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Weinreben pflanzen: Pflanzzeit & winterharte / resistente Sorten

Fruchtig, süß und kernlos sollen sie sein! Wir nehmen die bunte Vielfalt an roten, weißen und blauen Weintrauben für den Anbau im Hausgarten unter die Lupe.

Traubenliebhaber kommen im Supermarkt ganzjährig auf ihre Kosten. Sobald die Weinberge in Europa ihr buntes Herbstkleid abgelegen, surren bereits die Vollernter in Südafrika, Indien und Chile durch die dortigen Reben. Einmal um den Globus transportiert, liegen sie bei uns dann im Regal. Aber auch in der hiesigen Traubensaison sucht der Feinschmecker oft lange nach heimischer Ware. Wer nicht länger auf Trauben aus Italien, Griechenland, Spanien oder der Türkei zurückgreifen möchte, kann die saftige Köstlichkeit auch im eigenen Garten anbauen.

Weinreben pflanzen

Weinreben können das ganze Jahr über gepflanzt werden, so der Tafeltrauben-Experte Schmidt von der Rebschule Schmidt in Obernbreit. Üblich ist eine Pflanzung im Frühjahr. Als wärmeliebende Pflanze dankt die Rebe einen sonnigen Platz. Reine Süd- oder Westseiten oder nach Südosten- oder Südwesten ausgerichtete Standorten empfehlen sich für den Anbau. Zusätzlich bietet es sich an, die Reben nah an eine Gebäudewand zu pflanzen. Dies strahlt die über Tag gespeicherte Wärme nachts ab und schützen die Reben so vor Kälteschäden.

Reben Veredelung im Gewächshaus

In der Rebschule Schmidt werden die jungen Rebstöcke veredelt

Sichergestellt werden sollte vor der Pflanzung, dass der Standort nicht stauwassergefährdet ist. Optimal sind Ton- oder Lehmböden. Aber auch leichte Sandböden eignen sich, sofern eine gute Humusversorgung gewährleistet ist. Entscheidend ist ebenfalls eine gute Bodenlockerung. Gegebenenfalls sollte vor der Pflanzung eine Lockerung des Bodens vorgenommen werden.

Sobald ein passender Standort gefunden wurde, ist eine rund 30 cm breite und 40 cm tiefe Grube auszuheben, in welche die Rebe eingesetzt wird. Gewisse Vorsicht ist dabei geboten, da die Veredelungsstelle nicht begraben werden darf. Diese muss über die Grube hinausschauen und wird mit Erde nur leicht angehäufelt. Damit die Rebe zügig anwächst, empfiehlt es sich die Wurzelballen vor der Einpflanzung mit Wasser zu sättigen. Hierfür wird die Pflanze in ein mit Wasser gefülltes Gefäß gestellt, bis die Wurzelballen vollgesaugt sind.

Blaue Weintrauben hängend

Optimal sind Ton- oder Lehmböden füe das Wachstum der Weinreben [Foto: patpitchaya/ Shutterstock.com]

Rebsorten: winterhart & pilzfest

Besonders entscheidet die Widerstandsfähigkeit gegenüber Pilzen eine erfolgreiche Ernte im Garten. Echter Mehltau (Oidium) und falscher Mehltau (Peronospora) sind die Erzfeinde eines jeden Rebstocks. Deshalb ist bei der Wahl der Rebsorte auf eine sehr gute Pilzfestigkeit zu achten. Die Sorten Arkadia Rozowa, Frumoasa alba, Straschinksi, Suzi, Vanessa und Venus haben sich als besonders widerstandsfähig erwiesen. A. Rozowa, eine rote russische Tafeltraube, überzeugt außerdem durch ihre großen und frühreifen Trauben, die bereits ab Anfang September geerntet werden können. Aber auch die Sorten Vanessa (roséfarben) und Venus (blaue Traube) bescheren schon frühzeitig reife Trauben und trumpfen zusätzlich durch, dass sie kernlos sind. Ein Merkmal, das oft gewünscht wird.

Wer es dagegen knackig mag, der kommt mit der Sorte Muskat Bleu auf seine Kosten. Die aus den USA stammende Sorte Centennial seedless (grün-gelbe Farbe) enthält, wie der Name bereits verrät, ebenfalls keine Kerne. Ihr feines Muskataroma macht sie geschmacklich sehr interessant und als frosttolerante Sorte eignet sie sich für den Anbau in nicht typischen Weinbauregionen. Als besonders unempfindlich gegenüber Kälte zeigt sich auch die russische Sorte Mitschurinski (blaue Traube), die selbst bis -35 °C frostfest ist. Eine Besonderheit, mit der selbst ihre russische Mitstreiterin, die Rote Victoria und die ukrainische Sorten Wodograi nicht ganz mithalten können.

Das Sortiment an aromatischen und robusten Sorten für den Anbau in unseren Breiten ist in den vergangenen Jahren weiter gewachsen. Nach der Wahl für eine gesunde und widerstandsfähige Rebsorte sollte ganz nach Gusto entschieden werden, ob weiß, blau oder rosé, früh- oder spätreif und ob mit oder ohne Kernen.

Krankheiten und Schädlinge

Um insbesondere den Pilzerkrankungen, und allen voran dem Echten Mehltau und dem Falschen Mehltau, den Garaus zu machen, ist auf einen luftigen Schnitt zu achten. Februar-März, so Schmidt aus Obernbreit, ist der beste Zeitpunkt für einen Schnitt der Reben. Wie geschnitten werden muss erklärt Schmidt mit einer Faustregel: „Fruchtholz ist das einjährige Holz. Ein bis zwei Ruten vom vorjährigen Holz müssen stehen gelassen werden. Aus diesen Augen entwickeln sich die Blüten“. Wenn der Pilz trotz sachgemäßen Schnitts auftritt, empfiehlt der Experte ein Kupferpräparat, das vor und nach der Blüte angewendet werden muss.

Mehltau Weinblatt

Dieses Weinblatt ist leider vom Mehltau befallen [Foto: Scot NelsonCC BY 2.0]

Tierische Schädlinge, wie die Pockenmilbe, sind dagegen vergleichsweise harmlos und ein Entsorgen der befallenen Blätter ist ausreichend. Um die Trauben aber nicht mit Wespen und Vögeln teilen zu müssen, ist ein Organzabeutel hilfreich. Das Säckchen wird über die Traube gestülpt und schützt so vor unliebsamem Fraß.
Weinreben mit Schutznetz

Netze schützen zwar die Trauben, sind aber teilweise verboten, da sich Vögel darin verletzen können. [Foto: Rosmarie Voegtli]

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

  • Pflanzenschutznetz: Schützt Ihre Pflanzen zuverlässig vor Vögeln und Schädlingen.
  • Neudorff Atempo Kupferpilzfrei: Spritzmittel gegen viele Pilzkrankheiten; umweltschonend und nicht bienengefährlich.
  • Neudorff Cueva Pilzfrei: Flüssigkonzentrat gegen Echten und Falschen Mehltau an Gemüse, Kartoffeln, Wein und Zierpflanzen sowie Schorf an Äpfeln. Umweltschonend durch reduzierte Kupfermenge und nicht bienengefährlich sowie für den ökologischen Landbau zugelassen.

Steffi

Ich studiere momentan im schönen Weihenstephan Agrarwissenschaften. Neben dem Gärtnern (ich baue vor allem Gemüse und Kräuter an) schlägt mein Herz auch besonders für die Tierwelt. Egal, ob Hund, Meerschwein, Igel oder Biene – alle sollen sich in meinem Garten wohlfühlen.
Lieblingsobst: Wassermelonen und Himbeeren
Lieblingsgemüse: Kartoffeln

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