Manuka Honig: Alles über das süße Gold aus Neuseeland

Bienen aus Neuseeland produzieren den wohl teuersten und auch wertvollsten Honig der Welt. Wir zeigen, was es mit dem Wunderhonig Manuka auf sich hat.

Manuka Honig Glas mit Honiglöffel

Manuka Honig – der wohl teuerste Honig der Welt [Foto: Ryan Merce]

Damals wie heute

Schon vor tausenden von Jahren wurde Honig als Heilmittel eingesetzt. Die Ägypter beispielsweise nutzen Honig in den verschiedensten Formen. Neben dem Süßen von Speisen und als Arzneimittel für diverse Krankheiten, wurde er dank seiner konservierenden Eigenschaften auch zur Einbalsamierung der Verstorbenen verwendet. Auch heute noch findet Honig in der naturbelassenen Medizin unterschiedlichste Verwendungen. Eine spezielle Honigsorte, die in diesem Bezug besonders herausragt, ist der Manuka Honig. Seine wundersame Wirkung wurde erst 1998 in Neuseeland entdeckt. Aber was genau macht diesen Honig so besonders?

Dieser Honig stammt aus dem Blüten-Nektar des neuseeländischen Manuka-Strauches (Leptospermum scoparium), einem Verwandten des australischen Teebaumes. Manuka wird auch Südseemyrte oder Neuseelandmyrte genannt und kommt nur in Neuseeland und in der südöstlichen Region Australiens vor. Diese Pflanze wächst strauch– oder baumförmig und wird bis zu 4 Meter hoch. Ihre weißen oder rosafarbenen Blüten blühen oft über Monate hinweg. Der echte Manuka-Honig wird gewonnen, in dem Bienenvölker nah an Manuka-Büschen platziert werden. Die Honigbauern in Neuseeland nutzen sogar Hubschrauber, um die wilden Büsche ausfindig zu machen und setzen dann in deren Nähe ihre Bienenstöcke aus.

Ein echter Wunderhonig

Er wirkt nicht nur antiseptisch und wundheilend, sondern auch antioxidativ. Manuka Honig hat auch positive Effekte auf Bakterien und Pilze und kann des weiteren Virenerkrankungen heilen. Er ist ebenfalls hilfreich bei Erkrankungen des Magen- und Darm Traktes. Ein vielleicht erstmal verwunderlicher Einsatzort von Manuka Honig liegt im Mund: das zähflüssige Gold hilft durch seine Inhaltsstoffe nämlich auch gegen Infektionen und sogar bei Karies-Bakterien. Diese unterschiedlichen Einsatzgebiete des Honigs haben einen besonderen Grund –  der Inhaltstoff Methylglyoxal ist bei dieser Honigart wesentlich stärker als bei anderen Honigsorten. Dieser Stoff verstärkt nämlich die heilende Wirkung des Honigs, dazu später noch mehr. Wer nach alternativen Heilmitteln sucht, wird sicherlich von Manuka Honig begeistert sein. Es lohnt sich auf jeden Fall, ein Glas des speziellen Honigs im Haus zu haben, da er vielseitig eingesetzt werden kann. Hat man zum Beispiel Halsschmerzen, reicht ein Löffel des Honigs, um Abhilfe zu schaffen. Natürlich kann man den Manuka Honig auch in warmen Tees auflösen und diesen dann trinken. Laut Medienberichten wird angenommen, dass dieser Honig selbst mit 54-facher Verdünnung immer noch wirksam ist und bei Viren- und Bakterienbefall Linderung verspricht.

Honigglas mit holzlöffel Manuka Honig

Honig war schon früher ein wirkungsvolles und natürliches Heilmittel [Foto: Marco Verch]

Die antibakterielle Aktivität des Manuka-Honigs wird mit Hilfe des sogenannten MGO-Gehaltes angegeben. MGO steht hierbei für Methylglyoxal und bezeichnet den Hauptwirkstoff im Honig. Methylglyoxal entsteht auf natürliche Weise bereits im Nektar der Blüten des Manukastrauches, bevor er von den Bienen aufgenommen wird. Interessanterweise enthält reiner Manuka Honig zwischen 100-800mg pro Kilogramm Methylglyoxal, während andere Honige höchstens auf höchstens 20mg kommen. Wer sich Manuka Honig kaufen möchte, sollte daher auf jeden Fall auf die Inhaltsangaben achten. Qualitativ hochwertiger Manuka Honig hat mindestens einen MGO Gehalt von 400.

Gutes hat wohl seinen Preis

Manuka Honig ist keine Massenware und hat deshalb auch seinen Preis. Ein Viertel-Kilogramm des Honigs kann bis zu 80 Euro kosten. Je höher dabei der MGO Gehalt ist, desto teurer wird er. Die hohe Nachfrage wird dem süßen Gold aus Neuseeland auch zum Verhängnis, denn offenbar ziehen die hohen Honigpreise auch den massenhaften Betrug mit Manuka Honig nach sich. Schon vor einigen Jahren fiel auf, dass mehr Manukahonig auf dem Weltmarkt gehandelt wird, als ihn die neuseeländischen Bienen hätten produzieren können. Weltweit werden rund 10.000 Tonnen „Manuka-Honig“ verkauft werden, obwohl Neuseeland nur die Produktion von 1700 Tonnen ausweisen kann. Das ist wohl nur möglich, weil es noch keine standardisierte wissenschaftliche Definition von Manuka Honig gibt.

Manuka: Mehr als nur gesunder Honig

Die besonders widerstandsfähige Manukapflanze kann sich auch auf gerodeten Flächen halten. Genau diese Eigenschaft von Manuka ist gern gesehen und wird zur Aufforstung verloren gegangener Vegetation genutzt. Bereits nach 50-75 Jahren kann eine Manukapflanze den Boden so weit regenerieren, dass auch andere Bäume wieder wachsen können. Da Manuka Kühen, Schafen oder anderen Tieren nicht schmeckt, profitieren neben Aufforstungsprojekten die Bienen und mit ihnen die Imker. Mit dem Kauf von Manuka Honig tun Sie sich also nicht nur selbst etwas Gutes, Sie unterstützen auch häufig die Renaturierung Neuseelands.

Wir empfehlen folgende Manuka Honige mit einem MGO Gehalt von mindestens 400:

Ein besonderer Dank an die Photographen: Marco Verch, Ryan Merce, Tomas Sobek und John Tann.

Steffi

Die Studentin der Agrarwissenschaften hat sich schon sehr früh für regionale und saisonale Ernährung interessiert. Deswegen versucht sie sich auch im Anbau von Gemüse und Kräutern im eigenen Garten - mit Erfolg. Als begeisterte Hobbyköchin probiert sie gerne neues und exotisches aus.