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Felsenbirnen-Frucht: Giftig oder essbar?

Immer wieder stellt sich die Frage, ob die Früchte des schönen Baumes essbar sind. Wir gehen dem Mythos der giftigen Felsenbirne auf den Grund.

Früchte der Felsenbirne an Zweig
Sind die Früchte der Felsenbirne giftig oder essbar? Wir klären auf [Foto: High Mountain/ Shutterstock.com]

Die Felsenbirne (Amelanchier) war früher ein wichtiges Obstgehölz. Heute aber wird sie fast nur noch als Zierstrauch verwendet. Kann es also sein, dass die Früchte des Strauches giftig sind? In unserem Artikel klären wir über die Giftigkeit der Felsenbirne auf, geben Sortentipps für essbare Felsenbirnen und verraten Ihnen alles über die Inhaltsstoffe und Verwendungsmöglichkeiten der Früchte.

Felsenbirnen gehören zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und viele der bekannten Arten stammen aus Nordamerika. Bei uns wird der Strauch meist als Ziergewächs verwendet. So ist er in vielen Parks, Hecken und Gärten zu finden. Im Frühjahr blüht der Strauch wunderschön und im Herbst verfärbt sich das Laub in allen erdenklichen Rottönen. Hinzu kommt, dass viele Felsenbirnen-Arten zahlreiche kleine, violette bis dunkelblaue Früchte tragen. Viele machen allerdings einen großen Bogen um das Wildobst, weil sie denken, dass die Früchte der Felsenbirne giftig sind.
Der Mythos der giftigen Felsenbirne ist tatsächlich nicht komplett unbegründet. Im Gegenteil: Es steckt sogar ein Fünkchen Wahrheit darin. Trotzdem müssen Sie nicht auf den Genuss der gesunden heimischen Superfrüchte verzichten. Denn mit dem Wissen, welche Teile der Pflanze giftig sind und wie Sie damit umgehen, werden die Früchte unbedenklich für den Verzehr.

Ist die Felsenbirne giftig oder essbar?

Um zu verstehen, ob die Früchte der Felsenbirne giftig sind oder nicht, müssen wir uns die Inhaltsstoffe genauer anschauen. Die drei wichtigsten Inhaltsstoffe der Felsenbirne sind:

  • Cyanogene Glycoside
  • Flavonoide
  • Gerbstoffe

Cyanogene Glycoside sind in der Tat sehr giftig für Menschen und Tiere. Allerdings sind diese giftigen Stoffe lediglich in den Samen und in den Blättern der Felsenbirne enthalten. Hinzu kommt, dass die Konzentration des Giftes in den Kernen sehr gering ist. Zum Vergleich: Auch Apfel- oder Weintraubenkerne enthalten die giftigen cyanogenen Glycoside. Solange die Samen nicht zerkaut werden, besteht aber keine Vergiftungsgefahr. Der Körper kann die Samen nämlich nicht aufspalten, und sie werden unverdaut ausgeschieden – das Gift kann also nicht in den Körper gelangen. Und selbst wenn gelegentlich einige Samen zerkaut werden, reicht die Menge des giftigen Stoffes nicht aus, um einen Menschen zu vergiften.
Die Informationszentrale für Vergiftungen in Bonn stuft die Giftigkeit der Felsenbirne als gering giftig ein. Kinder sollten allerdings nicht zu viele Felsenbirnen-Früchte essen, da bei der geringen Körpergröße kleinere Mengen an zerkauten Kernen bedenklich sein können.

Eine schwache Vergiftung mit Felsenbirnen können Sie an folgenden Symptomen erkennen:

  • Unwohlsein
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall

Sollten diese Anzeichen bei Ihnen auftreten, können Sie diese mit dem Trinken von sehr viel Flüssigkeit wie Wasser oder Tee behandeln.

Früchte der Felsenbirne geerntet
Felsenbirnen gehören zu den Rosengewächsen und stammen hauptsächlich aus Nordamerika [Foto: AMV_80/ Shutterstock.com]

Tipp: Bei Fragen zu giftigen Pflanzen und Stoffen lohnt sich immer ein Blick auf die Seite der Informationszentrale für Vergiftungen in Bonn. Eine telefonische Notfallnummer der Informationszentrale bietet eine Beratung und hilft außerdem im Fall einer möglichen Vergiftung.

Die anderen beiden Hauptinhaltsstoffe der Felsenbirnen-Früchte sind nicht schädlich, sondern im Gegenteil sehr gesund für den Körper. Flavonoide wirken antioxidativ und schützen die Zellen vor dem Altern. Gerbstoffe sind zudem gut für die Verdauung und den Magen.

Zusammenfassung: Ist die Felsenbirne giftig?

  • Blätter und Samen der Frucht enthalten cyanogene Glycoside – diese sind sehr giftig
  • Die Konzentration in den Samen ist allerdings sehr gering
  • Die Samen werden unverdaut wieder ausgeschieden
  • Geringe Mengen der Früchte können ohne Bedenken verzehrt werden

Essbare Felsenbirnen-Arten & -Sorten

Wenn Sie gerne selbst Felsenbirnen-Früchte aus dem eigenen Garten ernten möchten, sollten Sie wissen, bei welchen Arten und Sorten sich der Anbau lohnt. Einige Arten sind besonders empfehlenswert, was ihre Früchte angeht. Eine Übersicht über passende essbare Felsenbirnen-Arten und Sorten haben wir im Folgenden für Sie zusammengestellt. Was Sie vor dem Kauf einer Felsenbirne noch beachten sollten, erfahren Sie in unserem Spezial-Artikel.

Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii)

Die Kupfer-Felsenbirne verdankt ihren Namen den bronzefarbenen Blättern, die im Herbst auffällig orange und purpurrot gefärbt sind. Sie hat aber nicht nur einen hohen Zierwert, die Früchte sind auch essbar und wohlschmeckend. Im Frühjahr blüht sie in strahlendem Weiß und lockt damit viele Insekten an. Die Früchte werden außerdem nicht zuletzt von Vögeln sehr geschätzt. Ursprünglich stammt diese Art der Felsenbirne aus Nordamerika, wird aber schon lange bei uns angebaut und erfreut sich großer Beliebtheit. Nicht umsonst heißt diese Art in Norddeutschland Korinthenbaum: Die Früchte wurden früher getrocknet und dann wie Korinthen verwendet.

Blüten der Felsenbirne an Zweig
Aus den unzähligen Blüten der Kahlen Felsenbirne entwickeln sich viele Früchte [Foto: Ronald Wilfred Jansen/ Shutterstock.com]

Erlenblättrige Felsenbirne (Amelanchier alnifolia)

Diese aus Nordamerika stammende Art wird sowohl als Zier- als auch als Fruchtstrauch verwendet. Die Früchte können roh oder gekocht genossen werden, aus ihnen lässt sich auch Tee herstellen. Einige interessante, essbare Sorten der Erlenblättrigen Felsenbirne haben wir für Sie zusammengestellt:

  • ‘Fastagiata’: Lecker süß und fruchtig schmecken die Früchte dieser Sorte.
  • ‘Forstburg’: Diese sehr ertragreiche Sorte trägt große und dicke Früchte, die süß und lecker schmecken.
  • Greatberry Garden‘: Diese Sorte trägt leckere, süße Früchte.
  • ‘Smokey’: Die Sträucher dieser Sorte werden bis zu 4,4 Meter groß und tragen schmackhafte Früchte.

Kanadische Felsenbirne (Amelanchier canadensis)

Die Früchte der Kanadischen Felsenbirne sind ebenfalls ungiftig und essbar. Welche Sorten sich besonders für einen reichen Fruchtertrag eignen, verraten wir Ihnen hier:

  • ‘Prince William’: Die zahlreichen schönen Blüten und besonders großen Früchte zeichnen diese Sorte aus.
  • ‘Rainbow Pillar’: Diese Sorte wächst säulenförmig und liefert zudem essbare, süßliche Früchte.

Kahle Felsenbirne (Amelanchier laevis)

Die Kahle Felsenbirne bildet besonders große Sträucher (8 bis 13 Meter), ist aber nicht kahl, wie der Name vermuten lässt. Die Blätter verfärben sich ebenfalls wunderschön bunt im Herbst und einige der ertragreichsten essbaren Felsenbirnen-Sorten gehören zu dieser Art:

  • Ballerina‘: Eine der beliebtesten Fruchtsorten der Felsenbirne. Sie bildet unzählige, schmackhafte Früchte.
  • ‘Edelweiß’: Die Sträucher dieser Sorte können bis zu 5 Meter hoch wachsen. Zudem tragen sie viele essbare Früchte.
  • ‘Snowflakes’: Große Sträucher bildet diese Sorte. Sie trägt große, saftige Früchte, die bis zu 2 cm dick werden können.

Felsenbirnen: Inhaltsstoffe, Geschmack und Verwendung

Wie bereits oben beschrieben, enthält die Felsenbirne Flavonoide und Gerbstoffe, die äußerst gesund sind. Weitere Inhaltsstoffe der Früchte sind Vitamin C und Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium und Eisen. Außerdem ist das Wildobst sehr kalorienarm: 100 Gramm frische Felsenbirnen enthalten rund 85 Kalorien.

Marmelade aus Felsenbirnen-Früchten in Glasschüssel
Aus Felsenbirnen lassen sich Marmeladen kochen [Foto: Heike Rau/ Shutterstock.com]

Der Geschmack der Felsenbirnen erinnert an Heidelbeeren mit einem Hauch von Marzipan. Die Früchte sind dabei vielseitig einsetzbar. Natürlich können sie roh wie Beeren gegessen werden. Andere Verwendungsmöglichkeiten sind Marmeladen, Liköre, Säfte oder Sirup. Für eine Marmelade aus Felsenbirnen können Sie die Früchte pur oder gemischt mit anderen Beeren wie Himbeeren (Rubus idaeus) oder Johannisbeeren (Ribes) mit Gelierzucker im Verhältnis 1:1 einkochen. Auch leckere Kuchen oder Muffins können Sie aus dem Wildobst zaubern.

Wenn Sie jetzt auf den Geschmack gekommen sind und gerne wissen möchten, wie Sie die Felsenbirne bei sich im Garten pflanzen können, dann erfahren Sie alles darüber hier in unserem Spezialartikel.

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