Tomaten nachreifen lassen: So geht‘s

Emile
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Ich habe Gartenbauwissenschaften im Bachelor studiert und spezialisiere mich in meinem Master auf Prozess- und Qualitätsmanagement in Landwirtschaft und Gartenbau. Ganz besonders interessiere ich mich für moderne und nachhaltige Ansätze beim Anbau von Obst und Gemüse. Meine Faszination für Obst und Gemüse stammt von meiner Leidenschaft fürs Kochen. In meiner Freizeit bin ich am liebsten draußen, egal ob zu Hause oder auf Reisen. Besuche in Parks und botanischen Gärten sowie Naturspaziergänge auf dem Land sind für mich ein wahrer Genuss.

Lieblingsobst: Erdbeere, Pfirsich und Nektarine
Lieblingsgemüse: Tomate, Pak Choi und grüner Spargel

Die Tomaten-Saison ist eigentlich vorbei, aber es hängen noch grüne Tomaten an der Pflanze? Wir erklären, wie man Tomaten nachreifen lassen und somit auch noch die letzten Früchte genießen kann.

Strauch mit reifen sowie unreifen Tomaten
Unreife grüne Tomaten enthalten das giftige Alkaloid Solanin [Foto: Mr.Somchai Sukkasem/ Shutterstock.com]

Die Tomate (Solanum lycopersicum) gehört bei uns zu den beliebtesten Gemüsearten und wird von Vielen im eigenen Garten oder Gewächshaus angebaut. Wir erklären, ob und wie man grüne Tomaten nachreifen lassen kann und warum man lieber keine unreifen Tomaten essen sollte.

Reifen Tomaten nach?

Ja, Tomaten können nachreifen, daher ist es also möglich, seine unreifen Tomaten nachreifen zu lassen. Wenn im Herbst die Temperaturen nachts unter 10 bis 12 °C fallen, können Tomaten im Freien nicht mehr ausreifen. Sie zeigen häufig dunkelgrüne Streifen und entwickeln manchmal glasige Stellen. Diese Schäden werden durch kalten Tau verursacht, der sich auf den Früchten ablegt.

Aus diesem Grund sollte man seine Tomaten aus dem Garten rechtzeitig ernten und an einem wärmeren Ort nachreifen lassen. Bei Temperaturen zwischen 16 und 25 °C kann man Tomaten bereits nachreifen lassen, optimal sind jedoch 18 bis 20 °C warm und eine Luftfeuchtigkeit von über 80 %. Licht spielt dabei keine Rolle. Außerdem müssen die Früchte zum Nachreifen nicht weiterhin an der Tomatenpflanze hängen. Bestenfalls lässt man aber einen Teil des Stiels an der Frucht, weil das für mehr Aroma sorgt. Wichtig ist, darauf zu achten, Früchte mit faulen Stellen oder Rissen auszusortieren. Man sollte also vor dem Nachreifen von Tomaten die Früchte sorgfältig überprüfen. Auch Sauerstoff ist für die Bildung von Aromen notwendig. Im Spezialartikel Tomaten werden nicht rot erläutern wir, welche Mechanismen hinter der roten Färbung reifer Tomaten stecken.

Sind grüne Tomaten giftig? Grüne Tomaten enthalten, wie auch Kartoffeln, geringe Mengen des giftigen Alkaloids Solanin. Es befinden sich etwa 9 bis 32 mg Solanin pro 100 g in unreifen grünen Tomaten. Ein Verzehr von 25 mg kann bereits giftig sein, erste schwere Vergiftungserscheinungen wie Durchfall treten bei Erwachsenen ab einer Einnahme von etwa 200 mg Solanin auf. Man sollte unreife grüne Tomaten also sicherheitshalber nachreifen lassen. Das Kochen der unreifen Früchte kann hier leider nicht helfen, da Solanin hitzebeständig ist. Allerdings sollte man bedenken, dass manche Tomaten-Züchtungen grünfruchtende Tomatensorten sind, wie beispielsweise ‘Green Zebra‘, ‘Limetto‘ oder ‘Green Grape‘. Deren Fruchtfleisch ist bei reifem Zustand grün aber ungefährlich.

Tomatenstrauch mit grünen Tomaten
Die Tomatensorte ‘Green Zebra’ ist eine grünfruchtende [Foto: NikitaRoytman Photography/ Shutterstock.com]

Grüne Tomaten nachreifen lassen: Die besten Methoden

Es gibt mehrere Methoden, um seine Tomaten nachreifen zu lassen. Wir zeigen nachfolgend, welche Tricks sich am besten anbieten, damit grüne Tomaten erfolgreich nachreifen.

Tomaten mit einem Apfel nachreifen lassen

Beim Nachreifen stoßen manche Früchte Ethylen aus, darunter auch Tomaten. Ethylen ist ein Pflanzenhormon, das zur Reife von Früchten beiträgt. Es wird im Volksmund auch als Reifegas bezeichnet. Eine Frucht, die besonders viel Ethylen ausstößt, ist der Apfel. Deshalb kann man Tomaten zum Nachreifen neben einen oder mehrere Äpfel legen, bestenfalls in einem warmen Raum mit einer Temperatur zwischen 18 und 20 °C. Dabei sollte man genug Platz zwischen den Früchten lassen, damit die Luft weiterhin gut zirkulieren kann. Außerdem ist es wichtig, jeden Tag den Zustand der Tomaten zu überprüfen, damit man einzelne Tomaten, die beispielsweise faulen, entfernen kann.

Unreife Tomaten mit Apfel
Äpfel stoßen viel Ethylen aus, was zur Reife von Früchten beiträgt [Foto: Martina Unbehauen/ Shutterstock.com]

Tomaten im Backofen nachreifen

Wussten Sie schon, dass man Tomaten im Backofen nachreifen lassen kann? Da vor allem die Temperatur hierbei ausschlaggebend ist und Licht nicht wirklich benötigt wird, kann man die Tomaten mit ein wenig Abstand voneinander im Ofen platzieren. Idealerweise geschieht das bei Temperaturen zwischen 18 und 20 °C. Man sollte jeden Tag den Zustand der Tomaten überprüfen und kann einen Apfel dazu geben, um den Reifungsprozess zu beschleunigen.

Tomaten in der Sonne nachreifen lassen

Grüne Tomaten kann man auch in der Sonne nachreifen lassen. Das Licht dient hier zwar nicht dem Reifungsprozess selber, dennoch liefert die Sonne die für das Nachreifen nötige Energie in Form von Wärme. Hierzu kann man die Tomaten in einen Behälter geben und diesen beispielsweise auf einer Fensterbank in die Sonne stellen. Man sollte dabei genug Abstand zwischen den einzelnen Tomaten lassen. Bei geringen Mengen an Tomaten kann man auch Einweckgläser nehmen. Diese sollte man jedoch regelmäßig öffnen, damit die Tomaten frischen Sauerstoff bekommen, und über Nacht an einem warmen Ort lagern. Sollten noch viele unreife Tomaten an einer Tomatenpflanze hängen, lässt sich auch die gesamte Pflanze unten abschneiden und kopfüber an einem sonnigen Ort aufhängen. Dabei ist vor allem wichtig, dass die Temperatur nicht zu niedrig fällt, weshalb sich dies in Innenräumen hinter einem Fenster oder in einem Gewächshaus eher anbietet. Allmählich reifen die Tomaten dann nach und können weiterhin für einige Wochen nach der Tomatensaison im Garten genossen werden.

Unreife Tomaten in einer Schale
Das in unreifen Tomaten enthaltene Solanin kann unerwünschte Vergiftungserscheinungen bewirken [Foto: Stanislav71/ Shutterstock.com]

Tomaten nachreifen: Mit Zeitungspapier

Einer der bekannteren Tricks ist das Nachreifen in Zeitungspapier oder einer Papiertüte. Dieses hält die Wärme sowie die Feuchtigkeit an den Tomaten, was beim Reifungsprozess hilft. Dafür trennt man nur die Früchte mit einem Teil des Stängels von der Pflanze ab und säubert die Tomaten. Danach wickelt man sie in Zeitungspapier ein. Dabei sollte man Platz zwischen den einzelnen Früchten lassen, damit weiterhin Luft zirkulieren kann. Die verpackten Tomaten werden dann an einem warmen, leicht feuchten Ort gelegt. Hierfür eignen sich oft gut der Heizungskeller oder der Waschraum. Wer aus gesundheitlichen Bedenken kein Zeitungspapier nutzen will, kann natürlich auch eine alte Papiertüte aus dem Supermarkt verwenden, um seine grünen Tomaten nachreifen zu lassen.

Tomaten nachreifen: In einem Tongefäß

Zuletzt kann man seine Tomaten auch in einem Tongefäß nachreifen lassen. Dieses sollte man davor säubern und für einige Stunden in Wasser legen. So kann das von den Poren im Ton aufgenommene Wasser später verdunsten und eine hohe Luftfeuchtigkeit im Behälter gewährleisten. Mit ein wenig Abstand zwischen den einzelnen Früchten kann man dann die Tomaten in den Behälter hineinlegen und den Deckel aufsetzen. Am besten platziert man den Tonbehälter in einen warmen Raum mit 18 bis 20 °C und überprüft regelmäßig den Zustand der Tomaten. Nach wenigen Tagen sollten die Tomaten dann nachreifen.

Falls Sie bei Ihren Tomaten aus dem Garten ab und zu Beschädigungen feststellen, könnte Sie interessieren, wie man diese vermeiden kann. Mehr dazu finden Sie in unserem Spezialartikel zu Tomaten-Schäden.

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