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Kirschessigfliege: Symptome erkennen, vorbeugen und bekämpfen

Die Kirschessigfliege kann nicht nur Wein befallen. Hier erfahren Sie, wie man die kleinen Fruchtfliegen erkennt, einem Befall vorbeugen und bekämpfen kann.

Kirschessigfliege_Drosophila suzukii_auf Fruchtschale

Die Kirschessigfliege kann alle Weichobstarten befallen [Foto: AgroscopeCC BY-ND 2.0]

Symptome: So erkennen Sie einen Befall der Kirschessigfliege

Die Kirschessigfliege befällt alle Weichobstarten, dazu gehören zum Beispiel Trauben, Kirschen und Brombeeren. Hat sie die Wahl, dann bevorzugt die Fliege eindeutig Himbeeren und Heidelbeeren. Im Gegensatz zu den meisten einheimischen Vertretern der Essigfliegen, befällt die Kirschessigfliege auch gesunde Früchte und ist deswegen ein gefährlicher Schädling. Symptome durch die Kirschessigfliege sind oft erst zu sehen, wenn aus dem abgelegten Ei in der Frucht bereits eine Larve geschlüpft ist. Hat sich die Larve dann den Bauch vollgeschlagen, fallen die Früchte ein und werden matschig. Die Löcher, in welche die Kirschessigfliege ihre Eier legt, sind mit bloßen Auge nur schwer zu erkennen. Und wer möchte schon eine Beere mit Larven als Beilage essen?

Ein kurzer Steckbrief zur Kirschessigfliege:

Ursprünglich kommt die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) aus Asien und wurde 2008 nach Europa eingeschleppt. Seitdem verbreitet sie sich von Jahr zu Jahr mehr in Richtung Norden. In südlichen Ländern wie Italien bereitet die Fliege bereits massive Probleme im Obstbau und sorgt für starke Ernteausfälle bis hin zum Totalverlust. Die große Ähnlichkeit zu den einheimischen Fruchtfliegen macht die Identifikation für den Hobbygärtner fast unmöglich.

Mit einer Größe von nur 2 – 3 mm kann sie trotzdem mehrere Kilometer zurücklegen. Bezogen auf die Körpergröße der kleinen Fliege ist das eine extrem weite Strecke. Ihre Weitflugfähigkeiten reichen aber dann doch nicht ganz aus, weshalb die häufigste Verbreitungsform immer noch der Export von befallenem Obst darstellt. Eine warme Saison reicht bereits aus, damit aus einer Kirschessigfliege 15 neue Generationen entstehen können. Ihr großer Schwachpunkt ist die Empfindlichkeit gegenüber kalten Temperaturen. Die Fliegen gehen bereits bei leichten Minusgraden ein. An Lüftungsschlitzen und anderen Verstecken von beheizten Gebäuden überstehen sie allerdings auch den Winter.

Kirschessigfliege: Vorbeugende Maßnahmen

Da wohl niemand madige Früchte essen möchte, sind vorbeugende Maßnahmen von entscheidender Bedeutung. Als Endverbraucher haben wir wenig Einfluss auf die weitere Verschleppung der Kirschessigfliege. Mit einigen Tricks kann die Kirschessigfliege aber trotzdem von den Beeren im eigenen Garten ferngehalten werden. Die aufwendigste und zugleich effektivste Methode ist das Einnetzen der Obstbäume und Sträucher. Da die Fliegen fast ausschließlich reife Früchte befallen, muss das Netz angebracht werden, solange die Früchte noch grün sind. Das Ganze funktioniert nur bei einer Maschengröße von höchstens 0,8 mm.

Eine andere Methode ist der Bau einer Falle. Dafür nehmen Sie einfach eine transparente PET-Flasche und spülen diese gut aus. Anschließend stechen Sie in den oberen Bereich ungefähr zehn 3 – 4 mm große Löcher. Dafür können Sie zum Beispiel eine Metallnadel nehmen, die man am besten über einem Teelicht erhitzt. Danach wird die Flasche mit Lockmitteln gefüllt. Dafür eignen sich Essig und Rotwein besonders gut. Ein Spritzer Spüli darf auch nicht fehlen, denn ansonsten gehen die Fliegen nicht unter und können die Falle unter Umständen wieder verlassen. Die Flasche wird nun in Höhe der Früchte aufgehängt und wird sich vermutlich schnell mit Fruchtfliegen füllen (denn auch die einheimischen Fruchtfliegen können diesem Duft nicht widerstehen). Der Erfolg mit dieser Fangmethode steigt mit der Anzahl der Fallen.

Symbolbild Fliegenfalle Kirschessigfliege

Eine effektive Methode, um den Fliegen paroli zu bieten [Foto: SkCC BY-ND 2.0]

Sollten Sie bereits befallene Pflanzen haben, dann müssen alle infizierten Früchte vernichtet werden. Die Früchte dürfen dabei nicht einfach auf den Kompost, denn von dort können sich die Fliegen wieder ausbreiten. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie die befallenen Früchte in einen möglichst transparenten Plastiksack stecken und mehrere Tage in die pralle Sonne stellen. Durch die Hitze werden die Larven abgetötet und die Früchte können anschließend auf den Kompost.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

Kirschessigfliege bekämpfen

Eine direkte Bekämpfung der Kirschessigfliege, nachdem die Früchte befallen sind, ist nicht möglich. Der Grund dafür ist, dass die Früchte im reifen Zustand befallen werden und eine Spritzung kurz vor dem Verzehr der Früchte unverantwortlich wäre. Die Wirkstoffe des Spritzmittels haben nämlich nicht genug Zeit, um abgebaut werden zu können!

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