieses bedeckt man mit einer zirka 1cm dicken Erdschicht. Vier Wochen nach der Aussaat wird pikiert und ab April ins Freiland gepflanzt. Will man über eine längere Zeit Kohlrabi ernten, bietet es sich an im zweiwöchentlichen Abstand mehrmals auszusäen. Ein gängiger Fehler ist das zu tiefe Pflanzen der Setzlinge. Dies führt zu Problemen bei der Ausbildung der Knolle. Der Abstand zwischen den Pflanzen beträgt in etwa 20cm. Zwischen den einzelnen Reihen sollte ein Abstand von 30cm eingehalten werden.

Die Pflanzen benötigen einen nährstoffreichen Boden, wenn auch der Nährstoffanspruch nicht so hoch wie bei anderen Kohlarten ist. Magere Böden sollten mit etwas Kompost aufgebessert werden. Sowohl sonnige als auch halbschattige Standorte kommen in Frage. Während der Sommermonate muss bei Trockenheit gegossen werden. Wird Kohlrabi in einem Blumenkübel auf der Terrasse oder einem Balkon angebaut, sollte man regelmäßig gießen. Mangelt es an Feuchtigkeit stresst dies die Pflanze – es kann zu Rissen oder einem Aufplatzen der Knolle kommen.

Eine Ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Anbau finden Sie hier: Kohlrabi anbauen: Aussaat, Pflege und Erntezeit.

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Kohlrabi-Ernte: Wer früh sät, kommt früh in den Genuss

Die Ernte erfolgt zirka 14 bis 16 Wochen nach Aussaat. Generell sollte man die Informationen bezüglich der Knollengröße der Samentüte entnehmen. Ist die endgültige Größe erreicht, kann geerntet werden. Auch wenn der Kohlrabi theoretisch noch weiterwächst, ist es besser ihn nicht zu spät zu ernten, denn mit der Zeit tendiert er zum Verholzen. Spätere Sorten sind gut lagerfähig. Die Sorte Superschmelz kann beispielsweise gut eingeschlagen in einem kalten Keller über Monate hinweg gelagert werden. Im Kühlschrank lässt sich Kohlrabi ein bis zwei Wochen aufbewahren. In einigen Quellen liest man immer wieder, dass Kohlrabi auch eingefroren werden kann. Jedoch hat sich unserer Erfahrung nach gezeigt, dass sich die Textur stark negativ verändert. Der Kohlrabi wird dadurch leider zäh und lederartig.

Kohlrabi im Garten anbauen Ernte

Erntereifer Kohlrabi [Foto: Gerwin SturmCC BY-SA 2.0]

Verschiedene Kohlrabi-Sorten gibt es in unterschiedlicher Optik

Neben dem klassischen hellgrünen Kohlrabi aus der Gemüseabteilung gibt es optisch sehr auffällige Sorten mit einer violett gefärbten Schale. Anders als bei vielen Obst- und Gemüsearten hat die unterschiedliche Färbung der Schale keinen großen Einfluss auf den Geschmack oder Ertrag. Generell gilt, dass gute Kultursorten ihren guten Geschmack auch kurz vor der Ernte behalten und nicht verholzen.

Eine umfangreiche Sortenübersicht finden Sie hier: Kohlrabi: die richtige Sorte zum Anbauen wählen.

  • Azurstar: extrem wüchsige und frühreife Sorte mit violetten Knollen.
  • Blaro: Kohlrabisorte mit rötlich-violetten Knollen, die besonders wegen des zarten und guten Geschmacks beliebt ist; sehr ertragreich und schoßfest.
  • Delikateß Blauer: wüchsige Sorte mit runden und violetten Knollen; besonders schöne Optik.
  • Gigant: langsam wachsende Sorte die erst ab August erntereif ist; Gigant erzielt mit einem Knollengewicht von bis zu 5,5kg immer wieder Rekorde; solange die Sorte nicht zu spät geerntet wird, sind die Knollen nicht holzig, sondern zart und haben einen guten Geschmack; gut lagerbar.
  • Knaufs Frühweiß: sehr frühreife Sorte mit hellgrünen und plattrunden Knollen; traditionelle und beliebte Sorte.
  • Kossak (F1): wüchsige Sorte mit hellgrünen Knollen und einem hohen Platzbedarf; die sehr zarten Knollen sind rundlich-oval und können bis zu 4kg schwer werden.
  • Noriko: frühreife Sorte mit hellgrünen, großen und zarten Knollen; robust und frosthart.
  • Quickstar (F1): sehr frühreife Sorte mit sehr gutem Geschmack und sehr einheitlicher Knollengröße.
  • Superschmelz: bekannte Kohlrabisorte mit hellgrünen Knollen, die besonders zart sind und wenig verholzen. Superschmelz bringt große Knollen und einen hohen Ertrag hervor. Knollen können bis zu 5kg schwer werden.
  • Weißer Wiener: wüchsige Sorte mit großen Knollen und delikatem Geschmack; hellgrün und geringe Tendenz zum Verholzen.

Krankheiten und Schädlinge beim Kohlrabi

Zwar ist Kohlrabi im Garten ein sehr dankbares Gemüse, jedoch befallen ihn ab und an die für Kohlarten typischen Krankheiten: Kohlhernie, Kohlweißling, Kohlfliege und Erdflöhe.
Baut man Kohlrabi im Gewächshaus oder Folientunnel an, kann ab und an Falscher Mehltau auftreten. Ferner resultiert ein Befall des Großen Kohltriebrüsslers in einem Aufplatzen der Knollen.

Inhaltsstoffe und Verwendung in der Küche

Kohlrabi besteht zu über 90% aus Wasser, zu ca. 4% aus Kohlenhydraten, zu ca. 2% aus Protein sowie Ballaststoffen. Mit 20 kcal pro 100g hat Kohlrabi einen besonders niedrigen Brennwert und eignet sich somit als gesunder Snack für zwischendurch. Im Fleisch sind viele Mineralstoffe (Kalium, Calcium, Magnesium, etc.) und einige Vitamine enthalten. Bezieht man Kohlrabi im eigenen Garten, kann man auch die Blattstiele und Blätter ähnlich wie Spinat verarbeiten. Dies kann sich ernährungstechnisch mehr als lohnen, denn die Blätter weisen ein zig-faches an Vitamin A und C sowie Calcium und Eisen auf.

Die zarten Knollen haben einen angenehm süßen und leicht scharfen Geschmack. Besonders größere Knollen des Kohlrabis sollten geschält werden. Anschließend kann man die Knollen würfeln oder in Streifen schneiden. Gedünstet mit etwas Butter, Sahne und Salz eine ideale Beilage zu Fleisch, pur als vegetarisches Gericht oder als Bestandteil von schmackhaften Gemüsesuppen. Auch als Rohkost eignen sich die zarten und saftigen Knollen des Kohlrabis gut.

Simon

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Neben Kräutern- und Naschobst auf einem Balkon baue ich in meiner kleinen Parzelle am Ortsrand Gemüse an. Ich genieße die Zeit draußen in meinem Gemüsegarten, in dem ich ausschließlich biologische Dünge- und Pflanzenschutzmittel einsetze. Neben meiner Liebe zur Natur schreibe ich leidenschaftlich gerne und beschäftige mich auch mit Grundlagen der Psychologie und Ethik.

Lieblingsobst: Holunder und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzkohl, Artischocken und Spargel.

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