Raubmilben: Einsatz der Nützlinge zur Bekämpfung von Spinnmilben & Co.

Kathi
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Ich studiere Phytomedizin in Wien und bin auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen. Die Vielfalt der Natur begleitet mich also schon mein ganzes Leben: Angefangen im großen Gemüsegarten bis hin zu unseren Weideflächen. Besonders haben es mir Themen rund um den Pflanzenschutz angetan.

Lieblingsobst: Erdbeere
Lieblingsgemüse: Tomate

Raubmilben können gegen Spinnmilben, Trauermücken und Co. so einiges ausrichten. Wir zeigen, wo man Raubmilben kaufen kann und wie man sie anwendet.

Raubmilbe
Raubmilben lassen sich zum Pflanzenschutz einsetzen [Foto: thatmacroguy/ Shutterstock.com]

Nützlinge sind im biologischen Pflanzenschutz nicht mehr wegzudenken und können bei der Bekämpfung von vielen Schädlingen helfen. So werden Raubmilben (Gamasina) oft und gerne eingesetzt, um verschiedenen Schädlingen an den Kragen zu gehen.

Es gibt viele verschiedene Familien von Raubmilben, die alle zur Ordnung Mesostigmata gehören. Raubmilben, so sagt bereits ihr Name, ernähren sich räuberisch und fressen andere Insekten.

Raubmilben: Steckbrief und Eigenschaften

Raubmilben werden zur gezielten Schädlingsbekämpfung im Gartenbau eingesetzt, aber auch in der Obstproduktion und in Weingärten werden sie verwendet. Sie können bis zu 0,6 Millimeter groß sein und haben ovale Körper mit einer glatten Oberfläche. Die erwachsenen Tiere haben vier Beinpaare, die Färbung der Milben hängt dabei meistens von der aufgenommenen Nahrung ab – rote Färbungen sind eher selten.

Die Entwicklung der Raubmilben erfolgt über das Larven- und Nymphenstadium bis hin zu den ausgewachsenen Raubmilben. Ein Weibchen kann dabei 50 bis 100 Eier legen, die weißlich gefärbt und durchscheinend sind. Die kleinen Schädlinge haben scherenförmige Mundwerkzeuge, die Cheliceren genannt werden, mit denen sie ihre Beutetiere verletzen und danach aussaugen.

Die Raubmilben zählt man zu den Schutzräubern, was bedeutet, dass sie sich in einem Bestand ansiedeln, dort also längere Zeit auftreten, und eine Schädlingspopulation in Schach halten. Im Gegensatz dazu stehen die Säuberungsräuber, die Schädlinge in großen Zahlen vertilgen können, sich aber nicht in Beständen fest ansiedeln. Schon eine Besiedelungsdichte von 0,5 bis 1 Raubmilbe pro Blatt kann zum Beispiel eine Spinnmilbenpopulation unter der Schadensschwelle halten.

Spinnmilben
Raubmilben können Schädlingspopulationen in Schach halten [Foto: Jonathan Oscar/ Shutterstock.com]

Raubmilbenarten

Im Handel erhält man diverse Raubmilben, die spezialisiert sind auf gewisse Schaderreger. Im Folgenden haben wir eine kleine Auswahl von Raubmilben für Sie zusammengestellt und zeigen, gegen welche Schädlinge man sie einsetzen kann:

 Gemeine Spinnmilbe (Tetranychidae)Thripse (Thysanoptera)Tomatenrost-milbe (Aculops lycopersici)Weiße Fliege (Aleyrodoidea)Trauermücke (Sciaridae)Apfelrostmilbe (Aculus schlechtendali)Kräuselmilbe (Calepitrimerus vitis)
Amblyseius andersoni
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Amblyseius cucumeris
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Amblyseius limonicus
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Amblyseius swirskii
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Macrocheles robustulus
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Neoseiulus californicus
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Phytoseiulus persimilis
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Typhlodromus pyri
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Jede der Raubmilben hat ihre speziellen Beutetiere, die man ganz einfach mit den Nützlingen bekämpfen kann. Oft macht es bei einem starken Befall zudem Sinn, mehrere Raubmilbenarten zu kombinieren, um erfolgreich eine Bekämpfung durchzuführen.

Tipp: Welche weiteren Nützlinge gegen Schädlinge eingesetzt werden können, erfahren Sie in unserem Spezialartikel.

Raubmilben kaufen: Empfehlenswerte Bezugsquellen

Raubmilben werden gezielt für den Einsatz als Nützlinge gezüchtet und dann im Pflanzenbestand ausgesetzt. Viele Raubmilben sind je nach Art polyphag in ihrer Ernährung, haben also ein breites Nahrungsspektrum – die Raubmilben für den Einsatz im Pflanzenschutz sind hingegen überwiegend selektiv. Raubmilben müssen in der Europäischen Union als Pflanzenschutzmittel zugelassen werden und dürfen erst nach einem abgeschlossenen Zulassungsverfahren in Verkehr gebracht werden. Daher kann man sich sicher sein, dass die erworbenen Raubmilben eine hohe Qualität aufweisen und wirkungsvoll sein werden. Außerdem haben Sie auch die Gewissheit, dass die Raubmilben keine anderen nützlichen Organismen schädigen.

Man erhält Raubmilben auf unterschiedlichste Arten, entweder als Streuware oder auf Pflanzenblättern angezüchtet. In unserem Plantura Shop finden Sie Raubmilben als Blattware, die zur gezielten Bekämpfung von Spinnmilben eingesetzt werden können.

Raubmilben als Nützlinge gegen Spinnmilben und Co. einsetzen

Raubmilben werden bevorzugt im geschützten Anbau verwendet – wie in Glashäusern oder Folientunneln. Eingesetzt werden Raubmilben dabei in der Bekämpfung von folgenden Schädlingen:

Spinnmilben geschlüpft
Die Raubmilbe Phytoeiulus persimilis frisst die Eier von solchen Spinnmilben [Foto: Wollertz/ Shutterstock.com]

Die Raubmilben sind also vielfältig einsetzbar, besonders im geschützten Anbau werden sie gerne verwendet.

Tipp: Wenn Sie keine Nützlinge einsetzen wollen, können Sie auch auf ein biologisches Mittel gegen Schädlinge wie unser Plantura Bio-Schädlingsfrei Neem zurückgreifen. Der zu 100 % pflanzliche Wirkstoff wirkt effektiv gegen häufig vorkommende Schädlinge wie Weiße Fliegen und Co.

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Sind Raubmilben gefährlich für Hunde oder Katzen?

Es gibt zwar Raubmilben, die Hunde oder Katzen befallen, aber bei den Raubmilben, die wir im Garten oder im Glashaus verwenden, müssen wir uns keine Gedanken machen. Die Tierchen ernähren sich von den Schädlingen an den Pflanzen und sind somit keine Gefahr für Haustiere. Die Raubmilben, die unsere Hunde und Katzen befallen, sind die sogenannten Pelzmilben (Cheyletiellae).

Weitere interessante Nützlinge finden Sie außerdem in diesem Spezial-Artikel.

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