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Spindelstrauch: Alles zum Pflanzen & Pflegen des Strauches

Wir klären, wie der Spindelstrauch richtig gepflanzt und gepflegt wird und ob er giftig ist. Außerdem beantworten wir die Frage, ob der Spindelstrauch winterhart ist.

Spindelstrauch mit roten Blüten
Der Spindelstrauch − ein vielseitiges Gewächs

Der Spindelstrauch (Euonymus) ist ein vielseitiges Gewächs für den Garten. Er liefert Sichtschutz, Fassadenbegrünung und wahre Farbexplosionen. Zudem überzeugt er durch seine Robustheit. Früher wurden aus dem widerstandsfähigen Holz der Sträucher verschiedenste Alltagsgegenstände wie etwa Stricknadeln oder Spindeln hergestellt, was dem Spindelstrauch seinen Namen brachte.

Spindelstrauch: Herkunft und Eigenschaften

Spindelsträucher sind auf der gesamten Nordhalbkugel zu finden, meist in Ostasien. Aber auch hier in Europa gibt es heimische Arten, die allerdings eher unter dem Synonym Pfaffenhütchen bekannt sind. Namensgebend sind die auffällig bunten vierfächrigen Früchte, deren rosa Kapseln mit den orangen Fruchtkörpern die Menschen einst wohl an die Kopfbedeckung eines Kardinals erinnerten. Je nach Art kann die Farbe der Kapsel auch mehr ins Braune oder Graue gehen. Wie sein zweiter Name Spindelstrauch es verrät, ist die Wuchsform strauchig oder höchstens mit der kleiner Bäume vergleichbar. So erreichen Spindelsträucher eine maximale Höhe von fünf Metern. Manche von ihnen wachsen sogar nur kriechend oder gar kletternd. Die Sträucher sind dicht verzweigt und bilden eine ausladende Krone. Viele Arten sind zudem an ihrem vierkantigen Stängel zu erkennen. Ob sie immergrün oder laubabwerfend sind, unterscheidet sich je nach Art. Während die immergrünen Arten häufig mit golden oder weiß panaschierten Blättern aufwarten, färben sich laubabwerfende Spindelsträucher im Herbst ganz in Rot.

Spindelstrauch mit hängenden Früchten
Die Früchte der Spindelsträucher sind zumeist sehr auffällig gefärbt. Besonders eindrucksvoll sind die des Gewöhnlichen Pfaffenhütchens [Foto: liliya Vantsura/ Shutterstock.com]

Ist der Spindelstrauch giftig?

Alle Teile des Spindelstrauches sind giftig. Insbesondere die Früchte enthalten schädliche Glykoside und Alkaloide. Beim Verzehr führt dies zu Erbrechen sowie Durchfall und kann bei zu hoher Dosis sogar zu Krämpfen, zu einem Kollaps und bis hin zum Tod führen. Die Vergiftungserscheinungen treten allerdings frühestens zwölf Stunden nach dem Verzehr auf.

Die giftige Wirkung beschränkt sich dabei nicht nur auf uns Menschen, sondern auch auf viele Tierarten, beispielsweise Pferde oder Schafe. Nur Singvögeln scheint der Spindelstrauch nichts anhaben zu können, denn Rotkehlchen, Elstern und Drosseln sehen im Winter die leuchtenden Früchte als willkommene Nahrungsquelle. 

Beliebte Spindelstrauch-Arten

Um die 170 Spindelstrauch-Arten sind derzeit bekannt. Die meisten von ihnen stammen aus Südostasien, einige sogar aus der Himalaya-Region. In Mitteleuropa sind drei Arten heimisch, die auch als Pfaffenhütchen bezeichnet werden und ihre Blätter im Herbst abwerfen.

Japanischer Spindelstrauch (Euonymus japonicus)

Diese aus Asien stammende Art ist immergrün und kann theoretisch mehrere Meter hoch werden. Da der Japanische Spindelstrauch jedoch nicht winterhart ist, muss er im Kübel oder Topf gehalten werden, wo er etwas kleiner bleibt. Der Strauch besitzt circa 5 cm große Blätter in den verschiedensten Farbvarietäten, je nach Sorte.

  • ‘Mareike’: Der goldgelbe Blattrand dieser Sorte bildet einen schönen Kontrast zum tiefgrünen Blattinneren.
  • ‘Microphylla Variegata’: Die Sorte zeichnet sich durch kleine, etwa 3 cm große Blätter mit weißem Rand aus.
  • ‘Grey Beauty’: Diese Sorte trägt ein grün-grau-weiß panaschiertes Blätterkleid.
Japanischer Spindelstrauch mit Früchten und Blättern
Die Früchte des Japanischen Spindelstrauches sind leuchtend orange und umgeben von grauroten Kapseln [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Kriechspindel oder Kletternder Spindelstrauch (Euonymus fortunei)

Zu den immergrünen Spindelbäumen gehört auch die Kriechspindel. Wie der Name es bereits verrät, wächst sie nicht aufrecht, sondern kriechend oder kletternd und ist daher ein idealer Bodendecker in Beeten oder eine hübsche Fassadenbegrünung. Diese Art wird aufgrund des geringen Pflegeaufwands gern für Grabbepflanzungen oder kleine Hecken verwendet. Auch wenn die Kriechspindel in Europa nicht heimisch ist, ist sie bis etwa -20 °C winterhart.

  • ‘Emerald Gold’: Die beliebte Sorte trägt goldgelb panaschierte Blätter.
  • ‘Coloratus’: Die zwischen 3 und 7 cm großen Blätter sind dunkelgrün und verfärben sich im Herbst und Winter zu leuchtendem Rot.
  • ‘Harlequin’: Auffällig ist die Sorte ‘Harlequin’ mit den nahezu weißen Triebspitzen und den hell gesprenkelten Blättern.

Gewöhnlicher Spindelstrauch (Euonymus europaeus)

Der Gewöhnliche Spindelstrauch, auch als Gewöhnliches Pfaffenhütchen bekannt, ist die häufigste heimische Art der Spindelsträucher. Der Strauch wächst dicht verzweigt und aufrecht. Im Herbst verfärben sich seine Blätter in ein tiefes Rot. Nachdem sie gefallen sind, schmücken die farbintensiven Früchte den Strauch über den grauen Winter.

Breitblättriges Pfaffenhütchen (Euonymus latifolius)

Dem Gewöhnlichen Pfaffenhütchen sehr ähnlich zeichnet sich das Breitblättrige Pfaffenhütchen vorrangig durch die breiteren Blätter aus. Die Art ist heimisch, doch ihr natürliches Vorkommen ist begrenzt auf die Alpen und das Voralpenland, weshalb es auch als Voralpen-Spindelstrauch bezeichnet wird.

Flügel-Spindelstrauch (Euonymus alatus)

Der Flügel-Spindelstrauch stammt aus Japan und China und ist winterhart. Aufgrund seiner intensiven Herbstfärbung wird das laubabwerfende Gewächs im Englischen auch als Brennender Busch bezeichnet. Der Strauch wird etwa 2 bis 3 m hoch und ebenso breit. Auffällig sind die Korkleisten an den Trieben, die besonders im Winter zutage treten.

Flügel-Spindelstrauch mit leuchtend roten Blättern
Der Flügel-Spindelstrauch kann besonders mit seinem im Herbst rot leuchtenden Blätterkleid überzeugen [Foto: Mariusz S. Jurgielewicz/ Shutterstock.com]

Großfrüchtiges Pfaffenhütchen (Euonymus planipes)

Das auch als Flachstieliger Spindelstrauch bezeichnete Gewächs stammt ursprünglich aus Asien. Es erreicht Höhen zwischen 3 und 5 m und wird hierzulande gern als Zierstrauch angepflanzt. Seine Winterknospen sind vergleichsweise groß, spitz und auffallend purpurrot.

Spindelstrauch pflanzen

Ein Spindelstrauch im eigenen Garten macht durchaus etwas her: etwa ein Flügel-Spindelstrauch einzeln stehend als Hingucker, ein Gewöhnliches oder Breitblättriges Pfaffenhütchen in einer Wildhecke oder die Kriechspindel als Bodendecker.

Was seinen Standort angeht, ist das Gewächs dabei gar nicht so anspruchsvoll, denn es ist äußerst robust. In der Natur stehen Spindelsträucher häufig an Waldrändern, wo es zwar hell, aber durchaus auch mal zum Teil schattig sein kann. Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist also genau das Richtige. Die Sträucher sind dabei recht konkurrenzstark, was ihre Wurzeln betrifft, und stören sich nicht an kräftigen Nachbarn und deren Wurzeldruck.

Der Boden sollte in der Regel eher frisch, nährstoffreich und neutral sein, das Gewöhnliche und das Breitblättrige Pfaffenhütchen bevorzugen es aber eher trocken und leicht kalkhaltig. Feuchte Böden gefallen den beiden Arten zwar durchaus auch, doch wachsen sie dort schneller und unkontrollierter.

Spindelstrauch mit roten Blättern
Das Gewöhnliche Pfaffenhütchen ist eine hervorragende Komponente für wilde Hecken [Foto: Konmac/ Shutterstock.com]

Spindelstrauch pflegen

Spindelsträucher haben sich als pflegeleichte Sträucher einen Namen gemacht. Ihre Pflege verläuft daher sehr unkompliziert. Ausgepflanzte Exemplare müssen eigentlich nur zu Beginn gegossen werden. Sobald sie angewachsen sind, entwickeln sie ein weitreichendes Wurzelwerk und können sich selbst versorgen. Lediglich in trockenen Sommern wird eine Portion Wasser hin und wieder fällig, wenn die Blätter zu hängen beginnen. Eingetopfte Spindelsträucher müssen selbstverständlich gegossen werden, da ihr Wurzelwerk sich nicht ausbreiten kann. Diese sollten Sie regelmäßig gießen, sodass der Wurzelballen nicht austrocknet. Lassen Sie die Erde oberirdisch allerdings abtrocknen.

Spindelstrauch schneiden

Spindelsträucher müssen grundsätzlich nicht geschnitten werden, denn sie entwickeln von sich aus eine schön geformte Krone. Bei immergrünen Arten, die als Hecke oder Bodendecker gehalten werden, können Sie einfach die Gartenschere anlegen. Die Pflanzen sind sehr schnittverträglich. Achten Sie lediglich darauf, dass Sie Ihre Sträucher im frühen Frühjahr oder späten Herbst zurückschneiden, um nistende Vögel nicht zu stören. Ein frostfreier und bewölkter Tag im frühen Frühjahr oder späten Herbst ist bestens geeignet für einen Rückschnitt. So werden die Schnittwunden nicht strapaziert und Vögel und andere Tiere nicht beim Nisten gestört. Kleinere Eingriffe können Sie jedoch selbstverständlich auch über den Sommer vornehmen.

Spindelstrauch düngen

Wächst Ihr Spindelstrauch in humosem und nährstoffreichem Boden, ist keine Düngung notwendig. Lediglich auf sehr armen Standorten ist es lohnend, im Frühjahr eine Ladung Kompost oder unseren Plantura Bio-Universaldünger in den Boden rund um die Pflanze einzuarbeiten. Auch im Kübel gehaltene Pflanzen sollten auf diese Art mit frischen Nährstoffen versorgt werden.

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Spindelstrauch vermehren

Sie können Spindelsträucher ganz einfach über Stecklinge vermehren. Schneiden Sie im Frühjahr einen Trieb mit etwa drei bis vier Blattpaaren und entfernen Sie das Unterste. Stecken Sie nun den Steckling etwa zu einem Drittel in Erde und halten Sie diese feucht. Nach einiger Zeit wird der Steckling eigene Wurzeln entwickeln.

Spindelstrauch überwintern

Heimische Spindelsträucher sind winterhart, ebenso auch die beliebte Kriechspindel. Der Japanische Spindelstrauch allerdings übersteht nur Temperaturen von bis zu -5 °C und sollte daher zur kalten Jahreszeit geschützt werden. Überwintern Sie den immergrünen Strauch an einem Ort mit Temperaturen zwischen 6 und 10 °C. Das Winterquartier braucht nicht übermäßig hell sein, sollte allerdings eine natürliche Lichtquelle besitzen – falls nicht, schafft eine Pflanzenlampe Abhilfe. Während des Winters benötigt die Pflanze nur wenig Wasser, sodass das Substrat stets nur leicht feucht ist. Gedüngt werden sollte im Winterquartier nicht.

Spindelstrauch im Schnee
Viele Spindelstrauch-Arten sind winterhart und bedürfen keines besonderen Winterschutzes [Foto: Volodymyr Nikitenko/ Shutterstock.com]

Spindelstrauch verliert Blätter: Was tun?

Für einen Blattverlust kann es verschiedene Ursachen geben. Häufig ist es entweder zu feucht, was zu Wurzelfäule führt, oder aber zu trocken. Dies können Sie durch die Änderung Ihres Gießverhaltens oder eine Drainage des Bodens verändern. Auch ein falscher pH-Wert kann die Ursache sein. Ist der Boden zu sauer, fühlt sich der Spindelstrauch nicht wohl. In diesem Fall hilft eine Portion Kalk zur Erhöhung des pH-Wertes.

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