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Chinakohl: leckeres Wok-Gemüse aus dem eigenen Garten

Chinakohl: Das Allroundtalent erfreut sich immer steigender Beliebtheit. Wir geben Tipps und Tricks zum Anbau, Ernten und Lagern.

Chinakohl anbauen im eigenen Garten

Erntereifer Chinakohl im Feld [Foto: Toshiyuki IMAICC BY-SA 2.0]

Der Chinakohl wird bereits viele Jahrhunderte in China, Korea und Japan kultiviert. Seit dem 20. Jahrhundert kennt man ihn auch in unseren Breitengraden. In seiner ursprünglichen Heimat wird Chinakohl meistens zu einer Art fermentiertem Sauerkraut eingelegt, das auch sehr pikant sein kann. In Südkorea findet man das sogenannte Kimchi als übliche Beilage zu vielen Speisen. Archäologische Funde von Tongefäßen zeigen, dass eine derartige Zubereitung schon seit über 2000 Jahre praktiziert wird.

Syn: Japankohl, Pekingkohl, Selleriekohl, Napa cabbage (engl.)

Erfahren Sie mehr in unserem Artikel Chinakohl: Herkunft, Ursprung und Synonyme.

Anbau: Auch im eigenen Garten wächst und gedeiht der Chinakohl

Auch im heimischen Garten kann der schmackhafte Chinakohl problemlos angebaut werden. Er bevorzugt einen nährstoffreichen Boden an einem geschützten und sonnigen bis halbschattigen Standort. Entgegen der häufigen Fragen unserer Leser ist der Wärmebedarf nicht so hoch, wie seine Hauptanbauländer vermuten lassen würden. Viel wichtiger ist ein windgeschützter Standort und eine gute Versorgung mit Feuchtigkeit.

Chinakohl zählt wie die meisten Kohlarten zu den Starkzehrern. Magere Böden sollten vor dem Setzen der Jungpflanzen ausgebessert werden. Hierfür kann Kompost, etwas Mist aus biologischer Tierhaltung und Hornspäne zugemischt werden. Kompost bessert auch generell die Fähigkeit des Erdreichs zur Speicherung von Feuchtigkeit auf.

Den Chinakohl pflanzt man meistens erst recht spät. Deshalb eignet er sich gut als Nachkultur von frühgeräumten Pflanzen wie Möhren oder Bohnen. Gesät wird erst Mitte Juni bis Anfang August. Man kann die Pflanzen in kleineren Töpfen anziehen oder direkt ins Beet säen. Die Saattiefe beträgt 1,5cm. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte 30-40cm und zwischen den Reihen 50-60cm betragen. Bei einer Bodentemperatur von 15-18°C erfolgt die Keimung innerhalb einer guten Woche.

Er ist eine typische Hackfrucht. Wird das Erdreich regelmäßig durch Hacken aufgelockert, dankt es der Kohl mit einem gesunden Wachstum und einem hohen Ertrag. Bei Trockenheit muss stets gegossen werden. Neben der Langzeitdüngung (Kompost, Mist und Hornspäne) kann im Abstand von drei Wochen auch zweimal mit einem Volldünger gedüngt werden.

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Ernte und Lagerung von Chinakohl

Je nach Sorte benötigt Chinakohl zirka 75-95 Tage bis zur Ernte. Je nach Aussaat kann im September, Oktober und sogar im November geerntet werden. Chinakohl verträgt leichte Fröste problemlos und falls nicht in der Küche benötigt, sollte er somit so lange wie möglich im Beet verbleiben. Vor Frost kann man die Pflanzen auch mit etwas Fleece, großen Pappkartons oder Tannenzweigen schützen. Spätere und größere Kohlköpfe können besser und länger eingelagert werden. Der Kopf sollte hierzu möglichst fest sein. Warten Sie jedoch nicht zu lange, denn zu tiefe Temperaturen schädigen den Chinakohl.

Chinakohl Ernte anbauen im eigenen Garten

Im Herbst kann mit der Ernte begonnen werden [Foto: Toshiyuki IMAICC BY-SA 2.0]

Bei der Ernte sollten lose Umblätter entfernt werden und die Pflanze möglichst tief am Wurzelansatz abgeschnitten werden. Die Blattstiele sollten nicht verletzt werden, da dies ein Einfallstor für Krankheitserreger ist. Der Chinakohl fängt während der Lagerung schnell an zu faulen.
Chinakohl kann im Kühlschrank etwa eine Woche problemlos lagern. Schlägt man die Köpfe in feuchte Zeitung oder in ein feuchtes Handtuch ein, kann er auch einige Woche im Kühlschrank verleiben. Auch in einem passenden, kühlen Keller kann der Chinakohl eingelagert werden. Zwar rät es sich nicht diese Kohlart einzufrieren, jedoch kann man den Kohl recht einfach zu einem leckeren Chi Kimchi verarbeiten und so für Monate haltbar machen. Kimchi ist traditionell in Asien (besonders in Korea) beliebt. Am besten kann man es als fermentiertes und pikant eingelegtes Sauerkraut beschreiben.

Chinakohl Ernte im eigenen Garten

Frisch geernteter Chinakohl [Foto: F DelventhalCC BY 2.0]

Chinakohl-Sorten

Mittlerweile gibt es diverse Chinakohlsorten im Angebot. Neben den alten Sorten dominieren in den Gartencentern der Baumärkte meist moderne F1-Hybriden. Einige F1-Hybriden sind mittlerweile auch gegen die Kohlhernie resistent. Mit Scarlette gibt es nun auch eine Sorte mit rötlichem Blattwerk.

Eine umfangreiche Sortenübersicht finden Sie hier: Chinakohl: die richtige Sorte zum Anbauen wählen.

  • Granat: Sorte mit länglichen Köpfen und gezackten Blatträndern; Granat wird besonders wegen des guten Geschmacks und seiner zarten Blätter geschätzt; laut Untersuchungen soll die Sorte überdurchschnittlich viele Vitamine haben.
  • Hong-Kong (F1): kurze, gedrungene und festgepackte Köpfe; guter Geschmack.
  • Kasumi (F1): sehr frühe Sorte mit sehr guten optischen und geschmacklichen Eigenschaften.
  • Parkin (F1): Schossfeste und mittelfrühe Sorte mit einer Resistenz gegen die Kohlhernie. Mittelgroße Köpfe mit zarten und aromatischen Blättern.
  • Scarlette (F1): die Besonderheit an dieser Sorte sind die rot-violetten Blätter; sind die äußeren Umblätter noch grün mit einem leichten violett Stich, sind die inneren Blätter im Herzen beinahe vollständig rot-violett; Scarlette ist ertragreich und besonders mild im Aroma.
  • Yuki (F1): mittelfrühe Sorte mit sehr festen Köpfen; sehr milder Geschmack.

Krankheiten und Schadbilder beim Chinakohl

Die Schadbilder reichen von Blattfraß (Nacktschnecken oder Kohlweißling) über löchrige Blätter (Erdflöhe) bis hin zur Kohlhernie, einer Pilzkrankheit, die die Wurzeln des Chinakohls verdicken lässt.

Inhaltsstoffe und Verwendung in der Küche

Mit einem Brennwert von lediglich 10-18 kcal pro 100g gilt Chinakohl als sehr kalorienarm. Er kann zu gemischten Salaten beigegeben werden, als milder Krautsalat angemacht werden oder eben als Wok-Gemüse dienen. Wer experimentierfreudig ist, kann versuchen das koreanische Kimchi zubereiten.

Dank gebührt den Photographen: Toshiyuki IMAI, Dale Calder, Stereogab, F Delventhal, David Davies, Lori L. Stalteri,

Simon

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Neben Kräutern- und Naschobst auf einem Balkon baue ich in meiner kleinen Parzelle am Ortsrand Gemüse an. Ich genieße die Zeit draußen in meinem Gemüsegarten, in dem ich ausschließlich biologische Dünge- und Pflanzenschutzmittel einsetze. Neben meiner Liebe zur Natur schreibe ich leidenschaftlich gerne und beschäftige mich auch mit Grundlagen der Psychologie und Ethik.

Lieblingsobst: Holunder und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzkohl, Artischocken und Spargel.

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