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Tomatensamen selbst gewinnen: So trocknet man die Samen richtig

Um seine Lieblingstomate jedes Jahr genießen zu können, kann man die Samen aus den Tomaten trocknen und so eigene Tomatensamen gewinnen. Wir zeigen in unserer Anleitung, wie man bei der Saatgutgewinnung richtig vorgeht.

Getrocknete Tomatenkerne
Durch das Trocknen von Tomatenkernen können Sie selbst Tomatensaatgut gewinnen [Foto: Swellphotography/ Shutterstock.com]

Häufig fragt man sich, warum die Tomaten (Solanum lycopersicum) im Handel häufig nach nicht mehr als einem wässrigen Fruchtkörper schmecken. Wer sich an seine Kindheit und Omas aromatische Tomaten erinnert, schwelgt nicht etwa in realitätsfernen Erinnerungen, sondern weiß, wie Tomaten eigentlich schmecken sollten. Sofern man eine Terrasse, einen Balkon oder einen Garten sein Eigen nennen kann, ist der Anbau von köstlichen Tomaten kein Problem. Am besten experimentiert man mit einigen altbewährten Sorten und verkostet diese zusammen mit Familie und Freunden. Hat man dann seine Lieblingssorte(n) gefunden, will man diese natürlich auch im Folgejahr kultivieren.

Tomatensamen selbst gewinnen & trocknen: Anleitung

Will man Saatgut gewinnen, darf man ein bis zwei Tomaten ruhig etwas länger an der Pflanze hängen lassen. Am besten pflückt man die Früchte sogar erst im überreifen Zustand. Dies garantiert, dass die Samen vollständig ausgebildet sind. Solche Samen sind später deutlich keimfähiger und vitaler. Zur Entnahme der Samen schneidet man die Tomate quer durch. Die glitschigen Samen legt man am besten auf einem kleinen Stück Backpapier aus, und lässt sie gut trocknen. Entgegen der weitverbreiteten Meinung muss man die Samen nicht aufwändig von der gallertartigen Masse befreien. Ist diese erst mal getrocknet, schützt sie den Samen und sorgt für eine gute Lagerfähigkeit. Die Tomatensamen müssen sehr gut getrocknet sein, dann können sie verpackt und den Winter über gelagert werden.

Die kleinen, gut getrockneten Backpapierstücke können in ein passendes Folienbeutelchen mit Clipverschluss verpackt und anschließend mit einem wasserunlöslichen Stift beschriftet (Sortenname und Erntejahr) werden. Sind die Samen luftdicht verschlossen und an einem trockenen, kühlen und dunklen Ort untergebracht, kann man sich entspannt zurücklehnen. Denn so halten Tomatensamen mindestens fünf Jahre. Einfrieren sollte man die Tomatensamen aber nicht, denn sie sind nicht an kalte Temperaturen gewöhnt.

Tipp: Selbstgewonnene Tomatensamen einer alten Sorte sind ein tolles Geschenk für alle Hobbygärtner!

Zusammenfassung Tomatensaatgut gewinnen:

  1. Samenfeste Sorte auswählen und anbauen, keine F1-Hybride
  2. Überreife Früchte ernten und halbieren
  3. Samen mit Löffel entnehmen und auf Backpapier verteilen
  4. Tomatensamen an der Luft trocknen lassen
  5. In Tütchen abfüllen, beschriften und bis zu 5 Jahre kühl und trocken lagern

Vorteile der Gewinnung von Tomatensamen

Tomatensamen kann man sehr einfach selbst gewinnen und trocknen. Je nach Art der Früchte, ob Cocktail- oder Fleischtomate, sind unterschiedlich viele Samen enthalten. Meistens sind es aber so viele, dass man von einer einzigen Frucht Samen für die nächsten Jahre gewinnen kann. Tomatensamen sind, wenn sie trocken und kühl gelagert werden, etwa 5 Jahre keimfähig. Im Vergleich zu anderen Gemüsesorten sind sie echte Langschläfer und keimen auch nach langer Zeit noch recht zuverlässig. Tomaten bestäuben sich meist selbst, dies garantiert, dass im nächsten Jahr auch wieder dieselbe Sorte zutage tritt.

Moderne Sorten tragen häufig die Bezeichnung F1-Hybrid. Diese Hybride sind gezielte Kreuzungen aus zwei genetisch unterschiedlichen Eltern, die beispielsweise Krankheitsresistenzen oder hohen Ertrag mitbringen. Werden die Blüten einer Hybridsorte bestäubt, kommt es zu einer wilden Durchmischung der Eltern-Gene. Die Eigenschaften der nächsten Generation unterscheiden sich mit höchster Wahrscheinlichkeit von der F1-Hybride, eine echte Sortenerhaltung ist hier nicht möglich.

Aufgeschnittene Tomaten mit Samen
Hat man eine Lieblingstomatensorte kann man aus den geernteten Früchten selbst Saatgut für die kommende Saison gewinnen [Foto: RMIKKA/ Shutterstock.com]

Der größte Vorteil von altbewährten Sorten ist daher die Samenechtheit. Bestäubt sich eine samenechte Sorte selbst, werden keine neuen Gene durchgewürfelt, sondern die aktuelle Kombination aus Eigenschaften bleibt erhalten. So können aus den älteren Züchtungen Samen für das nächste Jahr gewonnen werden, die der Mutterpflanze genau entsprechen. Damit spart man sich auch die Kosten für den erneuten Kauf der Samen, vermehrt nebenbei vielleicht eine Jahrzehnte alte Sorte und bewahrt die große Vielfalt der Tomatensorten.

Tomatensaatgut gewinnen: Die Vorteile auf einen Blick

  • Einfache Entnahme und Trocknung der Samen
  • Bis zu 5 Jahre haltbar bei guter Lagerung
  • Eigene Vermehrung von samenfesten Sorten
  • Keine Kosten für Wiederkauf und Erhalt von Kulturgut

Wie Sie im nächsten Jahr aus den gesammelten Samen kleine Tomatenpflanzen ziehen können, erfahren Sie in unserem Artikel Tomaten aussäen, pikieren & auspflanzen.

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