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Maiglöckchen: Sind Maiglöckchen giftig?

Maiglöckchen sind schön anzuschauen, doch stellt sich die Frage, ob sie giftig sind oder nicht – auch vor allem, weil sie dem leckeren Bärlauch sehr ähneln.

wilde Maiglöckchen Blüten

Maiglöckchen sind wunderschön, aber leider auch giftig [Foto: Rock.N.Roll.Queen/ Shutterstock.com]

Maiglöckchen (Convallaria majalis) verzücken in europäischen Wäldern und Gärten mit ihren weißen Glockenblüten den Betrachter. Mit ihren hübschen Blüten wirken die kleinen Marienblumen wie die Unschuld in Person. Doch die Pflanzen hüllen sich nur im Mantel vermeidlicher Harmlosigkeit und werden so jedes Jahr zur Falle für neugierige Kinder und ahnungslose Kräutersammler.

Maiglöckchen giftig oder nicht?

Maiglöckchen sind hochgradig giftig und wurden 2014 sogar zur Giftpflanze des Jahres gekürt. Sämtliche Pflanzenteile beinhalten toxische Gykoside vom Carenolipidtyp. Auch das Trocknen der Pflanze macht diese nicht harmlos. Gerade die Samen und die so unschuldig wirkende Blüte sind mit 38 dieser chemischen Verbindungen bepackt. Auch Blumenwasser, in dem Maiglöckchen gestanden haben, nimmt die Stoffe auf. Diese haben sehr starke Wirkung auf das Herz. Wegen dieser Eigenschaft hielt das Maiglöckchen schon im 15. Jahrhundert Einzug in die Volksmedizin und Heilkunde. Auch die moderne Schulmedizin nutzt verträgliche Kleinstmengen als Wirkstoff in Medikamenten. Es gehört jedoch ein dickes Ausrufezeichen hinter das „verträgliche Kleinstmengen“.

Maiglöckchen im Garten

Maiglöckchen sind hochgradig giftig und wurden 2014 sogar zur Giftpflanze des Jahres gekürt [Foto: Przemyslaw Muszynski/ Shutterstock.com]

Maiglöckchen: Ab welcher Menge giftig?

Nach dem Genuss von einer bis fünf Beeren sind maximal kurze Herzrhythmusstörungen zu erwarten. Denn zum Glück nimmt unser Körper nicht viel von den Giftstoffen auf. Ab einer größeren Menge wird es kritisch. Bei den Blättern muss schon ordentlich zugelangt werden, damit diese zu einer ernsthaften Vergiftung führen. Trotzdem sollten Maiglöckchen natürlich keinesfalls gegessen werden!

Maiglöckchen: Die Vergiftungs-Symptome

Schon der Kontakt mit der Pflanze löst Haut- und Augenreizungen aus. Nach dem Verzehr von Pflanzenbestandteilen der Maiglöckchen sollte auf folgende Symptome geachtet werden:

  • Brustbeklemmung
  • Durchfall
  • Herzrhythmusstörungen
  • Sehstörungen
  • Schwindel
  • Übelkeit

Es treten zunächst ein hoher Blutdruck und eine hohe Pulsrate auf. Später vermindert sich der Blutdruck, die Atmung wird tiefer, bis der Tod durch Herzstillstand eintritt.

Maiglöckchen Blüten nah

Schon der Kontakt mit der Pflanze löst Haut- und Augenreizungen aus [Foto: Agnes Kantaruk/ Shutterstock.com]

Maiglöckchen: Was tun bei Vergiftung?

Bei Aufnahme von Teilen der Pflanze sollten Sie den Giftnotruf anrufen. Dieser gibt Auskunft darüber, ob ein Notarzt kontaktiert werden muss. Überprüfen Sie bis zum Eintreffen des Notarztes die Lebensfunktionen. Verabreichen Sie, wenn in der Hausapotheke vorhanden, eine Kohletablette. Diese bindet die Giftstoffe im Magen. Wurden große Mengen verzehrt, behandelt der Arzt wie bei einer Herzglykosidvergiftung. Jede Vergiftung muss der Giftinformationszentrale gemeldet werden.

Maiglöckchen: Auch giftig für Hund und Katze?

Nicht nur für Menschen sind die Pflanzen giftig. Auch Hund und Katze können sich mit den Frühblühern vergiften. Die Vergiftungssymptome ähneln denen beim Menschen. Es sollte umgehend ein Tierarzt konsultiert und der Vorfall später der Giftinformationszentrale gemeldet werden. Die Glykoside sind auch für Schweine, Ziegen, Pferde, Hasen, Kaninchen, Hamster und Meerschweinchen sowie für Vögel giftig.

Maiglöckchen erfolgreich von Bärlauch unterscheiden

Im März und April, wenn Maiglöckchen erst vereinzelt ihre Blüte zeigen, ist Bärlauchsaison (Allium ursinum) in heimischen Wäldern. Die Blätter des knoblauchartig  duftenden Wildkrautes ähneln jedoch sehr stark den giftigen Blättern des Maiglöckchens. So kommt es jedes Jahr zu Vergiftungen, weil auf der Jagd nach Bärlauch die giftigen Doppelgänger im Weidenkörbchen landen. Dabei gibt es jede Menge Unterschiede zwischen den beiden Waldbewohnern. Hier finden Sie alle Informationen, damit Sie sich sicher an der nächsten Bärlauchsammelaktion beteiligen können.

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