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Aubergine: mediterranes Feeling im eigenen Garten

Auberginen sind bei fortgeschrittenen Hobbygärtner sehr beliebt! Wir geben wertvolle Tipps für den erfolgreichen Anbau und eine ertragreiche Ernte.

schwarze weiße violette Auberginensorten Artenvielfalt

Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Auberginensorten, die sich in Farbe, Form und Größe deutlich unterscheiden können. [Foto: NellieMcS]

Auberginen (Solanum melongena) gehören wie Tomaten (Solanum lycopersicum) zu den Nachtschattengewächsen. Im Gegensatz zu Tomaten kann man Auberginen aber nicht roh verzehren und muss sie daher garen. Hierbei wird das Solanin, der giftige Stoff der Nachtschattengewächse, neutralisiert. Lange hielt sich auch das hartnäckige Gerücht, dass Auberginen in großen Mengen Nikotin enthalten und deshalb nicht verzehrt werden sollten. Zwar enthalten Auberginen, wie auch einige weitere Gemüsearten Nikotin, jedoch in so geringen Mengen, dass dies auch mit modernen technischen Verfahren kaum nachweisbar ist.

Archäologischen Überlieferungen zur Folge werden Auberginen im asiatischen Raum schon seit über 4000 Jahren kultiviert. In Griechenland und Italien baut man das beliebte Gemüse seit etwa 500 Jahren an. Hauptanbauländer heute sind China, USA, Türkei, Italien und Spanien.

Synonyme: Eierfrucht, Eierpflanze, Melanzani (AT), melanzana (IT), eggplant (engl.)

Auberginen selber anbauen: So geht’s

Hat man bereits etwas Erfahrung im Anbau mit Obst und Gemüse, kann man auch den Versuch wagen, die mediterran anmutende Aubergine im eigenen Garten anzubauen. Mit ihren samtig behaarten Blättern und prachtvollen, violetten Blüten ist die Auberginenpflanze eine wahre Augenweide und könnte beinahe schon als Zierpflanze kultiviert werden. Aber Natur sei Dank, beschert diese Pflanze seinem Besitzer bei der Ernte auch schmackhaftes Gemüse. Da die Pflanzen sehr viel Sonne und Wärme zum Ausreifen der Früchte benötigen, sollte man früh mit dem Vorziehen beginnen und auch einen geschützten und sonnigen Standort im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon auswählen. So gelingt meistens die Kultur ohne Probleme und der Gaumen kann sich freuen: Das Aroma von selbstgeernteten Auberginen ist nämlich exzellent.

Auberginen im Freilandanbau aus dem eigenen Garten.

Großgewachsene Aubergine im eigenen Garten [Foto: Eran FinkleCC BY 2.0]

Ab Anfang Februar ist es dann soweit. Das Saatgut wird 1-2cm tief gesteckt. In den folgenden Tagen sollte die Erde stets gut feucht gehalten werden, damit das Saatgut auch aufquellen kann. Die Anzuchttöpfe sollten auf einer sonnigen und warmen Fensterbank stehen. Hohe Temperaturen sind für eine gute Keimquote essentiell. Nach etwa 4 Wochen sind die Samen aufgegangen und haben neben den Keimblättern ein bis zwei zusätzliche Blattpaare ausgebildet. Sollte die Fensterbank nicht sehr sonnig sein, können die Jungpflanzen der Auberginen auch zusätzlich beleuchtet werden. Hier gibt es spezielles Pflanzenlicht, dass die Sonne möglichst weitgehend imitiert. Durch effiziente LED-Technik ist der Stromverbrauch minimal und die Kosten vernachlässigbar.

Auberginen lieben einen nährstoffreichen und lockeren Boden. Gartenerde oder Blumenerde sollte definitiv mit etwas gutem Kompost aufgebessert werden. Nach der Kalten Sophie (die letzte der Eisheiligen) können die Auberginen ins Freie. Elementar ist hier ein guter Standort. Dieser sollte möglichst sonnig und windgeschützt sein. Alternativ kann man Auberginen auch in ein entsprechendes Tomatenhaus pflanzen. Pflanzt man die Jungpflanzen in ein Gefäß (>15 Liter), kann man zu einem schwarzen Steintopf greifen. Dieser ist zwar unhandlich, absorbiert und speichert jedoch die Sonnenstrahlung sehr gut. Diese wird in den Abendstunden nach und nach abgegeben und versorgt die so wärmeliebende Aubergine.

Direkt bei der Pflanzung sollte man die Aubergine an einen Bambusstab (ca. 100cm) mit etwas Bast binden. Die Pflanzen werden meisten 50-90cm hoch. Die ersten Blüten werden meistens ausgebrochen, damit sich die Pflanze noch besser etablieren kann. Erst wenn die Pflanze sich an den neuen Standort gewöhnt und gut etabliert hat, lässt man bei großfruchtigen Sorten fünf, bei kleinfruchtigen Sorten zehn Blütenstände stehen. Während der Wachstumsphase wird im Abstand von drei Wochen dreimal mit einem Volldünger gedüngt. Besonders an heißen Sommertagen benötigen Auberginen ähnlich wie Tomaten und Gurken zusätzliche Wassergaben.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie hier.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

  • Floragard Bio Mini Garten: Bio-Allround-Erde mit abgesiebten Grünschnittkompost, ohne Torf. Zur Pflanzung verschiedenster Blüh- und Zierpflanzen, sowie zur Anzucht von Gemüse. Der Dünger Flora Bio-Mix sorgt für eine reiche Ernte.
  • Anzuchttöpfe: Aus natürlichem Torf mit Spurennährstoffen für ein kontrolliertes Wachstum der Sämlinge.
  • Cuxin Naturdünger Gemüse: Organischer Grunddünger mit Langzeitwirkung für die umfassende Versorgung von Nährstoffe aller Gemüse.

Auberginen-Sorten

Von der Aubergine gibt es verschiedene Varietäten, wovon drei größere Bedeutung haben.

  • Solanum melongena esculentum: Typ mit länglichen, ovalen (Fachleute verwenden auch den Begriff „keulenförmigen“) Früchten. In Deutschland werden fast ausschließlich Auberginen dieser Varietät verkauft.
  • Solanum melongena serpentinum: Varietät mit kleinen und eierförmigen Früchte. Von diesem Typ hat die Aubergine auch ihre Beinamen Eierfrucht oder im Englischen eggplant erhalten.
  • Solanum melongena depressum: Sehr kleinfruchtige Varietät, die besonders in der asiatischen Küche verwendet wird.

Wir haben Ihnen hier eine kleine Auswahl zusammengestellt. Eine ausführliche Auflistung finden Sie in unserer Sortenvielfalt.

  • Anet (F1): klassische Auberginenoptik mit keulenförmigen, dunkelvioletten bis schwarzen Früchten; besonders wärmeliebend und bestens für einen Anbau im Folientunnel oder Tomatenhaus geeignet.
  • Bellezza Nera: rundliche Auberginensorte mit dunkelvioletter Haut; auf Grund des hohen Durchmessers der Früchte, lässt sich die „Schwarze Schönheit“ besonders gut in Scheiben schneiden und anbraten.
  • Bianca: traditionelle Aubergine aus Italien mit kugelrunden, leicht gefurchten Früchten; je nach Intensität der Sonneneinstrahlung werden die Früchte hellviolett-weiß; exzellenter Geschmack.
  • Black Beauty: bewährte Sorte mit klassischer Optik; dunkelviolette keulenförmige Früchte; guter Ertrag und feines Aroma.
  • Casper: keulenförmige Auberginensorte mit auffällig weißer Schale; besonders zart und feines Fruchtfleisch.
  • Money Maker (F1): moderne und besonders im Hobbyanbau beliebte Sorte; frühreif und reichtragend; sehr längliche, dunkelviolette Früchte; benötigt weniger Wärme als andere Sorten.
  • Ophelia (F1): Züchtung, die sich auf Grund des kompakten Wuchses besonders für die Kultur auf dem Balkon oder der Terrasse eignet; kleinere, keulenförmige und lilafarbene Früchte mit einem sehr guten Geschmack; sehr reichtragend.
  • Pingtung Long: sehr längliche Auberginensorte aus Taiwan; sehr hoher Ertrag und bester Geschmack.
  • Pinstripe (F1): moderne Züchtung für die Kultur im Topf; die sehr kleinfruchtige Sorte bildet weiß-violette Früchte mit exzellentem Aroma aus.
  • Prosperosa: Traditionssorte aus Italien mit kugelförmigen, tiefvioletten (mit einem weißen Rand an den Kelchblättern) Früchten; hervorragender Geschmack.
  • Rania (F1): Auberginensorte mit einer auffälligen Optik: die Früchte sind hellviolett-weiß gestreift; guter Geschmack.
  • Violette de Firenze: weiß-hellviolette runde Früchte; traditionelle Sorte aus Norditalien mit mittlerem Wärmebedarf.

Ernte und Lagerung von Auberginen

Um eine gute Ernte sicherzustellen, sollten ab dem Zeitpunkt der Blüte Haupt- und Nebentriebe um ein Drittel eingekürzt werden. Bildet die Pflanze anschließend Achseltriebe aus, werden diese erneut ausgebrochen. Pro Pflanze sollte man bei einer Freilandkultur nicht mehr als 4 Früchte stehen lassen. Kleinfruchtige Sorten sind von dieser Reglung ausgenommen. Setzt die Aubergine trotz Blüte keine Früchte an, sollte man die Pflanze schütteln oder einen Pinsel nehmen und die Blüten manuell befruchten.

Auberginen sind je nach Sorte ab August reif. Die Ernte erfordert etwas Fingerspitzengefühl. Gibt die Schale dem Druck der Finger etwas nach kann geerntet werden. Ein weiteres Indiz für reife Auberginen ist die Optik des inneren Fruchtfleisches (Mesokarp). Dieses darf nicht mehr grünlich sein. Dann ist die Aubergine nämlich noch unreif und der Solanin-Gehalt zu hoch zum Verzehr. Auch wenn man dies von den Auberginen aus dem Handel nicht kennt: die Samen dürfen bereits klar erkennbar sein und leicht verfärbt sein. Ist die Aubergine überreif, wird die Schale matt.

Korb mit frischen Tomaten, Auberginen und Roter Bete.

Tagesernte: frische Rote Bete mit Tomaten und Auberginen. [Foto: CristinaCC BY 2.0]

Frisch geerntete Auberginen sind im Kühlschrank bis zu eineinhalb Wochen haltbar. Besonders moderne Kühlschränke haben ein spezielles Frischefach, das sich bestens für Gemüse eignet. Generell sollten Auberginen nicht zusammen mit Äpfeln oder Bananen gelagert werden, da diese das Reifegas Ethylen verströmen. Friert man Auberginen ein, verändert sich die Textur. Die matschigen Auberginenstücke sehen nach dem Auftauen alles andere als ansehnlich aus. Am besten verarbeitet man die Frucht in ein Ratatouille oder zu einer Gemüselasagne und friert das Gericht anschließend ein. Für Pasta-Liebhaber dürfte das Einmachen eines Auberginen-Pesto eine gute Möglichkeit der Konservierung darstellen. Dazu können auch Paprika und grüne Tomaten beigegeben werden. Ebenfalls benötigt man viel natives Olivenöl.

Inhaltsstoffe und Verwendung in der Küche

Mit wenige als 20kcal pro 100g ist die Aubergine recht kalorienarm, was sich je nach Zubereitungsart sehr schnell ändern kann. Denn meistens wird die Aubergine in Öl herausgebraten. Neben den Mineralstoff Kalium enthalten die Früchte Vitamin B und C.

Aus der asiatischen und mediterranen Küche ist die Aubergine nicht mehr wegzudenken. Über die verschiedenen Regionen hinweg, werden Auberginen entweder gebraten oder gerillt, in Tontöpfen geschmort, mit Allerlei gefüllt oder zu Pasten verarbeitet. Auch ein Auberginenauflauf –ähnlich zur Lasagne, jedoch ohne Teigblätter- ist ein beliebtes und verbreitetes Rezept. Mit etwas Knoblauch gegrillt oder in der Pfanne angebraten ist die Aubergine eine ideale Beilage zu Spaghetti oder gegrilltem Fleisch.

Krankheiten und Schädlinge im Auberginenanbau

Während es im Erwerbsbau eine Vielzahl von Pilzkrankheiten existieren, hat der Hobbygärtner meistens gute Karten. Einzig die Stängelfäule und der Echte Mehltau können ab und an Probleme bereiten. Damit man sich von Jahr zu Jahr nicht die Krankheiten heranzieht, sollten Auberginen stets an einem anderen Standort stehen. Besonders problematisch kann der Kartoffelkäfer sein, der viel lieber an den Blättern der Aubergine als der Kartoffel knabbert. Bei Befall muss der Schädling regelmäßig abgesammelt werden. In der Topfkultur sollte die Erde unbedingt ausgewechselt werden. Vereinzelt können Nematoden den Wurzeln der Aubergine schaden. Pflanzt man die Aubergine in einer Mischkultur mit Tagetes (Syn.: türkische Nelke) kann man einen Befall mit Nematoden vermeiden. Denn diesen behagen die Aussonderungen der Tagetes nicht. Kleine Probleme bereiten Blattläuse und Spinnmilben, die aber mit den richtigen Pflanzennährstoffen oder einem biologischen Pflanzenschutzmittel leicht abgewehrt werden können.

Wir empfehlen folgende Produkte:

Dank gebührt den Photographen: Eran Finkle, Cristina, Ting Chen, lebenswandeln-Veränderung, Meena Kadri, murielle29, rochelle, Thomas Wanhoff, Ulrich Lange, NellieMcS, Alpha, Kurman Communications, Inc. und FeistyTortilla.

Steffi

Ich studiere momentan im schönen Weihenstephan Agrarwissenschaften. Neben dem Gärtnern (ich baue vor allem Gemüse und Kräuter an) schlägt mein Herz auch besonders für die Tierwelt. Egal, ob Hund, Meerschwein, Igel oder Biene – alle sollen sich in meinem Garten wohlfühlen.
Lieblingsobst: Wassermelonen und Himbeeren
Lieblingsgemüse: Kartoffeln

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