Pastinaken pflanzen: Zeitpunkt, Aussaat & Mischkultur

Regina
Regina
Regina
Regina

Ich habe Gartenbauwissenschaften am WZW in Freising studiert und pflanze in meiner Freizeit auf einem Stück Acker alles an, was Wurzeln hat. Das Thema Selbstversorgung und saisonale Ernährung liegt mir dabei besonders am Herzen.

Lieblingsobst: Quitte, Kornelkirsche und Heidelbeere
Lieblingsgemüse: Erbsen, Tomaten und Knoblauch

Pastinaken sind ein robustes Wurzelgemüse und lassen sich gut im eigenen Garten anbauen. Welcher Standort am besten geeignet ist und wie Sie Pastinaken aussäen und anpflanzen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Pastinaken richtig anbauen
Humusreiche Böden sind bestens für Pastinaken geeignet [Foto: Deyan Georgiev/ Shutterstock.com]

Die Pastinake (Pastinaca sativa) ist ein Verwandter der Karotte (Daucus carota) und ähnelt ihr im Anbau sehr. Wir geben Tipps, wie Sie erfolgreich Pastinaken anbauen und was es bei Standortwahl, Aussaat und Pflanzung zu beachten gilt.

Pastinaken pflanzen: Wann ist der beste Zeitpunkt?

Pastinaken wachsen langsam und brauchen von der Aussaat bis zur Ernte je nach Witterung und Sorte etwa 160 bis 200 Tage. Daher werden die Pastinaken bereits früh im Jahr ausgesät, schon ab Februar und spätestens bis Mitte Juni. Spätreifende Sorten sollten spätestens Anfang Mai gesät werden. Die Pflanzung von Pastinaken-Setzlingen kann nach einer guten Abhärtung ab Mitte März erfolgen.

Pastinaken im Garten anpflanzen
Bei schweren Böden lohnt sich der Anbau von Pastinaken auf Erdhügeln oder im Hochbeet [Foto: greenair/ Shutterstock.com]

Der perfekte Standort für Pastinaken

Der beste Standort für Pastinaken liegt auf lehmigen, eher feuchten, humusreichen Böden. Optimal sind Niedermoorböden und humose, lehmige Sandböden in warmen, luftigen, aber nicht zu heißen Lagen bei konstanten 16 bis 20 °C. Staunasse und verdichtete Böden eignen sich nur schlecht für den Pastinaken-Anbau, können jedoch mithilfe von reichlich Sand und Kompost aufgebessert werden, welche flächig und tief in den Boden eingearbeitet werden. Auch das Errichten von Erddämmen kann das Säen von Pastinaken auf schweren Böden ermöglichen, ohne dass Staunässe droht.

Vor dem Anbau der Pastinake sollte nicht gekalkt werden, da sie einen Boden-pH-Wert im leicht sauren Bereich zwischen 5,5 bis 7 bevorzugt und empfindlich auf eine frische Kalkung reagiert. Sauer wirkende Komposte hingegen eignen sich bestens, um den Boden vor dem Anpflanzen von Pastinaken mit organischer Substanz anzureichern. Frischer Stallmist sollte nicht genutzt werden, um das Beet anzureichern, da hier das Risiko für Möhrenfliegenbefall steigt. Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist für Pastinaken ideal.

Auch im Hochbeet können Pastinaken angebaut werden, wenn der Boden dort reich an Humus ist und gut Wasser speichern kann. Als zweite Schicht für Hochbeete eignet sich unsere Plantura Bio-Komposterde besonders, da sie einen hohen Anteil an organischer Substanz besitzt, von dem sich Bodenorganismen ernähren können. Sie dient daher als Nährstoffreservoir für die darüberliegende Pflanzschicht und speichert zudem vermehrt Feuchtigkeit für heiße Sommertage.

Bio-Komposterde 40 L
Bio-Komposterde 40 L
  • Ideal für alle Zier- & Nutzpflanzen mit einem hohen Nährstoffbedarf & für’s Hochbeet
  • Für eine verbesserte Bodenqualität & ein gesundes Wurzelwachstum
  • Torffrei & klimafreundlich: CO2-reduzierte Bio-Erde hergestellt in Deutschland

Als ideale Vorkultur für Pastinaken dient eine Gründüngung, die den Boden tiefgründig lockert. Passend sind zum Beispiel Lupinen (Lupinus) oder Ölrettich (Raphanus sativus var. oleiformis). Die Gründüngung sollte aber bereits im Herbst vor der Aussaat von Pastinaken umgebrochen und eingearbeitet werden, um die Wurzelbildung nicht zu erschweren. Wer nach den Prinzipien der jährlichen Fruchtfolge arbeitet, pflanzt den Mittelzehrer Pastinake nach Starkzehrern wie Kartoffel (Solanum tuberosum), Kohlarten (Brassica) oder Kürbis (Cucurbita).

Vermeiden sollten Sie den Anbau von Pastinaken direkt nach anderen Doldengewächsen (Apiaceae) wie Karotten, Petersilie (Petroselinum crispum) oder Fenchel (Foeniculum vulgare), sonst kann es vermehrt zu Krankheiten oder Schädlingsbefall kommen. Eine Wartezeit von 4 bis 5 Jahren zwischen dem Anbau von Doldenblütlern aller Art sollte eingehalten werden.

Auf einen Blick: Welche Standort- und Bodenansprüche hat die Pastinake?

  • Sonniger bis halbschattiger Standort.
  • Tiefgründige, humusreiche, gleichmäßig feuchte Böden.
  • Ideal: Lehmige Sandböden oder Niedermoorböden.
  • Bei Staunässe oder Verdichtungen: Anbau im Hochbeet oder auf Erdhügeln beziehungsweise Aufbesserung des Bodens mit Sand und Kompost; Anbau kurzwurzliger Sorten.
  • Leicht saurer pH-Wert von 5,5 – 7.
  • Ideale Vorfrüchte: Gründüngung oder Starkzehrer bei jährlichem Fruchtwechsel.
  • Anbaupause zu anderen Doldenblütlern von 4 – 5 Jahren.
Wurzeln der Pastinaken
Kurzwurzelige Sorten eignen sich besonders für den Anbau auf schweren Böden [Foto: Dean Clarke/ Shutterstock.com]

Tipp: Auf sehr schweren, tonigen Böden ist es einfacher, kurze, keilförmige Pastinaken-Sorten anzubauen, statt länglichen, deren Speicherwurzel bei der Ernte leichter abreißen. Solche kurzen, dafür breiten Wurzeln bilden etwa die Sorten ˈKral Russianˈ und ˈWhite Kingˈ.

Pastinaken pflanzen: Anleitung

Wenn Sie sich für eine passende Sorte entschieden haben und auch schon Saatgut oder Jungpflanzen eingekauft haben, dann steht dem Anbau im eigenen Garten nichts mehr im Wege. Die Aussaat ist der Voranzucht im Haus vorzuziehen, denn Pastinaken sind kältetolerant und können bereits früh im Jahr gesät werden. Bei vorkultivierten Pastinaken-Jungpflanzen kommt es oft zu starker Verzweigung der Wurzel und sie wachsen oft schlechter an als direkt gesäte Pflanzen.

Das Beet sollte vor der Aussaat oder dem Pflanzen tiefgründig und sorgfältig aufgelockert werden. Steine und Unkraut sollten Sie aus dem Beet entfernen. Magere Böden können mit einer Gabe Kompost oder mit einem vorwiegend organischen Dünger mit Langzeitwirkung, wie unserem kaliumbetonten Plantura Bio-Tomatendünger, angereichert werden, um beste Wachstumsbedingungen für die Pastinake zu schaffen.

Boden für die Pastinake vorbereiten
Magere Böden können vor der Aussaat mit reifem Kompost angereichert werden [Foto: Miriam Doerr Martin Frommherz/ Shutterstock.com]

Legen Sie nun Saatrillen mit einer Tiefe von 2 bis 3 cm in einem Reihenabstand von etwa 30 bis 40 cm an. Die Samen werden anschließend in einem Abstand von 5 bis 6 cm abgelegt und mit Erde bedeckt. Anschließend wird die Saat vorsichtig angegossen und bis zur Keimung gleichmäßig feucht gehalten. Je nach Witterung keimen Pastinaken nach 2 bis 3 Wochen. Keimen die Pastinaken zu dicht auf, können sie nach 4 bis 5 Wochen auf einen Abstand von 10 bis 15 cm vereinzelt werden. Gekaufte Jungpflanzen werden mit gleichem Reihen- und Pflanzabstand nur so tief eingepflanzt, wie sie zuvor im Topf saßen.

Pflanzabstand der Pastinaken
Pastinaken brauchen einen Pflanzabstand von 10 bis 15 cm [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Anbau von Pastinaken:

  • Beet gut auflockern, mit Kompost oder vorwiegend organischem Langzeitdünger anreichern.
  • Saatrillen mit Reihenabstand von 30 – 40 cm anlegen.
  • Saattiefe 2 – 3 cm, Saatabstand 5 – 6 cm.
  • Angießen und feucht, aber nicht nass halten.
  • Keimdauer 2 – 3 Wochen.
  • Ggf. nach 4 – 5 Wochen auf 10 – 15 cm Abstand vereinzeln.
  • Alternativ Jungpflanzen setzen.

Tipp: Im Garten können Pastinaken hervorragend mit schnellwachsenden Schnittsalaten (Lactuca sativa) oder Radieschen (Raphanus sativus) als Markierungssaat zusammen ausgesät werden. Diese markierten Reihen sind erntereif, bevor die zu Beginn sehr langsam wachsenden Pastinaken richtig groß werden.

Pastinaken in der Mischkultur
Pastinaken gedeihen in einer Mischkultur bestens mit Zwiebelgewächsen [Foto: high fliers/ Shutterstock.com]

Mischkultur: Gute Nachbarn für die Pastinake

Die Pastinake als Doldenblütler sollte in einer Mischkultur möglichst nicht neben eng verwandten Arten wie Möhre, Petersilie, Fenchel oder Sellerie (Apium graveolens) stehen. Hier besteht sonst das Risiko, dass sich Schädlinge wie die Möhrenfliege (Psila rosae) oder Krankheiten wie Möhrenschwärze (Alternaria) schnell verbreiten. Gute Nachbarn für eine Mischkultur mit Pastinaken sind Zwiebelgewächse (Allioideae) wie Zwiebel (Allium cepa), Knoblauch (Allium sativum) und Porree (Allium porrum). Studentenblume (Tagetes) und Ringelblume (Calendula officinalis) halten pflanzenschädigende Fadenwürmer (Nematodae) fern. Weitere gute Pflanzpartner sind beispielsweise Salate, Chicorée (Cichorium intybus), Mangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris), Ringelbete (Beta vulgaris subsp. vulgaris), Bohnen (Phaseolus) und Erbsen (Pisum sativum).

Pastinaken-Pflanze
Pastinaken-Samen lassen sich am besten von den überwinterten, zweijährigen Pflanzen gewinnen [Foto: Gaston Cerliani/ Shutterstock.com]

Pastinaken-Samen selbst gewinnen

Wenn Sie Ihr eigenes Pastinaken-Saatgut gewinnen möchten, geht das kinderleicht. Wählen Sie für die Saatgutvermehrung einige kräftige Pflanzen aus und lassen Sie diese den Winter über auf dem Beet stehen. Pastinaken, die schon im ersten Jahr geblüht haben, eignen sich nicht zur Saatgutgewinnung, denn sie geben ihre Neigung zum vorzeitigen Schossen oft weiter. Die im zweiten Jahr blühenden Pastinaken tragen später besser keimfähige Samen. Der beste Zeitpunkt, um die Samen zu ernten, ist, wenn sich die Samenstände gelb bis hellbraun verfärben. Schneiden Sie die ganzen Dolden frühmorgens mit einer Gartenschere ab und legen Sie sie bei Zimmertemperatur zum Trocknen aus. Tragen Sie dabei unbedingt Handschuhe, denn in Pastinaken-Pflanzen sind ätherische Öle enthalten, die zu Lichtempfindlichkeit und Brandblasen an der Haut führen können. Anschließend trocknen Sie die Samen einige Tage nach, schütteln sie aus den Dolden aus und bewahren sie an einem trockenen, kühlen und dunklen Ort auf. Pastinaken-Samen sind nur bis zu ein Jahr lang gut keimfähig und sollten daher möglichst schnell im folgenden Frühjahr wieder ausgesät werden.

Zum Verwechseln ähnlich sieht der Pastinake die Wurzelpetersilie (Petroselinum crispum subsp. tuberosum). Wie Sie beide Gemüsearten unterscheiden können und wie die Wurzelpetersilie erfolgreich im Gemüsebeet kultiviert werden kann, erfahren Sie in unserem Spezialartikel.

Jetzt zur Garten-Post anmelden