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Kardamom anpflanzen, ernten & verwenden

Kardamom ist bekannt durch seine sehr vielseitige Verwendbarkeit. Zwar kann man hierzulande keine Samen ernten, doch wir zeigen Ihnen, wie Sie die exotische Zierpflanze zur Gewinnung der ebenfalls verwendbaren Blätter selber anbauen können.

Samen des Kardamom
Kardamom-Pflanzen können bei uns nur als Zimmerpflanze kultiviert werden [Foto: AmyLv/ Shutterstock.com]

Kardamom ist ein ganz besonderes Gewürz, das bei uns schnell Fernweh nach Südasien weckt. In diesem Artikel erfahren Sie alles zu den einzigartig würzigen Kapseln, ihrer Herkunft, dem Anpflanzen und der Verwendung von Kardamom.

Kardamom: Herkunft und Eigenschaften des Gewürzes

Kardamom (Elettaria cardamomum) gehört zur Familie der Ingwergewächsen (Zingiberaceae) und ist somit nicht nur mit dem Ingwer (Zingiber officinalis), sondern auch eng mit Kurkuma (Curcuma longa) und Galgant (Alpinia officinarum) verwandt. Die dickwurzelige tropische Staude stammt aus dem vorderindischen Himalaya-Gebiet und wird mittlerweile im großen Stil auch in Tansania, Thailand, Guatemala und Honduras kommerziell angebaut. Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 3 Metern und gedeiht meist im Halbschatten bis Schatten tropischer Wälder.

Die lanzettförmigen Blätter des Kardamoms sind buschig und erinnern in ihrer Anordnung an Palmwedel. Ähnlich wie beim Ingwer werden dicke Rhizome zur Überdauerung im Boden gebildet. Die weiße Kardamom-Blüte erinnert stark an eine Orchidee, besitzt teils blaue Streifen und gelbe Blütenblattränder. Hier entwickeln sich die als Gewürz verwendeten, dreifächrigen Kapselfrüchte, die jeweils 15 bis 20 kantige, braune Samen enthalten. Die Samen enthalten beinahe die gesamte Würzkraft der Kapseln. Die Samenkapseln werden unreif geerntet und direkt getrocknet, manchmal auch gebleicht. Das Gewürz ist nach Safran (Crocus sativus), Vanille (Vanilla sp.) und Muskatnuss (Myristica fragrans) eines der teuersten Gewürze der Welt.

Hinweis: Ausgesprochen wird das Gewürz im Übrigen häufig “Kardamon”. Da der Name (Elettaria cardamomum) aber aus dem Lateinischen stammt, lautet die korrekte Schreibweise “Kardamom”.

Verschiedene Kardamom-Arten

Beim Kardamom denken die meisten an hellgrüne Kapseln. Es gibt jedoch auch eine schwarze Kardamomart. Wir stellen die als Gewürz verwendeten Arten vor.

Schwarzer Kardamom

Der schwarze Kardamom (Amomum subulatum) ist eine eigene Art innerhalb der Ingwergewächse und besitzt tiefbraune, beinahe schwarze Samenkapseln, welche auch größer als diejenigen des herkömmlichen Kardamoms sind. Der Geschmack von schwarzem Kardamom ist rauchig und herb, er wird gerne in Sri Lanka zum Würzen und zur Herstellung von Likör genutzt.

Grüner und Schwarzer Kardamom
Der schwarze Kardamom ist deutlich größer als sein grünes Pendant [Foto: Rostovtsevayu/ Shutterstock.com]

Weißer oder Grüner Kardamom

Als weißer Kardamom werden die noch unreif geernteten, gebleichten Samenkapseln des herkömmlichen Kardamoms bezeichnet, die eine zartbeige Farbe besitzen. Die beste Qualität besitzt allerdings getrockneter Kardamom ohne weitere Verarbeitung mit den typischen, blassgrünen Kapseln. Ihr Geschmack ist milder als der des schwarzen Kardamoms und besitzt keine rauchige Note. Man unterteilt die Art in die beiden als Gewürz genutzten Varianten Malabar-Kardamom (Elettaria cadamomum var. cardamomum) und den weniger gefragten Ceylon-Kardamom (Elettaria cadamomum var. major).

Kardamom anpflanzen: Standortbedingungen und Co.

Die wärmeliebende Kardamompflanze kann in unseren Breiten nur als Zimmerpflanze gehalten werden. Samen kann man hier nicht ernten, jedoch besitzen auch die Blätter den typischen Kardamomgeschmack und duften aromatisch. Das liegt daran, dass der Kardamom durchgängig hohe Temperaturen um die 25 °C und eine lange Belichtungsdauer benötigt, wie es sie nur in den Tropen gibt. Das tropische Gewürz kommt bei uns also gar nicht in Blühstimmung. Die Pflanze lässt sich sehr gut im Haus halten, da sie auch mit Halbschatten und schattigeren Plätzen gut auskommt. Sie benötigt keine direkte Sonneneinstrahlung und verträgt diese auch nur schlecht.

Kardamompflanzen wachsen bei uns nicht im Freiland, denn sie stammen aus den Tropen und vertragen keine Temperaturen unter 15 °C. Die Pflanzen sollten also im Topf gehalten und höchstens im Sommer, dann aber im Halbschatten bis Schatten, draußen aufgestellt werden. Sobald die Nachttemperaturen im Herbst unter die Minimaltemperatur fallen, muss der Kardamom ins Haus geholt und dort hell und warm überwintert werden.

Blüte des Kardamom
In unseren Breiten blüht der Kardamom leider nicht [Foto: Santhosh Varghese/ Shutterstock.com]

Kardamom vermehren

Aus frischen Kardamom-Kapseln kann man seine eigene Zimmerpflanze ziehen. Die darin enthaltenen Samen weicht man etwa 24 Stunden in lauwarmem Wasser ein und sät sie anschließend in nährstoffarme Erde, wie unsere Plantura Kräuter- und Aussaaterde. Die Kardamomsaat sollte nur mit wenig Substrat bedeckt und gut feucht gehalten werden. Ältere Samen aus dem Gewürzregal keimen nur sehr schlecht, für die Aussaat sollten Sie also frisches Saatgut erwerben. Bei 20 bis 25 °C und einem hellen, aber nicht sonnigen Standort keimen die ersten Kardamom-Pflänzchen nach zwei bis drei Wochen. Nach einigen Wochen können sie pikiert und in nährstoffreichere Erde umgesetzt werden.

Besitzt man bereits eine Kardamompflanze, so kann das dicke Rhizom im Frühjahr nach der Überwinterung geteilt werden. Wie beim Ingwer zerteilt man die verdickte Wurzel mitsamt den feinen Wurzeln in mehrere Teilstücke mit schlafenden Knospen und setzt diese in eigene Töpfe. Dabei sollten möglichst viele der feinen weißen Feinwurzeln erhalten bleiben, damit die Kardamompflanze im Topf schnell anwachsen kann und frische Sprosse bildet.

Kardamom-Pflege: Umtopfen, Düngen und Gießen

Die teure Gewürzpflanze sollte jährlich umgetopft werden, um ihrem Rhizom ausreichend Platz zu bieten. Dies kann vom Frühjahr bis zum Herbst geschehen. Ein größeres Pflanzgefäß wird für das Umtopfen des Kardamoms zunächst mit einer Drainageschicht und anschließend mit nährstoffreicher Pflanzerde gefüllt, die Pflanze nach vorsichtigem Herauslösen in den neuen Topf gesetzt. Das Rhizom wird mit Erde bedeckt, leicht angedrückt und gut gewässert.
Hin und wieder ist auch die Düngung des Kardamoms notwendig, vor allem, wenn junge Blätter geerntet werden. Beim Umtopfen kann ein Langzeitdünger direkt mit in die Erde gegeben oder alternativ die Topfpflanze regelmäßig mit einem organischen Flüssigdünger in Bio-Qualität, wie unserem Plantura Bio-Zimmer- & Grünpflanzendünger, gedüngt werden. Dieser wird etwa alle zwei bis drei Wochen ins Gießwasser gegeben und so beim Wässern gereicht. So sorgt man für einen steten, aber schonenden Nachschub an Nährstoffen, welcher Mangelsymptome wie gelbe Blätter verhindert und das Wachstum des Kardamoms unterstützt. Gleichzeitig kommt der Flüssigdünger in einer nachhaltigen Verpackung zu Ihnen. 
Beim Gießen der tropischen Zimmerpflanze sollte vor der nächsten Wassergabe die oberste Erdschicht abgetrocknet sein.

Tipp: Das Düngen mit einem Flüssigdünger im Gießwasser spart Zeit und geht leicht von der Hand. Unser Plantura Bio-Zimmer- & Grünpflanzendünger versorgt Ihre Zimmerpflanzen mit allen wichtigen Nährstoffen.

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Kardamom überwintern

Kardamom wird ausschließlich im Haus und unbedingt über 15 °C überwintert. In der kalten Jahreszeit von Oktober bis März wird nicht gedüngt und nur wenig gegossen, da die Pflanzen kaum Wasser aufnehmen und der Wurzelballen zum Faulen neigt, wenn sich zu viel Feuchte lange halten kann. Es muss nur darauf geachtet werden, dass der Wurzelballen nicht komplett austrocknet.

Tipp: Kübelpflanzen haben gerade im Winterquartier häufig mit Schädlingen zu kämpfen. In unseren warmen Wohnräumen können sich viele Schädlinge rasant vermehren und finden zudem keine natürlichen Feinde vor. Typische Schädlinge am Kardamom im Haus sind Schmier- oder Wollläuse, welche ein weißes, bauschiges Knäuel aus Ausscheidungen des Rückenpanzers bilden und sich vom Pflanzensaft ernähren.

Kardamom: Verwendung, Geschmack und Wirkung

Der Geschmack von Kardamom lässt sich als leicht bitter bis blumig-süß und würzig-feurig beschreiben. Auch die jungen Blätter schmecken süßlich und würzig, während ältere Blätter unglaublich bitter werden und nicht mehr zum Verzehr locken.

Tasse mit Kardamom-Tee
Kardamom stammt aus Vorderindien und ist dort ein beliebtes Gewürz, zum Beispiel als Zutat in Chai-Tee [Foto: JulijaDmitrijeva/ Shutterstock.com]

Als Gewürz ist Kardamom nicht nur in seinen Heimatländern Südasiens besonders beliebt. In Schweden wird etwa ein Viertel der Weltproduktion in Form der köstlichen „Kardemumma-Bullar“, einer Variante der bekannten Zimtschnecke, vernascht. Mischt man etwas frisch gemahlenen Kardamom in Kaffee, so verstärkt sich die Wirkung des Koffeins. Kardamom kann gebacken, gemahlen oder heiß aufgegossen als purer Kardamom-Tee oder Bestandteil von traditionellem Chai-Tee genossen werden. Man kann hin und wieder ganze Kapseln von Kardamom gegen Mundgeruch kauen und wirkt damit sogar Karies entgegen. Kardamompulver sollte möglichst schnell verbraucht werden, da es seine Aromastoffe rasch verliert. Am besten lagern kann man die noch ganzen Kapseln in luftdicht verschlossenen Gefäßen etwa ein Jahr lang ohne jegliche Geschmacksverluste.

Kardamom ist ein gesundes Gewürz, welches seit jeher auch in der ayurvedischen Heilkunst verwendet wird. Den Samen werden herz- und magenstärkende, krampflösende und antiseptische Wirkungen nachgesagt.

Nicht nur der Kardamom findet außerhalb der Tropen in unseren Räumen ein Plätzchen. Entdecken Sie in unserem Spezialartikel weitere spannende exotische Zimmerpflanzen wie Ananas und Baobab.

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