Karotte ernten, lagern & haltbar machen

Regina
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Ich habe Gartenbauwissenschaften am WZW in Freising studiert und pflanze in meiner Freizeit auf einem Stück Acker alles an, was Wurzeln hat. Das Thema Selbstversorgung und saisonale Ernährung liegt mir dabei besonders am Herzen.

Lieblingsobst: Quitte, Kornelkirsche und Heidelbeere
Lieblingsgemüse: Erbsen, Tomaten und Knoblauch

Wann sind Möhren reif für die Ernte und was sollte man dabei beachten? Alles zum Thema Möhren ernten und wie Sie Karotten lagern und haltbar machen können, erfahren Sie bei uns.

Geerntete Karotten
Die Erntezeit von Karotten hängt stark von der Sorte, dem Anbauzeitraum und der Witterung ab [Foto: Alekcey-Elena/ Shutterstock.com]

Karotten (Daucus carota subsp. sativus) können über einen langen Zeitraum hinweg gesät werden. Dementsprechend flexibel ist man mit dem Erntezeitpunkt. Karotten, die beispielsweise schon Ende Februar gesät wurden, können bei einem guten Frühlingsklima zum Teil schon ab Ende Mai geerntet werden. Im Mai gesäte, spätreifende Lagermöhren bleiben im Herbst so lange wie möglich im Boden und werden erst vor dem ersten Frost oder Schnee geerntet und eingelagert. Wir geben Tipps zur Ernte und Aufbewahrung von Möhren.

Karotten ernten: Vorgehen und Zeitpunkt erkennen

Karotten können in jedem Stadium geerntet werden – kleine zarte Möhren, auch Baby-Möhren genannt, lassen sich so bereits wenige Wochen nach Aussaat ernten. Bei Karotten-Sorten unterscheidet man verschiedene Reifegruppen von frühreif bis spätreifend. Frühe, schossfeste Möhren können schon ab März im Freiland gesät werden, sie sind bereits im Juni erntereif. Späte Karotten benötigen deutlich länger für ihr Wachstum und werden ab August bis Oktober geerntet. Was Sie beim Pflanzen von Möhren beachten sollten, um eine reiche Ernte einzufahren, lesen Sie in unserem Spezialartikel. Der optimale Zeitpunkt ist einerseits sortenabhängig, hängt aber auch von den Wetterbedingungen ab. Bei kühlem Wetter gedeihen Möhren deutlich langsamer als bei milden Temperaturen.

Reife Karotten in der Erde
Die Größe der Karotten lässt sich anhand des Strunkdurchmessers schätzen [Foto: Dolores M. Harvey/ Shutterstock.com]

Wann sind Möhren reif?

Bei der Karottenernte gibt es keinen richtigen Zeitpunkt. Wann geerntet wird, ist im wahrsten Sinne des Wortes Geschmackssache. Denn je größer die Wurzeln werden, desto intensiver wird ihr Geschmack. Früh geerntet sind die Karotten süßer, milder und zart, sodass sie einfach ungeschält gegessen werden können. Sehr spät geerntete, dicke Möhren schmecken sehr intensiv, sind jedoch weniger saftig und können teils einen leicht bitteren Geschmack annehmen. Wer die leckeren Wurzeln in allen Größen gerne mag, der kann einfach je nach Bedarf ernten. Wie groß die Pfahlwurzeln bereits sind und wie sie schmecken, können Sie einfach testen, indem Sie die Möhren von Erde befreien, den Strunkdurchmesser betrachten oder auch vor der eigentlichen Reifezeit bereits Karotten ernten.

Achten Sie dabei darauf, dass Pflanzen, die einen größeren Abstand zum nächsten Gewächs haben, meistens schon dicker sind als die Exemplare, die näher bei anderen stehen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Karotten nicht mehr größer werden, weil sie zu nah beieinander stehen, dann ernten Sie zuerst diejenigen Karotten, die zwei oder mehreren Möhren den Platz wegnehmen. Lassen Sie die Übrigen anschließend noch einige Wochen im Beet den frei gewordenen Raum ausfüllen.

Karotten aus der Erde ziehen
Die Karotten können einfach aus der Erde gezogen werden [Foto: Dean Clarke/ Shutterstock.com]

Vorgehen bei der Ernte

In sehr sandigem Boden können Sie Karotten, die groß genug sind, einfach an den Blattstielen nahe des Wurzelkopfes packen und mit Drehbewegungen behutsam aus der Erde ziehen. In schwereren Böden sollten Sie den Untergrund vorher zum Beispiel mit einer Grabgabel lockern. Die im Boden entstandenen Hohlräume werden nach der Möhrenernte wieder mit Erde geschlossen und angedrückt.

Sollte man das Karottenlaub abschneiden? Das Laub der Karotten sollte man direkt nach der Ernte vorsichtig abdrehen und in den Kompost geben. Es entzieht der Karotte bei der Lagerung viel Feuchtigkeit und sie wird deutlich schneller schlaff. Karottenlaub kann jedoch auch zu gesunden Smoothies oder Pesto verarbeitet oder als Tierfutter für Kaninchen und andere Kleinnager verwendet werden.

Karotten lagern und haltbar machen

Da Karotten sich ausgezeichnet bedarfsweise ernten lassen, besteht in vielen Hausgärten oft gar kein Bedarf nach langer Lagerung. Die Ernte ist grundsätzlich auch im Winter möglich, allerdings nur bei frostfreiem Wetter. Für die Selbstversorgung werden gern kistenweise Möhren im Herbst eingelagert, um im Winter nicht im Garten graben zu müssen. Gewaschene Möhren halten sich selbst bei niedrigen Temperaturen nur wenige Tage, während ungewaschene, erdige Wurzeln mehrere Wochen bis monatelang haltbar sind. Nur gänzlich gesunde und unbeschädigte Karotten eignen sich für die Lagerung. Ansonsten kann es zu bei den Karotten zur Lagerfäule kommen. Hierfür sind verschiedene Bakterienarten verantwortlich, die durch Verletzungen in die Wurzeln eindringen können. Wurden die Möhren beim Ernten verletzt, sollten sie daher rasch verzehrt und nicht mehr eingelagert werden.

Karotten im Gemüsefach
Lagern Sie Karotten im Kühlschrank am besten im Gemüsefach [Foto: Michal – MPstudio/ Shutterstock.com]

Karotten im Kühlschrank

Karotten verlieren schnell an Feuchtigkeit und sollten deshalb kühl und bei hoher relativer Luftfeuchte aufbewahrt werden. Der Kühlschrank ist ein optimaler kurzfristiger Lagerungsort für das aromatische Wurzelgemüse. Für die Aufbewahrung im Gemüsefach werden die Möhren zuvor von Erde befreit und gewaschen, da sie in der Küche meist zeitnah verbraucht werden. In Zeitungspapier eingewickelt oder in einem Frischhaltebeutel mit einigen Luftlöchern, um Schimmelbildung zu vermeiden, halten sich die Karotten eine gute Woche. Anschließend fangen sie langsam an, Feuchtigkeit zu verlieren und zu schrumpeln.

Karotten in Sand lagern

Die späten Karotten, die im Herbst kurz vor dem ersten Frost oder Schnee aus dem Beet geholt werden, werden traditionell ungewaschen in Sandkisten, Erdkellern oder kühlen Räumen frostfrei bei 0 bis 1 °C gelagert. Hier halten sie sich bei optimalen Bedingungen bis zu 8 Monaten frisch. Die Lagerung in feuchtem Sand hat den Vorteil, dass die Karotten während der Lagerung kaum an Feuchte verlieren. Auch für die Vermehrung bestimmte Möhren werden bis zur Auspflanzung im folgenden Frühjahr so eingelagert, wenn der Winter für eine Überwinterung im Freien zu harsch und frostreich ist. Karotten in Sand oder lose in Kisten im Keller sollten regelmäßig auf Lagerfäule kontrolliert werden. Befallene Wurzeln müssen Sie sofort aussortieren.

Karotten mit schwarzen Stellen
Lagerfäule von Karotten wird durch Verletzungen oder ungünstige Lagerbedingungen begünstigt [Foto: Ian Dyball/ Shutterstock.com]

Karotten einfrieren

Karotten können küchenfertig zubereitet, also gegebenenfalls geschält und klein geschnitten, auch eingefroren werden. Sie verändern allerdings ihre Konsistenz ein wenig und werden nach dem Auftauen eher weich bis matschig. Für Eintöpfe, zum Mitkochen in verschiedenen Gerichten oder für eine Suppe, die nachher sowieso püriert wird, ist diese Form der Haltbarmachung jedoch ideal.

Karotten einlegen, einkochen und fermentieren

Genauso wie Zucchini (Cucurbita pepo var. pepo convar. giromontiina), Gurken (Cucumis sativus) oder Paprika (Capsicum) kann man Karotten einlegen oder fermentieren. Hierfür eignet sich Salzlake, aber auch Essigsud mit verschiedenen Gewürzen. Kleingeschnittene Möhren werden 5 bis 10 min gekocht, anschließend mit der kochenden Brühe übergossen und heiß in Einweckgläser abgefüllt. Geschmacklich kann man die Zutaten, die zum Einlegen verwendet werden, sehr abwechslungsreich variieren. Eingelegte Möhren sind mehrere Monate lang haltbar. Auch Möhrenrelish, Karottenbutter, süße Karottenmarmelade oder deftig-fruchtiges Chutney lässt sich aus dem vielseitigen Wurzelgemüse zubereiten.

Karottenmarmelade
Es gibt verschiedenste Methoden, um Karotten zu konservieren und haltbar zu machen [Foto: Ahanov Michael/ Shutterstock.com]

Karotten zubereiten

Karotten können roh oder gekocht verzehrt werden. Sie müssen dafür nicht zwingend geschält werden, es genügt das Entfernen des grünlichen Strunks. Auch zum Entsaften müssen Karotten nicht geschält werden. Bei den zarten Babymöhren und jung geernteten Wurzeln sollten Sie die Schale unbedingt belassen, denn hier sind zahlreiche gesunde Inhaltsstoffe enthalten. Lagermöhren und spät geerntete, sehr dicke Möhren besitzen jedoch oft eine dickere, etwas fade bis leicht bitter schmeckende Schale. Hier lohnt es sich besonders, sie für den Rohverzehr zu schälen.

Nährwerte: Wie gesund sind Karotten?

Karotten gelten als gesundes Gemüse, da sie einen hohen Gehalt an Provitamin A enthalten, den Farbstoff Betacarotin. Im Körper wird es zu Vitamin A umgewandelt und ist vor allem für eine normale Funktion der Augen, Haut und des Immunsystems wichtig. Auch Vitamin C, E und verschiedene B-Vitamine sowie Kalium sind enthalten. Da die dicken Wurzeln die Vorratsspeicher der Karottenpflanze sind, enthalten sie auch Zucker und schmecken süßlich. Verschiedene aromatische Öle wie Myrcen bilden den typischen Möhrengeschmack aus. Bei Verdauungsproblemen wie starkem Durchfall wird gern die sogenannte Morosuppe zubereitet. Hierfür kocht man Karotten etwa 90 min lang weich, püriert sie anschließend und serviert sie mit etwas Salz als gut verträgliche, vitamin- und elektrolytreiche Kost.

Die Möhrenfliege (Psila rosae) ist einer der wichtigsten Schädlinge an Karotten. Wir stellen das Insekt im Steckbrief vor und geben Tipps zur Prävention und Bekämpfung.

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