skip to Main Content

Schwebfliegen: Die wespenähnlichen Fliegen bestimmen & unterscheiden

Auf den ersten Blick ähneln manche Schwebfliegen-Arten einer Wespe. Wie man die Schwebfliege richtig bestimmt und ob sie stechen kann, erfahren Sie hier.

Schwebfliege auf einer Pflanze
Die Schwebfliege ist ein bedeutender Nützling [Foto: Muddy knees/ Shutterstock.com]

In unseren Gärten tummeln sich oft die verschiedensten Schwebfliegen-Arten (Syrphidae), die sich an unseren blühenden Pflanzen zu schaffen machen. Diese Schwebfliegen sehen aber nicht nur interessant aus, sondern können auch noch überaus nützlich für uns sein. Hier erfahren Sie alles, was Sie über die kleinen Insekten wissen sollten. 

Schwebfliegen

Es gibt unzählige verschiedene Arten der Schwebfliege allein in Europa, die sich hinsichtlich ihrer Größe, Ernährung und Lebensweise unterscheiden. Die erwachsenen Tierchen ernähren sich meistens von Blütenpollen und Nektar, die Larven haben hingegen je nach Art ganz unterschiedliche Vorlieben. So ernähren sich einige Schwebfliegenlarven räuberisch von Blattläusen oder anderen Insekten, andere wiederum von Pflanzensäften. Darüber hinaus gibt es bei den Schwebfliegen auch Unterschiede in ihrer Färbung und Größe. Sie sind ähnlich gestreift wie Wespen (Vespinae), Bienen (Apiformes) oder Hummeln (Bombus) und können dabei nicht nur gelb-schwarz gestreift sein, denn die Färbungen reichen bis ins Rötliche hinein.

Schwebfliegen: Steckbrief und Eigenschaften

Schwebfliegen gehören zur Ordnung der Zweiflügler (Diptera) sowie darin zur Familie der Schwebfliegen (Syrphidae). Sie sind mittelgroß und haben eine auffällige schwarz-gelbe Zeichnung, die der Warnfärbung von Wespen oder Bienen ähnelt. Die erwachsenen Schwebfliegen ernähren sich von Nektar und Pollen und bestäuben dadurch viele Blütenpflanzen. Sie sind für die Bestäubung dieser besonders wichtig, denn dies fällt nicht nur – wie allseits bekannt ist – in den Zuständigkeitsbereich der Bienen, sondern auch viele andere Insekten, wie eben die Schwebfliegen, sind hierfür wichtig. Da die Mundwerkzeuge der Schwebfliegen relativ kurz sind, bevorzugen sie offene und scheibenförmige Blüten zur Ernährung, um besser aus den Blüten trinken zu können. Solche Blütenpflanzen sind zum Beispiel Doldenblütler (Apiaceae) wie Dost (Origanum), Thymian (Thymus) oder Karotten (Daucus carota subsp. sativus). Die Weibchen legen ihre weißlich bis gelblich gefärbten stielförmigen Eier ab, aus denen dann kleine Larven schlüpfen. Die Larven der Schwebfliegen ernähren sich dann entweder räuberisch von anderen Insekten wie Blattläusen (Aphidoidea), von Pflanzen oder sie sind Fäulniszersetzer. Die Larven unterscheiden sich zudem auch in ihrem Aussehen sehr deutlich.

Hinweis: Der Name „Schwebfliege“ stammt von ihrer Flugtechnik, denn die kleinen Insekten können im Schwirrflug mit einer sehr hohen Schlagfrequenz ihrer Flügel praktisch in der Luft schweben.

Schwebfliegen-Arten

Es gibt nicht nur eine einzige Schwebfliegen-Art, sondern gleich hunderte. Allein in Deutschland existieren rund 440 verschiedene Arten – einige von diesen stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Schwebfliegen-Arten: Hainschwebfliege (Episyrphus balteatus)

Die Hainschwebfliege ist auch als Wander- oder Winterschwebfliege bekannt und ihr Körper ist 7 bis 12 mm lang. Der Kopf der Schwebfliegen ist gelb eingefärbt und die Stirn grau. Das vordere Körperteil ist dunkelgrün-golden glänzend und hat an der Oberseite drei hellgraue Längslinien. Am hinteren Körperteil kann man orange und schwarze Querbinden erkennen. An diesen Merkmalen lassen sich die Hainschwebfliege am besten erkennen. Die Hainschwebfliege kommt in Asien, Nordamerika und in Europa vor und zählt zu den häufigsten Schwebfliegen-Arten in Europa. Die erwachsenen Hainschwebfliegen ernähren sich von Nektar und Pollen, die Larven fressen überwiegend Blattläuse.

Hainschwebfliege
Das Brustsegment der Hainschwebfliege ist glänzend grünlich [Foto: Kletr/ Shutterstock.com]

Schwebfliegen-Arten: Hornissenschwebfliege (Volucella zonaria)

Weitere Namen für die Hornissenschwebfliege sind Große Waldschwebfliege oder Riesen-Hummelschwebfliege. Ihr Aussehen ähnelt tatsächlich dem einer Hornisse, was für das Abschrecken von Fressfeinden der Schwebfliege genutzt wird. Die Hornissenschwebfliege kann man an ihrer rotbraunen Brustoberseite und an ihrer leuchtend gelben Stirn ganz einfach erkennen. Ihre Larven sind in den Nestern von Wespen und Hornissen zu finden, denn die Larven ernähren sich von den dortigen Abfallprodukten.

Hornissenschwebfliege
Die Hornissenschwebfliege hat einen leuchtend gelben Kopf und eine rötliche Brust [Foto: SanderMeertinsPhotography/ Shutterstock.com]

Schwebfliegen-Arten: Mistbiene (Eristalis tenax)

Die Mistbiene hat auch noch die ansprechenden Namen Schlammbiene oder Scheinbienen-Keilfleckenschwebfliege und ist 14 bis 18 mm groß. Der Hinterleib hat eine dunkelbraune Farbe und es lassen sich zwei keilförmige gelbe bis rötliche Flecken erkennen. Man kann die Larven dieser Schwebfliegen häufig in Sickergruben, Jauchegruben oder an Rändern von Tümpeln finden. Die Larven haben ein Atemrohr, mit dem sie auch unter Wasser Luft holen können. Aufgrund dieses Atemrohrs haben die Larven der Mistbiene auch den Beinamen „Rattenschwanzlarven“.

Mistbiene
Die Mistbienen haben am Hinterleib zwei keilförmige Flecken [Foto: Martin Fowler/ Shutterstock.com]

Schwebfliegen-Arten: Große Schwebfliege (Syrphus ribesii)

Die Große Schwebfliege, auch als Gemeine Garten-Schwebfliege bekannt, hat eine Körpergröße von 10 bis 12 mm. Sie hat eine mattschwarze Grundfarbe und man kann drei gelbe Binden am Hinterleib erkennen. Zu finden sind diese Schwebfliegen fast überall, da sie zahlreiche unterschiedliche Lebensräume besiedeln. Sie ist in Asien und Europa verbreitet und ihre Larven leben räuberisch. Pro Tag kann eine Larve der Großen Schwebfliege bis zu 150 Blattläuse fressen.

Große Schwebfliege
Die Große Schwebfliege kann bis zu 12 mm groß werden [Foto: Brendan Howard/ Shutterstock.com]

Schwebfliegen-Arten: Gemeine Feldschwebfliege (Eupeodes corollae)

Die Gemeine Schwebfliege hat eine Körperlänge von 7 bis 10,5 mm, einen schwarz-gelb gestreiften Hinterleib und besitzt typische braunrote Fühler. Man kann die Gemeine Feldschwebfliege in Wiesen, Gärten, Waldlichtungen und an Wegränder finden. Die Larven dieser Schwebfliegen-Art ernähren sich von Blattläusen, die erwachsenen Schwebfliegen von Pollen und Nektar verschiedener Blütenpflanzen.

Gemeine Feldschwebfliege
Die Gemeine Feldschwebfliege ernährt sich von Pollen und Nektar [Foto: Jurik Peter/ Shutterstock.com]

Schwebfliegen-Arten: Gewöhnliche Langbauchschwebfliege (Sphaerophoria scripta)

Die Gewöhnliche Langbauschwebfliege ist auch noch als Gemeine Stiftschwebfliege oder Gemeine Langbauchschwebfliege bekannt. Sie weist eine Körpergröße von 9 bis 12 mm auf. Ihr Körper ist, wie es ihr Name schon vermuten lässt, langgestreckt und sehr schlank. Das Gesicht ist von gelber Farbe und in der Mitte findet sich ein dunkler Höcker, der Körper der Langbauchschwebfliege ist gelb und schwarz gestreift. Die erwachsenen Schwebfliegen ernähren sich von Pollen und Nektar, die Larven jedoch bevorzugt von Blattläusen.

Gewöhnliche Langbauschwebfliege
Die Gewöhnliche Langbauschwebfliege hat einen schlanken Körperbau [Foto: Martin Fowler/ Shutterstock.com]

Schwebfliege bestimmen und erkennen

Bei der großen Artenzahl an Schwebfliegen ist die genaue Bestimmung manchmal sehr schwer, dafür ist jedoch die Unterscheidung von Wespen einfacher.

Schwebfliegen von Wespen unterscheiden

Im Gegensatz zu Wespen besitzen die Schwebfliegen keine Wespentaille, also eine Verengung zwischen dem Brustsegment und dem Hinterleib. Die Ähnlichkeiten mit den Wespen bestehen nur, um Fressfeinde abzuschrecken. Außerdem besitzen die Schwebfliegen nur ein Flügelpaar, Wespen hingegen zwei. Dieses Merkmal ist vielleicht nicht auf den ersten Blick erkennbar, aber es stellt ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal dar. Die Fühler der Schwebfliegen sind zudem viel kürzer als die von Wespen. Ebenfalls ist der Flugstil der Schwebfliegen und der Wespen nicht derselbe, denn Schwebfliegen sind in der Lage, aufgrund der ungefähr 300 Flügelschläge pro Sekunde praktisch in der Luft zu „schweben“. Für Fressfeinde wie Vögel reichen diese Ähnlichkeiten zwischen Schwebfliegen und Wespen aus, um abgeschreckt zu werden. Für uns, die genauer hinsehen, ist es aber relativ leicht zu erkennen, mit welchem Insekt wir es zu tun haben.

Falls Sie nun Interesse haben, sich auch über Wespenarten und ihre besonderen Unterscheidungsmerkmale zu informieren, dann lesen Sie doch einfach unseren Artikel über die unterschiedlichen Wespenarten in Deutschland.

Können Schwebfliegen stechen?

Da Schwebfliegen den Wespen und Bienen sehr ähnlich sehen, könnte man auch davon ausgehen, dass die Schwebfliegen in der Lage sind zu stechen, jedoch ist das nicht der Fall. Sie können uns nicht stechen und sie können auch nicht beißen, denn sie haben nur leckende und saugende Mundwerkzeuge. Also brauchen Sie sich keine Gedanken machen, wenn eine Schwebfliege auf Ihrem Arm landet, denn sie ist komplett harmlos. Sollte sich aber eine Wespe zu Ihnen verirrt haben und sollten Sie einen schmerzhaften Stich davongetragen haben, erfahren Sie hier, wie man einen Wespenstich am besten behandelt.

Schwebfliegen-Larven gegen Blattläuse einsetzen

Die Larven von gewissen Schwebfliegen-Arten werden zur biologischen Schädlingsbekämpfung verwendet, da sie sich räuberisch ernähren. Die Larven verspeisen mit größter Freude Blattläuse, denn die Schwebfliegen legen ihre Eier inmitten der Blattlauskolonien ab. Die Larven fressen dann bis zu ihrer letzten Häutung mehrere hundert Blattläuse auf. Weitere Wege, um Blattläusen mit Hausmitteln den Garaus zu machen, finden Sie hier in unseren Spezialartikel.

Larven der Schwebfliege
Die Larven der Schwebfliegen fressen oft Blattläuse [Foto: Muddy knees/ Shutterstock.com]

Die Schwebfliegen-Larven der Art Episyrphus machen sich nicht nur an Blattläusen zu schaffen, sondern sie machen sich auch über Spinnmilben (Tetranychidae), Blutläuse (Eriosoma lanigerum) und andere kleine Raupen her, die sich an den Pflanzen befinden können. Daher sollten Sie immer dafür sorgen, dass Ihr Garten zu einem insekten- beziehungsweise nützlingsfreundlicheren Ort wird. Dies gelingt Ihnen durch das Pflanzen vieler verschiedener blühender Pflanzen und durch das Anlegen und Bewahren von Lebensräumen für Insekten. Dazu gehören nicht nur Nützlingshotels, auch Hecken und Trockensteinmauern können als Rückzugsmöglichkeit für Nützlinge dienen. Hier erhalten Sie noch mehr Tipps für einen insektenfreundlichen Garten.

Back To Top