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Stockrosen: Standort, Pflege & Tipps zum Säen

Wann pflanzt man Stockrosen? Wie kann man Stockrosen durch Samen vermehren und was sollte man beim Schneiden beachten? Die besten Sorten und Tipps zur Stockrosen-Pflege.

Rosa und weiße Stockrosen
Stockrosen bringen mit ihren Blüten hübsche Farbtupfer in das hochsommerliche Blumenbeet [Foto: Ole Schoener/ Shutterstock.com]

Im Hochsommer erblühen die bienenfreundlichen und hoch aufragenden Stockrosen in vielen leuchtenden Farben und zieren unsere Balkone, Hauswände oder Gartenzäune mit ihren großen Blüten. Anders als ihr Name vermuten lässt, gehört die Stockrose gar nicht zu den Rosengewächsen (Rosaceae) und weist auch optisch große Unterschiede zu den Arten der Gattung Rosa auf. Wenn Sie etwas über das Pflanzen, Pflegen und die Sortenvielfalt der Rosen lernen möchten, werden Sie in unserem Spezialartikel über diese Blumenkönigin fündig.

Stockrosen: Blütezeit, Herkunft und Eigenschaften

Stockrosen (Alcea) sind Blühstauden und bilden eine eigene Gattung in der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Die alten Gartenmalven stammen ursprünglich aus dem Orient. Seit langer Zeit fühlen sie sich auch in Europa heimisch. Ihr besonderes Merkmal ist ihre Höhe. Stockrosen können bis zu 3 m hoch werden und werden gerne im hinteren Bereich von Staudenbeeten oder auch an Hauswänden gepflanzt. So kommen sie besonders schön zur Geltung.

Stockrosen sind meist zweijährig, an günstigen Standorten aber auch durchaus mehrjährig. Wenn sie jährlich neu ausgesät werden, kann man Jahr für Jahr ihre wunderschönen Blüten betrachten. Im ersten Jahr wird nur die Blattrosette gebildet, aus der im zweiten Jahr ein kräftiger, kaum verzweigter Stiel mit zahlreichen Blütenähren emporwächst. Der Stiel und die gelappten, etwa 15 cm großen Blätter der Stockrosen sind hellgrün gefärbt und rau behaart. Die Blütezeit der Stockrosen dauert von Juli bis September. Es gibt eine große Vielfalt an Stockrosen-Arten und -Sorten, deren Blüten in vielen verschiedenen Farben erscheinen und ungefüllt oder gefüllt sein können. Die wohl bekannteste und verbreitetste Stockrosen-Art ist die Gewöhnliche Stockrose (Alcea rosea). Sie wird auch Bauernrose, Stockmalve oder Gartenmalve genannt.

Blühende Stockrosen im Garten
Stockrosen können bis zu 3 m hoch werden und kommen im hinteren Bereich von Staudenbeeten sehr schön zur Geltung [Foto: BALARAJU KOTNALA/ Shutterstock.com]

Tipp: Die Stockrosen-Arten Alcea rosea und Alcea ficifolia sind eher zweijährig als mehrjährig. Dahingegen sind Ficifolia-Hybriden aus Alcea ficifolia und Alcea rosea (Alcea x ficifolia) eher mehr- als zweijährig.

Stockrosen-Sorten

Beliebte Sorten der Gewöhnlichen Stockrose sind Alcea rosea ′Nigra′ mit tiefroten, fast schwarz wirkenden Blüten und Alcea rosea ′Pleniflora′, die in vielen leuchtenden Farben wie Gelb, Dunkelrosa oder Rot erhältlich ist und deren Blüten prall gefüllt sind. Beide Sorten werden etwa 2 bis 2,5 m hoch.

Eine weniger bekannte Stockrosen-Art ist die Bleiche Stockrose (Alcea pallida), auch Balkan-Stockrose genannt. Sie wird 1,8 bis 2,5 m hoch und besitzt bis zu 10 cm große, wunderbar duftende Blüten in Pastell-Rosa. Ihre Blütezeit dauert von Mai bis Oktober und ist damit ausgesprochen lang. Die Bleiche Stockrose ist sehr pflegeleicht und widerstandsfähig gegenüber Trockenheit sowie Malvenrost.

Gefüllte rosa Stockrosen-Blüten
Neben den klassischen Stockrosen mit einfachen Blüten gibt es auch Sorten mit gefüllten Blüten [Foto: greenthumbnail/ Shutterstock.com]

Etwas niedriger bleiben die Sorten ′Mars Magic′ und ′Polarstar′ aus der Alcea rosea Spotlight-Serie. Sie erreichen eine Wuchshöhe von 1,6 bis 1,8 m und bilden große schalenförmige Blüten in feuerrot oder weiß mit gelber Mitte. Sie haben eine besondere Fernwirkung im Staudenbeet.

Tipp: Die Blüten der gefüllten Stockrosen sind weniger bienenfreundlich als die einfachen Blüten.

Stockrosen einpflanzen

Stockrosen können entweder im Gartenfachhandel als vorgezogene Jungpflanzen gekauft und anschließend direkt an den gewünschten Platz im Garten gepflanzt werden oder man sät sie aus. Neben dem richtigen Saatzeitpunkt spielt die Standortwahl eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Stauden.

Wann pflanzt man Stockrosen?

Die Aussaat der Stockrosen-Samen kann ab Mai oder Juni erfolgen. Stockrosen können aber auch noch bis in den Herbst hinein gesät werden. Die Pflanzung vorgezogener Stockrosen aus dem Handel kann ebenfalls ab Mai vorgenommen werden. Wenn die Stockrosen in einem Beet dicht ausgesät wurden, sollten sie noch vor dem Winteranfang an den für sie vorgesehenen Ort im Garten oder Staudenbeet umgepflanzt werden, damit sie sich im nächsten Frühjahr gut entwickeln können.

Wie sieht der perfekte Standort für Stockrosen aus?

Stockrosen fühlen sich an warmen, sonnenreichen Standorten im Garten oder auf dem Balkon wohl. Dabei bevorzugen sie einen nährstoffreichen und durchlässigen, trockenen bis mäßig feuchten Boden. Erfüllt der Boden in Ihrem Garten diese Voraussetzungen nicht ausreichend, empfiehlt es sich, eine hochwertige Blumenerde, wie zum Beispiel unsere Plantura Bio-Blumenerde, zu verwenden. Der Standort sollte außerdem möglichst windgeschützt sein, da die Stiele der Stockrosen aufgrund ihrer Höhe bei Wind leicht brechen können. Windexponierte Stockrosen müssen rechtzeitig an einem Holzstab oder Ähnlichem angebunden werden, um Schäden zu verhindern.

Weiße Stockrosen vor einer Hauswand
An einem sonnenexponierten und windgeschützten Standort, beispielsweise an einer Hauswand, fühlen sich Stockrosen wohl [Foto: Anna50/ Shutterstock.com]

So pflanzt man Stockrosen ins Beet

Stockrosen-Samen können ab Mai bis in den Spätsommer hinein auf ein lockeres, feinkrümeliges Saatbeet im Garten ausgesät werden. Für einen besseren Keimungserfolg auf sehr sandigen oder auch sehr schweren Gartenböden sollte die obere Bodenschicht mit einer Aussaaterde wie beispielsweise unserer Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde vermengt werden. Legen Sie anschließend jeweils 2 bis 3 Samen in einem Abstand von 5 bis 10 cm in kleine Mulden. Da Stockrosen Dunkelkeimer sind, müssen die Samen mit einer circa 2 cm dicken Substratschicht bedeckt werden. Innerhalb von 2 bis 3 Wochen keimen die Samen und entwickeln sich nach und nach zu kräftigen Jungpflanzen. Nun müssen sie vorsichtig ausgegraben und an dem für sie vorgesehenen Platz im Garten wieder eingepflanzt werden. Achten Sie dabei auf einen ausreichenden Pflanzabstand von 50 bis 60 cm zwischen den einzelnen Stockrosen. Im ersten Jahr bildet sich an den Jungpflanzen nur eine Blattrosette, aus der im zweiten Jahr ein Stiel mit zahlreichen Blüten in die Höhe wächst.

Tipp: Alternativ zum Vorziehen der Jungpflanzen auf einem Saatbeet können die Samen auch direkt ins Blumenbeet gesät werden.

Stockrosen im Kübel pflanzen

Stockrosen können auch gut im Kübel auf dem Balkon oder der Terrasse gehalten werden. Aufgrund ihres schlanken, hohen Wuchses ist die Stockmalve sehr platzsparend und daher besonders gut für kleinere Balkone geeignet. Stockrosen bilden Pfahlwurzeln aus, weshalb Sie bei der Wahl eines geeigneten Pflanzgefäßes auf ausreichende Höhe achten sollten. Zudem muss der Kübel ein Abflussloch besitzen, da Staunässe zu vermeiden ist. Füllen Sie ihn mit einem geeigneten Substrat wie unserer Plantura Bio-Blumenerde. Um die Durchlässigkeit des Substrats zu erhöhen, kann etwas Sand beigemischt werden. Danach werden, wie oben beschrieben, jeweils 2 bis 3 Samen in kleine Mulden mit einem Abstand von circa 50 cm gelegt und flach mit Substrat bedeckt.

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Stockrosen-Pflege

Stockrosen sind recht pflegeleicht und benötigen neben dem regelmäßigen Gießen, gelegentlichen Düngergaben und einem Rückschnitt im Herbst keine besondere Pflege. An windigen Standorten kann das Anbinden an einen Holzstab notwendig sein, um den Stiel vor Schäden durch Windeinwirkung zu bewahren.

Stockrosen schneiden

Wenn die Stockrosen verblüht sind, sollten die Stiele auf etwa 10 cm über dem Boden zurückgeschnitten werden. Nimmt man den Rückschnitt direkt nach dem Verblühen vor, so kann dies sogar zu einer weiteren Blüte im Folgejahr führen. Verfolgt man allerdings das Ziel der Saatgutgewinnung, darf man die Stockrosen erst nach der Samenreife schneiden.

Stockrosen düngen und gießen

Insbesondere in den ersten Wochen nach der Aussaat ist eine möglichst konstante Bodenfeuchte wichtig, damit die Samen erfolgreich keimen. Auch Jungpflanzen sollten regelmäßig gegossen werden, damit sie sich gut entwickeln können. Im Sommer muss der Boden um die Stockrosen zumindest minimal feucht gehalten werden. Indem man den Boden mit einer leichten Mulchschicht bedeckt, kann man die Feuchtigkeit länger im Boden halten.

Im zweiten Jahr freuen sich die Stockrosen außerdem über eine Frühjahrsdüngung. Dazu eignet sich zum Beispiel unser Plantura Bio-Blumendünger sehr gut. Alternativ kann auch nährstoffreicher Bio-Kompost verwendet werden.

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Stockrosen vermehren

Stockrosen vermehren sich ganz von allein, wenn man mit dem Rückschnitt der Stiele bis nach der Samenreife wartet. Die reifen Samen fallen auf den Boden und keimen unter günstigen Bedingungen noch im selben Jahr oder im Folgejahr und wachsen zu neuen Stockrosen heran.

Stockrosen säen: Vermehrung durch Samen

Wenn man die Vermehrung besser kontrollieren möchte, kann man die reifen, braunen Samen im Spätsommer ernten und anschließend noch im Herbst oder erst im Frühsommer wie oben beschrieben gezielt aussäen. Wenn die Samen nicht sofort gesät werden sollen, ist es wichtig, sie zunächst zu trocknen und dann in einem dunklen Gefäß zu lagern. Dieses Gefäß sollte nicht luftdicht abschließen, sonst könnte es zu Schimmel kommen.

Stockrosen-Samen
Stockrosen können durch Samen vermehrt werden [Foto: Lacey Dent/ Shutterstock.com]

Tipp: Stockrosen-Samen werden häufig vom Langrüssligen Stockrosen-Spitzmäuschen (einem Rüsselkäfer) geschädigt. Er bohrt Löcher in ungeöffnete Blütenknospen und legt Eier hinein. Die Samen enthalten dann Larven und sind taub, also unbrauchbar. Daher sollten Sie die Samen vor dem Einlagern unbedingt auf Löcher prüfen.

Stockrosen überwintern: Sind Stockrosen winterhart?

Die zweijährigen Stockrosen sind winterhart und benötigen bei uns keinen Winterschutz. Die oberirdischen Pflanzenteile der Stockrosen sterben nach der Blüte in der kalten Jahreszeit ab und können zurückgeschnitten werden. Bei sehr tiefen Temperaturen kann man zur Sicherheit eine Laubschicht oder Tannenzweige als Frostschutz über die Stockrosen legen. Insbesondere bei Jungpflanzen ist diese Maßnahme ratsam.

Stockrosen-Krankheiten und -Schädlinge

Vor allem zu dicht stehende Malven werden sehr häufig von einer Stockrosen-Krankheit namens Malvenrost befallen. Hauptsächlich die Stockrosenblätter sind davon betroffen. Man erkennt den Pilzbefall an gelben Flecken und rostroten Pusteln auf den Blattflächen. Sobald ein befallenes Blatt gesichtet wird, sollte dies umgehend von der Pflanze entfernt und im Restmüll entsorgt werden, um eine weitere Ausbreitung zu unterbinden.

Eine weitere Pilzerkrankung bei Stockrosen ist die Welkekrankheit (Phoma). Bei einem Befall durch den entsprechenden Pilz beginnen die Stockrosen von unten her zu welken. Die ältesten Blätter werden zuerst befallen und verfärben sich an den Blatträndern bräunlich. Die Verfärbung nimmt zur Mitte hin zu und die befallenen Stellen werden schwarz. Da diese Stellen Pilzsporen enthalten, die auf andere Pflanzen übergehen können, sollte man die Pflanzen umgehend vollständig ausgraben und über den Restmüll entsorgen sowie die Erde um die Pflanze austauschen.

Folgende Schädlinge richten bei den Stockrosen Schaden an:

  • Langrüsseliges Stockrosen-Spitzmäuschen (Rhopalapion longirostre): Der Rüsselkäfer bohrt Löcher in die Blütenknospen und legt Eier hinein; die Samen enthalten später Larven und sind unbrauchbar.
  • Malvenflohkäfer (Podagrica fuscicornis): Der Käfer tritt häufig bei zu trockenem Boden auf und bohrt Löcher, vor allem in die Stiele der Stockrosen; in diese Löcher legt er seine Eier, aus denen Larven schlüpfen, die anschließend Pflanzengewebe fressen und die Pflanze dadurch schädigen.
  • Insbesondere im Frühjahr treten vermehrt Blattläuse (Aphidina) und auch Schnecken auf, die den Pflanzensaft aus den Stockrosen saugen beziehungsweise Fraßschäden an ihnen hinterlassen.
Stockrosen-Spitzmäuschen
Das langrüsselige Stockrosen-Spitzmäuschen bohrt Löcher in die Blütenknospen [Foto: Dawid Sliwka/ Shutterstock.com]

Wenn Sie sich für andere bienenfreundliche Pflanzenarten für Ihr Staudenbeet interessieren, können Sie in unserem Spezialartikel über bienenfreundliche Stauden weitere Anregungen finden.

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