Kürbis: Steckbrief & Krankheiten

Alina-Sarah
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Ich studiere Agrarwissenschaften in Freising und war schon von klein auf am liebsten in der Natur draußen. Dabei habe ich ein großes Interesse für Pflanzen entwickelt. Neben dem Anbau von Obst und Gemüse bereitet mir auch deren Verarbeitung große Freude.

Lieblingsobst: Erdbeeren, Kirschen, Pomelo
Lieblingsgemüse: Tomaten, Bärlauch

Sind Kürbisse Obst oder Gemüse? Die Antwort auf diese Frage und weitere spannende Informationen zu Kürbissen erfahren Sie hier.

Verschiedene Kürbissorten
Kürbisse bringen mit ihren bunten Schalen Farbe in die graue Jahreszeit [Foto: Krzysztof Slusarczyk/ Shutterstock.com]

Der Anbau von Kürbis (Cucurbita)wird in Deutschland immer beliebter. Vor allem im Herbst ist das exotische Gemüse in allen Farben und Formen zu kaufen. Der Kürbis stammt ursprünglich aus Amerika und ist eine der sortenreichsten Gemüsevarianten überhaupt. Neben ihren großen Früchten werden die ausladenden Kürbispflanzen auch für die auffallenden, gelben Blüten sowie die Kürbiskerne geschätzt.

Kürbis: Steckbrief und Eigenschaften

Kürbisse gehören genauso wie Zucchini (Cucurbita pepo subsp. pepo convar. giromontiina), Melone und Gurke (Cucumis sativus) zu den Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae). Aufgrund der Vielzahl an Kürbissorten gibt es große Unterschiede, was das Aussehen und die Eigenschaften der Pflanzen und ihrer Früchte betrifft. So können Letztere sogar über 50 kg schwer werden, während andere nur wenige Gramm auf die Waage bringen. Auch was die Form angeht, sind Kürbisse vielseitig. Sie kann mitunter länglich, rund, birnen- oder sogar UFO-förmig sein. Die Farbe der Schale variiert zwischen orange, gelb, grün, weiß, blau, grau, braun und rot. Außerdem haben Kürbisse einen recht hohen Platzbedarf von bis zu 2 m2 je Pflanze. Kürbispflanzen sind Flachwurzler, können an jedem aufliegenden Nodium Wurzeln bilden und sich damit in der Erde verankern.

Muskatkürbis im Beet
Kürbisse machen sich gerne im Beet breit

Was den Rest der Pflanze angeht, sind sich die verschiedenen Sorten in der Regel ähnlicher als die Früchte, die wie erläutert sehr unterschiedlich aussehen können. Die einjährigen, krautigen Gewächse bilden lange, leicht behaarte Triebe, die meist niederliegen oder klettern. Die großen, grünen Blätter haben eine mehrlappige oder abgerundete Form und bedecken den Boden oft gut, was die Verdunstung von kostbarem Wasser minimiert. Da Kürbisse einhäusig sind, wird zwischen männlichen und weiblichen Blüten unterschieden – diese kommen beim Kürbis an ein und derselben Pflanze vor, blühen aber meist zeitversetzt. Die Kürbisblüten beider Geschlechter sind dabei goldgelb und glockenförmig, doch die weiblichen Blüten können ganz einfach an ihrer verdickten, runden Basis, aus der sich später die Früchte bilden, erkannt werden. Da Kürbisse strikte Fremdbestäuber sind, sind sie auf Bestäuber wie Bienen und Hummeln angewiesen. Aus diesem Grund bieten sie Insekten viel Pollen und Nektar.

Blüte des Kürbis
Die gelbe Blüte ist typisch für Kürbisgewächse [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Sind Kürbisse Obst oder Gemüse?

Die Frage, ob Kürbisse ein Obst oder Gemüse sind, lässt sich nicht ganz eindeutig beantworten, da sie Eigenschaften beider Gruppen aufweisen. Bereits durch die Art der Verwendung in der Küche lässt sich vermuten, dass die Einordnung von Kürbissen nicht ganz einfach ist. Denn sie können sowohl in süßen Gerichten wie Kuchen als auch in deftigen Speisen wie Suppen verarbeitet werden. Außerdem entwickelt sich die Frucht aus bestäubten Blüten, was normalerweise ein Merkmal von Obst ist. Andererseits handelt es sich bei Kürbissen um einjährige Pflanzen, die am Boden wachsen, während Obst normalerweise an mehrjährigen Bäumen oder Sträuchern wächst. Aufgrund dieser Überschneidungen werden Kürbisse dem sogenannten Fruchtgemüse zugeordnet, welches eine Mischform von Obst und Gemüse darstellt. Die anderen Kürbisgewächse sowie die Nachtschattengewächse (Solanaceae) Aubergine (Solanum melongena), Paprika (Capsicum) und Tomate (Solanum lycopersicum) gehören ebenfalls der Gruppe der Fruchtgemüse an. Zudem werden Kürbisse der Gattung der Beerenfrüchte zugeordnet. Aufgrund ihrer harten Schale werden sie auch als Panzerbeeren bezeichnet. Obwohl die Bezeichnung als Fruchtgemüse anderes vermuten lässt, können nicht alle Kürbissorten verzehrt werden. Eine Übersicht über die wichtigsten Kürbissorten und darüber, welche Sie davon essen können, erhalten Sie in unserem separaten Artikel.

Verschiedene Kürbisgewächse
Auch Melonen, Gurken und Zucchini sind Kürbisgewächse [Foto: ElenaVah/ Shutterstock.com]

Krankheiten und Schädlinge beim Kürbis

Meist hat die Witterung den größten Einfluss auf den Ertrag beim Kürbis. Starke Schäden entstehen beispielsweise durch Hagel. Zusätzlich können Krankheiten und Schädlinge den Kürbisanbau im eigenen Garten erschweren. Ein unbeliebter Gast im Beet ist die Nacktschnecke, die sich neben anderen Gemüsesorten auch gerne über Kürbispflanzen hermacht. Speziell in nassen Frühjahren können sie ein Problem darstellen. Das Absammeln der kleinen Tiere hilft zwar, aber leider kommen die Plagegeister vor allem nachts zum Fressen heraus. Schützen kann man sich jedoch durch den Einsatz von für Mensch und Tier unbedenklichem Schneckenkorn. Unser Plantura Bio-Schneckenkorn mit Eisen-III-Phosphat wirkt gegen die verfressenen Schädlinge, während es Haustiere und Nützlinge schont. Das Präparat wirkt bei nicht zu starkem Regen circa zwei Wochen lang und wird anschließend von Mikroorganismen zu Phosphat und Eisen umgewandelt, welche von den Pflanzen wiederum als Nährstoffe genutzt werden.

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Eine weitere Gefahr geht von Pilzinfektionen aus. Ein Problem im Kürbisanbau kann zum einen der Echte Mehltau (Erysiphaceae) werden, der an einem mehlig-weißen Belag auf der Blattoberfläche zu erkennen ist. Der Falsche Mehltau hingegen macht sich durch gelbe Flecken auf der Blattoberseite und violette bis graue Verfärbungen auf der Blattunterseite bemerkbar. Eine Infektion mit dem Schlauchpilz Didymella bryoniae kann darüber hinaus bei sehr heißen Temperaturen auftreten. Der Pilz verursacht den sogenannten Stängelbrand, der sich durch braune Blattflecken, Nekrosen und gummiartige Stängel bemerkbar macht. Ein anderer Pilz, der den Kürbis befallen kann, ist die sogenannte Gurkenkrätze (Cladosporium cucumerinum). Dieser verursacht eingesunkene Flecken an der Frucht, aus denen ein gelblicher Pflanzensaft austritt. Damit es erst gar nicht zu einer Infektion die verschiedenen Pilzarten kommt, sollten diese Tipps beachtet werden:

  • Verletzungen der Pflanze unbedingt vermeiden
  • Beim Gießen nicht die Kürbisblätter benetzen
  • Stickstoffdünger nicht überdosieren
  • Auf den Pflanzabstand achten
  • Durchlässiger Boden, der keine Staunässe begünstigt
  • Boden mit einer lockeren Mulchschicht bedecken
Kürbispflanze mit Mehltau
Der Echte Mehltau ist die bei Kürbissen am häufigsten auftretende Krankheit

Einen hundertprozentigen Schutz gibt es für die genannten Schädlinge und Krankheiten nicht. Bei einem Pilzbefall können die Exemplare mit einer Mischung aus Natron, Pflanzenöl und Kernseife besprüht werden. Bei einem fortgeschrittenen Stadium, insbesondere beim Stängelbrand, sollte die Pflanze komplett aus dem Beet entfernt werden, damit es zu keiner weiteren Verbreitung kommt.

Generell wird bei Kürbisgewächsen eine dreijährige Anbaupause empfohlen. Dies ist ein effizientes Mittel, um gegen bodenbürtige Schaderreger vorzugehen. Außerdem kann man sich bereits bei der Saatgutwahl für tolerante oder resistente Sorten entscheiden. Werden diese Hinweise beachtet, wird das Risiko für Krankheiten minimiert und man kann sich über eine ordentliche Kürbisernte freuen.

Reifer Hokkaido-Kürbis
Hier sehen Sie einen erntereifen Hokkaido-Kürbis

Tipp: Für eine reiche Kürbisernte ist eine gute Nährstoffversorgung unerlässlich. Wenn Sie dabei auf einen Dünger mit Langzeitwirkung wie unseren Plantura Bio-Tomatendünger zurückgreifen, reichen in der Regel zwei Düngergaben in der Saison aus. Darüber hinaus ist er kaliumbetont, was für einen aromatischen Kürbisgeschmack sorgt. Wenn Sie erfahren möchten, was es sonst noch zu beachten gibt, wenn Sie Ihre eigenen Kürbisse kultivieren möchten, können wir Ihnen unseren Spezialartikel zum Thema Pflegen von Kürbissen empfehlen.

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Warum ist Kürbis so gesund?

Kürbisse schmecken nicht nur lecker, sondern sollen auch sehr gesund sein. Sie enthalten zahlreiche wichtige Mineralstoffe und Vitamine. Einige davon sind Eisen, Folsäure, Kalium, Magnesium, Phosphor und Vitamine der Gruppe B, C und E. Zudem ist in den farbintensiveren, orangen Sorten viel Betacarotin enthalten. Dies kann im Körper zu Vitamin A umgewandelt werden und soll gut für Haare, Knochen, Schleimhäute sowie die Sehkraft sein. Blutdrucksenkende und immunsystemstärkende Eigenschaften werden dem leckeren Gemüse ebenfalls nachgesagt. Neben dem Fruchtfleisch sind die Kürbiskerne und somit auch das Kürbiskernöl für ihre positiven gesundheitlichen Wirkungen bekannt. Diese Teile des Kürbisses enthalten nämlich Omega-3-Fettsäuren, Vitamin E, Linolsäure und sollen sogar die Produktion von Serotonin ankurbeln.

Zubereitung von Kürbis
Kürbisse sind ein gesunder Sattmacher und enthalten wichtige Vitamine [Foto: MariaKovaleva/ Shutterstock.com]

Bei all diesen wertvollen Inhaltsstoffen könnte man vermuten, dass der Kürbis auch einen hohen Nährwert aufweist. Ganz im Gegenteil zu dieser Hypothese ist er aber niedrig und liegt zum Beispiel bei Muskatkürbissen bei nur 24 kcal pro 100 g. Da Kürbisse zudem sehr sättigend sind, eignen sie sich hervorragend als Unterstützung beim Abnehmen.

Außerdem kann man manche vitaminreiche Kürbisse roh essen. So lässt sich das gesunde Fruchtgemüse zum Beispiel in einem Salat sogar in den Speiseplan aufnehmen, wenn es mal schnell gehen muss. Besonders gut eignet sich dafür der Muskatkürbis (Cucurbita moschata). Einige andere Kürbisse wie der Patisson lassen sich im jungen Stadium sogar roh essen.

Wenn Sie nun Lust haben selber Kürbisse zu pflanzen, finden Sie alle Tipps in unserem Spezial Artikel.

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