skip to Main Content

Trauermücken mit Hausmitteln bekämpfen: Diese Tricks helfen wirklich

Die kleinen Fliegen sind unter Hobbygärtnern gefürchtet. Hier erfahren Sie, mit welchen Hausmitteln Sie Trauermücken vertreiben und bekämpfen können.

Trauermücke auf sandigem Boden
Die erwachsenen Trauermücken schwirren oft um befallene Blumentöpfe herum [Foto: D. Kucharski K. Kucharska/ Shutterstock.com]

Allein in Deutschland existieren ungefähr 350 verschiedene Arten von Trauermücken (Sciaridae), die unsere Zierpflanzen und Gemüsepflanzen in Innenräumen wie auch im Freien befallen können. Die Larven der Trauermücken treten oft in großer Zahl auf und bilden sogenannte Prozessionen, weshalb man die Larve auch als Heerwurm bezeichnet.

Trauermücken mit Hausmitteln bekämpfen

Sollten Sie Probleme mit Trauermücken haben, können Sie zuerst einmal mit Hausmitteln versuchen, die Trauermücken zu vertreiben oder zu bekämpfen. Als Erstes erklären wir Ihnen im Folgenden, wie man einen Trauermückenbefall erkennt, und anschließend, welche Hausmittel man gegen Trauermücken einsetzen kann.

Trauermückenbefall erkennen

Die Trauermücken sind kleine Mücken, die eine Körpergröße von einem bis sieben Millimeter erreichen können. Der Körper der Trauermücken ist dünn und von einer dunklen Farbe. Auch die Larven haben eine schlanke Form, sind weißlich bis grau gefärbt und haben einen schwarzen Kopf.

Am schnellsten erkennt man einen Trauermückenbefall, wenn man die kleinen Mücken rund um einen Blumentopf schwirren sieht – besonders wenn man daran stößt oder die Pflanzen gießt. Die Pflanzen leiden oft an einem kümmerlichen Wuchs und bleiben infolge des Trauermückenbefalls klein.

Trauermückenlarven
Die Larven sind weißlich und haben eine schwarze Kopfkapsel [Foto: Henrik Larsson/ Shutterstock.com]

In der Blumenerde kann man dann auch die Larven der Trauermücken erkennen, die sich von den Wurzeln der Pflanzen ernähren. Durch diese abgeknabberten Stellen werden die Pflanzen stark geschädigt und es können sogar die Stängel der befallenen Pflanzen hohl ausgefressen werden. Hier erfahren Sie noch mehr zu den Trauermücken und dazu, was man bei einem Befall am besten unternehmen sollte.

Trauermücken mit Sand und Co. vorbeugen

Sand ist ein optimaler Helfer, der zur vorbeugenden Behandlung eines Trauermückenbefalls eingesetzt werden kann. Man gibt auf die Blumenerde eine dünne Schicht feinen Sand, um die Eiablage der Trauermückenweibchen zu verhindern. Diese legen ihre Eier nämlich auf der Bodenoberfläche ab – die Sandschicht hindert sie allerdings daran. Da die Trauermücken einen feuchten Untergrund für die Eiablage benötigen, ist diese Methode äußerst wirkungsvoll. Besonders gut eignet sich Quarzsand für diese Methode der Bekämpfung.

Achten Sie jedoch darauf, dass Sie den Sand beim Gießen nicht befeuchten und versorgen Sie die Pflanzen besser über den Untersetzer mit dem benötigten Wasser. Diese Methode ist nur wirkungsvoll, wenn die Bodenoberfläche durch den Sand trocken ist und die Trauermücken infolgedessen ihre Eier nicht ablegen können.

Sandschicht
Eine dünne Schicht Sand behindert die Eiablage [Foto: Vrchkovski N.Materials/ Shutterstock.com]

Trauermücken mit Kaffeesatz bekämpfen

Ein vielseitig anwendbares Mittel, das in vielen Haushalten anfällt und oftmals leider nur im Müll landet, ist Kaffeesatz. Dieser kann Ihnen bei der Bekämpfung der lästigen Trauermücken optimal helfen. Trocknen Sie den anfallenden Kaffeesatz gründlich, bevor Sie ihn einsetzen, um ein Schimmeln zu vermeiden, und lagern Sie ihn dann trocken. Verteilen Sie den getrockneten Kaffeesatz auf der Blumenerde rund um die befallenen Pflanzen, denn diese dünne Schicht verhindert – ähnlich wie der Sand – die Eiablage der weiblichen Trauermücken. Damit ist die Fortpflanzung der kleinen Schädlinge gestört und der Kaffeesatz wirkt zusätzlich auch noch als Dünger. Mehr zur Verwendung von Kaffeesatz als Dünger erfahren Sie hier in unserem Düngeartikel zum Thema.

Trauermücken mit Backpulver bekämpfen

Backpulver oder Natron haben die meisten von uns zu Hause zum Backen, außerdem ist es kostengünstig zu erwerben. Die Anwendung von Backpulver gegen die Trauermücken ist überaus einfach, denn man siebt einfach nur das Pulver auf die Oberfläche der Pflanzerde. Befeuchten Sie danach das Backpulver und warten Sie einfach ab. Die Larven der Trauermücken nehmen das feuchte Pulver auf und sterben dadurch ab.

Backpulver in einem Sieb
Auch Backpulver kann über die Erde gesiebt werden [Foto: Nungning20/ Shutterstock.com]

Trauermücken mit Teebaumöl bekämpfen

Eine weitere einfache Methode zur Bekämpfung von Trauermücken stellt Teebaumöl dar. Dieses haben viele von uns zu Hause, da die antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften dieses ätherischen Öls sehr geschätzt werden. Für die Trauermückenbekämpfung geben Sie 20 Tropfen des Teebaumöls in einen Liter Wasser, mischen alles gründlich durch und gießen die befallenen Pflanzen damit. Da diese Methode nur die Larven in der Erde erwischt, sollten Sie zusätzlich auch noch Gelbtafeln verwenden, um auch die erwachsenen herumschwirrenden Trauermücken einzufangen. Hier erhalten Sie weitere Informationen zu Gelbtafeln und deren richtigen Einsatz.

Trauermücken mit Lavendelöl bekämpfen

Lavendelöl ist nicht nur beruhigend und hilft, wenn man nicht einschlafen kann, sondern es ist auch hervorragend zur Trauermückenbekämpfung geeignet. Es zeigt eine ähnliche Wirkung wie das Teebaumöl und auch die Anwendung ist die gleiche. Mischen Sie einfach 20 Tropfen des ätherischen Öls mit einem Liter Wasser und gießen Sie damit die befallenen Pflanzen. Sollte sich das Öl nicht optimal mit dem Wasser mischen lassen, können Sie noch einen Esslöffel voll Waschnusspulver als Emulgator hinzufügen, das auch zum Wäschewaschen verwendet werden kann.

Lavendelöl
20 Tropfen Lavendelöl reichen für einen Liter Wasser [Foto: almaje/ Shutterstock.com]

Trauermücken mit Neemöl bekämpfen

Ein weiteres effektives Öl gegen Trauermücken ist das Neemöl. Dieses stammt von einem tropischen Baum, dessen Pflanzenteile schon seit langer Zeit zur Bekämpfung der verschiedensten Insekten eingesetzt werden. Dazu benötigen Sie auf einen Liter Wasser nur 10 Milliliter Neemöl. Mischen Sie diese beiden Komponenten miteinander. Danach gießen Sie die befallenen Pflanzen mit der Mischung aus Neem und Wasser. Praktischerweise ist das Neem weder für uns Menschen noch für unsere Haustiere schädlich und kann ohne Bedenken eingesetzt werden. Wo Sie dieses biologische Pflanzenschutzmittel noch einsetzen können, erfahren Sie hier in unserem Spezialartikel.

Trauermücken mit Knoblauch bekämpfen

Für eine Trauermückenbekämpfung mit Knoblauch (Allium sativum) gibt es mehrere Methoden. Die Wirkung der Knoblauchzehen liegt dabei im schwefelhaltigen Stoff Allicin, der die Larven der Trauermücken abtöten kann. Entweder Sie schneiden von einer ganzen Knoblauchknolle die Spitze ab und stecken die Knolle dann in die Blumenerde hinein oder Sie können die Knoblauchknolle einfach abschälen, in die einzelnen Zehen teilen und die Knoblauchzehen in kleine Würfel schneiden. Dann verteilen Sie die Knoblauchwürfel einfach auf der Erde der befallenen Pflanzen und staunen über die effektive Wirkung des Knoblauchs.

Knoblauchzähen
Die Inhaltsstoffe des Knoblauchs töten die Larven der Trauermücken ab [Foto: OShuma/ Shutterstock.com]

Trauermücken mit Petersilie bekämpfen

In der Küche beziehungsweise in unserem Kräuterbeet finden wir noch eine weitere Bekämpfungsmethode für die Trauermücken – die Petersilie (Petroselinum crispum). Nehmen Sie einfach ein Bündel Petersilie und hacken Sie es klein, um es dann gleichmäßig auf der Substratoberfläche zu verteilen. Die Petersilie enthält Inhaltsstoffe, die die Trauermücken nicht ausstehen können – sie werden daher Ihre Pflanzen meiden.

Trauermücken mit Muskatnuss bekämpfen

Mit einem weiteren Griff in das Gewürzregal finden Sie noch einen anderen wirkungsvollen Helfer gegen die Trauermücken. Die Muskatnuss bekämpft die Larven der Trauermücken in der Erde durch die enthaltene Myristinsäure. Streuen Sie einfach das feine Muskatnusspulver auf die Erde. Mit dem Gießen gelangt der Muskat dann tiefer in die Erde – dort bekämpft er die Larven der Schädlinge.

Muskatnüsse
Die geriebene Muskatnuss verteilt sich durch das Gießen im Blumentopf [Foto: pilipphoto/ Shutterstock.com]

Trauermücken mit Streichhölzern bekämpfen

Eine besonders einfache Methode zur Bekämpfung von Trauermücken und deren Larven ist die Verwendung von Streichhölzern. Brennen Sie einige Streichhölzer ab und stecken Sie diese dann mit dem abgebrannten Kopf nach unten in die Erde der Blumentöpfe. Die Spitze des Streichholzes enthält Schwefel, woher auch der Name Schwefelholz stammt. Dieser bekämpft in der Blumenerde dann die Larven und hindert die erwachsenen Trauermücken daran, sich in der Erde einzunisten.

Trauermücken mit einem Feinstrumpf bekämpfen

Eine etwas seltsam anmutende, aber dennoch effektive Methode ist der Einsatz eines Feinstrumpfs. Hierbei ist das Ziel, die weiblichen Trauermücken daran zu hindern, ihre Eier in die Blumenerde zu legen. Ziehen Sie den feinen Strumpf einfach von unten über den Blumentopf und knoten Sie ihn rund um den Stängel der Zimmerpflanze zusammen. Damit hindern Sie nicht nur die Trauermücken an der Eiablage, sondern Sie verhindern auch, dass die Larven in der Erde den Topf verlassen, um sich zu paaren. Damit diese Methode Wirkung zeigt, müssen Sie den Strumpf allerdings mindestens sechs Wochen über dem Blumentopf belassen.

Falls Sie einen Trauermückenbefall mit diesen Hausmitteln nicht in den Griff bekommen, finden Sie hier andere Bekämpfungsmöglichkeiten.

Kathi

Ich studiere Phytomedizin in Wien und bin auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen. Die Vielfalt der Natur begleitet mich also schon mein ganzes Leben: angefangen im großen Gemüsegarten bis hin zu unseren Weideflächen. Besonders haben es mir Themen rund um den Pflanzenschutz angetan.
Lieblingsobst: Erdbeere
Lieblingsgemüse: Tomate

Back To Top