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Brokkoli: schmackhafte Sprossen und Köpfchen aus dem eigenen Garten

Brokkoli ist reich an Vitaminen und Mineralien. Hier erfahren Sie alles für einen erfolgreichen Anbau und eine ertragreiche Ernte.

Brokkoli ernetreis im eignen Garten anbauen

Erntereifer Brokkoli [Foto: LindaCC BY 2.0]

Brokkoli (Brassica oleracea var. italic) auch Broccoli geschrieben ist eng mit dem Blumenkohl (Brassica oleracea var. botrytis) verwandt. Die Kohlart ist je nach Region auch unter den folgenden Synonymen bekannt: Sprossenkohl, Bröckelkohl, Spargelkohl, italienischer Spargel.
Der Ursprung des Brokkolis wird in Kleinasien vermutet. Über Händler wurde Saatgut nach Italien gebracht, wo die Kohlart bereits seit vielen Jahrhunderten kultiviert wurde. Erst im 16. Jahrhundert gelangte er durch die Medici nach Frankreich und wurde von dort aus in die ganze Welt verbreitet. Auch heute ist Italien noch eins der Hauptanbauländer für Brokkoli.

Entgegen der bei uns üblichen Zubereitung werden in Italien auch die Blätter und jungen Stiele ähnlich wie Spargel zubereitet. Daher mag es mag kaum verwundern, warum Brokkoli auch den Namen italienischer Spargel trägt. In Deutschland konnte sich diese Zubereitung jedoch kaum durchsetzen. Es werden nach wie vor lediglich die Blütenstände mit noch geschlossenen Knospen angeboten und verarbeitet.

So klappt der Anbau von Brokkoli im eigenen Garten

Im Gegensatz zu seinen anderen Kohlverwandten stellt Brokkoli höhere Ansprüche an den Boden. Er ist ein Starkzehrer und benötigt einen nährstoffreichen, humosen und durchlässigen Boden. Gartenerde sollte vor der Pflanzung auf jeden Fall mit reichlich Kompost, etwas Mist und Hornspänen angereichert werden. Bevorzugt wird ein sonniger Standort. Um zu gedeihen braucht Brokkoli in den trocknen Sommermonaten ausreichend Wasser. Eingearbeiteter Kompost und eine Mulchschicht helfen, die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten.

Es gibt frühreife Sorten und spätere, die in unseren Breitengraden erst im Herbst geerntet werden. Je nach Sorte und gewünschtem Erntezeitpunkt kann zwischen März und Juni ausgesät werden. Sät man Brokkoli über mehrere Wochen hinweg aus, kann man beinahe den ganzen Sommer und Herbst frischen und schmackhaften Brokkoli aus dem eigenen Garten genießen. Das Saatgut sollte mit zirka 2cm Erde bedeckt werden. Nachdem die Brokkolipflanzen zirka 10 bis 15cm groß sind, können diese pikiert und einem Abstand von 30 bis 60cm ausgepflanzt werden. Eine enge Bepflanzung mit einem Abstand von etwa 30cm eignet sich nur für kompakte Sorten wie Kabuki oder Cezar, die auch auf dem Balkon oder der Terrasse angebaut werden können.

Je nach Belieben kann während der Wachstumsphase zusätzlich zu der organischen Düngung mit einem stickstoff- und kaliumbetontem Dünger gedüngt werden. Dies ist bis zu vier Mal möglich. Einige Wochen vor der ersten Ernte sollte man die Düngung jedoch einstellen. So wird der Brokkoli besonders aromatisch.

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie hier: Brokkoli anbauen: Aussaat, Pflege und Erntezeit.

Wir von Plantura empfehlen folgende Produkte:
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Brokkoli-Sorten

Beim Kauf von Saatgut sollte man auf die jeweiligen Eigenschaften achten. Es gibt frühere und spätere Sorten. Zudem gibt es sogenannte Sprouting Sorten die im Freien überwintern. Diese bilden im zeitigen Frühjahr viele kleinere Blumen aus: ein herrliches Frühjahrsgemüse!
Eine umfangreiche Sortenübersicht finden Sie hier: Brokkolisorten: die richtige Sorte zum Anbauen wählen.

  • Calabrese: alte und sehr bekannte Sorte aus Italien; große und etliche kleine Blumen; Sorte tendiert zu vielen Seitentrieben und ermöglicht einen konstanten und guten Ertrag.
  • Calinaro: kompaktere Sorte mit großen Köpfen und einem sehr guten Geschmack; beliebt im Hobbyanbau und bei kleineren, direktvermarktenden Betrieben.
  • Cezar: kompakte Sorte die durch ihre blau-grünliche Färbung auffällt; der Haupttrieb bildet relativ große Köpfe aus.
  • Kabuki (F1): kleinwüchsige und sehr frühreife Sorte, die sogar für den Balkon geeignet ist; bildet an den Seitentrieben viele kleinere Köpfe aus.
  • Parthenon (F1): wüchsige und reichtragende Sorte, die auch in kühleren Klimazonen gute Erträge hervorbringt; kompakte und dicht gepackte Köpfe; im Erwerbsanbau beliebt.
  • Rosalind: alte Liebhabersorte mit rot-violetten Köpfen; Sorte verzweigt sich stark und beschert so über Wochen immer wieder eine gute Ernte.
  • Summer Purple: recht anspruchslose Sorte des Sprossenbrokkolis, die auch Anfänger erfolgreich anbauen können; Sorte verzweigt sich stark; violette Köpfe.
Brokkoli Grasshüpfer Blüte im eignen Garten

Bewundern Sie die Schönheit der Natur [Foto: Jim, the PhotographerCC BY 2.0]

Brokkoli-Ernte: Blütenstände kontrollieren und rechtzeitig ernten

Nach der ersten Ernte bildet Brokkoli an den Seitentrieben neue Sprosse aus, die einige Wochen später ebenfalls geerntet werden können. Man sollte stets bei der Ernte den Stiel ebenfalls abschneiden, da dies die Seitentriebbildung fördert. Die Blütenstände sollten kurz vor dem Aufbrechen der Knospen geerntet werden. Während der heißen Sommermonate wächst Brokkoli sehr schnell, weshalb die Pflanzen regelmäßig kontrolliert und abgeerntet werden sollten.

Baut man Brokkoli selber an, kann man sicherstellen, dass nicht chemisch gespritzt wird. Junge Pflanzteile können neben den Brokkoliköpfen ebenfalls geerntet und zubereitet werden. Glauben Sie nicht? Es ist definitiv einen Versuch wert. Junge Stiele können geschält und anschließend, wie man es vom Spargel kennt, in Wasser gekocht oder blanchiert werden. Geschmack und Textur erinnern tatsächlich an grünen Spargel mit einem kohlartigen Aroma. Ist man schon beim Experimentieren, sollten auch die jungen Blätter probiert werden. Diese können wie Spinat zubereitet werden. Alternativ brät man die Blätter in etwas Olivenöl oder Butter kurz an. Geschmacklich sind die Blätter zart und aromatisch.

Die geschlossenen Blütenstände können einige Tage im Kühlschrank gelagert werden. Will man von den vielen Vitaminen profitieren, sollte Brokkoli aber möglichst schnell nach der Ernte verzehrt werden. Falls man mehr geerntet hat als man gebrauchen kann, bietet es sich an den Brokkoli in kleine Stückchen zu schneiden und anschließend einzufrieren.

Krankheiten und Schädlinge beim Brokkoli

Jungpflanzen leiden häufig unter Blattfraß von Nacktschnecken. Auch Erdflöhe können den Blättern schaden. Daneben gibt es die gängigen Krankheiten und Schädlinge unter denen fast alle Kohlarten leiden. Hierzu zählen die Kohlfliege, der Kohlweißling und die berüchtigte Kohlhernie.

Generell sollte, wie bei allen Kohlarten, mindestens drei bis vier Jahre keine Kohlart mehr an dem selben Standort angebaut werden. Will man besonders sichergehen, können nach der Ernte die verbleibenden Pflanzenteile aus der Erde gezogen und dann im Restmüll entsorgt werden. Anschließend kann das Erdreich gekalkt werden.

Inhaltsstoffe und Verwendung in der Küche von Brokkoli

Reich ist der Brokkoli an Vitaminen A, B1, B2, B6 und C sowie an Mineralstoffen insbesondere Kalium, Eisen, Zink und Calcium. Der niedrige Brennwert von zirka 30 kcal pro 100g macht ihn auch für Diäten interessant.

Brokkoli kann zwar auf viele Arten zubereitet werden, die schonendste ist jedoch das Dampfgaren, bei dem die meisten der Vitamine und Mineralien erhalten bleiben. Brokkoli, der in Wasser gekocht wird gibt meistens viele wichtige Stoffe an das Wasser ab und verliert somit an nahrungsphysiologischen Wert.

Um möglichst viele Vitamine und Mineralstoffe zu erhalten, sollte Brokkoli nur kur (zirka 8 bis 10 Minuten) gedämpft werden. Dies erhält nicht nur die wertvollen Inhaltsstoffe, sondern sorgt auch für eine gewisse Bissfestigkeit. Alternativ kann man Brokkoli auch einige Minuten in etwas Butter anbraten und mit Knoblauch, Salz und Muskatnuss abschmecken.

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