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Monilia (Spitzendürre): erkennen, vorbeugen und bekämpfen

Hier erfahren Sie alles zur Monilia: Wie Sie das Schadbild erkennen, den Pilz vorbeugen und es bekämpfen. Infos zu Hausmittel und Spritzmittel.

Monilia an Apfel
Das ringförmige Muster ist typisch für Monilia [Foto: Adam Radosavljevic/ Shutterstock.com]


So erkennen Sie einen Befall mit Monilia/Spitzendürre

Monilia ist ein sehr unliebsamer Besucher im Obstgarten. Der Krankheitserreger kann nicht nur großen Schaden anrichten, sondern auch eine Vielzahl von Obstgehölzen befallen. Dazu gehören unter anderem die Sauerkirsche, Süßkirsche, Quitte, Pflaume, Apfel, Aprikose, Birne und der Pfirsich. Vor allem viele Sauerkirschensorten gelten als extrem anfällig für den Schaderreger, wohingegen die Krankheit an Apfel- und Birnenbäumen eher selten auftritt. Die gefürchtete Spitzendürre, die durch Monilia-Erreger ausgelöst wird, kann bereits kurz nach der Blüte auftauchen. Zuerst welken Blüten und Blätter an den Zweigspitzen, fallen allerdings nicht zu Boden und bleiben vertrocknet an den Zweigen hängen. Nach kurzer Zeit vertrocknen auch die Triebspitzen der befallenen Zweige und sterben ab. Manchmal sind auch gelblich-graue Sporenlager vom Monilia-Pilz zu erkennen. Bei einem schweren Befall über mehrere Jahre hinweg, kann die ganze Baumkrone verkahlen. Der gleiche Erreger ist übrigens auch für die Monilia-Fruchtfäule verantwortlich. Die Früchte können aber nur befallen werden, wenn die Pflanze schon vorher beschädigt wurde – so zum Beispiel durch die Fraßtätigkeit eines Apfelwicklers. Anfangs haben die Früchte nur eine kleine braune Stelle an der beschädigten Fruchtschale, aber bereits nach kürzester Zeit verfaulen die Früchte komplett und bilden ringförmige Schimmelrasen. Dabei können Fruchtmumien entstehen, die in dem Obstbaum hängen bleiben oder die verdorbenen Früchte fallen auf den Boden.

Der Monilia-Schadpilz

Genau genommen ist für die Spitzendürre nicht nur ein Pilz verantwortlich. Der unliebsame Pilz kann entweder Monilia fructigena, Monilia laxa oder bei Quitten Monillia inhartiana sein. Für den Hobbygärtner spielt es aber keine Rolle, welcher Pilzvertreter es denn nun wirklich ist. Damit die Spitzendürre ausbrechen kann, muss Monilia den betroffenen Obstbaum über die geöffneten Blüten infizieren. Gerade bei kühler und nasser Witterung in der Blütezeit werden verstärkt Obstgehölze durch den schädlichen Pilz infiziert. Von der Blüte aus wächst Monilia dann in die Zweigspitzen. Dort wird die Wasserversorgung für die Triebspitzen unterbrochen und es entstehen die charakteristischen ausgedorrten Spitzen. Bei der Verbreitung der Pilzsporen helfen Insekten, Wind und auch Regen fleißig mit. Genau die Pilzsporen, die die Spitzendürre ausgelöst haben, sind auch in der Lage, die Monilia-Fruchtfäule auszulösen. Dafür reichen selbst winzigste mechanische Beschädigungen in der Fruchtschale und die Sporen von Monilia können schnell in den Apfel oder die Kirsche hineinwachsen.

Spitzendürre durch Monilia
Monilia kann auch zur sogenannten Spitzendürre führen [Foto: Igor Klyakhin/ Shutterstock.com]

Monilia vorbeugen

Die beste vorbeugende Maßnahme gegen Monilia ist, wie so oft, die Sortenwahl. So lässt sich die anfällige Sauerkirsch-Sorte ‘Schattenmorelle’ zum Beispiel gegen die resistenteren Sorten ‘Morellenfeuer’ oder ‘Gerema’ ersetzen. Auch bei den anderen Obstsorten gibt es meistens resistente Sorten. Informieren Sie sich dafür am besten direkt bei Ihrem Fachhändler vor Ort. Es ist außerdem immer sinnvoll, die Baumkronen von Obstgehölzen so zu gestalten, dass zwischen den Ästen viel Luft zirkulieren kann und Feuchtigkeit schnell abtrocknet. Durch Schnittwunden dringen Pilze leider besonders gut in das Pflanzengewebe ein. Größere Wunden, beispielsweise enstanden durch das Entfernen eines alten Astes, sollten mit Baum-Wundbalsam verschlossen werden. Generell sollte man das Schneiden nur bei trockener Witterung druchführen. Zusätzlich kann das Spritzen von biologischen Stärkungsmitteln wie Schachtelhalm- oder Algenpräparaten das Auftreten der Spitzendürre unterbinden. Das Präparat wirkt nicht direkt gegen den Moniliaerreger, sondern stärkt die allgemeinen Abwehrkräfte der Obstgehölze durch eine ideale Nährstoffversorgung.

Monilia bekämpfen

Alle kranke Zweige sollten bei Befall sofort tief ins gesunde Holz zurückgeschnitten und vernichtet werden. Der Pilz ist oft schon viel weiter in das Holz vorgedrungen und deswegen sollte 20 cm tief in das gesunde Holz geschnitten werden. Bei Befall nach der Blüte lösen Monilia-Pilze oft eine Fruchtfäule mit den typischen braun-grauen Pilzrasen aus. Später vertrocknen die infizierten Früchte und werden zu sogenannten Fruchtmumien, in denen Sporen des Pilzes am Baum oder am Boden überwintern und sich im nächsten Jahr von dort wieder ausbreiten. Hier ist es besonders wichtig, die kranken Früchte einzusammeln, da sonst gesunde Früchte angesteckt werden. Sie sollten aber auf keinen Fall auf den Kompost geworfen werden, denn dort kann der Pilz seine Sporen noch wunderbar vermehren. Die Spitzendürre kann vor dem Ausbruch nur bekämpft werden, wenn der Erreger noch nicht über die Blüten in die Zweigspitze vorgedrungen ist. Die Behandlung sollte während der Blütezeit erfolgen, so wirkt sie am effektivsten. Kündigt sich also feuchtes und kühles Wetter an, wird ein Befall besonders wahrscheinlich. Möchten Sie ihre Obstbäume dann effektiv schützen, hilft leider nur Chemie. Bevor diese allerdings eingesetzt wird, sollten alle vorbeugenden Maßnahmen ausgeschöpft werden. Als biologisch verwendbares Fungizid eignen sich Kupfermittel. Diese können im Notfall auch nach dem sichtbaren Befall verwendet werden. Die erste Spritzung erfolgt, wenn die ersten Blüten sich öffnen und die zweite in der vollen Blüte. Die dritte Spritzung ist nicht immer erforderlich und sollte wenn zum Ende der Blüte hindurchgeführt werden.

Monilia an Frucht
Mit Monilia befallene Früchte sollten im Restmüll entsorgt werden [Foto: r_silver/ Shutterstock.com]

Neben den Monilia-Pilz ist auch pilzliche Erreger Phytophthora infestans bei Gärtnern gefürchtet. Wir erklären, wie man den Pilz erkennt und bekämpft.

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