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Liebstöckel: Maggikraut aus dem Kräutergarten

Liebstöckel ist sehr beliebt in heimischen Kräutergärten. Wir haben für Sie alles zu Anbau, Standort und Verwendung des Maggikrautes zusammengetragen.

Liebstöckel wird wegen seines charakteristischen Geschmacks auch als Maggikraut bezeichnet [Foto: fotovapl/ Shutterstock.com]

Liebstöckel: Herkunft und Eigenschaften

Liebstöckel (Levisticum officinale) zählt wie so viele andere Kräuter im eigenen Garten zur Familie der Doldenblütengewächse (Apiaceae). Seine Winterhärte, Mehrjährigkeit sowie die krautigen und nicht verholzenden Sprosse zeichnen den Liebstöckel als klassische Staude aus. Oft wird der Liebstöckel auch als Maggikraut bezeichnet, da seine charakteristische Würze an die braune Würz-Sauce erinnert, auch wenn diese das Kraut gar nicht enthält.

Die Maggipflanze stammt ursprünglich aus dem mittleren Osten. Der imposante Riese überragt mit einer Wuchshöhe von bis zu 2,5 m alles andere im Kräuterbeet. Dabei ist der gelb blühende Doldenblütler in der Pflege äußerst anspruchslos. Wir zeigen Ihnen, welche Kleinigkeiten von der Aussaat bis zur Lagerung dennoch zu beachten sind.

Liebstöckelsorten

Das Kapitel der Sortenvielfalt von Liebstöckel kann sehr schnell abgehandelt werden. Auf dem Markt sind nämlich keine Sorten des Maggikrautes mit spezifischen Eigenschaften zu finden. Hier gilt wohl einfach: Liebstöckel ist und bleibt Liebstöckel.

Liebstöckel kommt auch mit halbschattigen Standorten gut zurecht [Foto: Lubos Chlubny/ Shutterstock.com]

Liebstöckel pflanzen: Der richtige Standort

Für Liebstöckel sollte im Garten ein sonniges Plätzchen ausgewählt werden. Doch das dankbare Riesenkraut stellt sich auch nicht quer, falls es nur einen halbschattigen Platz im Garten abbekommt.

Der Boden sollte gut durchlässig und humusreich sein. Staunässe verabscheut das Maggikraut. Deshalb sollte auch beim Anbau im Topf ein Substrat mit Sand- oder Kiesanteil verwendet werden, das dennoch eine gute Wasserhaltekraft aufweist. Da das Würzkraut ein so beeindruckendes Wachstum an den Tag legt, sollte bei der Kultur im Topf von Vornherein ein größeres Gefäß ausgewählt werden.

Liebstöckel vermehren: Aussaat und Teilung des Maggikrauts

Eine Möglichkeit Liebstöckel selbst zu vermehren, ist natürlich die Aussaat. Entweder im Spätherbst oder im Frühjahr ab April können die Samen direkt ins Beet ausgesät werden. Bei ungefähr 15 °C dauert es circa 15 Tage, bis die ersten Keimlinge die Erdoberfläche erblicken. Natürlich kann man auch etwas nachhelfen und die Aussaat auf dem Fensterbrett oder im wärmenden Frühbeet bereits ab Anfang März vorziehen. So ist es möglich, das Maggikraut Anfang Mai bereits mit einem Wuchsvorteil auszupflanzen.

Gerade bei der Vermehrung durch Stecklinge braucht der Liebstöckel das richtige Substrat (Anzeige: Herzlichen Dank an Floragard)

Eine Vermehrung des Liebstöckels über Stecklinge ist zwar nicht üblich, doch bietet es sich an, das Kraut über Teilung zu vermehren. In der Erde bildet Liebstöckel ein System unterirdischer Sprossachsen – sogenannte Rhizome – aus. Aus diesen unterirdischen Sprossachsen können durch Teilung ganz einfach neue Pflanzen produziert werden. Dazu wird die Pflanze im Spätherbst, in der Vegetationspause des Liebstöckels, ausgegraben, und das Rhizom der Mutterpflanze mitilfe eines Spatens in der Mitte durchtrennt. Beide Pflanzenteile werden dann zurück ins Beet gepflanzt – bei einem Mindestabstand von einem Meter. Ein bisschen Kompost oder organischer Dünger und eine gute Wassergabe sorgen dann für ein gutes Anwachsen
Eine ausführliche Anleitung zum Anbau von Liebstöckel finden Sie in unserem Spezialartikel.

Liebstöckel pflegen

Der Liebstöckel hat einen gesunden Durst und freut sich an sehr sonnigen Tagen über eine gute Wassergabe. Generell ist regelmäßiges Gießen nur bei sehr sandigen Böden notwendig, im Normalfall reicht mäßiges Gießen völlig aus.

Eine organische Düngung zu Beginn des Jahres ist eigentlich vollkommen ausreichend. Will man seinen Liebstöckel öfter mit Nährstoffen versorgen, sollte dies in regelmäßigen Abständen und nicht zu oft geschehen. Spätestens ab der Blütenbildung sollte man die Düngung allerdings einstellen.

Weitere Informationen zur richtigen Pflege von Liebstöckel, vom Gießen und Düngen bis zum Stützen, erhalten Sie in unserem Spezialartikel.

Liebstöckel ernten

Am sinnvollsten ist es, die frischen Jungtriebe des Maggikrautes ab Mai für die Verwendung zu ernten. Diese sind nämlich im Aroma am intensivsten. Außerdem sollte die Ernte vor Eintreten der Blüte erfolgen, um das volle Aroma ausschöpfen zu können. So kann auch die Blüte vorzeitig herausgeschnitten werden, um die würzige Erntezeit zu verlängern.

Um kein Aroma zu verlieren, sollte der Liebstöckel am besten vor der Blüte geerntet werden [Foto: cjchiker/ Shutterstock.com]

Die jungen, sprießenden Triebe können auch bis kurz oberhalb der Erdoberfläche abgeschnitten werden. Das fördert den Neuaustrieb und die robuste Staude hat auch keinerlei Probleme, immer wieder neue Treibe aus der Erde sprießen zu lassen. Dennoch sollte man dem wuchsfreudigem Kraut irgendwann etwas Ruhe gönnen und zur Blüte kommen lassen. Geht es jahreszeitlich immer weiter Richtung Sommer, so steigt der Anteil an Bitterstoffen. Deshalb, und um der Pflanze die Möglichkeit der normalen Entwicklung und Einlagerung von Nährstoffen in das überlebenswichtige Rhizom zu geben, sollte im Sommer in etwa ab Juli die Ernte frischer Liebstöckeltriebe eingestellt werden.

Je nach Verwendung des Liebstöckels können auch die Rhizome von Interesse sein. Für die Ernte dieser unterirdischen Sprossachse bietet sich entweder der Spätherbst oder das Frühjahr an. Als Tee aufgegossen sind die Rhizome als entwässerndes und harntreibendes Arzneimittel sehr wirksam. Will man auf diese heilende Wirkung des Liebstöckel-Rhizoms zurückgreifen, sollte man den Spaten vorzugsweise im Spätherbst oder zeitigen Frühjahr ansetzen. Dann sind alle oberirdischen Pflanzenteile eingetrocknet, der Boden ist in der Regel frostfrei und aufgrund der winterlichen Stoffeinlagerung ist der Gehalt an den ätherischen Ölen am höchsten.

Liebstöckel lagern und haltbar machen

Die Verwendung von frischem Liebstöckel bringt – wie bei allen Kräutern – am meisten Vorteile mit sich. Dennoch gibt es zahlreiche Methoden, um den Liebstöckel langfristig haltbar zu machen und sein Aroma zu konservieren.

Liebstöckel trocknen

Für den Liebstöckel hat sich besonders das Lufttrocknen an einem lichtarmen Ort zur Verlängerung der Verwendbarkeit bewährt. Der geringe Lichteinfall reduziert den Verlust an Aromastoffen während des Trocknungsprozesses.

Auch das Trocknen eigent sich, um den Liebstöckel und sein Aroma zu konservieren [Foto: HandmadePictures/ Shutterstock.com]

Einfach ein paar Triebe zusammengebunden kopfüber an einem dunklen und trockenen Ort zum Trocknen aufhängen, schon wird das intensive Aroma mindestens ein Jahr konserviert.

Liebstöckel einlegen

Ebenso kann man das Aroma des Liebstöckels auch in Essig oder Öl konservieren. Die charakteristischen Öle, die für die geschmackliche Verwechslung mit der flüssigen Maggiwürze sorgen, gehen in das Öl oder den Essig über. Es sollte dabei jedoch darauf geachtet werden, dass alle Pflanzenteile von der Flüssigkeit umschlossen werden. Ansonsten kann es schnell zu Schimmelbildung kommen.

Liebstöckel einfrieren

Sehr klein zerhackte Blätter des Liebstöckels können auch eingefroren werden. Doch ist diese Methode nicht ratsam, um das Kraut länger haltbar zu machen. Beim Auftauen werden die Kräuter matschig und verlieren ihre Konsistenz.

Liebstöckel verwenden

Am häufigsten wird Liebstöckel sicherlich in der Küche als Gewürz verwendet. Die Staude ist aufgrund des charakteristischen Aromas, das schon beim Zerreiben der Blätter in die Nase steigt, auch als Maggikraut bekannt.

Frisch verwendet schmeckt der Liebstöckel am intensivsten [Foto: Aneta_Gu/ Shutterstock.com]

Besonders gut machen sich die würzigen Blätter fein zerhackt in Suppen, Eintöpfen, Fleisch- aber auch Pilzgerichten. Das Laub des Liebstöckels ist dem der glatten Petersilie zwar zum Verwechseln ähnlich, im Geschmack erinnert die Staude allerdings eher an Sellerie – mit dem Unterschied, dass Liebstöckel noch würziger und etwas bitterer ist.

Die bittere Note nimmt übrigens mit dem Jahresverlauf zu. Zu spät im Sommer sollte deshalb lieber auf zu früherer Jahreszeit getrockneten Liebstöckel für die Verwendung in der Küche zurückgegriffen werden. Übrigens können auch die getrockneten Samen des Liebstöckels Würze in die Küche bringen. Die Früchte sind zudem ein altes Arzneimittel bei Verdauungsbeschwerden. Und selbst das Rhizom findet als Heilmittel Verwendung. Nach der Trocknung können Rhizomteile als Tee aufgegossen werden und dank der entwässernden Wirkung zum Beispiel bei Harnwegsentzündungen helfen.

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