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Estragon: Steckbrief des leckeren Gewürzkrauts

Estragon gehört zu den beliebtesten Küchenkräutern und wird vor allem für französische und italienische Gerichte verwendet. Neben der Nutzung als Gewürz wird der krautigen Pflanze auch eine heilende Wirkung zugesprochen.

Estragon
In der Naturheilkunde ist der Estragon als Verdauungsmittel bekannt [Foto: Gaston Cerliani/ Shutterstock.com]

Der Estragon (Artemisia dracunculus) sollte in keinem Kräutergarten fehlen. Mit diesem Gewürzkraut lassen sich Fisch-, Fleisch- und Käsegerichte sowie Soßen hervorragend verfeinern. Wir stellen Ihnen den Estragon genauer vor und steigen in weiteren Artikeln tiefer in die Themen der Pflanzung am richtigen Standort, Sortenwahl, Vermehrung, Pflege, Ernte und Lagerung von Estragon ein.

Estragon: Herkunft und Eigenschaften

Estragon, der auch Drachenkraut oder veraltet Dragon beziehungsweise Dragun genannt wird, gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Innerhalb dieser sind mit ihm die verschiedenen Arten der Gattung Artemisia am nächsten verwandt. Darunter sind zum Beispiel andere traditionsreiche Gewürzkräuter wie der Beifuß (Artemisia vulgaris), Wermut (Artemisia absinthium) und Eberraute (Artemisia abrotanum). Beim Anbau im Beet und unter günstigen Bedingungen kann er eine Wuchshöhe von bis zu 150 cm erreichen – und das in nur einem Jahr. Die verwendeten Varietäten stammen aus unterschiedlichen Klimaten und haben daher auch verschiedene Eigenschaften, wie Sie im Artikel über Estragon-Sorten nachlesen können. Das Kraut ist in den kälteren Gebieten Mittelasiens und Sibiriens beheimatet. Der im Handel erhältliche, gerebelte oder frische Estragon wird zumeist in den Niederlanden oder in der Balkanregion angebaut. Dabei erfreut sich das würzige Kraut, das eine feine Anisnote kennzeichnet, vor allem in der italienischen und französischen Küche großer Beliebtheit. Drei verschiedene Typen des Estragons werden hauptsächlich angebaut – der russische, französische und deutsche Estragon.

Tipp: Alle Varietäten des Estragons gedeihen am besten auf einem durchlässigen, nicht zu nassen und nicht zu nährstoffreichen Boden. Die optimale Voraussetzung hierfür bietet zum Beispiel unsere torffreie Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde mit einer Mischung aus Kokosfasern, Perlite und reifem Kompost.

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Blätter und Blüten von Estragon 

Die Wuchsform des krautigen Estragons ist buschig verzweigt und die kräftigen, stark verzweigten Wurzeln sind in der Lage, Ausläufer zu bilden. Die schmalen, schwach behaarten, lanzettlichen Blätter sind grün, spitz zulaufend und sitzen ungestielt an den krautigen Stängeln. Wenn sie zerrieben werden, verströmen sie einen angenehmen Duft. In der Zeit vor der Blüte sind die Blätter der Pflanze am aromatischsten. In den Monaten von Mai bis Juni erscheint die charakteristische Blüte des Estragons in einem gelb-grünen Farbton. Diese Blütenköpfchen stehen in Rispen und sind etwa zwei bis drei Millimeter groß. Allerdings wird man die Blüten des Estragons in unseren Breiten oder Lagen mit kühlerem Klima kaum oder nie zu sehen bekommen – am ehesten hat man hier sein Glück mit dem russischen Estragon.

Tipp: Wenn von Estragon gesprochen wird, ist meist der französische Estragon gemeint, da er der aromatischste der genutzten Varietäten ist. Allerdings ist er auch der empfindlichste und kleinwüchsigste der drei. Der russische Estragon hat zwar das geringste Aroma, ist jedoch deutlich robuster und verfriert nicht so schnell. Deutscher Estragon hat eine gute Regenerationsfähigkeit und wächst nach einem Frostschaden einfach wieder durch.

Blütenköpfchen des Estragon
Die Blütenköpfchen des Estragons öffnen sich nur selten, wenn sie sich überhaupt entwickeln [Foto: Nahhana/ Shutterstock.com]

Ist Estragon mehrjährig?

Der Estragon gehört zu den ausdauernden Pflanzen. Alle nutzbaren Varietäten vertragen etwas Frost, der Französische allerdings nur in geringem Maße. In unserem Artikel, in dem erklärt wird, wie man Estragon pflegen muss, beschreiben wir unter anderem ausführlich, wie das Gewürzkraut überwintert wird. Neben der unkomplizierten Überwinterung ist auch die Vermehrung des Estragons nicht schwer.

Verwelkter Estragon
Die verwelkten Pflanzenteile des Estragons eignen sich gut als Abdeckung zum Frostschutz [Foto: Anna-2118/ Shutterstock.com]

Ist Estragon giftig oder essbar?

Zur Verwendung in der Küche werden meist die Blätter und jungen Triebe der Gewürzpflanze verwendet. Wie Sie den Estragon ernten und lagern, um ihn später zum Kochen zu verwenden, können Sie in unserem zugehörigen Artikel lesen. Der umstrittene Inhaltsstoff Estragol, dem nachgesagt wird, erbgutschädigend zu sein, ist auch im Estragon enthalten. In mehreren Studien wurde jedoch aufgezeigt, dass wirklich sehr große Mengen verzehrt werden müssen, damit das enthaltene Estragol eine feststellbare schädliche Wirkung entfaltet. Also ist der übliche Konsum im Bereich der Küchenzubereitung unbedenklich. Trotzdem wird schwangeren und stillenden Frauen empfohlen, estragolhaltige Kräuter weitestgehend zu meiden.
Selbst bei Tieren, wie Kaninchen, Meerschweinchen und Hunden soll Estragon appetitanregende, verdauungsfördernde und entwurmende Wirkungen haben. Natürlich sollte man sich im Vorhinein informieren, wie viel von dem Kraut die Tiere maximal fressen dürfen.

Junge Estragontriebe
Zum Kochen werden nur die jungen Triebe des Drachenkrauts verwendet [Foto: Dani Vincek/ Shutterstock.com]

Sind Estragon-Blüten essbar? Die Blüten des Estragons sind tatsächlich essbar, finden aber nur selten kulinarische Anwendung. Die getrockneten Blütenköpfchen können aber beispielsweise für einen Tee aufgebrüht werden, welcher appetitanregend und verdauungsfördernd wirken soll.

Falls Sie nun daran interessiert sind, sich diese tolle Gewürzpflanze in den eigenen Garten zu holen: Wir erklären Ihnen in unserem Spezialartikel ausführlich, wie Sie den Estragon pflanzen.

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