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Eisendünger für Rasen: Anwendung & Alternativen

Eisendünger soll helfen, Moos im Rasen zu reduzieren. Wann Sie sich das Geld für Eisendünger sparen können und wie ein Mangel entsteht, lesen Sie hier.

Drei Gläser mit Chemikalien

Die Anwendung von mineralischem Eisendünger birgt Gefahren [Foto: BeataGFX/ Shutterstock.com]

Im Frühjahr scheint sich das Moos im Rasen häufig noch einmal vermehrt zu haben. Auf der Suche nach Lösungen für dieses Problem hört jeder Rasenbesitzer früher oder später von der Möglichkeit, Moos mit Eisendünger loszuwerden. Wir schaffen Klarheit im verworrenen Moosteppich aus gefährlichem Halbwissen, gut gemeinten Ratschlägen und echtem Fachwissen.

Eisendünger für Rasen

Eisen ist ein für alle Pflanzen unverzichtbares Nährelement. Wir möchten Ihnen nachfolgend erklären, wozu auch Rasen das Eisen benötigt, ob Eisendünger Moos im Rasen bekämpft und wie Sie einen Eisenmangel beim Rasen erkennen. Anschließend gehen wir darauf ein, wie Eisenmangel entstehen kann und wann eine Düngung von Eisen nötig ist – meist gibt es nämlich weitaus bessere Alternativen.

Allgemeine Informationen zu Rasendünger finden Sie in unserem Spezial-Artikel.

Wozu braucht der Rasen Eisen?

Rasengräser benötigen – wie jede andere Pflanze auch – die 14 essentiellen Nährelemente um lebens- und reproduktionsfähig zu sein. Neben den Hauptnährelementen Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) wird auch Magnesium (Mg) vom Rasen in größeren Mengen aufgenommen. Eisen (Fe) gehört zu den Spurennährelementen. Diese werden nur in geringsten Mengen aufgenommen, sind aber deswegen nicht weniger wichtig als die Hauptnährelemente. Eisen etwa ist entscheidend an der Steuerung der Enzymaktivität in Pflanzen beteiligt und ermöglicht so auch den Aufbau von Proteinen und des grünen Chlorophylls. Außerdem benötigt die Pflanze es zur Regulierung der Zellatmung, bei der aus Kohlenhydraten Energie gewonnen wird.

Große Schaufel in Eisenhaufen

Eisen ist das vierthäufigste Element in der Erdkruste und kommt fast in jedem Boden vor [Foto: Ariantolog/ Shutterstock.com]

Tipp: Sehr viele Rasendünger enthalten das Spurennährelement Eisen und bewerben dessen Gehalt. Tatsächlich ist Eisen jedoch das im Boden am stärksten vertretene Nährelement. Dass ein Mangel auftritt, weil der Rasen dem Boden all das vorhandene Eisen entzogen hat, ist extrem unwahrscheinlich: Immerhin macht Eisen im Schnitt nur etwa 0,01 % der trockenen Pflanzenmasse aus.

Eisendünger gegen Moos im Rasen

In nicht wenigen Köpfen wie auch in Internetforen geistert das Gerücht umher, Moos im Rasen könne mit Eisendünger bekämpft werden. Tatsächlich lässt sich mit der Ausbringung von Eisensulfat (FeS04) ein gewisser Effekt erzielen: Die Reaktion von FeSO4 in wässriger Lösung ist sauer. Durch das Ausbringen kann ein sehr schneller pH-Umschlag im Boden erreicht werden, was von den Moos-Pflänzchen schlecht vertragen wird. In der Folge sterben sie ab und können ausgeharkt werden. Allerdings ist dieser Effekt nur von kurzer Dauer. Gerade durch die Ansäuerung des Bodens unter dem Rasen hat es das Moos im nächsten Anlauf sogar noch leichter. Und auch ständiges Ausbringen von Eisensulfat und Kalk im Wechsel stellt keine Lösung dar: Eine Anreicherung von Calcium, Eisen und Schwefel im Boden führt früher oder später zu Überschusssymptomen beim Rasen. Eine langfristige Lösung zur Verdrängung von Moos ist nur eine Veränderung der begünstigenden Faktoren: Staunässe, Bodenverdichtung, Schatten, fehlende oder falsche Düngung und die Wahl einer ungeeigneten Rasensaatgutmischung können durch das Verteilen großer Mengen Eisendünger nicht behoben werden – auch wenn einige Verkäufer der großzügigen 10-Liter-Eimer Sie das gern glauben lassen.

Mann bedient Rasenmäher

Genau wie das Vertikutieren ist auch die Anwendung von Eisensulfat keine Wunderwaffe gegen Moos [Foto: mykhailo pavlenko/ Shutterstock.com]

Eisenmangel beim Rasen erkennen

Ein Eisenmangel äußert sich als Chlorose (Gelbfärbung) der Halme. Speziell am Eisenmangel ist, dass die Blattadern länger grün bleiben als der Bereich dazwischen. Außerdem tritt das Symptom immer zuerst an den jüngsten Halmen auf – anders als bei Stickstoffmangel, der zuerst die älteren Halme betrifft. Um zwischen einem Eisen- und einem Stickstoffmangel zu unterscheiden, müssen Sie also ganz genau hinschauen. Bei einem starken Mangel kann sogar eine weißliche Verfärbung auftreten.

Eisenmangel an Blättern der Bauernhortensie

Eisenmangel am Blatt einer Bauernhortensie [Foto: Alena Brozova/ Shutterstock.com]

Gründe für Eisenmangel beim Rasen

Der häufigste Grund für Eisenmangel ist nicht die Abwesenheit von Eisen. Fehlt es nicht am Eisen, hat auch eine normale Eisendüngung keinen nennenswerten Effekt auf den Ernährungszustand des Rasens.

Eisen liegt als dreiwertiges und als zweiwertiges Eisen-Ion im Boden vor. Pflanzen nehmen Eisen für gewöhnlich nur als zweiwertiges Ion (Fe2+) auf. Die beiden Ionen-Formen stehen in einem chemischen Gleichgewicht miteinander, das sich verschieben kann: Ist der Boden eher sauer, liegt viel Fe2+ vor und es kommt auf keinen Fall zu einem Mangel.

Stück Rasen in der Luft

Eisenmangel entsteht meistens nicht durch die Abwesenheit von Eisen [Foto: Aleksei Gurko/ Shutterstock.com]

Bei einem hohen pH-Wert liegt hingegen mehr Fe3+ vor, das normalerweise nicht aufgenommen werden kann. Es kann zu einem relativen Eisenmangel kommen. Gräser besitzen jedoch eine im Pflanzenreich einzigartige Strategie: Sie bilden Mugeinsäuren, die eine sehr starke Anziehungskraft auf Fe3+ haben. Diese Mugeinsäuren werden aus den Wurzeln hinaus und in den Wurzelraum transportiert, wo sie Fe3+ binden. Zugleich werden spezielle Transportkanäle in den äußeren Zellen der Wurzel aufgebaut, die darauf spezialisiert sind, die Eisen-Ionen samt Mugeinsäure aufzunehmen. Gräser sind also in der Lage, bei einem eigentlich zu hohen pH-Wert Eisen aufzunehmen. Weil diese physiologische Anpassung die Gräser jedoch viel Energie kostet, ist sie nur dann möglich, wenn die Pflanze einen aktiven Stoffwechsel zur Energiegewinnung betreiben kann. Aus diesem Grund kann alles, was die Lebensprozesse des Rasens hemmt, bei einem gleichzeitig zu hohen pH-Wert des Bodens zu einem relativen Eisenmangel führen. Wir haben in der nachfolgenden Tabelle für Sie zusammengefasst, was einen relativen Eisenmangel bei Rasen bewirkt und was Sie dagegen unternehmen können.

Was zu relativem Eisenmangel führtLösung
Staunasser oder verdichteter Boden- Regelmäßiges Vertikutieren, Aerifizieren, Sanden (maximal einmal jährlich)
- Auf keinen Fall Schwefel düngen, denn dieser bindet Fe2+, sodass es nicht verfügbar ist
- Langfristig: Organisch düngen, um Boden durch Humusbildung locker und gut belüftet zu halten
Trockener Boden, der schlecht Wasser speichert- Langfristig: Organisch düngen, um Wasserspeicherfähigkeit durch Humusbildung zu verbessern
Kalkhaltige Böden mit hohem pH-Wert- Verwendung von sauer reagierenden Düngern (z.B. Ammoniumsulfat), nur mit Regenwasser wässern, regelmäßiges Verteilen saurer Materialien – z.B. Kompost aus Rhododendron-Laub, Kaffeesatz, Nadelholz und Ammonium

In der Regel tritt Eisenmangel nur als relativer Eisenmangel auf. Auf besonderen Standorten, an denen kein Eisen aus dem Ausgangsgestein durch Verwitterung entstehen kann, kann es jedoch auch zu einem absoluten Mangel kommen. Hochmoorböden und Torfsubstrate enthalten keinerlei Eisen-Reserven. In dem seltenen Fall, dass Ihr Rasen auf einem solchen Untergrund wächst, kann eine Eisendüngung also angebracht sein.

Eisendünger für Rasen: Anwendung und Ausbringung

Auf einem gesunden Boden mit normalem pH-Wert kann die Eisendüngung mit Eisen(II)-Sulfat erfolgen. Schwefel- und Eisen-Ionen lösen sich in Wasser und können von den Pflanzen aufgenommen werden. Allerdings finden sie sich bei Sauerstoffmangel durch Staunässe oder Bodenverdichtung auch gern wieder zusammen und sind dann schwer löslich. Ein Mehrnährstoffdünger mit vielen Mikronährstoffen stellt Fetrilon® dar. Es enthält mehrere Spurennährelemente in einer besonderen löslichen Verbindung. Ebenfalls ein Dünger mit mehreren Spurennährelementen ist Radigen®, der eine schonende Langzeitwirkung mitbringt. Bei starkem und akutem Mangel können Eisen(II)-Sulfat, Eisen-Chelate oder Eisen-Citrat als Blattdüngung ausgebracht werden.

Hände verstreuen Rasendünger

Bei der Anwendung von Eisendünger gibt es vieles zu beachten [Foto: Dean Clarke/ Shutterstock.com]

Bitte beachten Sie: Eisen(II)-Sulfat hat wegen seiner sauren Reaktion mit Wasser eine ätzende Wirkung auf Haut und Schleimhäute. Tiere wie auch Menschen können bei Berührung oder gar Verschlucken starke innerliche oder äußerliche Schäden davontragen. Ein mit Eisen(II)-Sulfat behandelter Rasen sollte mindestens 24 Stunden lang nicht betreten werden und auch für Wild- und Haustiere möglichst unzugänglich sein. Hinzu kommt, dass an Schuhen oder Pfoten aufs Pflaster getragenes Granulat zu Rostflecken auf vielen Materialien führt, die nur durch noch stärkere Säure entfernt werden können.

Eisendünger für Rasen: Nutzen & Alternativen

Es lässt sich sagen, dass eine Eisendüngung in der großen Mehrheit der Fälle nicht nötig ist und keinen Effekt hat. Eine allgemeine Verbesserung des Bodens hilft zuverlässig, einem Eisenmangel vorzubeugen. Dies ist zum Beispiel mit organischer Rasendüngung auch lange nach der Rasenanlage noch problemlos möglich. Unsere Plantura Bio-Rasendünger und Plantura Bio-Herbstrasendünger sind biozertifiziert und bringen alles mit, um Ihren Boden und Rasen gesund und das Eisen verfügbar zu halten. In diesem Spezialartikel finden Sie allgemeine Informationen zu organischen Rasendüngern. Dieser Artikel informiert Sie darüber hinaus über Bio-Rasendünger.

Plantura Bio-Herbstrasendünger Produkt in der Box

Unsere Rasendünger können Eisenmangel vorbeugen

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:
  • Plantura Bio Rasendünger: BIO-Rasendünger mit Langzeitwirkung (3 Monate) für einen dichten und tiefgrünen Rasen ohne Unkraut und Moos.
  • Floragard Rasensand: Verbessert die Wasserdurchlässigkeit und erhöht die Belastbarkeit der Rasenfläche.
  • Plantura Bio Herbstrasendünger: Organischer Dünger zur optimalen Nährstoffversorgung. Fördert einen robusten und dicht wachsenden Rasen.
 

Kati

Ich bin Gärtnerin im Fachbereich Garten- und Landschaftsbau und studiere an der Universität Hannover Gartenbauwissenschaften. Für mich ist der gesamte grüne Bereich wahnsinnig spannend, besonders liegen mir aber der Boden und ein nachhaltiger Umgang mit diesem am Herzen.
Lieblingsobst: Heidelbeere, Apfel
Lieblingsgemüse: Schmorgurke, Grünkohl, grüne Paprika

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