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Spargel: Krankheiten, Schädlinge und Pflanzenschutz

Spargelpflanzen im eigenen Garten anbauen bereitet Freude. Allerdings ist auf einige Schädlinge und Krankheiten zu achten. Wir zeigen Tipps und Tricks. 

Ein Feld mit Spargel

Ein Spargelfeld im Hochsommer [Foto: sacratomato_hrCC BY-SA 2.0]

Schädlinge am Spargel

Besonders bei Neupflanzungen ist auf die Spargelfliege zu achten. Ab Austrieb bis Ende Juni müssen die Pflanzen regelmäßig auf einen Befall überprüft werden. Man erkennt die Spargelfliege leicht an ihrer dunkel-hellen Zick-Zack Bänderung auf den Flügeln. Während im professionellen Spargelanbau meistens auf Insektizide zurückgegriffen wird, kann man im Hausgarten Leimfallen aufstellen. Dies dient nicht nur zur Bekämpfung, sondern erleichtert auch die Kontrolle ungemein. Ist der Befall besonders hoch, kann gegebenenfalls zu passenden Pflanzenschutzmitteln gegriffen werden.

Grüner Spargel direkt nach der Ernte

Damit Sie eine erfolgreiche Ernte haben können, achten Sie auf Ihre Spargelpflanzen. [Foto: LIDCC BY-SA 2.0]

Auch Spargelhähnchen und der Spargelkäfer können beim Spargelanbau ordentlich den Spaß verderben. Diese Antagonisten des Spargels schwächen die Pflanze durch Fraß an ihr erheblich. Anders als bei der Spargelfliege können diese Schädlinge die gesamte Vegetationsperiode auftreten. Pflanzenschutzmittel gegen die Fliege helfen auch bei Hähnchen. Entdeckt man die beiden Käfer, sollte man die Pflanzen genau absuchen und die Schädlinge absammeln. Im Hobbyanbau trifft man die Wurzelfliege (Bohnenfliege) sehr selten an. Diese legt ihre Eier Ende April in den Erddamm. Nachdem die Maden aus den Eiern geschlüpft sind, fressen diese Gänge in die heranwachsenden Spargelsprossen. Ist der Fraß besonders schlimm, verfärben sich die Stangen und verkümmern. Ein trockener Boden und keine verrotteten Anteile von Mist oder Kompost im Boden beugen einem Befall vor. Baut man Spargel unter der Folie an, ist dies ebenfalls eine gute vorbeugende Maßnahme. Denn gegen die Spargelfliege beziehungsweise deren Maden gibt es kein Pflanzenschutzmittel.

Typische Spargel-Krankheiten

Hier sind besonders der Spargelrost, Grauschimmel (Botrytis) und Stemphylium erwähnenswert. Diese Pilzkrankheiten sind stark witterungsabhängig und werden durch einen regnerischen und feuchten Sommer begünstigt. Pflanzenschutzmittel in Form von Fungiziden können angewendet werden. Der Zeitpunkt der Behandlung muss aber unmittelbar nach Auftreten des Befalls erfolgen. Besonders wenn die Spargelpflanzen noch nicht geerntet werden und die Triebe im Sommer somit sehr dicht stehen, kann ein Befall auftreten. Um auf Spritzmittel im eigenen Garten verzichten zu können, sollte auf robuste Sorten und einen ausreichenden Pflanzabstand gesetzt werden. Denn eine dichte Bepflanzung begünstigt nicht nur die Verbreitung der Krankheiten, sondern erschwert nach Regenschauern auch das Abtrocknen des Laubes. Das Spargellaub sollte im Herbst stets abgeschnitten und entsorgt werden, damit eine Ansteckung im Folgejahr vermindert wird. Im Gegensatz zu Stemphylium und Botrytis, die sich bei feuchter Witterung verbreiten, kann Rost auch während trocken-warmer Perioden auftreten.

Manuelles Entfernen von Unkraut

Herbizide wollen ohnehin nur wenige im eigenen Hausgarten. Auch der Spargel verträgt übermäßigen Einsatz mit diesen Mitteln nur schlecht. Deshalb sollte das Spargelbeet besonders im Frühjahr gründlich von Unkraut befreit werden. Während den Sommermonaten kann zwischen den Reihen und Pflanzen durch Haken nachgewachsenes Unkraut in Schach gehalten werden.

Über den Gastautor:

Als Diplom-Ingenieur der Agrarwissenschaft ist Felix Grebhardt für den Vertrieb und das Marketing bei der Südwestdeutschen Saatzucht GmbH zuständig. Das Unternehmen ist ein familiengeführtes mittelständisches Pflanzenzüchtungsunternehmen mit Sitz in Rastatt. Die Spargelzüchtung hat in der Firma eine lange Tradition und lässt sich bis ins Jahr 1912 zurückverfolgen. Neben seinem Beruf baut Herr Grebhardt in seinem Garten verschiedene Kiwi-, Kaki- und Feigensorten mit großer Leidenschaft an.
Weiterführende Informationen: www.spargelsorten.de

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