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Weiße Fliege: Schadbild erkennen & erfolgreich bekämpfen

Die Weiße Fliege lässt sich gern auf diversen Pflanzen nieder und kann Schaden anrichten. Plantura kennt Profi-Tipps zur Bekämpfung der weißen Fliege.

Weiße Fliege sitzt auf Pflanzenblatt

Dieses Foto täuscht, weiße Fliegen sind nur etwa 1,5 mm groß [Foto: Tomasz Klejdysz/ Shutterstock.com]

Die Bezeichnung Weiße Fliege ist ein Trivialname für verschiedene Mottenschildläuse aus der Familie der Aleyrodidae. Die zwei in heimischen Gärten wichtigsten, als „Weiße Fliege“ bezeichneten Schädlinge, sind die Kohlmottenschildlaus (Aleurodes proletella) und die Gewächshausmottenschildlaus (Trialeurodes vaporariorum). Dort, wo sich Kohlmotten- und Gewächshausmottenschildlaus ähneln, wie beispielsweise beim Aussehen oder beim Lebenszyklus, wird fortan von Weißer Fliege die Rede sein. Unterscheidungen, wie etwa der Wirtspflanzenkreis, werden mit dem richtigen Artennamen deutlich gemacht.

Weiße Fliege: Ein kurzer Steckbrief

Es überrascht nicht, dass die Mottenschildläuse besser unter dem Namen Weiße Fliege bekannt sind. Es sind kleine 1,5 bis 2 mm große, weiß bepuderte Fliegen. Sie sind aufgrund ihrer raschen Vermehrung genauso wie Blattläuse sehr gefürchtete Schädlinge. Vom Ei über mehrere Larvenstadien bis hin zur fortpflanzungsfähigen Fliege dauert es bei günstigen, warmen Temperaturen nur mehrere Wochen. Durch diese schnelle Entwicklung entstehen im Laufe der Vegetationsperiode mehrere Generationen Fliegen, die täglich viele neue Eier legen.

Weiße Fliegen sitzen auf einem Blatt und legen Eier

Weiße Fliegen sind gefürchtet, da sie sich rasant vermehren [Foto: Tomasz Klejdysz/ Shutterstock.com]

Den größten Schaden machen die Larven. Sie entziehen den Wirtspflanzen genauso wie Blattläuse Pflanzensaft. Die wertvollen Eiweiße werden aus dem Pflanzensaft herausgefiltert und der kohlenhydratreiche süße Rest in Form von Honigtau wieder ausgeschieden. Honigtau verklebt die Blätter und bietet einen perfekten Nährboden für Rußtau, auch Schwärzepilze genannt. Des Weiteren kann die Weiße Fliege auch ein sogenannter Vektor für Viren sein, die den Pflanzen zu schaffen machen können. Sie saugen am Pflanzensaft einer viruskranken Pflanze, nehmen das Virus auf, saugen an einer anderen, noch nicht infizierten Pflanze und injizieren dieser das schädigende Virus. Oft stellt nicht der Befall mit der Weißen Fliege und deren Ernährung auf Kosten der Pflanze das größte Problem dar. Vielmehr können Pilzbefall oder Viruskrankheiten den viel größeren  Schaden an der Pflanze anrichten. Hauptbefallszeit ist Spätsommer und Herbst, da zu dieser Zeit schon große Populationen am Werk sind. In warmen Frühsommern verschiebt sich der Befall nach vorn.

Weiße Fliege: Welche Pflanzen mag sie?

Die vielen als Weiße Fliege bezeichneten Arten Mottenschildläuse bevorzugen verschiedene Wirtspflanzen. In unseren Gärten treten die meisten Schäden an Tomaten und Kohlgemüsen auf.

Weiße Fliegen sitzen auf Pflanzenblatt

Weiße Fliegen befallen ein Pflanzenblatt [Foto: Floki/ Shutterstock.com]

Weiße Fliege an Kohl

Die Kohlmottenschildlaus befällt alle Kohlgemüse. Besonders beliebt sind Blumenkohl, Brokkoli, Wirsing, Grün– und Rosenkohl. An Letzterem können die adulten Fliegen überwintern und dann im Frühjahr schnell neue Populationen aufbauen. Aber auch das Entfernen von Kohlgewächsen über den Winter garantiert nicht, dass im nächsten Jahr keine Weißen Fliegen auftreten werden. Adulte Kohlmottenschildläuse finden im Winter auch andere Kreuzblütler (Brassicaceae), wie beispielsweise Winterraps, zum Überwintern.

Weiße Fliege an Tomaten

Befall der weißen Fliege auf Tomatenblatt

Eine von weißen Fliegen befallene Tomatenpflanze [Foto: Elena Kitch/ Shutterstock.com]

Gewächshausschildläuse fühlen sich ihrem Namen entsprechend in warmem Gewächshausklima mit hoher Luftfeuchtigkeit besonders wohl. Sie sind nicht wählerisch und befallen zahlreiche Zierpflanzen wie beispielsweise Geranien, aber auch viele Gemüsearten wie etwa Tomaten, Gurken und Zucchini.

Weiße Fliege erkennen: Das Schadbild

Um die weißen Fliegen zu entdecken, muss man die Blattunterseite von potenziellen Wirtspflanzen inspizieren. Denn sowohl Adulte als auch Larven sitzen gut versteckt auf der Blattunterseite und auch die Eier werden dort abgelegt. Solange noch keine Larven geschlüpft sind, dient die ringförmige Eiablage als sehr charakteristisches Merkmal der Weißen Fliegen. Nach dem Schlüpfen sind die weißlich bis gelb-grün-bräunlichen Larven zuerst beweglich, in späteren Larvenstadien setzen sie sich dann pockenartig fest. Oft sind an der Blattunterseite sowohl Fliegen, verschiedene Larvenstadien und Eier zu entdecken. Bei Berührung der Pflanze fliegen die Adulten bogenförmig davon. Ein klebriger Belag lässt auf Honigtau-Ausscheidungen schließen − ist dieser schwarz verfärbt, haben sich wahrscheinlich schon Rußtaupilze angesiedelt. Kohlmottenschildläuse sind bei sehr genauem Hinschauen übrigens an einem hellgrauen Fleck in der Mitte der Vorderflügel zu erkennen.

Weiße Fliege befällt Zimmerpflanze Fuchsie)

Gut versteckt, entdeckt man den Befall oft erst spät [Foto: cha cha/ Shutterstock.com]

Weiße Fliege erfolgreich bekämpfen

Ein starker Befall der Weißen Fliege kann das mühevoll gepflanzte und gepflegte Gemüse im Hausgarten sehr schädigen. Sowohl der Schaden durch das Pflanzensaftsaugen als auch der Befall von Rußtaupilzen und die Ausbreitung von Virosen können nur durch Bekämpfung der weißen Fliege reduziert werden.

Weiße Fliege mit Chemie bekämpfen

Chemie in Form von Pflanzenschutzmitteln muss bei der Bekämpfung der weißen Fliege im Garten glücklicherweise nicht zum Einsatz kommen. Denn die biologischen Bekämpfungsmöglichkeiten sind sehr effektiv.

Weiße Fliege natürlich bekämpfen

Frau bekämpft Schädlinge auf Pflanzen mit Sprühflasche und biologischen Pflanzenschutzmitteln

Befallene Pflanzen können an der Blattunterseite mit verschiedenen biologischen Bekämpfungsmitteln besprüht werden [Foto: jeveli/ Shutterstock.com]

Der Hausgarten sollte ein Platz für Biodiversität sein, ein Zufluchtsort für diejenigen Pflanzen und Tiere, deren Lebensraum in der breitflächigen Landwirtschaft immer kleiner wird. Aus diesem Grund und auch zum Schutz von Haustieren, Kindern und Bienen empfehlen wir stets den Einsatz biologischer Methoden zur Bekämpfung von Schädlingen und Pflanzenkrankheiten.

  • Mit Rapsöl
    Zur Bekämpfung der weißen Fliege stehen einige biologische Mittel zur Auswahl, die auf Rapsöl basieren. Rapsöl wirkt dadurch, dass es die Atemöffnungen der damit bespritzten Insekten verklebt. Die Weißen Fliegen und leider auch die nützlichen Florfliegen erleiden dadurch einen Erstickungstod. Rapsöl-Präparate haben den Vorteil, dass sie auch die Eier töten. Allerdings vertragen manche weichwandigen Pflanzenblätter diese Mittel manchmal nicht so gut. Deshalb empfehlen wir Präparate auf Rapsölbasis nur für hartlaubige Pflanzen wie zum Kohl. Beispiel Rapsöl-Präparate werden am besten an bedeckten Tagen oder abends gespritzt. Obwohl bei der Bekämpfung von weißen Fliegen hauptsächlich die Blattunterseiten bespritzt werden, gelangt immer auch Spritzbrühe auf die Blattoberseite. Bei Sonneneinstrahlung wirken die Öltröpfchen wie eine Linse und könnten Sonnenbrand auf den Blättern verursachen.
    Grünkohl auf der Terrasse

    Präparate auf Rapsölbasis kann man für Kohl verwenden [Foto: sanddebeautheil/ Shutterstock.com]

     
  • Mit Kaliseifen
    Kaliseifen sind mittlerweile bewährte Mittel im biologischen Landbau, beispielsweise gegen saugende Insekten und Spinnmilben. Sie haben den Nachteil, dass sie die Eier nicht erfassen. Dafür sind Kaliseifen sehr gut auch für weichlaubige Pflanzen wie beispielsweise Tomaten geeignet. Außerdem schonen Präparate auf Kaliseifenbasis normalerweise die „dickhäutigeren“ Nützlinge und haben keine unerwünschte Langzeitwirkung. Gespritzt wird in den Morgen- oder Abendstunden, damit die Spritzbrühe nicht zu schnell trocknet. Denn nach dem Trocknen verliert sie ihre Wirkung. Und auch hier daran denken, nur die Blattunterseiten zu bespritzen.

    Wichtig: Das Herstellen eigener Pflanzenschutzmittel mit Seife oder Salatöl ist verlockend und wäre kostengünstig. Doch das ist laut Pflanzenschutzgesetz verboten. Zwei Gründe rechtfertigen dieses Gesetz: Erstens können zu hoch dosierte Hausmittel wie beispielsweise Rapsöl oder Backpulver erheblichen Schaden an vielen, auch nützlichen Tieren anrichten. Zweitens sind sowohl eine exakte, von Experten erprobte Dosierung als auch die Inhaltsstoffe ausschlaggebend, damit die Mittel helfen. Haushaltsübliche Schmierseifen beispielsweise enthalten oft gar keine Kaliseife und wirken somit nicht. Außerdem können sie durch andere Zusätze sogar Schaden anrichten. Rapsölbasierte käufliche Mittel wirken aufgrund ihrer guten emulsionsartigenen Zusammensetzung übrigens viel besser, da sie sich besser verteilen lassen und schneller auflösen. Dadurch reduziert sich auch die Sonnenbrandgefahr für behandelte Pflanzen, wenn am Tag nach der Behandlung doch mal mehr Sonne scheint.

  • Mit Nützlingen
    Im Gewächshaus ist der Einsatz von nützlichen Schlupfwespen der Art Encarsia formosa ein sehr effektives Mittel gegen die Weiße Fliege.
    Schlupfwespe sitzt auf Blüte

    In Gewächshäusern kann man die Schlupfwespe zur Bekämpfung anwenden [Foto: Jumos/ Shutterstock.com]

     
  • Mit beleimten Gelbtafeln
    Das Aufhängen beleimter Gelbtafeln kann bei einem Anfangsbefall schnell gegen die adulten Tiere helfen und so einer massenhaften Vermehrung vorbeugen. Wenn allerdings schon irgendwo Eier abgelegt wurden, sollte zusätzlich zu den Gelbtafeln bald mit anderen Mitteln nachgeholfen werden.
    Fliegen kleben an beleimten Gelbtafeln

    Erwachsene Fliegen können mit beleimten Gelbtafeln bekämpft werden [Foto: Sarawut Chainawarat/ Shutterstock.com]

    Wir empfehlen folgende Produkte gegen weiße Fliegen:

Theresa

Ich studiere Nutzpflanzenwissenschaften und habe schon immer gern gegärtnert, auch wenn mir die ersten Versuche als kleines Kind eher missglückten. Mit der Expertise aus meinem Studium gelingt mir jetzt fast alles – besonders spannend finde ich Themen wie Mischkultur, Hochbeete und Kompostierung.
Lieblingsobst: Kirschen, Zwetschgen und Birnen
Lieblingsgemüse: Brokkoli, Mangold und Erbsen

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