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Bauernhortensie: Pflanzen, Pflegen & die besten Sorten

Sind Bauernhortensien, auch Gartenhortensien genannt, winterhart? Was muss man beim Schneiden von Bauernhortensien beachten? Alles zum Pflanzen und Pflegen von Hydrangea macrophylla finden Sie hier.

Hortensien gedeihen im Halbschatten
Gartenhortensien sind sehr beliebte Pflanzen für halbschattige Standorte [Foto: Christian Musat/ Shutterstock.com]

Garten- oder Bauernhortensien sind kaum mehr aus unseren Gärten wegzudenken. Ob in Weiß, Rosa, Violett oder Blau – die prallen Blütenstände der Bauernhortensien bringen schattige Gartenplätze zum Leuchten.

Bauernhortensie: Blütezeit, Herkunft und Eigenschaften

Die Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla) gehört zur Gattung der Hortensien (Hydrangea) in der Familie der Hortensiengewächse (Hydrangeaceae). Ihre Wildform stammt ursprünglich aus Japan und gelangte um 1790 nach Europa. Seitdem wurde sie züchterisch stark bearbeitet, sodass heute eine große Vielfalt an Gartenhortensien-Sorten existiert. Unter die Bezeichnung Garten- bzw. Bauernhortensien fallen auch einige schöne Hybrid-Sorten. Die Bauernhortensie wächst als aufrechter Halbstrauch und wird etwa 1 bis 2 Meter hoch und bis zu 2,5 Meter breit. Sie bildet gegenständige, bis zu 15 Zentimeter lange, elliptisch zugespitzte Laubblätter. Diese erscheinen in einem intensiven Grün, ihr Blattrand ist gezähnt. In der Blütezeit von Juni bis September öffnen sich über dem Laub zahlreiche Schirmrispen, die aus sterilen Schaublüten und versteckten fertilen Blüten bestehen. Die Schirmrispen haben eine abgeflachte oder kugelige Form, wobei die kugeligen Blütenstände komplett steril sind.

Hortensien kommen in allen Farben
Gartenhortensien werden in vielen verschiedenen Farben angeboten [Foto: AGOLD/ Shutterstock.com]

Die Bauernhortensie bildet üppige Blütenrispen, doch ist sie dabei auch bienenfreundlich? Anders als zum Beispiel Rispenhortensien besitzen Gartenhortensien überwiegend sterile Blüten mit meist 4 bis 6 großen Kelchblätter. In diesen finden Bienen und andere Insekten keine Nahrung. Die Bauernhortensien-Sorten mit schirmförmigen, flachen Blütenständen haben zwar auch fertile Blüten, die Nektar und Pollen liefern, allerdings ist das Nahrungsangebot für Insekten vergleichsweise gering. Somit ist die Bauernhortensie nur begrenzt bienenfreundlich. Wenn Sie auf der Suche nach einer insektenfreundlichen Hortensie sind, eignet sich z.B. die Rispenhortensien-Sorte ‘Kyushu’, die einen hohen Anteil nektarreicher, fertiler Blüten aufweist.

Die wunderschöne Blüte der Bauernhortensie
Die schirmförmigen Blütenstände der Hydrangea macrophylla besitzen fertile Blüten, die Insekten Nahrung bieten [Foto: Marco Curaba/ Shutterstock.com]

Bauernhortensien-Sorten

Es gibt viele Bauernhortensien-Sorten, die sich vor allem in der Farbe und Form ihrer Blüten unterscheiden. Neben einfarbigen Sorten sind auch ausgefallene Sorten mit mehrfarbigen Blüten erhältlich.

Winterharte Bauernhortensien-Sorten

Bauernhortensie ‘Endless Summer’: Mehrfach blühende Sorte mit prallen, ballförmigen Blütenständen in Weiß, Blau- und Rottönen.

Bauernhortensie ‘Forever & Ever’: Pflegeleichte Sortenreihe mit ballförmigen Blütenständen in Rosa, Blau und Lila; die Ränder der Kelchblätter sind teilweise leicht gezackt.

Bauernhortensie ‘Hovaria’: Sortenreihe mit zum Teil mehrfarbigen Scheinblüten, zum Beispiel Weiß mit rotem Saum oder zweifarbig panaschierte Blüten in Rosa und Rot; Blattränder teilweise geriffelt; bietet Nahrung für Bienen.

Es gibt auch zweifarbige Züchtungen
Neben einfarbigen Sorten gibt es auch Züchtungen mit mehrfarbigen oder gefüllten Blüten [Foto:Cristina lonescu/ Shutterstock.com]

Bauernhortensie ‘Magical’: Riesige, ballförmige Blüten in Rot- und Rosatönen, auch mehrfarbige Sorten mit einzigartigen Farbverläufen von beispielsweise Grün über Rosa und Rot bis hin zur gelb-grünen Herbstfärbung; teilweise gezackte Blütenränder.

Bauernhortensie ‘You & Me Romance’: Lang blühende Sorte mit eher flachen Blütenständen, sehr große, gefüllte Scheinblüten in Rosa oder Blau; bietet Nahrung für Bienen.

Bauernhortensie ‘Pirates Gold’: Auffällige, gelb-grüne Blattpanaschierung; Blütenstände erscheinen in Rosa und haben nur wenige randständige Scheinblüten; bietet Nahrung für Bienen.

Bauernhortensien im Kübel: Kleine Sorten für den Topf

Bauernhortensie ‘Little Blue’: Zwerg-Hortensie, Wuchshöhe von bis zu 60 cm; pralle Blütenbälle in Pastell-Blau.

Bauernhortensie ‘Kanmara’: Große, ballförmige Blütenstände in Weiß, Rosa-, Blautönen; auch mehrfarbige Sorten; kompakter Wuchs, sehr gut als Kübelpflanze geeignet.

Bauernhortensie ‘Lanarth White’: Kleiner, breitbuschiger Strauch mit tellerförmigen Blütenständen aus reinweißen Randblüten und rosafarbenen oder blauen fertilen Blüten; die weiße Bauernhortensie bietet Nahrung für Bienen.

Hortensien im Topf pflegen
Gartenhortensien können sowohl in den Garten als auch in einen Topf auf der Terrasse oder dem Balkon gepflanzt werden [Foto: Galina Grebenyuk/ Shutterstock.com]

Bauernhortensie pflanzen: Standort, Zeitpunkt und Anleitung

Gartenhortensien können das ganze Jahr über gepflanzt werden. Am besten eignet sich jedoch das Frühjahr. So haben die Pflanzen bis zum Winter genug Zeit, um gut anzuwachsen.

Der richtige Standort für Bauernhortensien

Der perfekte Standort für Gartenhortensien ist ein halbschattiger, windgeschützter Platz im Garten oder auf dem Balkon. An einem vollsonnigen Standort fühlen sich Bauernhortensien vor allem wegen ihres hohen Wasserbedarfs nicht besonders wohl. Das Gießwasser verdunstet dort zu schnell, sodass die Pflanzen ihre Blätter und Blüten herabhängen lassen. Außerdem können sie bei starker Sonneneinstrahlung leicht einen Sonnenbrand erleiden.

Gartenhortensien benötigen einen frischen, durchlässigen und leicht sauren Boden mit einem hohen Humus- und Nährstoffgehalt. Im Gartenfachhandel werden spezielle Hortensienerden mit einem niedrigen pH-Wert angeboten. Diese eignen sich sehr gut für die Topfbepflanzung. Im Garten kann man das Substrat auch einfach selbst herstellen. Sandige und nährstoffarme, aber auch zu schwere und tonige Gartenböden sollte man mit einer hochwertigen Pflanzerde wie unserer Plantura Bio-Universalderde mischen. Besonders schwere Böden werden zusätzlich mit Sand angereichert, am besten in einem Mischverhältnis von 2/3 Gartenboden zu 1/3 Sand. Damit der Boden-pH-Wert in den sauren Bereich rutscht, mischen Sie dem Boden saures Urgesteinsmehl (zum Beispiel Basalt, Granit) oder Traubentrester bei. Auch die Nadeln von Nadelbäumen wirken pH-Wert senkend.

Nach der Pflanzung sollte der Boden rund um die Hortensie mit Rindenmulch gemulcht werden. Dieser hält die Feuchtigkeit im Boden und sorgt dafür, dass der pH-Wert eher niedrig bleibt.

Tipp: Wenn Sie eine kräftige Blaufärbung Ihrer Hortensie erzielen möchten, sollten Sie sie in einen Topf pflanzen, da der Säuregrad hier besser beeinflussbar ist. Wie genau man Hortensien blau färben kann, erfahren Sie in unserem Spezialartikel.

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Anleitung: Gartenhortensie pflanzen

So können Sie eine Bauernhortensie im Freiland oder Kübel pflanzen:

  • Graben Sie ein ausreichend großes Pflanzloch für Ihre Hortensie. Es sollte die 1,5-fache Größe des Pflanzballens haben.
  • Füllen Sie das Loch anschließend mit lockerer Erde an, bis die richtige Pflanzhöhe erreicht ist.
  • Lösen Sie die Hortensie aus dem Topf und lockern Sie den Pflanzballen mit den Händen auf, sodass zusammengedrängte Wurzeln auseinandergezogen werden – auf diese Weise werden die Wurzeln zur Verzweigung angeregt.
  • Stellen Sie den Pflanzballen mittig in das Pflanzloch und füllen Sie es mit Substrat auf.
  • Drücken Sie gut an und gießen Sie großzügig. Vor allem bei Pflanzungen in den Sommermonaten müssen die frisch eingesetzten Hortensien sehr intensiv gegossen werden.

Möchten Sie die Gartenhortensie in einen Kübel pflanzen, so muss dieser unbedingt ein Abflussloch im Gefäßboden besitzen, das durch dicke Steine oder Tonscherben freigehalten wird. Überschüssiges Wasser kann dadurch beim Gießen einfach ablaufen, sodass keine Staunässe entsteht. Wählen Sie außerdem einen glasierten Tontopf oder einen Plastikkübel für die Bauernhortensie, da Gefäße aus offenporigem Ton sehr viel Wasser durch Verdunstung verlieren.

Tipp: Aus übrig gebliebener Erde kann man rund um die Hortensie einen kleinen Erdwall formen, den man beim Gießen immer vollständig mit Wasser füllt. So kann das Wasser langsam versickern und fließt nicht seitlich ab, wenn es nicht schnell genug vom Boden aufgenommen werden kann. Eine Mulchschicht aus Laub oder Rindenmulch dient zusätzlich als Verdunstungsschutz.

Hortensien umtopfen
Auch wenn man nur wenig Platz hat, muss man, dank kleiner Sorten für den Topf, nicht auf die Gartenhortensie verzichten [Foto: EagleEyes/ Shutterstock.com]

Bauernhortensie pflegen

Bei der Pflege von Bauernhortensien sollten Sie beachten, dass die Pflanzen einen ausgesprochen hohen Wasserbedarf haben. Neben dem regelmäßigen Gießen sollten insbesondere im Topf gepflanzte Hortensien gelegentlich gedüngt werden.

Tipp: Bei der Beetpflege sollten Sie unbedingt vermeiden, rings um die Hortensien zu hacken. Sie sind Flachwurzler und ihre Wurzeln können beim Hacken leicht beschädigt werden.

Bauernhortensien schneiden

Im Frühjahr ist es Zeit, die Bauernhortensien zu schneiden. Dabei werden nur die verwelkten Blütenstände und die abgestorbenen Pflanzenteile entfernt. Setzen Sie die Gartenschere unterhalb der Blüten, dicht über den neuen Knospen an. Genauere Informationen zum Thema Hortensien schneiden finden Sie in unserem Spezialartikel.

Bauernhortensien düngen

Vor allem Topfhortensien sollten jährlich gedüngt werden, um den Nährstoffvorrat aufzufüllen. Der richtige Zeitpunkt für eine Düngergabe ist das Frühjahr. Eine Frühjahrsdüngung ermöglicht den Gartenhortensien einen guten Start in die Vegetationszeit. Im Sommer kann eine zweite Düngung erfolgen, allerdings sollte auf keinen Fall nach Ende Juni gedüngt werden, da dann das Risiko von Frostschäden steigt. Wählen Sie einen speziellen Hortensiendünger, wie beispielsweise unseren vornehmlich organischen Plantura Bio-Hortensiendünger mit Langzeitwirkung. Dieser enthält ein Extra an Eisen, um Eisenchlorosen vorzubeugen. Indem Sie den Dünger mit einer Mulchschicht bedecken, wird er feucht gehalten und beginnt rascher zu wirken. Arbeiten Sie den Dünger nicht durch Harken oder Ähnliches ein, da dabei die flachen Wurzeln der Hortensien leicht beschädigt werden können. In unserem Spezialartikel zum Thema Hortensien düngen finden Sie weitere hilfreiche Tipps zum richtigen Vorgehen beim Düngen Ihrer Hortensienpflanzen.

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Tipp: Trotz richtiger Düngung können bei Hortensien Eisenchlorosen auftreten. Die Ursache dieser pflanzenuntypischen Blattverfärbungen ist ein zu hoher pH-Wert des Bodens. Dieser kann gesenkt werden, indem man etwas Traubentrester oder saures Urgesteinsmehl hinzufügt oder regelmäßig mit saurem Wasser gießt.

Bauernhortensien gießen

Anders als die Rispenhortensien, die auch kürzere Trockenperioden gut überstehen, haben Bauernhortensien einen enorm hohen Wasserbedarf und reagieren schnell auf ein Wasserdefizit, indem sie ihre Triebe und Blüten schlaff hängenlassen. Gießen Sie die Gartenhortensien in Ihrem Garten oder auf dem Balkon in den Sommermonaten daher täglich und großzügig. An heißen Sommertagen sollten Topfhortensien sogar zweimal täglich gegossen werden, da das Wasser bei dem geringeren Erdvolumen schneller verdunstet. Nutzen Sie im Idealfall Regenwasser, da dieses den richtigen pH-Wert für Hortensien hat. Gegen Ende des Sommers kann die Wassermenge reduziert werden.

Tipp: Zu kalkhaltiges Wasser sollte man mit etwas Apfelessig ansäuern oder zumindest einen Tag stehen lassen, ehe man es verwendet („blubbern lassen“).

Gartenhortensien vermehren

Gartenhortensien lassen sich, wie andere Hortensienarten auch, über Stecklinge vermehren. Diese müssen im Frühsommer zwischen Juni und Juli geschnitten werden. Zuerst werden die Anzuchtgefäße mit Substrat befüllt. Wählen Sie eine torffreie Aussaaterde, wie zum Beispiel unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde, und mischen Sie Sand oder Perlite unter. Dadurch wird die Luftkapazität der Erde erhöht und damit die Bewurzelung verbessert. Anschließend können die Stecklinge geschnitten werden. Man schneidet etwa 10 bis 15 cm lange Triebspitzen von den Ruten ab. Sie sollten vital und nur schwach verholzt sein und keine Blütenknospen besitzen. Anschließend entfernt man die unteren Blätter, nur das obere Blattpaar wird stehengelassen. Jetzt werden die Stecklinge circa 7 cm tief in das Substrat gesteckt und angedrückt. Die Erde muss kontinuierlich feucht gehalten werden. An einem hellen Ort mit hoher Luftfeuchtigkeit, ohne direkte Sonneneinstrahlung und mit einer Temperatur von circa 15 °C bewurzeln sich die Stecklinge und wachsen zu neuen Hortensien heran.

Bauernhortensien überwintern

Bauernhortensien sind in unseren Breiten winterhart. Wählen Sie stets robuste Pflanzen aus dem Fachhandel, die gut abgehärtet wurden. Da Hortensien sehr flach wurzeln, können Sie den Boden rund um die Hortensien zur Sicherheit mit Laub und Tannenzweigen abdecken. Insbesondere bei Topfhortensien sollten die Pflanzen und Töpfe zum Schutz vor strengen Frösten mit Gartenvlies und Jutesäcken umhüllt werden.

Im Winter verblühen Hortensien
Gartenhortensien sind in unseren Breiten winterhart [Foto: Alexander Denisenko/ Shutterstock.com]

Bauernhortensien können auch geschützt in Schuppen oder Garagen überwintert werden. Das Winterquartier darf aber nicht zu warm sein. Ein länger andauernder Kältereiz ist nötig, damit die Pflanzen im Folgejahr wieder erfolgreich austreiben und Blüten bilden. Im Frühjahr müssen drinnen überwinterte Hortensien langsam wieder an das Licht gewöhnt werden. Daher sollte man sie zuerst in den Schatten und nicht in die pralle Sonne stellen.

Wenn Sie sich einen Überblick über alle Hortensienarten verschaffen wollen und die richtige Sorte für Ihren Garten finden möchten, empfehlen wir Ihnen unseren Spezialartikel über Hortensienarten.

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