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Silberfischchen: Nützlich oder schädlich?

Silberfischchen, auch Silberfische genannt, will man meist nur bekämpfen oder sonst irgendwie loswerden. Wir stellen Ihnen das Tierchen erstmal vor.

Silberfischchen im Glas
Vor der Verurteilung wird verhandelt – ist das Silberfischchen wirklich ein Schädling? [Foto: eleonimages/ Shutterstock.com]

Schlaftrunken betritt man nachts oder frühmorgens das Badezimmer, draußen ist es noch stockfinster. Man tastet nach dem Lichtschalter, die Beleuchtung erfüllt den Raum mit gleißendem Licht – und etliche silberne Tierchen huschen pfeilschnell in die Schatten von Wänden, Fußleisten und Bodenspalten. Als Sie in die Dusche treten, finden Sie dort ein Exemplar der kleinen Störenfriede: Ein Silberfischchen (Lepisma saccharina), das wohl nachts in den glatten Wandungen der Nasszelle gefangen wurde. Ganz schön unangenehm, wenn sich nachts kleine Insekten bei uns tummeln. Wir stellen Ihnen das Silberfischchen en détail vor.

Silberfischchen: Nützlich oder schädlich?

Hier erfahren Sie, was Silberfischen genau sind, wie sie sich ernähren und welche Bedingungen sie zum Überleben brauchen. Anschließend klären wir die Frage dieses Artikels: Sind Silberfischchen nun nützlich oder schädlich? Zum Schluss finden Sie Hinweise zur Bekämpfung der kleinen Untermieter.

Was sind Silberfischchen?

Silberfischchen sind echte Urinsekten. Die flügellosen Tiere gehören zur Ordnung der Fischchen (Zygentoma). Diese bevölkert die Erde seit etwa 300 Millionen Jahren, was für eine erfolgreiche Überlebensstrategie spricht. Der Körper des Silberfischchens ist von Schuppen bedeckt, die im Licht silbern glänzen. Am Kopf trägt es zwei lange Fühler, mit denen sie ihre Umgebung abtasten können. Am Körperende finden sich drei ebenfalls fadenförmige Anhänge, ebenfalls Sinnesorgane, die empfindlich auf Berührungen reagieren. Die Eier des Silberfischchens sind weiß, nur einen Millimeter groß und werden meist in Ritzen versteckt. Die daraus schlüpfenden Larven sind zunächst weiß, sehen jedoch ansonsten aus wie Miniaturen der adulten Tiere. Nach der 2. Häutung tragen sie ebenfalls die silbern glänzenden Schuppen. Nach 5 bis 7 Larvenstadien ist die Larve zum ausgewachsenen Silberfischchen mit 8 bis 10 mm Länge herangewachsen. Auch im adulten Stadium wächst das Fischchen noch sehr langsam weiter und häutet sich alle 2 bis 3 Wochen. Alle Stadien der Entwicklung scheuen das Licht und sind daher nachtaktiv.

Tipp: Neben den Silberfischchen gibt es noch verwandte Fischchen, die ebenfalls gern bei uns einziehen: Ofenfischchen (Thermobia domestica) lieben höhere Temperaturen und kommen besser mit Trockenheit zurecht, als Silberfischchen. Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudata) lieben es kühler und trockener, als es Silberfischchen tun. Außerdem machen sie sich sehr gern über Papier in Form von Zeitungen, Tapeten oder Büchern her, was ihnen zu ihrem Namen verhalf.

Papierfischchen
Das Papierfischchen ähnelt dem Silberfischchen sehr und verhält sich ähnlich [Foto: Tipula/ Shutterstock.com]

Silberfischchen: Lebensraum und Ernährung

Optimale Lebensbedingungen für das Silberfischchen sind 27 °C Lufttemperatur und über 75 % relative Luftfeuchtigkeit. Bei unter 15 °C können sich die Eier nicht mehr entwickeln und unter 10 °C stellen die Fischchen ihre Aktivität völlig ein. Bei Temperaturen über 35 °C sterben bald alle Stadien ab und auch wenn die relative Luftfeuchtigkeit unter 30 % liegt, ist ein Überleben nicht mehr möglich. Sind die Lebensbedingungen jedoch erträglich, kann das Fischchen Hungerperiode von maximal 10 Monaten überstehen und bis zu 4 Jahre alt werden. Ihre Nahrung ist alles, was zucker- oder stärkehaltig ist, woher auch sein Trivialname „Zuckergast“ stammt.

Tipp zu natürlichen Feinden des Silberfischchens: Sowohl im Freiland als auch im Haus hat das Silberfischchen Feinde – und zwar nicht nur uns Menschen. Auch Hausspinnen und der Gemeine Ohrwurm (Forficula auricularia) jagen und fressen die Fischchen.

Silberfischchen im Haus

Außerhalb unserer Wohnungen kommen Silberfischchen in Vogelnestern vor, die ebenfalls warm und feucht sind und durch den Vogelkot und andere Hinterlassenschaften Nahrung bieten. Doch vor allem tritt das Fischchen als Kulturfolger in unseren Häusern und Wohnungen auf.

Den bevorzugten Lebensbedingungen entsprechend findet man es dort am häufigsten in Heizungsräumen, Badezimmern und unter dem Kühlschrank. Auf der Suche nach Nahrung durchstreift es allerdings gern die ganze Wohnung. Absolute Voraussetzung für ein gutes Silberfischchen-Leben sind Ritzen und Spalten, in die es tagsüber vor dem Sonnenlicht fliehen kann. Zwischen den Spalten, hinter lockeren Fliesen oder Fußleisten, in Mauerfugen, unter und hinter Möbelstücken fühlt es sich dann wohl und legt seine Eier geschützt ab. Im Haus verzehrt es gern Vorräte wie Mehl, Gries, Teigwaren, Reis oder Zucker, doch auch Hefe, Fleisch oder ähnliches werden nicht verschmäht. Weil viele Klebstoffe in Büchern, Papier, Tapeten oder gestärkten Textilien ebenfalls Stärke enthalten, können diese mal durch Schabefraß, mal durch Lochfraß beschädigt werden. Jeder Krümel, jede Hautschuppe und jedes unserer Haare auf dem Boden ist für ein Silberfischchen potentielle Nahrung.

Wer ein biologisches Mittel gegen Silberfischchen sucht, dem empfehlen wir unser Plantura Bio-Ameisenmittel, das auch Ameisen (Formicidae) und Kellerasseln (Porcellio scaber) wirksam bekämpft – ohne dass giftige Pestizide in Ihre Wohnräume gelangen.

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Tipp Silberfischchen als Anzeiger für Feuchtigkeit: Silberfischchen können sich nur dann optimal fortpflanzen und vermehren, wenn es kuschelig warm und ziemlich feucht ist. Haben Sie also nicht nur ein paar wenige, sondern eine ganze Armee der silbernen Untermieter, spricht das dafür, dass es eine solche Zone in ihrem Haus gibt. Das Problem daran ist, dass Feuchte und Wärme auch die Entstehung von Schimmel begünstigt. Dieser wird übrigens ebenfalls von Silberfischchen verzehrt. Suchen Sie also bei einer Silberfischchen-Plage zuallererst nach dem warmen, feuchten Bereich und beseitigen Sie ihn. In diesem Artikel zu Hausmitteln gegen Silberfischchen erfahren Sie, was Sie gegen feuchte Räume unternehmen können.

Schimmel an der Wand putzend
Silberfischchen zeigen Feuchtigkeit an und warnen uns so vor Schimmelbildung [Foto: FotoDuets/ Shutterstock.com]

Fazit: Sind Silberfischchen nützlich oder schädlich?

Silberfischchen sind keine Hygieneschädlinge, selten Vorratsschädlinge und manchmal richten sie geringe Schäden an Tapeten oder Papieren an. Sie lösen bei vielen Menschen großen Widerwillen und Ekel aus, wenn sie entdeckt werden. Wirklich schädlich werden sie erst, wenn sie in Massen auftreten. Ist dies der Fall, sind die Fischchen allerdings oft nicht das alleinige Problem. Schimmel und Feuchtigkeit müssen dann dringend gesucht, gefunden und bekämpft werden. Weil die Fischchen das Problem angezeigt (und teilweise verspeist) haben, könnte man sie durchaus als nützlich bezeichnen. Auch ihre Fraßtätigkeit ist nicht unbedingt nur schlecht: Sogar Hausstaubmilben verspeisen sie und halten unerreichbare Ritzen und Spalten sauber. Dennoch möchten wir sie in der Regel nicht um uns haben – zumindest nicht in Küche, Schlafzimmer und anderen sensiblen Zonen.

Wir haben daher für Sie ermittelt, wie man Silberfischchen am besten bekämpfen kann. Wir stellen dort unter anderem unser Plantura Bio-Ameisenmittel vor, das auch gegen Silberfischchen verwendet werden kann. Es ist unschädlich für Mensch und Tier, im biologischen Landbau zugelassen und führt zuverlässig zum baldigen Ableben Ihrer silbernen Untermieter. Außerdem haben wir hier alle wirksamen Hausmittel gegen Silberfischchen für Sie versammelt.

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