Red Jonaprince: Geschmack & Besonderheiten der Apfelsorte

Niaef
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Ich habe Biologie studiert und werde im September mein Studium im Fach Hortikulturelle Wissenschaften fortsetzen. Meine Liebe gilt allen Pflanzen, die wild oder im Garten wachsen und insbesondere denen, die man verspeisen kann. In meiner Freizeit treibt es mich oft in den Wald oder auch in den Stadtpark, wo sich so manche Nutzpflanzen verstecken - man muss nur wissen, welche einen Mehrwert für die Küche haben.
Meinen Sammlertrieb kombiniere ich dann gerne auch mit meinem zweiten Hobby: Dem Kochen!

Lieblingsobst: Feige, Kaki und Felsenbirne
Lieblingsgemüse: Kürbis, Wirsing und Schalotte

Die Apfelsorte ‘Red Jonaprince’ hat es in den 90er Jahren in unsere Supermarktregale geschafft. Mit ihrem süßlich saftigen Geschmack ist die tiefrote Frucht bei Jung und Alt beliebt.

Red Jonaprince Äpfel am Baum
Der ‘Red Jonaprince’ ist die beliebteste Apfelsorte Nordeuropas [Foto: JoannaTkaczuk/ Shutterstock.com]

Ein schöner, roter Apfel hat einfach die höchste Anziehungskraft und schmeckt gleich doppelt so gut. Wie gut muss dann erst der tiefrote Apfel der Sorte ‘Red Jonaprince’ sein? Wir haben die wichtigsten Informationen über die weitbekannte, rote Apfelsorte zusammengestellt. Wen der Apfelanbau allgemein interessiert, der findet alles Wissenswerte in unserem weiterführenden Artikel.

 Red Jonaprince: Steckbrief

Synonym'Red Prince', 'Red Jonagold'
FruchtGroß (75 – 85 mm Durchmesser); dunkelrot gestreifte Schale; grün-gelbes Fruchtfleisch
GeschmackSaftig, süß mit milder Säure; knackige, mittelfeste Konsistenz
ErtragMittel bis hoch, selten schwankend
ErntezeitAb Ende September/ Anfang Oktober
GenussreifeAb November
LagerfähigkeitSehr gut; wenig druckempfindlich; im CA-Lager bis Mai haltbar; gekühlt nur bis März lagerbar
WuchsMäßig bis stark
KlimaGeringer Anspruch; beinahe überall anbaufähig
Krankheiten und SchädlingeStark anfällig für Apfelschorf;
Mittel anfällig gegenüber Feuerbrand und Mehltau;
Gering anfällig für Krebs
Jonaprince
Jonagold’ ist geschmacklich gut und nicht schwierig anzubauen [Foto: Thijs de Graaf/ Shutterstock.com]

Herkunft und Geschichte des Apfels

Die Sorte ‘Red Jonaprince’, auch bekannt unter dem Namen ‘Red Jonagold’, ist eigentlich eine Mutante der wohlbekannten Sorte ‘Jonagold’. In den 90er Jahren entdeckten die namensgebenden Gebrüder Princen aus den Niederlanden zufällig diese neue Sorte, woraufhin sie ihren festen Platz in der kommerziellen Kultivierung fand. Der größte Unterschied zu ‘Jonagold’ liegt dabei in der intensiven Rotfärbung der Äpfel. In Deutschland wird ‘Red Jonaprince’ heute vornehmlich im Norden angebaut, gemeinsam mit den Sorten ‘Braeburn’, ‘Elstar’ und ‘Jonagored’. Doch auch im milden Klima der südlich gelegenen Bodensee-Region wird der rote Prinz vermehrt kultiviert. Sein süßlich-milder Geschmack sowie sein attraktives Aussehen machen ‘Red Prince’ Äpfel zu einer der beliebtesten roten Apfelsorten Nordeuropas. Im Supermarkt erkennt man die schöne Sorte direkt an ihrem Markenzeichen, der Krone.

Apfel Red Jonaprince
Die besonders roten Äpfel wurden zufällig an einem normalen ‘Jonagold’-Baum entdeckt [Foto: Elena Rostunova/ Shutterstock.com]

Eigenschaften und Geschmack von ‘Red Jonaprince’

‘Red Prince’-Äpfel fallen sofort durch ihre tiefrote Färbung auf, die sich schon früh abzeichnet. So weisen sie eine zu 90 bis 100 % rote Deckfarbe auf und sind bei unvollständiger Färbung gestreift. Die Äpfel sind mittelgroß bis groß, mittelhoch gebaut und wirken oft kugelig rund. Die Form ist mittel- bis steilbauchig und die Kelchgrube recht groß. Die mitteldicke bis dicke Schale ist glatt und wird in fortschreitender Lagerung sehr fettig. Das Fruchtfleisch ist weich, cremefarben, sehr saftig und süß – ebenso wie bei der Ursprungssorte ‘Jonagold’. Entscheidend hierbei ist das Süße-Säure-Verhältnis von 5:3 für das spezielle, beliebte Aroma. Die Süße des ‘Red Prince’ erschließt sich aus seinem Zuckergehalt, der noch höher liegt als bei anderen „Jona-Sorten“. Mit 35 mg pro 100 g Apfel gilt sein Vitamin C-Gehalt als äußerst hoch – umso besser, dass die verlockend rote Schale vor allem Kinder überzeugt.

Red Prince-Apfel
An seiner intensiv roten Schale und der kugeligen Form erkennt man den märchenhaften Apfel sofort [Foto: page frederique/ Shutterstock.com]

Besonderheiten beim Anbau

Junge Bäume der Apfelsorte ‘Red Jonaprince’ wachsen zu Beginn sehr stark. Mit zunehmendem Alter pendelt sich das Wachstum auf ein mittleres Maß ein. Dabei kann der Baum – je nachdem, auf welcher Unterlage er wächst – eine Höhe von 6 bis 8 m erreichen. Als Veredelungsunterlage kommt zum Beispiel die schwachwüchsige ‘M9’ zum Einsatz. Wer für seinen Heimgarten einen etwas stärkeren, statthafteren Wuchs möchte, dem empfiehlt sich beispielsweise die standfeste ‘MM111’. Sie benötigt nach dem Anwachsen keine Anbindung mehr und ist robuster gegenüber Krankheiten.

Die Sorte ist aufrecht, locker und breit wachsend. Ihre mittelstark verzweigten Äste weisen ein horizontales Wachstum auf. Das Schneiden des Apfelbaumes ist vergleichsweise unkompliziert und Jungbäume lassen sich leicht zu einer schönen Spindel erziehen. Die Sorte wird als Hoch-, Mittel- sowie als Niederstamm verkauft. Als starkwachsende Apfelsorte ist ‘Red Jonaprince’ eher nicht als Kübelbaum geeignet und sollte eher ins Freiland gepflanzt werden.

Der Baum gedeiht gut an einem warmen, sonnigen bis halbschattigen Standort auf durchlässigem und humosem Boden. Der ‘Red Jonaprince’ sollte nicht in feucht-kühle, lange schattige Lagen gepflanzt werden, sonst leidet er unter Pilzkrankheiten. Der Baum gilt als gut winterhart und ist daher in unseren Breiten beinahe überall anbaufähig. In rauen Lagen kommt es allerdings gerade bei jungen Bäumen manchmal zu Holzfrost. Höhenlagen oder stark kontinentale Klimata eignen sich daher nicht als Anbaugebiete. Jungpflanzen sollten durch einen Kalkanstrich oder mit Vlies geschützt werden. Bei späten Frösten können die Blüten mit einem Überzug aus Jute bedeckt werden.

Red Jonaprince-Baum
In modernen Obstplantagen wächst ‘Red Jonaprince’ auf kleinwüchsigen Unterlagen [Foto: JoannaTkaczuk/ Shutterstock.com]

Damit der Obstbaum auch reichlich Ertrag bringt, empfiehlt sich für die Pflanzung ein nährstoffreiches Substrat wie unsere Plantura Bio-Komposterde. Indem der gütegesicherte Kompost den vorliegenden Boden verbessert, fördert die torffreie Erde den Baum langfristig in Wuchs und Fruchtbildung. Schwere, tonreiche Böden sollten für diese Sorte mit reichlich Sand oder Kies gut durchlässig gemacht werden. Mindestens 30 % des Untergrunds sollten aus Stein oder Sand sein. Zudem ist wichtig, dass der Boden stets feucht gehalten wird. Insbesondere in den ersten Jahren nach der Pflanzung sollte regelmäßig gewässert werden. Gießen Sie den Baum bodennah, sobald sich die Erde trocken anfühlt. Vergessen Sie nicht, nach einigen Jahren auch mal an eine Düngung des Apfelbaumes zu denken.

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Tipp: Eine mindestens 8 cm starke Schicht Rindenmulch schützt die Baumscheibe vor schnellem Austrocknen.

Die Blütezeit des ‘Red Jonaprince’ ist mittelfrüh. Da es sich hierbei um eine triploide Pflanze handelt und sie aufgrund ihres dreifachen Chromosomensatzes im Pollen keinen guten Pollenspender darstellt, ist sie selbststeril. Zur Befruchtung der Blüte sind daher zwingend Apfelbäume anderer Sorten in der Umgebung notwendig. Als Befruchter eignen sich diploide Varianten, also solche, die nur einen zweifachen Chromosomensatz im Pollen hervorbringen. Hierzu zählen Sorten wie ‘Idared’, ‘Gala’, ‘Elstar’, ‘Granny Smith’ oder ‘Golden Delicious’. Von Vorteil ist, dass der rote Prinz bei guter Bestäubung nicht zur Alternanz neigt, sodass seine jährliche Ertragsmenge meist gleich bleibt.

Apfel Jonaprince
Junge ‘Red Jonaprince’ sollte man vorsorglich weiß streichen, um sie vor Frostrissen zu schützen [Foto: Konstanttin/ Shutterstock.com]

Die Apfelsorte ‘Red Jonaprince’ ist mittel anfällig für Krankheiten wie den Echten Mehltau (Podosphaera leucotricha) und Feuerbrand (Erwinia amylovora). Um dem feuchtigkeitsliebenden Mehltau vorzubeugen, ist ein großzügiger Auslichtungsschnitt zu empfehlen, der ausreichend Durchlüftung und somit ein schnelles Austrocknen der Triebe erlaubt. Durch Obstbaum-Krebs befallene Zweige sollten radikal zurückgeschnitten werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Entsorgen oder verbrennen Sie das Schnittgut gewissenhaft.

Wichtig: Feuerbrand ist meldepflichtig. Sollten Sie Anzeichen für die Krankheit an Ihrem Apfelbaum entdecken, so müssen Sie dies direkt der ansässigen Landwirtschaftskammer mitteilen.

Stärker hat der ‘Red Jonaprince’ Baum unter dem Apfelschorf (Venturia inaequalis) zu leiden. Dieser breitet sich bevorzugt in kühl-feuchten Lagen aus. Er macht sich als grau-brauner Pilzrasen auf Laub und Früchten bemerkbar, welcher beispielsweise mit hausgemachter Schachtelhalmbrühe bekämpft werden kann.

Red Jonaprince mit Feuerbrand
Feuerbrand muss unbedingt gemeldet werden, um andere Obstanbauer zu schützen [Foto: Aprilflower/ Shutterstock.com]

Erntezeit und Verwendung von ‘Red Jonaprince’

‘Red Jonaprince’ ist eine ausgenommen ertragreiche Sorte. Wahrscheinlich wird der Baum Sie jedes Jahr aufs Neue mit einer überschwänglichen Ernte überraschen. Die Früchte reifen etwa ab Mitte September, mancherorts erst ab Anfang Oktober. Ab November sind sie dann schließlich genussreif. Durch die geringe Druckempfindlichkeit sind sie sehr gut lagerfähig und bieten somit Verpflegung über die Wintermonate. Die aromatischen ‘Red Prince’-Äpfel sind gute Tafeläpfel, sie sind mit ihrer roten Schale aber auch zur Zubereitung von Desserts ideal geeignet. So lassen sich mit dem ‘Red Jonaprince’-Apfel schmackhafte Kuchen backen.

Tipp: Große Exemplare von ‘Red Jonaprince’ neigen während der Lagerung zur Fleischbräune, einer physiologischen Fruchtkrankheit. Daran ist kein Mikroorganismus als Erreger beteiligt, stattdessen führt eine chemische Reaktion im Inneren des Apfels zu der unschönen Verfärbung. Damit geht die Ungenießbarkeit der Frucht einher. Lagern Sie daher besser nur kleine und mittelgroße Äpfel dieser Sorte ein.

Apfel Red Prince
Die rötlich glänzende Frucht macht sich gut als Tafelapfel [Foto: page frederique/ Shutterstock.com]

Ein Apfelbaum mit etwas schwächerem Wuchs, der damit besser für kleinere Gärten geeignet ist, ist der ‘Josef Musch‘. Wir stellen Ihnen den Apfel und seine Besonderheiten bezüglich des Anbaus und der Pflege in einem anderen Artikel vor.

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